Erinnerung!
Am Karsamstag, den 04.04.2026, 12:00 Uhr findet unser planmäßiges Treffen statt. Besondere Aktivitäten sind hier nicht bekannt. Aber man muss ja auch nicht immer einen triftigen Grund haben, um gemütlich zusammen zu kommen.
Bis dahin!
März 30
Erinnerung!
Am Karsamstag, den 04.04.2026, 12:00 Uhr findet unser planmäßiges Treffen statt. Besondere Aktivitäten sind hier nicht bekannt. Aber man muss ja auch nicht immer einen triftigen Grund haben, um gemütlich zusammen zu kommen.
Bis dahin!
März 29
Ein technischer, praxisnaher Leitfaden mit tiefem Schwarzhumor für alle, die mehr messen wollen als nur SWR‑Balken auf einem Baumarkt‑Stehwellenmeter.

Ein Vektorieller Netzwerkanalysator (VNA) misst, wie ein System auf HF‑Signale reagiert. Konkret kann er:
Der NanoVNA ist die „China‑Version“ eines teuren Labor‑VNAs – nur kleiner, bunter und mit mehr Plastik. Er ist:
Kurz gesagt:
Der NanoVNA zeigt dir, dass deine „perfekt abgestimmte“ Antenne in Wahrheit ein Heizstrahler mit Funkambitionen ist.
| Messaufgabe | Möglich? | Port(e) | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|
| SWR von Antennen | Ja | CH0 (S11) | Antennenbau, Abstimmung, Fehlersuche |
| Impedanz von Antennen | Ja | CH0 | Anpassung, Resonanzfrequenz |
| Kabellänge und Fehlerstelle | Ja | CH0 | Koax prüfen, Bruchstellen finden |
| Dämpfung von Kabeln | Ja | CH0/CH1 | Qualitätsprüfung, Vergleich alt/neu |
| Filtercharakteristik (Bandpass etc.) | Ja | CH0→CH1 | Selbstbaufilter, Kaufteile prüfen |
| Resonanz von Spulen/Kondensatoren | Ja | CH0 | Bauteilprüfung, Eigenresonanz |
| Duplexer/Weichen testen | Ja | CH0/CH1 | Relaisstellen, Multiband‑Setups |
| Baluns/Ununs messen | Ja | CH0 | Übertragungsverhältnis, Bandbreite |
| Verstärker‑Durchgang (nur S21, keine Leistung!) | Eingeschränkt | CH0→CH1 | Kleinsignal‑Gain, Frequenzgang |
| SWR‑Brücken ersetzen | Ja | CH0 | Deutlich genauer als „Zeiger wackelt“‑Messgeräte |
Und ganz wichtig:
Geduld. Der NanoVNA misst ehrlich – aber er erklärt dir nicht, warum deine Antenne schlecht ist. Das musst du schon selbst herausfinden.

Schritt 1: Kalibrierung
Schritt 2: Antenne anschließen
Schritt 3: Auswertung
Schritt 4: Optimierung
Und ja:
Der NanoVNA zeigt dir gnadenlos, dass deine „für alle Bänder perfekte“ G5RV in Wahrheit auf manchen Bändern eher ein Heizlüfter ist.
Schritt 1: Frequenzbereich wählen
Schritt 2: Kalibrieren (CH0)
Schritt 3: Kabel anschließen
Schritt 4: TDR‑ähnliche Auswertung
Mit geeigneter Software (z. B. NanoVNA‑Saver) kann man aus der Phasenlage und Resonanzen die Kabellänge bestimmen. Alternativ:
Praktischer Nutzen:
So findest du heraus, ob dein „super steiler China‑Bandpassfilter“ wirklich filtert – oder nur hübsch aussieht.
So erkennst du, ob dein Balun ein HF‑Bauteil ist – oder nur ein hübsch gewickelter Ferritklotz.
| Anwendung | Nutzen | Typischer Aha‑Effekt |
|---|---|---|
| Antennenmessung | SWR, Resonanz, Anpassung | „Meine Antenne war nie resonant, nur geduldig.“ |
| Kabelprüfung | Länge, Dämpfung, Fehlerstellen | „Das Koax ist der eigentliche Dummy Load.“ |
| Filtermessung | Durchlass, Sperrbereich, Flanken | „Der teure Filter ist nur ein Deko‑Bauteil.“ |
| Balun/Unun‑Test | Übersetzung, Bandbreite | „Mein 1:9‑Unun ist eher 1:irgendwas.“ |
| Bauteilresonanz | Spulen, Kondensatoren, Eigenresonanzen | „Die Spule ist bei 20 MHz schon eine Antenne.“ |
| Relaisstellen/Weichen | Isolation, Durchgang, Frequenzverhalten | „Der Duplexer ist eher ein Triplexer ins Chaos.“ |
Der NanoVNA ist kein Spielzeug – auch wenn er so aussieht. Er ist ein extrem mächtiges Werkzeug, das:
Er zwingt dich, HF nicht zu glauben, sondern zu messen. Und genau das unterscheidet den „Knopf‑Dreher“ vom Techniker.
Wer den NanoVNA beherrscht, baut bessere Antennen, versteht seine Station und hört mehr als nur Rauschen und CB‑Gequake. Wer ihn ignoriert, bleibt bei:
„SWR ist 1:1, also muss alles gut sein.“
März 28
Rudolf Binz (DL3SO) — Funkpionier, Ingenieur und internationaler Frequenzexperte. Entdecken Sie auf unserer Seite das Leben eines Mannes, der Amateurfunk nicht nur als Hobby, sondern als Brücke zwischen Menschen und Nationen lebte — und als einer der Wegbereiter der IGAFU‑Bonn die Grundlagen für heutige Hilfs‑ und Koordinationsnetze mitprägte.
Hier die PDF, welche er uns damals zu Verfügung stellte.
März 25
Da stellen wir uns also mal ganz dumm und sagen: „Das da… das is’n Stromkreis.“ Und mitten drin sitzt ein schwarzes Loch – nicht im astronomischen Sinne, sondern im pädagogischen. Ein Punkt, an dem der Strom reinfließt, rausfließt, sich wundert, warum er überhaupt fließt, und sich dann doch wieder beruhigt, weil die Physik ihm sagt: „Junge, du musst. Kirchhoff hat’s befohlen.“
Und während wir das erklären, sitzt hinten in der Klasse der allwissende Amateurfunk‑Oberstudienrat, der seit 1978 jedem erzählt, dass er die Kirchhoffschen Regeln schon kannte, bevor Kirchhoff überhaupt geboren wurde. Er hebt schon den Finger, um zu sagen: „Also eigentlich…“ – aber wir ignorieren ihn höflich, wie man das bei solchen Exemplaren tun muss.

Die erste Regel lautet:
Oder in der Sprache eines Lehrers mit strengem Seitenscheitel:
„Wat reinjeht, muss ooch wieder rausjehn.“
Ein Knoten ist ein Punkt, an dem mehrere Leitungen zusammenkommen. Und egal, wie viele Elektronen sich dort drängeln – sie können nicht einfach verschwinden. Kein Elektron löst sich in Luft auf, auch wenn der Amateurfunk‑Oberlehrer hinten murmelt, dass er da mal ’ne Ausnahme gemessen hat. Hat er nicht.
Die zweite Regel lautet:
Oder in pädagogisch wertvoller Form:
„Wenn wir einmal im Kreis rumlaufen, müssen wir wieder da rauskommen, wo wir reinjeganjen sind – und zwar ohne Energie zu verlieren, die wir nich vorher irgendwo aufgenommen haben.“
Eine Masche ist ein geschlossener Stromkreis. Und in diesem Kreis müssen alle Spannungen zusammen genau null ergeben. Jede Batterie, jeder Widerstand, jede LED – alles trägt seinen Teil dazu bei.
Und sie sind so unerschütterlich, dass selbst der Amateurfunk‑Oberstudienrat sie nicht wegdiskutieren kann, auch wenn er es seit 40 Jahren versucht.
Stell dir einen Funkstammtisch vor. Ein Knotenpunkt aus fünf Männern, die alle gleichzeitig erklären wollen, warum ihre Antenne die beste ist.
Kirchhoff hätte seine Freude.
Ein Funkamateur läuft im Kreis:
Die Summe seiner Aussagen ergibt: Null. Kirchhoff bestätigt: Maschenregel erfüllt.
Kirchhoffs Regeln sind wie gute Lehrer: streng, logisch, unbestechlich – und völlig immun gegen Besserwisserei. Sie gelten immer, überall und ohne Ausnahme. Und wer sie einmal verstanden hat, sieht elektrische Schaltungen nie wieder als chaotisches Drahtgeflecht, sondern als geordnetes System, in dem alles seinen Platz hat.
März 22
Ein W3EDP‑Antenne ist im Kern ein erstaunlich simples, aber physikalisch hochinteressantes Gebilde: ein langes Stück Draht, das sich weigert, sich wie ein klassischer Dipol zu benehmen – und genau deshalb so vielseitig ist. Der folgende Artikel verbindet technische Tiefe mit einem Augenzwinkern und führt durch Physik, Bau, Effizienz, Multiband‑Eigenschaften und den Vergleich zur klassischen Endfed‑Antenne.

Die W3EDP wurde in den 1930ern von Edward P. Tilton (W3EDP) populär gemacht. Sie besteht aus:
Sie ist keine klassische Endfed, kein Dipol, kein T2LT – sie ist ein asymmetrischer Langdraht mit definierter Gegenkapazität, der auf vielen Bändern zufällig erstaunlich gut funktioniert.
Die W3EDP arbeitet als unsymmetrischer Strahler, der über die kurze Gegenkapazität und die Erde (oder das Shack‑Umfeld) einen Rückstrompfad bildet.
Die W3EDP deckt typischerweise folgende Bänder gut ab:
Auf 30 m und 60 m ist sie oft ebenfalls nutzbar, aber der Tuner muss dann etwas mehr schuften.
Der Trick: Die Drahtlänge von 25,6 m ist ein Kompromiss, der auf vielen Bändern irgendeine Resonanz erzeugt, die der Tuner dann in Form bringt.
Die Effizienz hängt stark vom Aufbau ab:
Eine gut aufgebaute W3EDP erreicht 60–85 % Effizienz, je nach Band und Aufbauhöhe. Das ist für eine Multiband‑Antenne ohne Spulen absolut respektabel.

Der Gewinn hängt stark von der Aufbauform ab. Typische Werte:
Für eine Multiband‑Antenne ohne Spulen ist das absolut solide.
Eine klassische Endfed (EFHW) ist resonant und nutzt einen 49:1 oder 64:1 Übertrager.
| Merkmal | W3EDP | Endfed (EFHW) |
|---|---|---|
| Resonanz | Nicht resonant | Resonant |
| Tuner nötig | Ja | Meist nein |
| Multibandfähigkeit | Sehr gut | Gut, aber bandabhängig |
| Aufbauaufwand | Sehr gering | Mittel |
| HF im Shack | Möglich | Weniger wahrscheinlich |
| Effizienz | Mittel bis gut | Gut bis sehr gut |
| Flexibilität | Hoch | Mittel |
| Länge | 25,6 m | Bandabhängig (z. B. 40 m: 20 m Draht) |
Wer maximale Einfachheit und Bandbreite will, nimmt die W3EDP. Wer maximale Effizienz und reproduzierbare Ergebnisse will, nimmt die EFHW.
März 18
Oliver Heaviside gehört zu den faszinierendsten, exzentrischsten und zugleich unterschätztesten Figuren der Elektrotechnik und Nachrichtentechnik. Seine Arbeiten prägen bis heute die theoretischen Grundlagen des Amateurfunks – von der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen bis zur mathematischen Beschreibung von Leitungen. Wer über Funk spricht, sollte diesen Mann kennen, der Maxwell verstand, bevor es cool war, und der die Mathematik so verbog, dass sie endlich tat, was Ingenieure brauchten.
Heaviside wurde 1850 in London geboren und litt früh an einer schweren Scharlacherkrankung, die ihn nahezu taub machte. Diese Behinderung isolierte ihn sozial, doch sie trieb ihn auch in die Welt der Bücher und Formeln. Er verließ die Schule mit 16 Jahren und wurde – dank seines Onkels Charles Wheatstone – Telegraphist. Dort begann seine lebenslange Obsession: die elektrische Übertragung über Leitungen zu verstehen und zu verbessern.
Seine Karriere als Telegraphist war kurz, denn seine zunehmende Taubheit zwang ihn 1874 zum Rückzug. Danach lebte er zurückgezogen, arbeitete aber mit einer Intensität, die man heute wohl als „Hardcore-Deep-Work“ bezeichnen würde. Er reformulierte Maxwell, erfand neue mathematische Werkzeuge und sagte sogar die Existenz der ionosphärischen Reflexionsschicht voraus – Jahrzehnte bevor sie experimentell bestätigt wurde.
Heaviside postulierte, dass eine elektrisch leitfähige Schicht in der oberen Atmosphäre Radiowellen reflektiert. Ohne diese Schicht gäbe es kein Kurzwellen-DX, keine nächtlichen Überreichweiten – und viele Funkamateure müssten sich ein anderes Hobby suchen, vielleicht Briefmarken.
Die berühmten Telegrapher’s Equations beschreiben, wie Signale sich in Leitungen ausbreiten. Für Funkamateure sind sie die Grundlage für:
Ohne Heaviside wäre das SWR-Meter heute vermutlich ein mystisches Orakel, das man mit Opfergaben besänftigen müsste.
Er prägte den Begriff impedance und machte damit die Wechselstromtechnik erst wirklich handhabbar.
Heaviside entwickelte eine Methode zur Lösung von Differentialgleichungen, die der Laplace-Transformation entspricht, aber viel pragmatischer gedacht war. Ingenieure liebten es, Mathematiker hassten es – ein Klassiker.
Maxwells ursprüngliche Formulierung des Elektromagnetismus bestand aus 20 Gleichungen in 20 Variablen – ein Albtraum für jeden, der jemals versucht hat, eine Antenne zu berechnen. Heaviside reduzierte sie auf vier elegante Vektorgleichungen, die wir heute als Maxwell-Heaviside-Gleichungen kennen.
Diese Vereinfachung machte den Weg frei für:
Kurz: Ohne Heaviside wäre die Nachrichtentechnik heute so benutzerfreundlich wie ein Röhrenoszilloskop ohne Bedienknöpfe.
Heaviside lebte exzentrisch, streitbar und oft verarmt. Er strich seine Wände rosa, weil er glaubte, das beruhige die Nerven. Er warf Mathematikern vor, sie seien „zu pedantisch“, und Ingenieuren, sie seien „zu unpräzise“. Ein Mann, der zwischen den Welten stand – wie ein Funkamateur, der auf 80 m CQ ruft und nur FT8-Signale hört.
Wenn Heaviside heute leben würde, wäre er vermutlich der Typ, der im Ortsverband behauptet, SWR 1:1 sei „für Anfänger“ und dass man Antennen eigentlich nur mit Vektoranalysis abstimmen sollte.
| Bereich | Beitrag | Bedeutung |
|---|---|---|
| Elektromagnetismus | Vereinfachung der Maxwell-Gleichungen | Grundlage der modernen EM-Theorie |
| Nachrichtentechnik | Telegraphengleichungen | Modellierung von Leitungen, Koax, Impedanz |
| Hochfrequenztechnik | Begriff „Impedanz“ | Standardbegriff der AC- und HF-Technik |
| Mathematik | Heaviside-Operatoren, Step-Funktion | Vorläufer der Laplace-Transformation |
| Funkwellenausbreitung | Vorhersage der Heaviside-Schicht | Ermöglicht Kurzwellenfernverbindungen |
| Vektorrechnung | Unabhängige Entwicklung des Vektorkalküls | Fundament für EM-Simulationen |
März 15
Hallo liebe Funkfreunde!
Donnerstag, der 19.03.2026, 17:00 Uhr, ist der Termin für unser planmäßiges Treffen. Es zeichnet sich aufgrund von Rückmeldungen ab, dass viele Mitglieder der Interessengemeinschaft verhindert sind. Somit ist noch nicht absehbar, dass das geplante Treffen auch tatsächlich stattfindet.
73 Helmut
März 15

Ein technisch anspruchsvoller, unterhaltsamer und leicht schwarzhumoriger Blick auf die Grundlagen der Nachrichtentechnik – von den Anfängen bis zum Amateurfunk.
In den frühen Tagen der Funktechnik war Bandbreite wie ein Goldschatz, den niemand verstand, aber jeder verschwendete. Die ersten Funkpioniere sendeten Signale, die so breit waren, dass man sie heute als „Spektralverschmutzung“ bezeichnen würde.
Dann kamen Nyquist und Shannon – die beiden Männer, die der Nachrichtentechnik sagten:
„Ordnung muss sein. Und Bandbreite ist nicht unendlich. Also benehmt euch.“
Damit begann die Ära der strukturierten Kommunikation.
Stell dir Bandbreite wie eine Autobahn vor:
Moderne Systeme wie 5G, WLAN, Glasfaser oder Satelliteninternet kämpfen alle mit derselben Frage:
Wie viel Information passt durch diesen Kanal, bevor die Naturgesetze uns auslachen?

Rauschen ist der natürliche Feind jeder Übertragung. Es ist wie ein schlecht gelaunter Mitbewohner: immer da, immer laut, nie eingeladen.
Shannon hat das mathematisch bewiesen. Ingenieure zitieren ihn bis heute – und verfluchen ihn gleichzeitig.
Heute nutzen wir:
Doch egal wie modern die Technik wird – Bandbreite und Rauschen bleiben die Naturgesetze, die alles bestimmen.
Die Nachrichtentechnik ist ein Tanz zwischen dem Wunsch nach mehr Datenrate und den Grenzen der Physik.
Amateurfunker sind die letzten echten Abenteurer der Funkwelt. Sie arbeiten mit:
Amateurfunk zeigt, wie man mit wenig Bandbreite und viel Rauschen trotzdem die Welt erreicht.
Bandbreite und Rauschleistungsdichte sind die beiden Kräfte, die die Nachrichtentechnik formen – damals wie heute. Wer sie versteht, versteht das Fundament moderner Kommunikation. Wer sie ignoriert, wird vom Rauschen verschluckt.

März 12
Die Idee klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman, den jemand unter Einfluss von zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf geschrieben hat: Kann man mit radioaktiver Strahlung Nachrichten übertragen? Gibt es so etwas wie radioaktive Funkwellen? Und wenn ja – warum hat noch kein Funkamateur versucht, damit seinen Nachbarn auf 80 m zu übertönen?

Radioaktive Strahlung ist keine elektromagnetische Welle, sondern besteht aus Teilchen oder hochenergetischer EM-Strahlung, die nicht kohärent, nicht moduliert und nicht steuerbar ist:
Gamma-Strahlung ist zwar technisch eine EM-Welle, aber sie ist kein Funk. Sie ist eher wie ein schlecht gelaunter Laserpointer, der zufällig in alle Richtungen feuert und dabei alles ionisiert, was ihm zu nahe kommt.
Kurz: Radioaktive Strahlung ist ein miserabler Kommunikationskanal. Sie ist ungerichtet, unzuverlässig, zufällig und tötet den Empfänger schneller, als er die Nachricht dekodieren könnte.
In der Frühzeit der Kernphysik gab es tatsächlich Überlegungen, ob man die Intensität radioaktiver Quellen messen und als Signal nutzen könnte. Das Problem: Die Zerfallsrate folgt dem Poisson-Prozess – also reinem Zufall. Modulation? Fehlanzeige.
Einige Forscher versuchten, die Ionisationskammer als Detektor für schwache Signale zu nutzen. Das funktionierte – aber nur, um Strahlung zu messen, nicht um sie zu erzeugen.
Im Kalten Krieg wurde alles untersucht, was irgendwie nach „geheim“ klang. Dazu gehörte auch die Idee, ob man mit Neutronenstrahlung durch Fels oder Wasser kommunizieren könnte.
Ergebnis:
Neutrinos sind die „Ghost Particles“ des Universums. Man kann sie theoretisch zur Kommunikation nutzen – und es wurde 2012 tatsächlich demonstriert.
Aber:
Für den Amateurfunker bedeutet das: Selbst wenn du die Endstufe auf 1 Terawatt hochdrehst – es reicht nicht.
Funk lebt von Modulation: AM, FM, SSB, QAM, OFDM, PSK – alles basiert auf kontrollierten Schwingungen. Radioaktiver Zerfall ist dagegen so kontrollierbar wie ein Fieldday mit 30 Funkamateuren und nur einer Grillwurst.
Eine Antenne bündelt EM-Wellen. Radioaktive Quellen strahlen isotrop – also in alle Richtungen. Das ist für Kommunikation schlecht, für Krebsentstehung hervorragend.
Funkwellen haben definierte Frequenzen. Radioaktive Strahlung hat Energieniveaus, die zufällig entstehen. Das ist, als würde man versuchen, CW zu geben, während jemand anders zufällig auf der Taste herumhämmert.
Ein Geigerzähler klickt, wenn Strahlung eintrifft. Man könnte theoretisch Morsezeichen „klicken“ lassen, indem man eine Quelle abschirmt und freigibt.
Das wäre dann die weltweit erste Kommunikation, bei der der Empfänger nach 30 Minuten eine Bleischürze braucht.
Radon diffundiert durch den Boden. Man könnte theoretisch Informationen durch kontrollierte Radonfreisetzung übertragen.
Datenrate: 1 Bit pro Tag. Empfänger: ein Lungenarzt.
In der Industrie nutzt man radioaktive Quellen zur Füllstandsmessung oder Materialprüfung. Das ist Kommunikation – aber nur zwischen Maschine und Messgerät, nicht zwischen Menschen.
Weil es:
Man stelle sich vor:
„Ich arbeite jetzt auf dem neuen Band: 0,0000000000000001 nm. Meine Antenne ist ein Stück Uran. SWR ist egal – der Dipol glüht sowieso.“
Oder der Klassiker:
„Ich habe QRP gemacht – 1 µCurie Output. Der Empfänger hat’s nicht überlebt, aber das Signal war sauber.“

Radioaktive Strahlung ist faszinierend, gefährlich und physikalisch hochkomplex – aber als Kommunikationsmedium völlig ungeeignet. Sie ist unmodulierbar, ungerichtet, zufällig und tödlich. Kurz: Der schlechteste Funkträger der Welt.
Wenn Funkamateure wirklich damit arbeiten könnten, gäbe es längst ein neues Contest-Format:
„CQ CQ CQ – hier ist DL0ATOM, bitte nur kurze Durchgänge, mein Dosimeter piept schon wieder.“
März 08
Ein technischer Deep‑Dive mit historischem Kontext, Praxisbeispielen.

Modulation ist so selbstverständlich, dass viele erst merken, wie wichtig sie ist, wenn man sie weglässt. Stell dir vor, du hast einen perfekten Sender, der ein wunderschönes, sauberes, sinusförmiges Trägersignal abstrahlt – stabil, präzise, elegant.
Nur sagt er nichts.
Ein unmodulierter Träger ist wie ein Funkamateur, der auf dem OV-Abend sitzt, schweigend in sein Bier starrt und hofft, dass jemand seine Gedanken telepathisch dekodiert. Ohne Modulation passiert nichts. Gar nichts. Null Information.
Modulation ist der Prozess, bei dem Information (Sprache, Daten, Musik, Telemetrie, das verzweifelte CQ eines Contesters) auf einen Träger aufgebracht wird.
Sie erfüllt drei fundamentale Aufgaben:
Niederfrequente Signale (Sprache, Audio, Sensorwerte) können nicht weit reisen. Ein Mikrofon liefert vielleicht 3 kHz – das reicht nicht einmal bis zur nächsten Wand, geschweige denn um die halbe Welt.
Modulation hebt diese Information auf eine hochfrequente Welle, die sich ausbreiten kann.
Ohne Modulation würden alle Sender auf derselben Frequenz brüllen. Das wäre wie ein Fieldday, bei dem 40 Leute gleichzeitig CQ rufen – nur ohne die Illusion, dass irgendjemand antwortet.
Ob AM, FM, SSB, QAM, OFDM oder PSK – Modulation bestimmt, wie viel Information pro Hertz übertragen werden kann. Ohne sie wäre das gesamte Funkspektrum ein einziger, unstrukturierter Brei.
Die ersten Funksender erzeugten breitbandige Funken. Das war technisch gesehen eine Art Zufallsmodulation, die alles störte, was nicht bei drei auf dem Baum war.
Funkamateure würden heute sagen:
„Klingt wie mein Nachbar auf 80 m.“
Amplitude Modulation war der Durchbruch: Man konnte Sprache übertragen, ohne dass der Empfänger starb oder das halbe Spektrum verbrannt wurde.
FM brachte bessere Qualität, aber auch den ersten Streit darüber, ob man wirklich so viel Bandbreite braucht. Der Streit dauert bis heute an, besonders in Amateurfunkforen, wo Bandbreite ungefähr so heilig ist wie die letzte Grillwurst beim Fieldday.
Mit QAM, PSK und OFDM wurde Modulation zur Wissenschaft. Heute kann man Gigabit-Datenraten übertragen – und trotzdem schafft es mancher Funkamateur nicht, eine einfache APRS‑Position korrekt zu senden.
Ohne Modulation gäbe es keine Smartphones. Stell dir vor, du würdest versuchen, ein TikTok‑Video über einen unmodulierten Träger zu streamen. Das Ergebnis wäre ein schwarzer Bildschirm – also exakt das, was manche Amateurfunker beim Einschalten ihres SDRs sehen.
Satelliten nutzen komplexe Modulationsverfahren, um mit minimaler Leistung maximale Daten zu übertragen. Ohne Modulation wäre ein Satellit nur ein teurer, funkelnder Punkt am Himmel – also quasi ein QRP‑Sender im Orbit.
Ob CW, SSB, FM, FT8 oder JS8Call – alles basiert auf Modulation. FT8 ist dabei besonders beliebt, weil es endlich ermöglicht, QSOs zu führen, ohne mit Menschen reden zu müssen.
Weil sonst jeder Funkamateur nur einen einzigen Knopf hätte: „Träger ein/aus“. Und seien wir ehrlich: Einige würden selbst damit noch überfordert sein.
Modulation ist das, was aus einem Funkgerät ein Kommunikationswerkzeug macht – und nicht nur einen teuren Heizlüfter mit Antennenanschluss.
Keine CW‑Puristen, die behaupten, dass „echte Männer nur mit der Handtaste arbeiten“. Keine SSB‑Runden, in denen fünf Leute gleichzeitig reden und keiner zuhört. Keine FM‑Relais, auf denen sich zwei OMs über die richtige Länge eines Koaxkabels streiten. Keine digitalen Betriebsarten, die es ermöglichen, mit 5 W um die Welt zu kommen – und trotzdem niemanden zu beeindrucken.
Das wäre zwar schön, aber unrealistisch. Funkamateure würden garantiert Wege finden, selbst einen unmodulierten Träger zu übersteuern.
Modulation ist nicht optional. Sie ist die Grundlage jeder Form von Informationsübertragung – vom ersten Funken bis zum modernen Glasfaser‑Backbone.
Ohne Modulation gäbe es:
Kurz: Ohne Modulation wäre die Welt still – und der Amateurfunk noch stiller.
Und das wäre vermutlich das erste Mal in der Geschichte, dass sich alle Funkamateure einig wären.