đŸ–€ Willkommen im „Antenne geht gefĂŒhlt“-Labor

Du kommst aus Köln oder Dortmund? Du vermisst den Kiwi‑SDR? Du hast heute noch nicht einmal aus Versehen auf den Reiter Datenschutz gedrĂŒckt?

Dann
 herzlich willkommen im Club der HF‑Masochisten, die nicht nur ĂŒber Antennen reden, sondern sie auch wirklich bauen, messen und im Zweifel abfackeln, wenn der Endstufen‑Schutz mal wieder „Och nĂ¶â€œ sagt.

đŸ›°ïž Die Mission:

Wie belegt man, dass eine Antenne „gefĂŒhlt gut geht“ oder „messtechnisch bewiesen gut geht“?

Ganz einfach:

  • Man nimmt eine kommerzielle Endfed,
  • lĂ€sst sie einmal durch den WSPR‑Fleischwolf,
  • und vergleicht sie dann mit einer Entwicklung von unserem OZ‑Klaus,
  • der bekanntlich Antennen baut, die so gut gehen, dass selbst die IonosphĂ€re höflich fragt, ob sie sich kurz setzen darf.

📡 Erinnerst du dich noch an den legendĂ€ren Artikel

„Antenne geht gefĂŒhlt oder geht gut?“

Wenn ja, dann weißt du, was jetzt kommt: Wir machen das Ganze nicht nur theoretisch, sondern praktisch, live, in Farbe und mit der ĂŒblichen Portion „Warum tut der Scheiß nicht?“.

Die Daten findest du wie immer unter DL0DTM, dem einzigen Club, der es schafft, mit 200 mW WSPR einen EmpfĂ€nger in 10 m Entfernung so zu ĂŒberfahren, dass der Kiwi‑SDR danach aussieht wie ein ĂŒberfahrener DCF77‑EmpfĂ€nger im Starkregen.

🔌 Warum ist der Kiwi‑SDR offline?

Weil wir testen. Und wenn wir testen, dann rasiert WSPR alles weg, was nicht bei drei im Faraday‑KĂ€fig sitzt.

Der Kiwi‑SDR hat sich freiwillig abgemeldet. Er hat gesagt:

„Jungs, ich bin raus. 200 mW in 10 m Entfernung? Das ist keine Messung, das ist ein Angriffskrieg.“

Wir haben ihn liebevoll vom Netz genommen, bevor er anfĂ€ngt, CW‑SOS‑Signale an die ESA zu schicken.

đŸ§Ș Der aktuelle Stand

  • Kommerzielle Endfed → Test 1 abgeschlossen
  • OZ‑Klaus‑Entwicklung → Test 2 lĂ€uft
  • Kiwi‑SDR → im Schutzprogramm
  • WSPR → macht, was WSPR macht: alles ĂŒberfahren
  • Wir → haben Spaß
  • Die Nachbarn → fragen, warum Alexa plötzlich auf Russisch antwortet

🏁 AWdH

(„Auf Wiederhören“, fĂŒr alle, die nicht im Ruhrgebiet sozialisiert wurden.)

William Thomson, Lord Kelvin – Der Mann, der die Temperatur der Physik bestimmte

William Thomson, besser bekannt als Lord Kelvin, war einer der letzten Universalgelehrten der Physik. Er war Mathematiker, Ingenieur, Thermodynamiker, Kabelpionier, Erfinder, Reformer – und gelegentlich ein Mann, der mit erstaunlicher Selbstsicherheit völlig danebenlag. Aber das gehört zu Genies dazu.

đŸŒĄïž Ein Leben zwischen Theorie und Kabelsalat

Kelvin wurde 1824 in Belfast geboren und war ein Wunderkind. Mit 10 Jahren studierte er bereits an der UniversitĂ€t Glasgow, mit 22 wurde er Professor. Er prĂ€gte die Thermodynamik, definierte die absolute Temperaturskala und war maßgeblich an der Verlegung des ersten transatlantischen Telegraphenkabels beteiligt.

Sein Leben war eine Mischung aus mathemischer Eleganz und praktischer Ingenieursarbeit – ein bisschen wie ein Funkamateur, der tagsĂŒber Maxwell-Gleichungen löst und abends versucht, eine Endfed-Antenne durch das Badezimmerfenster zu spannen.

⚡ Bedeutung fĂŒr Nachrichtentechnik und Amateurfunk

Die Telegraphie – Kelvins Spielplatz

Kelvin war besessen von der Frage, wie man Signale ĂŒber lange Kabel ĂŒbertrĂ€gt. Seine Arbeiten fĂŒhrten zu:

  • mathematischen Modellen der LeitungsdĂ€mpfung
  • Optimierung von Telegraphensystemen
  • dem berĂŒhmten Kelvin-Integrator
  • dem Spiegelgalvanometer, einem extrem empfindlichen Detektor

Ohne Kelvin wĂ€re die transatlantische Kommunikation Jahrzehnte spĂ€ter gekommen – und Funkamateure hĂ€tten weniger historische GrĂŒnde, stolz auf ihre 5-Watt-QRP-Verbindungen zu sein.

Die Kelvin-Gleichungen und die Geburtsstunde der Leitungstheorie

Kelvin entwickelte frĂŒhe Modelle, die spĂ€ter von Heaviside zu den Telegraphengleichungen verallgemeinert wurden. Damit ist Kelvin indirekt Vater von:

  • Koaxialkabeltheorie
  • Impedanzmodellen
  • Reflexions- und Stehwellenanalyse

Kurz: Ohne Kelvin wĂ€re das SWR-Meter heute ein mystisches GerĂ€t, das man mit Weihwasser segnen mĂŒsste.

Thermodynamik und Elektrotechnik

Kelvins Arbeiten zur Energie, Entropie und Verlustleistung beeinflussen bis heute:

  • LeistungsverstĂ€rker
  • Senderendstufen
  • KĂŒhlung von HF-Komponenten

Ein Funkamateur, der schon einmal eine Endstufe ĂŒberhitzt hat, weiß: Kelvin hatte recht – WĂ€rme ist der Feind.

đŸ–€ Schwarzer Humor

Kelvin war brillant, aber nicht unfehlbar. Er sagte 1895:

„Radio hat keine Zukunft.“

Das ist ungefĂ€hr so, als wĂŒrde ein Funkamateur sagen: „Ich brauche keine Ersatzsicherungen, ich passe schon auf.“

📘 Tabelle: Kelvins wichtigste BeitrĂ€ge

Bereich Beitrag Bedeutung
Thermodynamik Absolute Temperaturskala Fundament der Physik
Nachrichtentechnik Kabeltheorie, Spiegelgalvanometer Grundlage der Fernkommunikation
Elektrotechnik FrĂŒhe Leitungstheorie Basis fĂŒr HF-Übertragung
Mathematik Variationsprinzipien Einfluss auf Feldtheorie
Messtechnik PrÀzisionsinstrumente Standardisierung der Elektrotechnik

Einflusslinien

Beeinflusst von: Fourier, Faraday, Carnot Beeinflusste: Heaviside, Maxwell, moderne Nachrichtentechnik, Energietechnik

Die Zeppelin‑Antenne: Geschichte, Physik, Mythos – und warum sie bis heute Funkamateure in den Wahnsinn treibt

Eine Zeppelin‑Antenne ist mehr als ein StĂŒck Draht. Sie ist ein historisches Artefakt, ein physikalisches LehrstĂŒck und ein Paradebeispiel dafĂŒr, wie Funkamateure seit ĂŒber 100 Jahren versuchen, die Naturgesetze mit Kupferdraht, Ferritkernen und unbeirrbarem Optimismus zu ĂŒberlisten.

đŸ›©ïž 1. Historischer Ursprung – warum der Zeppelin Draht brauchte

Die Zeppelin‑Antenne entstand in der FrĂŒhzeit der Luftschifffahrt. Die Funker an Bord der Zeppeline benötigten eine leichte, abrollbare, effiziente Antenne, die aus großer Höhe herabgelassen werden konnte.

Das Ergebnis war eine endgespeiste Halbwellenantenne, gespeist ĂŒber eine Hochimpedanzleitung – damals eine HĂŒhnerleiter, heute oft ein 1:49‑ oder 1:64‑Unun.

Und ja: Schon damals wusste man, dass eine Antenne am Ende der Welt hĂ€ngt – und der Funker am anderen Ende hofft, dass sie nicht abreißt.

⚙ 2. Funktionsweise – die endgespeiste Halbwelle mit Charakter

Die Zeppelin‑Antenne ist eine λ/2‑Antenne, die am Ende gespeist wird. Das bedeutet:

  • Am Ende einer Halbwelle liegt hohe Spannung, niedriger Strom
  • Die Impedanz betrĂ€gt typischerweise 2–5 kΩ
  • Ein Unun transformiert diese Impedanz auf 50 Ω
  • Der Strahler arbeitet ohne klassisches Gegengewicht
  • Die Antenne ist leicht, effizient und platzsparend

Sie ist also perfekt fĂŒr Funkamateure, die wenig Platz haben – oder deren Partner der Meinung ist, dass „ein Draht im Garten völlig ausreicht, du brauchst doch nicht NOCH eine Antenne“.

🔬 3. Physik – warum die Zeppelin‑Antenne tut, was sie tut

3.1 Impedanzverhalten

Am Ende einer Halbwelle gilt:

Zend=VI≫1000 Ω

Das erklĂ€rt, warum die Antenne hohe Spannungsspitzen erzeugt. Und warum manche OMs berichten, dass sie beim Abstimmen „ein leichtes Kribbeln“ verspĂŒren. Physikalisch korrekt, aber nicht empfohlen.

3.2 Strahlungsdiagramm

Die Abstrahlung entspricht einer klassischen Halbwelle:

  • Donut‑förmig
  • Flachere Abstrahlung bei höherer Montage
  • Vertikale Montage → DX‑optimiert
  • SchrĂ€ge Montage → NVIS‑freundlich

3.3 Mantelwellen

Da die Antenne asymmetrisch ist, entstehen leicht Mantelwellen. Diese fĂŒhren zu:

  • HF im Shack
  • Störungen im Haus
  • dem legendĂ€ren Effekt: „Wenn ich sende, geht das Garagentor auf.“

Ein Funker nannte das einmal „interdisziplinĂ€re Hausautomation“.

📡 4. FĂŒr welche AmateurfunkbĂ€nder eignet sich die Zeppelin‑Antenne?

Band Eignung Bemerkung
160 m Mittel Mechanisch sehr lang
80 m Sehr gut Klassiker, hohe Effizienz
40 m Sehr gut Ideal fĂŒr Selbstbau
30 m Gut Anpassung etwas kritisch
20 m Sehr gut DX‑tauglich
17 m Gut Gute Performance
15 m Gut Mechanisch einfach
12 m Mittel Enges SWR‑Fenster
10 m Gut Kurz, aber empfindlich

⚖ 5. Vor- und Nachteile der Zeppelin‑Antenne

Vorteile Nachteile
Hohe Effizienz Hohe Impedanz → Anpassung nötig
Kein Gegengewicht erforderlich Mantelwellengefahr
Leicht aufzubauen Nur ein Band ohne Tuner
Historisch ikonisch Strahlungsdiagramm schwer kontrollierbar
Ideal fĂŒr kleine GrundstĂŒcke Nachbarn fragen, ob du mit UFOs sprichst

đŸ› ïž 6. Selbstbau‑Anleitung – die effektivsten Varianten

6.1 Materialliste

  • 20–40 m Draht (je nach Band)
  • 1:49 oder 1:64 Unun (FT240‑43 oder FT240‑52)
  • Keramik‑ oder Kunststoffisolatoren
  • UV‑bestĂ€ndige Abspannleine
  • Mantelwellensperre (dringend empfohlen)
  • Optional: Mut, Geduld und ein HF‑Feuerlöscher (nur Spaß
 meistens)

6.2 Bauanleitung fĂŒr 40 m – der Klassiker

Schritt 1 – LĂ€nge bestimmen

L=300fMHz⋅0.95

FĂŒr 7.1 MHz → ca. 20 m.

Schritt 2 – Unun wickeln

  • 2 Windungen PrimĂ€r
  • 14–16 Windungen SekundĂ€r
  • Ferrit FT240‑43
  • Saubere Wicklung = weniger HF‑Chaos

Schritt 3 – Mantelwellensperre

10 Windungen RG‑58 auf FT240‑43. Ohne Sperre wandert die HF durch dein Haus wie ein schlecht gelaunter Poltergeist.

Schritt 4 – AufhĂ€ngen

  • Möglichst hoch
  • Möglichst frei
  • Möglichst nicht am Regenfallrohr (auch wenn viele OMs das trotzdem tun)

Schritt 5 – Feinabgleich

  • Draht kĂŒrzen
  • SWR beobachten
  • Nicht zu viel schneiden – Draht wĂ€chst nicht nach

6.3 Bauanleitung fĂŒr 20 m – die DX‑Variante

  • LĂ€nge: ca. 10 m
  • 1:49 Unun
  • Steil aufgehĂ€ngt → niedriger Abstrahlwinkel
  • Perfekt fĂŒr Funkamateure, die gern behaupten, sie hĂ€tten „mit 5 W die Welt gearbeitet“, obwohl die Antenne eigentlich die ganze Arbeit macht.

🧭 7. Fazit – die Zeppelin‑Antenne lebt weiter

Die Zeppelin‑Antenne ist ein StĂŒck Funkgeschichte, das bis heute technisch ĂŒberzeugt. Sie ist effizient, elegant und erstaunlich leistungsfĂ€hig – vorausgesetzt, man behandelt sie nicht wie ein zufĂ€lliges StĂŒck Draht, das man im Keller gefunden hat.

Sie ist ideal fĂŒr Funkamateure, die:

  • gern experimentieren
  • historische Technik lieben
  • Spaß an HF‑PhĂ€nomenen haben
  • und schwarzen Humor vertragen, wenn die Antenne wieder einmal das WLAN lahmlegt

Charles Proteus Steinmetz – Der Mathematiker, der die Wechselstromtechnik zĂ€hmte

Steinmetz war der Mann, der die Elektrotechnik mathematisch domestizierte. Ein brillanter, exzentrischer Geist, der Wechselstromsysteme berechenbar machte – und damit die Grundlage fĂŒr moderne Energie- und Nachrichtentechnik schuf.

Leben und Persönlichkeit

Geboren 1865 in Breslau, floh Steinmetz wegen politischer Verfolgung in die USA. Er war kleinwĂŒchsig, körperlich eingeschrĂ€nkt, aber geistig ĂŒberragend. Bei General Electric wurde er zu einer Legende – ein Mann, der Gleichungen schneller löste, als andere sie aufschreiben konnten.

Bedeutung fĂŒr Amateurfunk und Nachrichtentechnik

Komplexe Wechselstromrechnung

Steinmetz fĂŒhrte die systematische Nutzung komplexer Zahlen in der AC-Analyse ein. Er machte damit:

  • Impedanz
  • Phasenverschiebung
  • Blindleistung
  • Resonanz

berechenbar und verstÀndlich.

Ohne Steinmetz wĂ€re die Berechnung eines LC-Filters heute so kompliziert wie die Bedienung eines RöhrenprĂŒfgerĂ€ts ohne Anleitung.

Netzwerkanalyse

Er entwickelte Methoden zur Analyse:

  • von Transformatoren
  • von Leitungsnetzen
  • von Verlusten
  • von harmonischen Verzerrungen

Diese Methoden sind heute Standard in HF- und NF-Technik.

Industrielle Elektrifizierung

Steinmetz war maßgeblich an der Entwicklung moderner Stromnetze beteiligt – ein Fundament, auf dem auch die gesamte Funktechnik steht.

Schwarzer Humor

Steinmetz fĂŒhrte angeblich Experimente durch, bei denen er kĂŒnstliche Blitze erzeugte – nur um zu sehen, wie Transformatoren reagieren. Ein Mann, der buchstĂ€blich mit dem Blitz spielte. Funkamateure kennen dieses GefĂŒhl, wenn sie bei Gewitter vergessen haben, die Antenne abzustecken.

Tabelle: Steinmetz’ BeitrĂ€ge

Bereich Beitrag Bedeutung
Elektrotechnik Komplexe Wechselstromrechnung Fundament der AC-Analyse
Nachrichtentechnik Netzwerkanalyse Grundlage fĂŒr Filter und Leitungen
Energietechnik Transformator- und Netzmodelle Basis moderner Stromnetze
Mathematik Harmonische Analyse VerstÀndnis nichtlinearer Systeme

Einflusslinien

Beeinflusst von: Maxwell, Thomson, Heaviside Beeinflusste: Energieindustrie, Nachrichtentechnik, moderne Elektrotechnik

Funkamateur vs. Amateurfunker – ein humorvoll‑technischer Feldversuch

 

Der Unterschied zwischen einem Funkamateur, einem Amateurfunker und dem legendĂ€ren Steckdosen‑Amateur ist ungefĂ€hr so fein wie der Unterschied zwischen einem Chirurgen, einem Metzger und jemandem, der behauptet, er könne „auch mal eben schnell“ operieren, weil er schon mal Grey’s Anatomy gesehen hat. Und doch lohnt es sich, diese drei Spezies prĂ€zise – und mit einem tiefschwarzen Augenzwinkern – auseinanderzuhalten.

🎓 Funkamateur – der lizenzierte Homo Electromagneticus

Der Funkamateur ist ein geprĂŒfter, regulierter und staatlich anerkannter Betreiber einer Funkstelle. Er hat eine PrĂŒfung abgelegt, die aus drei Teilen besteht:

  • Technik (Ohm, Kirchhoff, Maxwell – die ganze ElektrowundertĂŒte)
  • Betriebstechnik (wie man funkt, ohne Chaos zu verursachen)
  • Recht (was man darf, was man nicht darf, und warum man beides trotzdem wissen sollte)

Die rechtliche Grundlage in Deutschland findet sich im Amateurfunkgesetz (AFuG). Darin steht unter anderem:

„Der Amateurfunkdienst ist ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander zu experimentellen und technisch‑wissenschaftlichen Studien betrieben wird.“ (§ 2 Abs. 2 AFuG)

Und weiter:

„Funkamateur ist, wer eine gĂŒltige AmateurfunkprĂŒfung bestanden hat.“ (§ 2 Abs. 3 AFuG)

Kurz gesagt: Der Funkamateur darf funken, weil er weiß, was er tut. (Und weil der Staat es ihm nach einer PrĂŒfung erlaubt hat.)

🧱 Amateurfunker – der gutmeinende, aber unprĂ€zise Volksmund

Der Amateurfunker ist kein offizieller Begriff. Er ist das, was entsteht, wenn Menschen sagen:

„Ach, du machst da was mit Funk? Dann bist du so’n Amateurfunker!“

Der Funkamateur lĂ€chelt dann höflich, aber innerlich stirbt etwas in ihm. Denn „Amateurfunker“ klingt wie:

  • „Hobby‑Chirurg“
  • „Freizeit‑Elektriker“
  • „Teilzeit‑Raketenwissenschaftler“

Es ist nicht falsch – aber es ist auch nicht richtig. Ein Amateurfunker kann ein Funkamateur sein, aber der Begriff ist so unscharf wie ein schlecht abgestimmter EmpfĂ€nger.

🔌 Der Steckdosen‑Amateur – die dunkle Seite der Macht

Der Steckdosen‑Amateur ist eine ganz eigene Spezies. Er hat:

  • keinen Schein
  • keine Ahnung
  • aber jede Menge Selbstvertrauen

Er erkennt sich daran, dass er SĂ€tze sagt wie:

  • „Ich brauch keine PrĂŒfung, ich hab das im GefĂŒhl.“
  • „Ich hab da mal ’ne Endstufe gebaut, die macht locker 2 kW.“
  • „Erdung? Ach was, das geht schon so.“
  • „Ich hab meinen Dipol an die Heizung geklemmt, lĂ€uft super!“

Der Steckdosen‑Amateur ist der natĂŒrliche Feind jedes Funkamateurs. Er ist der Grund, warum es Gesetze gibt. Er ist der Grund, warum Sicherungen fliegen. Er ist der Grund, warum Nachbarn plötzlich kein WLAN mehr haben.

Und er ist der Grund, warum der Gesetzgeber in § 3 AFuG schreibt:

„Der Amateurfunkdienst darf nur betrieben werden, wenn eine gĂŒltige Zulassung vorliegt.“ (§ 3 Abs. 1 AFuG)

Mit anderen Worten: Steckdosen‑Amateure sollen bitte die Finger von allem lassen, was mehr als zwei DrĂ€hte hat.

📡 Technisch prĂ€zise Unterschiede im Überblick

Kategorie Funkamateur Amateurfunker Steckdosen‑Amateur
Rechtlicher Status Staatlich geprĂŒft Volksmund Illegal
Wissen Fundiert Variabel GefÀhrlich
GerĂ€te Zugelassen Unterschiedlich „Hab ich selbst gelötet“
Wirkung auf die Umwelt Ordnung Verwirrung Stromausfall
VerhĂ€ltnis zu Gesetzen Kennt sie Hat davon gehört „Gesetze sind nur Empfehlungen“

🧠 Wie man sich den Unterschied leicht merken kann

  • Funkamateur: Hat eine PrĂŒfung. Darf funken. Weiß, was er tut.
  • Amateurfunker: Wird so genannt, wenn Leute nicht wissen, dass es „Funkamateur“ heißt.
  • Steckdosen‑Amateur: Sollte man nicht in die NĂ€he von Strom, Funk oder Werkzeug lassen.

Eine einfache EselsbrĂŒcke:

„Der Funkamateur funkt, der Amateurfunker funkt vielleicht – der Steckdosen‑Amateur funkt nie, aber verursacht trotzdem Störungen.“

🎯 Fazit

Der Funkamateur ist der lizenzierte, technisch versierte und gesetzlich abgesicherte Betreiber einer Funkstelle. Der Amateurfunker ist ein freundlicher, aber unprĂ€ziser Begriff. Der Steckdosen‑Amateur hingegen ist der Grund, warum Sicherungen existieren, warum Nachbarn misstrauisch werden und warum der Gesetzgeber manchmal Kopfschmerzen hat.

Erinnerung an kommendes Treffen am Donnerstag, den 21.05.2026

Am 21.05.2026 findet, im Shack in Friesdorf, um 17:00 Uhr unser planmĂ€ĂŸiges Treffen statt!

Guglielmo Marconi – Der Funkpionier, der die Welt verband

Marconi war kein Theoretiker, sondern ein Pragmatiker – ein Mann, der aus Funken Kommunikation machte. WĂ€hrend Hertz bewies, dass Radiowellen existieren, zeigte Marconi, dass man damit Nachrichten ĂŒber den Atlantik schicken kann.

Leben und Werdegang

Geboren 1874 in Bologna, experimentierte Marconi frĂŒh mit Funktechnik. Er kombinierte die Erkenntnisse von Hertz, Branly und Lodge und entwickelte daraus ein funktionierendes Kommunikationssystem. 1901 gelang ihm die erste transatlantische Funkverbindung – ein Meilenstein der Nachrichtentechnik.

Bedeutung fĂŒr Amateurfunk und Nachrichtentechnik

Der erste Funkingenieur

Marconi entwickelte:

  • leistungsfĂ€hige Funkenstreckensender
  • hochempfindliche Detektoren
  • frĂŒhe Antennensysteme
  • maritime Funkkommunikation

Er war der erste, der Funk als globales Kommunikationsmittel verstand.

Antennen und Reichweite

Marconi erkannte, dass:

  • hohe Antennen große Reichweiten ermöglichen
  • Erdung entscheidend ist
  • Funkwellen ĂŒber den Horizont hinausgehen können

Damit legte er die Grundlage fĂŒr DX-Betrieb – und fĂŒr Funkamateure, die ihre Antennen heimlich höher bauen, als der Nachbar erlaubt.

Kommerzialisierung des Funks

Er grĂŒndete die Marconi Company, die Funktechnik weltweit verbreitete.

Schwarzer Humor

Marconi war ĂŒberzeugt, dass seine transatlantische Übertragung 1901 funktionierte – obwohl viele Historiker glauben, dass er nur atmosphĂ€risches Rauschen hörte. Ein schönes Beispiel dafĂŒr, dass Funkamateure schon immer Optimisten waren.

Tabelle: Marconis BeitrÀge

Bereich Beitrag Bedeutung
Funktechnik Erste transatlantische Funkverbindung Beginn globaler Kommunikation
Antennenbau Hohe Masten, Erdung Grundlage fĂŒr Reichweitenoptimierung
Nachrichtentechnik Maritime Funknetze Sicherheit auf See
Industrie Marconi Company Kommerzialisierung des Funks

Einflusslinien

Beeinflusst von: Hertz, Branly, Lodge Beeinflusste: Weltweite Funktechnik, Amateurfunk, Rundfunkindustrie

Update zum FM-Relais DB0DTM (438,8500 MHz)

Kurze Info zum Relais DB0DTM: Es wird immer noch nach eine Optimierung fĂŒr das Relais gesucht. Derzeit wird das Relais mit zwei Antennen betrieben. Eine Antenne fĂŒr den Empfang, die Zweite fĂŒr den Sender. Beide Antennen sind nur wenige Meter auseinander montiert, der Höhenunterschied ĂŒber Grund auf dem FirmengebĂ€ude ist geringfĂŒgig.

Zwischenzeitlich sind das Relais und die technische Peripherie in einem eigenen Relaisschrank nahe der WanddurchfĂŒhrung und damit nahe zu den Antennen aufgebaut. Der „fliegende“ Versuchsaufbau am neuen Standort gehört der Vergangenheit an.

WSPR‑Meisterklasse: Der ultimative Leitfaden fĂŒr systematische Antennenmessungen


plus ein Minimal‑Setup‑Baukasten und Ideen fĂŒr grafische Auswertungen

Du willst Antennen nicht mehr „gefĂŒhlt“ vergleichen, sondern wissenschaftlich sauber, reproduzierbar und mit gnadenlos ehrlichen Daten. Perfekt – WSPR ist dafĂŒr das prĂ€ziseste Werkzeug, das der Amateurfunk je hervorgebracht hat.

Dieser Artikel liefert dir:

  1. Einen vollstĂ€ndigen Leitfaden fĂŒr systematische Antennenmessungen
  2. Ein WSPR‑Minimal‑Setup‑Baukastenprojekt
  3. Ein Konzept fĂŒr grafische Darstellung deiner Messergebnisse

Alles in einem Paket, technisch humorvoll und garantiert frei von „Ich hab da mal Spanien gearbeitet“-Anekdoten.

1. Systematischer Leitfaden fĂŒr Antennenmessungen mit WSPR

1.1 Zielsetzung definieren

Bevor du misst, musst du wissen, was du misst. Typische Ziele:

  • Welche Antenne liefert mehr Spots?
  • Welche Antenne liefert bessere SNR‑Werte?
  • Welche Antenne hat bessere DX‑Performance?
  • Welche Antenne ist richtungsabhĂ€ngig?
  • Wie wirkt sich Höhe, BodenleitfĂ€higkeit, Aufbauort aus?

Wenn du das nicht definierst, misst du nur „irgendwas“ – und das ist die Lieblingsdisziplin der Hobby‑Alleswisser.

1.2 Testaufbau – sauber, reproduzierbar, fair

Hardware‑Konstanz

  • Gleicher TRX
  • Gleiche Leistung
  • Gleiche Software
  • Gleiche Frequenz
  • Gleiche Umgebung

Nur die Antenne darf variieren. Alles andere bleibt unangetastet – sonst ist der Test wertlos.

Antenne A vs. Antenne B – der Wechselmodus

Der Goldstandard:

  • Minute 00: Antenne A
  • Minute 02: Antenne B
  • Minute 04: Antenne A
  • usw.

Warum? Weil die Ausbreitung sich minĂŒtlich Ă€ndert. Wer Antenne A morgens und Antenne B abends testet, misst nicht Antennen – sondern die IonosphĂ€re.

1.3 Messdauer

FĂŒr statistisch brauchbare Ergebnisse:

  • Mindestens 1 Stunde pro Band
  • Besser 3–6 Stunden
  • Ideal: 24 Stunden

Je lĂ€nger, desto weniger Ausreißer.

1.4 Auswertung – die relevanten Parameter

1. Anzahl der Spots

Mehr Spots = bessere Wahrscheinlichkeit, dass die Antenne „gesehen“ wird.

2. SNR‑Verteilung

Nicht nur der beste Wert zĂ€hlt – sondern die Streuung. Eine gute Antenne liefert:

  • viele Spots
  • stabile SNR‑Werte
  • wenig Ausreißer

3. Maximale Distanz

DX‑Tauglichkeit. Aber Vorsicht: Ein einzelner 10 000‑km‑Spot ist kein Beweis fĂŒr eine gute Antenne – nur fĂŒr gute Bedingungen.

4. Richtungsanalyse

Mit genĂŒgend Spots erkennst du:

  • Hauptstrahlrichtungen
  • tote Winkel
  • Bodenreflexions‑Effekte

5. Zeitliche StabilitÀt

Eine gute Antenne liefert ĂŒber Stunden hinweg konsistente Ergebnisse.

1.5 Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Fehler Wirkung Lösung
Unterschiedliche Leistung Test wertlos Leistung fixieren
Unterschiedliche Uhrzeit IonosphÀre verfÀlscht Wechselmodus
TRX driftet SNR sinkt Frequenz stabilisieren
Antenne schlecht angepasst Spots brechen ein SWR prĂŒfen
„GefĂŒhlte“ Interpretation SelbsttĂ€uschung Statistik nutzen

2. WSPR‑Minimal‑Setup‑Baukastenprojekt

FĂŒr 200 mW, Fensterrahmen‑Draht und maximale Erkenntnisse

Dieses Projekt ist perfekt fĂŒr:

  • Portabelbetrieb
  • Antennenexperimente
  • QRP‑Puristen
  • Leute, die gern beweisen, dass 200 mW mehr können als manche 100‑W‑Station

2.1 Komponentenliste

Sender

  • TRX mit WSPR‑Modus oder
  • dedizierter WSPR‑Sender (z. B. QRP‑Labs)

Antenne

  • 3–5 m Draht
  • Fensterrahmen, Gardinenstange oder Balkon
  • Optional: Ferritkern + einfacher Unun

Stromversorgung

  • Powerbank
  • USB‑Netzteil
  • Solarpanel (fĂŒr 24/7‑Betrieb)

Zeitbasis

  • NTP‑Synchronisation oder
  • GPS‑Modul

2.2 Aufbau

  1. Draht am Fensterrahmen befestigen
  2. TRX auf WSPR‑Frequenz einstellen
  3. Leistung auf 200 mW reduzieren
  4. Software starten
  5. 30–60 Minuten senden
  6. Spots auf wsprnet.org auswerten

2.3 Typische Ergebnisse

  • 40 m: Europa + gelegentlich DX
  • 20 m: Weltweit, wenn die Sonne gut gelaunt ist
  • 10 m: Überraschend viele Spots bei hoher SonnenaktivitĂ€t

Und das alles mit einem Draht, der aussieht wie ein vergessener Weihnachtsbaumschmuck.

3. Grafische Darstellung deiner Messergebnisse

Weil Daten erst durch Visualisierung richtig Spaß machen

Hier ein Konzept, wie du deine WSPR‑Messungen visuell aufbereitest.

3.1 Kartenvisualisierung

Ideal fĂŒr:

  • Reichweitenvergleich
  • Richtungsanalyse
  • Tageszeit‑Effekte

Darstellung:

  • Weltkarte
  • Spots farbcodiert nach SNR
  • Linien proportional zur Distanz

3.2 SNR‑Histogramme

Ideal fĂŒr:

  • Vergleich zweier Antennen
  • StabilitĂ€tsanalyse

Darstellung:

  • Balkendiagramm
  • X‑Achse: SNR‑Werte
  • Y‑Achse: Anzahl der Spots
  • Zwei Farben: Antenne A vs. Antenne B

3.3 Zeitverlauf‑Diagramme

Ideal fĂŒr:

  • Drift
  • AusbreitungsĂ€nderungen
  • AntennenstabilitĂ€t

Darstellung:

  • Liniendiagramm
  • X‑Achse: Zeit
  • Y‑Achse: SNR
  • Zwei Linien: Antenne A vs. Antenne B

3.4 Spot‑Dichte‑Diagramm

Ideal fĂŒr:

  • „Wie oft wurde ich gehört?“
  • Vergleich der Gesamtperformance

Darstellung:

  • Kreisdiagramm oder Balken
  • Anzahl Spots pro Antenne

4. Fazit: WSPR macht aus Antennen‑GefĂŒhl echte Wissenschaft

Mit diesem Leitfaden kannst du:

  • Antennen objektiv vergleichen
  • Minimal‑Setups testen
  • Messdaten grafisch darstellen
  • Mythen entzaubern
  • Besserwisser elegant in die RealitĂ€t zurĂŒckholen

Carl August von Steinheil – Der Mann, der die Erde als RĂŒckleiter entdeckte

Steinheil war ein deutscher Physiker und Erfinder, der die Telegraphie revolutionierte.

Bedeutung fĂŒr Nachrichtentechnik und Amateurfunk

Erd-RĂŒckleitung

Steinheil entdeckte, dass man die Erde als RĂŒckleiter nutzen kann. Heute ist das Standard in:

  • Stromnetzen
  • Antennentechnik
  • Erdungssystemen

Jeder Funkamateur, der schon einmal eine schlechte Erdung hatte, weiß: Die Erde leitet — aber manchmal auch zu gut.

FrĂŒhe Telegraphie

Steinheil entwickelte:

  • den ersten brauchbaren Schreibtelegraphen
  • galvanische Messmethoden

Schwarzer Humor

Steinheil entdeckte die Erdleitung, weil ein Draht riss — ein klassischer Fall von „Fehler als Feature“.

Tabelle: Steinheils BeitrÀge

Bereich Beitrag Bedeutung
Nachrichtentechnik Erd-RĂŒckleitung Standard in Strom- und Funktechnik
Telegraphie Schreibtelegraph FrĂŒhe Kommunikation
Messtechnik Galvanische Verfahren Grundlagen der Elektrotechnik

Einflusslinien

Beeinflusst von: Ohm, Faraday Beeinflusste: Telegraphie, Energietechnik, Antennentechnik

Mehr laden