Es gibt Begriffe, die im Amateurfunk wie heilige Kühe behandelt werden. „Impedanz“ gehört dazu. Wer sie mit „ach, das ist doch einfach Widerstand“ abtut, darf sich sicher sein, beim nächsten OV-Abend von mindestens drei älteren Herren mit erhobenem Zeigefinger korrigiert zu werden.
Doch was steckt wirklich dahinter – und warum ist es mehr als nur ein Zahlenspiel mit Ohm?
Der ohmsche Widerstand – der brave Buchhalter
- Definition: Verhältnis von Spannung zu Strom, R=U/I.
- Eigenschaften: Frequenzunabhängig, linear, berechenbar.
- Beispiel: Ein 50‑Ohm‑Widerstand bleibt bei 1 Hz genauso 50 Ohm wie bei 1 GHz.
- Humor-Notiz: Der ohmsche Widerstand ist wie der Vereinsbuchhalter – langweilig, aber zuverlässig. Er macht keine Faxen, er macht einfach seinen Job. Naja nicht im jedem Verband ist er zuverlässig.
Die Impedanz – der Schauspieler unter den Größen
- Definition: Verallgemeinerung des Widerstands für Wechselstrom, Z=R+jX.
- Eigenschaften:
- R (Realteil): der „ehrliche“ Widerstand.
- X (Imaginärteil): die Launen von Spulen und Kondensatoren.
- Frequenzabhängig: Eine Antenne, die bei 7 MHz brav 50 Ohm hat, kann bei 14 MHz plötzlich 200 Ohm + j150 werden.
- Humor-Notiz: Impedanz ist wie ein alter Funkfreund nach drei Kölsch – mal charmant, mal unberechenbar, und garantiert nicht linear. Nicht wahr Nils.
Praxisbeispiele aus dem Funkalltag
- Koaxkabel: 50 Ohm Nennimpedanz – aber wehe, man knickt es oder verlängert es mit dem „legendären“ 75‑Ohm‑Fernsehkabel aus dem Keller. Dann wundert man sich, warum die Endstufe plötzlich heißer wird als der Grill beim Fieldday.
- Antennen:
- Dipol resonant: nahe 50 Ohm, brav wie ein Dackel an der Leine.
- Dipol außerhalb Resonanz: Impedanz springt wie ein Terrier im Kaninchenbau.
- Messgeräte: Ein VNA (Vektorieller Netzwerkanalysator) zeigt die Impedanz als hübsche Spirale im Smith-Diagramm. Für viele ältere OMs sieht das Diagramm allerdings eher aus wie ein missglückter Bierdeckel-Kringel.
Grafische Vorstellung
Ohmscher Widerstand: -----
Impedanz: ~~~~~ (mal hoch, mal runter)
Oder anders gesagt: Widerstand ist die gerade Landstraße, Impedanz die Serpentinen im Schwarzwald.
Spiegel für die „ich wusste es immer schon besser“
Natürlich gibt es sie: die „Alles-ist-ohmsch“-Fraktion. Sie erklären mit ernster Miene, dass ihre Antenne „genau 50 Ohm“ habe – egal bei welcher Frequenz. Die Realität: Antennen sind launisch, Kabel sind nicht perfekt, und die Impedanz ist ein dynamischer Tanzpartner. Wer das ignoriert, betreibt eher Religion als Technik.
Und was heißt das für den Alltag?
- Anpassung: Ohne Impedanzanpassung (z. B. mit einem Tuner) geht Leistung verloren.
- SWR: Steht für „Stehwellenverhältnis“ – oder, wie manche sagen, „Senioren-Wut-Risiko“, wenn es über 2 steigt.
- Praxis: Wer versteht, dass Impedanz mehr ist als Widerstand, spart sich verbrannte Endstufen und endlose Stammtischdiskussionen.
Fazit
- Ohmscher Widerstand: Einfach, linear, berechenbar.
- Impedanz: Komplex, frequenzabhängig, realitätsnah.
- Humor: Wer beides verwechselt, darf sich beim nächsten OV-Abend auf eine kostenlose Vorlesung freuen – inklusive Zeigestock und erhobenem Zeigefinger.
Oder, um es mit schwarzem Humor zu sagen: Der ohmsche Widerstand ist der Grabstein – die Impedanz das Leben davor.