Erinnerung an kommendes Treffen am Donnerstag, den 21.05.2026

Am 21.05.2026 findet, im Shack in Friesdorf, um 17:00 Uhr unser planmäßiges Treffen statt!

Die Zeppelin‑Antenne: Geschichte, Physik, Mythos – und warum sie bis heute Funkamateure in den Wahnsinn treibt

Eine Zeppelin‑Antenne ist mehr als ein Stück Draht. Sie ist ein historisches Artefakt, ein physikalisches Lehrstück und ein Paradebeispiel dafür, wie Funkamateure seit über 100 Jahren versuchen, die Naturgesetze mit Kupferdraht, Ferritkernen und unbeirrbarem Optimismus zu überlisten.

🛩️ 1. Historischer Ursprung – warum der Zeppelin Draht brauchte

Die Zeppelin‑Antenne entstand in der Frühzeit der Luftschifffahrt. Die Funker an Bord der Zeppeline benötigten eine leichte, abrollbare, effiziente Antenne, die aus großer Höhe herabgelassen werden konnte.

Das Ergebnis war eine endgespeiste Halbwellenantenne, gespeist über eine Hochimpedanzleitung – damals eine Hühnerleiter, heute oft ein 1:49‑ oder 1:64‑Unun.

Und ja: Schon damals wusste man, dass eine Antenne am Ende der Welt hängt – und der Funker am anderen Ende hofft, dass sie nicht abreißt.

⚙️ 2. Funktionsweise – die endgespeiste Halbwelle mit Charakter

Die Zeppelin‑Antenne ist eine λ/2‑Antenne, die am Ende gespeist wird. Das bedeutet:

  • Am Ende einer Halbwelle liegt hohe Spannung, niedriger Strom
  • Die Impedanz beträgt typischerweise 2–5 kΩ
  • Ein Unun transformiert diese Impedanz auf 50 Ω
  • Der Strahler arbeitet ohne klassisches Gegengewicht
  • Die Antenne ist leicht, effizient und platzsparend

Sie ist also perfekt für Funkamateure, die wenig Platz haben – oder deren Partner der Meinung ist, dass „ein Draht im Garten völlig ausreicht, du brauchst doch nicht NOCH eine Antenne“.

🔬 3. Physik – warum die Zeppelin‑Antenne tut, was sie tut

3.1 Impedanzverhalten

Am Ende einer Halbwelle gilt:

Zend=VI≫1000 Ω

Das erklärt, warum die Antenne hohe Spannungsspitzen erzeugt. Und warum manche OMs berichten, dass sie beim Abstimmen „ein leichtes Kribbeln“ verspüren. Physikalisch korrekt, aber nicht empfohlen.

3.2 Strahlungsdiagramm

Die Abstrahlung entspricht einer klassischen Halbwelle:

  • Donut‑förmig
  • Flachere Abstrahlung bei höherer Montage
  • Vertikale Montage → DX‑optimiert
  • Schräge Montage → NVIS‑freundlich

3.3 Mantelwellen

Da die Antenne asymmetrisch ist, entstehen leicht Mantelwellen. Diese führen zu:

  • HF im Shack
  • Störungen im Haus
  • dem legendären Effekt: „Wenn ich sende, geht das Garagentor auf.“

Ein Funker nannte das einmal „interdisziplinäre Hausautomation“.

📡 4. Für welche Amateurfunkbänder eignet sich die Zeppelin‑Antenne?

Band Eignung Bemerkung
160 m Mittel Mechanisch sehr lang
80 m Sehr gut Klassiker, hohe Effizienz
40 m Sehr gut Ideal für Selbstbau
30 m Gut Anpassung etwas kritisch
20 m Sehr gut DX‑tauglich
17 m Gut Gute Performance
15 m Gut Mechanisch einfach
12 m Mittel Enges SWR‑Fenster
10 m Gut Kurz, aber empfindlich

⚖️ 5. Vor- und Nachteile der Zeppelin‑Antenne

Vorteile Nachteile
Hohe Effizienz Hohe Impedanz → Anpassung nötig
Kein Gegengewicht erforderlich Mantelwellengefahr
Leicht aufzubauen Nur ein Band ohne Tuner
Historisch ikonisch Strahlungsdiagramm schwer kontrollierbar
Ideal für kleine Grundstücke Nachbarn fragen, ob du mit UFOs sprichst

🛠️ 6. Selbstbau‑Anleitung – die effektivsten Varianten

6.1 Materialliste

  • 20–40 m Draht (je nach Band)
  • 1:49 oder 1:64 Unun (FT240‑43 oder FT240‑52)
  • Keramik‑ oder Kunststoffisolatoren
  • UV‑beständige Abspannleine
  • Mantelwellensperre (dringend empfohlen)
  • Optional: Mut, Geduld und ein HF‑Feuerlöscher (nur Spaß… meistens)

6.2 Bauanleitung für 40 m – der Klassiker

Schritt 1 – Länge bestimmen

L=300fMHz⋅0.95

Für 7.1 MHz → ca. 20 m.

Schritt 2 – Unun wickeln

  • 2 Windungen Primär
  • 14–16 Windungen Sekundär
  • Ferrit FT240‑43
  • Saubere Wicklung = weniger HF‑Chaos

Schritt 3 – Mantelwellensperre

10 Windungen RG‑58 auf FT240‑43. Ohne Sperre wandert die HF durch dein Haus wie ein schlecht gelaunter Poltergeist.

Schritt 4 – Aufhängen

  • Möglichst hoch
  • Möglichst frei
  • Möglichst nicht am Regenfallrohr (auch wenn viele OMs das trotzdem tun)

Schritt 5 – Feinabgleich

  • Draht kürzen
  • SWR beobachten
  • Nicht zu viel schneiden – Draht wächst nicht nach

6.3 Bauanleitung für 20 m – die DX‑Variante

  • Länge: ca. 10 m
  • 1:49 Unun
  • Steil aufgehängt → niedriger Abstrahlwinkel
  • Perfekt für Funkamateure, die gern behaupten, sie hätten „mit 5 W die Welt gearbeitet“, obwohl die Antenne eigentlich die ganze Arbeit macht.

🧭 7. Fazit – die Zeppelin‑Antenne lebt weiter

Die Zeppelin‑Antenne ist ein Stück Funkgeschichte, das bis heute technisch überzeugt. Sie ist effizient, elegant und erstaunlich leistungsfähig – vorausgesetzt, man behandelt sie nicht wie ein zufälliges Stück Draht, das man im Keller gefunden hat.

Sie ist ideal für Funkamateure, die:

  • gern experimentieren
  • historische Technik lieben
  • Spaß an HF‑Phänomenen haben
  • und schwarzen Humor vertragen, wenn die Antenne wieder einmal das WLAN lahmlegt

Charles Proteus Steinmetz – Der Mathematiker, der die Wechselstromtechnik zähmte

Steinmetz war der Mann, der die Elektrotechnik mathematisch domestizierte. Ein brillanter, exzentrischer Geist, der Wechselstromsysteme berechenbar machte – und damit die Grundlage für moderne Energie- und Nachrichtentechnik schuf.

Leben und Persönlichkeit

Geboren 1865 in Breslau, floh Steinmetz wegen politischer Verfolgung in die USA. Er war kleinwüchsig, körperlich eingeschränkt, aber geistig überragend. Bei General Electric wurde er zu einer Legende – ein Mann, der Gleichungen schneller löste, als andere sie aufschreiben konnten.

Bedeutung für Amateurfunk und Nachrichtentechnik

Komplexe Wechselstromrechnung

Steinmetz führte die systematische Nutzung komplexer Zahlen in der AC-Analyse ein. Er machte damit:

  • Impedanz
  • Phasenverschiebung
  • Blindleistung
  • Resonanz

berechenbar und verständlich.

Ohne Steinmetz wäre die Berechnung eines LC-Filters heute so kompliziert wie die Bedienung eines Röhrenprüfgeräts ohne Anleitung.

Netzwerkanalyse

Er entwickelte Methoden zur Analyse:

  • von Transformatoren
  • von Leitungsnetzen
  • von Verlusten
  • von harmonischen Verzerrungen

Diese Methoden sind heute Standard in HF- und NF-Technik.

Industrielle Elektrifizierung

Steinmetz war maßgeblich an der Entwicklung moderner Stromnetze beteiligt – ein Fundament, auf dem auch die gesamte Funktechnik steht.

Schwarzer Humor

Steinmetz führte angeblich Experimente durch, bei denen er künstliche Blitze erzeugte – nur um zu sehen, wie Transformatoren reagieren. Ein Mann, der buchstäblich mit dem Blitz spielte. Funkamateure kennen dieses Gefühl, wenn sie bei Gewitter vergessen haben, die Antenne abzustecken.

Tabelle: Steinmetz’ Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
Elektrotechnik Komplexe Wechselstromrechnung Fundament der AC-Analyse
Nachrichtentechnik Netzwerkanalyse Grundlage für Filter und Leitungen
Energietechnik Transformator- und Netzmodelle Basis moderner Stromnetze
Mathematik Harmonische Analyse Verständnis nichtlinearer Systeme

Einflusslinien

Beeinflusst von: Maxwell, Thomson, Heaviside Beeinflusste: Energieindustrie, Nachrichtentechnik, moderne Elektrotechnik

Funkamateur vs. Amateurfunker – ein humorvoll‑technischer Feldversuch

 

Der Unterschied zwischen einem Funkamateur, einem Amateurfunker und dem legendären Steckdosen‑Amateur ist ungefähr so fein wie der Unterschied zwischen einem Chirurgen, einem Metzger und jemandem, der behauptet, er könne „auch mal eben schnell“ operieren, weil er schon mal Grey’s Anatomy gesehen hat. Und doch lohnt es sich, diese drei Spezies präzise – und mit einem tiefschwarzen Augenzwinkern – auseinanderzuhalten.

🎓 Funkamateur – der lizenzierte Homo Electromagneticus

Der Funkamateur ist ein geprüfter, regulierter und staatlich anerkannter Betreiber einer Funkstelle. Er hat eine Prüfung abgelegt, die aus drei Teilen besteht:

  • Technik (Ohm, Kirchhoff, Maxwell – die ganze Elektrowundertüte)
  • Betriebstechnik (wie man funkt, ohne Chaos zu verursachen)
  • Recht (was man darf, was man nicht darf, und warum man beides trotzdem wissen sollte)

Die rechtliche Grundlage in Deutschland findet sich im Amateurfunkgesetz (AFuG). Darin steht unter anderem:

„Der Amateurfunkdienst ist ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander zu experimentellen und technisch‑wissenschaftlichen Studien betrieben wird.“ (§ 2 Abs. 2 AFuG)

Und weiter:

„Funkamateur ist, wer eine gültige Amateurfunkprüfung bestanden hat.“ (§ 2 Abs. 3 AFuG)

Kurz gesagt: Der Funkamateur darf funken, weil er weiß, was er tut. (Und weil der Staat es ihm nach einer Prüfung erlaubt hat.)

🧢 Amateurfunker – der gutmeinende, aber unpräzise Volksmund

Der Amateurfunker ist kein offizieller Begriff. Er ist das, was entsteht, wenn Menschen sagen:

„Ach, du machst da was mit Funk? Dann bist du so’n Amateurfunker!“

Der Funkamateur lächelt dann höflich, aber innerlich stirbt etwas in ihm. Denn „Amateurfunker“ klingt wie:

  • „Hobby‑Chirurg“
  • „Freizeit‑Elektriker“
  • „Teilzeit‑Raketenwissenschaftler“

Es ist nicht falsch – aber es ist auch nicht richtig. Ein Amateurfunker kann ein Funkamateur sein, aber der Begriff ist so unscharf wie ein schlecht abgestimmter Empfänger.

🔌 Der Steckdosen‑Amateur – die dunkle Seite der Macht

Der Steckdosen‑Amateur ist eine ganz eigene Spezies. Er hat:

  • keinen Schein
  • keine Ahnung
  • aber jede Menge Selbstvertrauen

Er erkennt sich daran, dass er Sätze sagt wie:

  • „Ich brauch keine Prüfung, ich hab das im Gefühl.“
  • „Ich hab da mal ’ne Endstufe gebaut, die macht locker 2 kW.“
  • „Erdung? Ach was, das geht schon so.“
  • „Ich hab meinen Dipol an die Heizung geklemmt, läuft super!“

Der Steckdosen‑Amateur ist der natürliche Feind jedes Funkamateurs. Er ist der Grund, warum es Gesetze gibt. Er ist der Grund, warum Sicherungen fliegen. Er ist der Grund, warum Nachbarn plötzlich kein WLAN mehr haben.

Und er ist der Grund, warum der Gesetzgeber in § 3 AFuG schreibt:

„Der Amateurfunkdienst darf nur betrieben werden, wenn eine gültige Zulassung vorliegt.“ (§ 3 Abs. 1 AFuG)

Mit anderen Worten: Steckdosen‑Amateure sollen bitte die Finger von allem lassen, was mehr als zwei Drähte hat.

📡 Technisch präzise Unterschiede im Überblick

Kategorie Funkamateur Amateurfunker Steckdosen‑Amateur
Rechtlicher Status Staatlich geprüft Volksmund Illegal
Wissen Fundiert Variabel Gefährlich
Geräte Zugelassen Unterschiedlich „Hab ich selbst gelötet“
Wirkung auf die Umwelt Ordnung Verwirrung Stromausfall
Verhältnis zu Gesetzen Kennt sie Hat davon gehört „Gesetze sind nur Empfehlungen“

🧠 Wie man sich den Unterschied leicht merken kann

  • Funkamateur: Hat eine Prüfung. Darf funken. Weiß, was er tut.
  • Amateurfunker: Wird so genannt, wenn Leute nicht wissen, dass es „Funkamateur“ heißt.
  • Steckdosen‑Amateur: Sollte man nicht in die Nähe von Strom, Funk oder Werkzeug lassen.

Eine einfache Eselsbrücke:

„Der Funkamateur funkt, der Amateurfunker funkt vielleicht – der Steckdosen‑Amateur funkt nie, aber verursacht trotzdem Störungen.“

🎯 Fazit

Der Funkamateur ist der lizenzierte, technisch versierte und gesetzlich abgesicherte Betreiber einer Funkstelle. Der Amateurfunker ist ein freundlicher, aber unpräziser Begriff. Der Steckdosen‑Amateur hingegen ist der Grund, warum Sicherungen existieren, warum Nachbarn misstrauisch werden und warum der Gesetzgeber manchmal Kopfschmerzen hat.

Guglielmo Marconi – Der Funkpionier, der die Welt verband

Marconi war kein Theoretiker, sondern ein Pragmatiker – ein Mann, der aus Funken Kommunikation machte. Während Hertz bewies, dass Radiowellen existieren, zeigte Marconi, dass man damit Nachrichten über den Atlantik schicken kann.

Leben und Werdegang

Geboren 1874 in Bologna, experimentierte Marconi früh mit Funktechnik. Er kombinierte die Erkenntnisse von Hertz, Branly und Lodge und entwickelte daraus ein funktionierendes Kommunikationssystem. 1901 gelang ihm die erste transatlantische Funkverbindung – ein Meilenstein der Nachrichtentechnik.

Bedeutung für Amateurfunk und Nachrichtentechnik

Der erste Funkingenieur

Marconi entwickelte:

  • leistungsfähige Funkenstreckensender
  • hochempfindliche Detektoren
  • frühe Antennensysteme
  • maritime Funkkommunikation

Er war der erste, der Funk als globales Kommunikationsmittel verstand.

Antennen und Reichweite

Marconi erkannte, dass:

  • hohe Antennen große Reichweiten ermöglichen
  • Erdung entscheidend ist
  • Funkwellen über den Horizont hinausgehen können

Damit legte er die Grundlage für DX-Betrieb – und für Funkamateure, die ihre Antennen heimlich höher bauen, als der Nachbar erlaubt.

Kommerzialisierung des Funks

Er gründete die Marconi Company, die Funktechnik weltweit verbreitete.

Schwarzer Humor

Marconi war überzeugt, dass seine transatlantische Übertragung 1901 funktionierte – obwohl viele Historiker glauben, dass er nur atmosphärisches Rauschen hörte. Ein schönes Beispiel dafür, dass Funkamateure schon immer Optimisten waren.

Tabelle: Marconis Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
Funktechnik Erste transatlantische Funkverbindung Beginn globaler Kommunikation
Antennenbau Hohe Masten, Erdung Grundlage für Reichweitenoptimierung
Nachrichtentechnik Maritime Funknetze Sicherheit auf See
Industrie Marconi Company Kommerzialisierung des Funks

Einflusslinien

Beeinflusst von: Hertz, Branly, Lodge Beeinflusste: Weltweite Funktechnik, Amateurfunk, Rundfunkindustrie

Update zum FM-Relais DB0DTM (438,8500 MHz)

Kurze Info zum Relais DB0DTM: Es wird immer noch nach eine Optimierung für das Relais gesucht. Derzeit wird das Relais mit zwei Antennen betrieben. Eine Antenne für den Empfang, die Zweite für den Sender. Beide Antennen sind nur wenige Meter auseinander montiert, der Höhenunterschied über Grund auf dem Firmengebäude ist geringfügig.

Zwischenzeitlich sind das Relais und die technische Peripherie in einem eigenen Relaisschrank nahe der Wanddurchführung und damit nahe zu den Antennen aufgebaut. Der „fliegende“ Versuchsaufbau am neuen Standort gehört der Vergangenheit an.

WSPR‑Meisterklasse: Der ultimative Leitfaden für systematische Antennenmessungen

…plus ein Minimal‑Setup‑Baukasten und Ideen für grafische Auswertungen

Du willst Antennen nicht mehr „gefühlt“ vergleichen, sondern wissenschaftlich sauber, reproduzierbar und mit gnadenlos ehrlichen Daten. Perfekt – WSPR ist dafür das präziseste Werkzeug, das der Amateurfunk je hervorgebracht hat.

Dieser Artikel liefert dir:

  1. Einen vollständigen Leitfaden für systematische Antennenmessungen
  2. Ein WSPR‑Minimal‑Setup‑Baukastenprojekt
  3. Ein Konzept für grafische Darstellung deiner Messergebnisse

Alles in einem Paket, technisch humorvoll und garantiert frei von „Ich hab da mal Spanien gearbeitet“-Anekdoten.

1. Systematischer Leitfaden für Antennenmessungen mit WSPR

1.1 Zielsetzung definieren

Bevor du misst, musst du wissen, was du misst. Typische Ziele:

  • Welche Antenne liefert mehr Spots?
  • Welche Antenne liefert bessere SNR‑Werte?
  • Welche Antenne hat bessere DX‑Performance?
  • Welche Antenne ist richtungsabhängig?
  • Wie wirkt sich Höhe, Bodenleitfähigkeit, Aufbauort aus?

Wenn du das nicht definierst, misst du nur „irgendwas“ – und das ist die Lieblingsdisziplin der Hobby‑Alleswisser.

1.2 Testaufbau – sauber, reproduzierbar, fair

Hardware‑Konstanz

  • Gleicher TRX
  • Gleiche Leistung
  • Gleiche Software
  • Gleiche Frequenz
  • Gleiche Umgebung

Nur die Antenne darf variieren. Alles andere bleibt unangetastet – sonst ist der Test wertlos.

Antenne A vs. Antenne B – der Wechselmodus

Der Goldstandard:

  • Minute 00: Antenne A
  • Minute 02: Antenne B
  • Minute 04: Antenne A
  • usw.

Warum? Weil die Ausbreitung sich minütlich ändert. Wer Antenne A morgens und Antenne B abends testet, misst nicht Antennen – sondern die Ionosphäre.

1.3 Messdauer

Für statistisch brauchbare Ergebnisse:

  • Mindestens 1 Stunde pro Band
  • Besser 3–6 Stunden
  • Ideal: 24 Stunden

Je länger, desto weniger Ausreißer.

1.4 Auswertung – die relevanten Parameter

1. Anzahl der Spots

Mehr Spots = bessere Wahrscheinlichkeit, dass die Antenne „gesehen“ wird.

2. SNR‑Verteilung

Nicht nur der beste Wert zählt – sondern die Streuung. Eine gute Antenne liefert:

  • viele Spots
  • stabile SNR‑Werte
  • wenig Ausreißer

3. Maximale Distanz

DX‑Tauglichkeit. Aber Vorsicht: Ein einzelner 10 000‑km‑Spot ist kein Beweis für eine gute Antenne – nur für gute Bedingungen.

4. Richtungsanalyse

Mit genügend Spots erkennst du:

  • Hauptstrahlrichtungen
  • tote Winkel
  • Bodenreflexions‑Effekte

5. Zeitliche Stabilität

Eine gute Antenne liefert über Stunden hinweg konsistente Ergebnisse.

1.5 Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Fehler Wirkung Lösung
Unterschiedliche Leistung Test wertlos Leistung fixieren
Unterschiedliche Uhrzeit Ionosphäre verfälscht Wechselmodus
TRX driftet SNR sinkt Frequenz stabilisieren
Antenne schlecht angepasst Spots brechen ein SWR prüfen
„Gefühlte“ Interpretation Selbsttäuschung Statistik nutzen

2. WSPR‑Minimal‑Setup‑Baukastenprojekt

Für 200 mW, Fensterrahmen‑Draht und maximale Erkenntnisse

Dieses Projekt ist perfekt für:

  • Portabelbetrieb
  • Antennenexperimente
  • QRP‑Puristen
  • Leute, die gern beweisen, dass 200 mW mehr können als manche 100‑W‑Station

2.1 Komponentenliste

Sender

  • TRX mit WSPR‑Modus oder
  • dedizierter WSPR‑Sender (z. B. QRP‑Labs)

Antenne

  • 3–5 m Draht
  • Fensterrahmen, Gardinenstange oder Balkon
  • Optional: Ferritkern + einfacher Unun

Stromversorgung

  • Powerbank
  • USB‑Netzteil
  • Solarpanel (für 24/7‑Betrieb)

Zeitbasis

  • NTP‑Synchronisation oder
  • GPS‑Modul

2.2 Aufbau

  1. Draht am Fensterrahmen befestigen
  2. TRX auf WSPR‑Frequenz einstellen
  3. Leistung auf 200 mW reduzieren
  4. Software starten
  5. 30–60 Minuten senden
  6. Spots auf wsprnet.org auswerten

2.3 Typische Ergebnisse

  • 40 m: Europa + gelegentlich DX
  • 20 m: Weltweit, wenn die Sonne gut gelaunt ist
  • 10 m: Überraschend viele Spots bei hoher Sonnenaktivität

Und das alles mit einem Draht, der aussieht wie ein vergessener Weihnachtsbaumschmuck.

3. Grafische Darstellung deiner Messergebnisse

Weil Daten erst durch Visualisierung richtig Spaß machen

Hier ein Konzept, wie du deine WSPR‑Messungen visuell aufbereitest.

3.1 Kartenvisualisierung

Ideal für:

  • Reichweitenvergleich
  • Richtungsanalyse
  • Tageszeit‑Effekte

Darstellung:

  • Weltkarte
  • Spots farbcodiert nach SNR
  • Linien proportional zur Distanz

3.2 SNR‑Histogramme

Ideal für:

  • Vergleich zweier Antennen
  • Stabilitätsanalyse

Darstellung:

  • Balkendiagramm
  • X‑Achse: SNR‑Werte
  • Y‑Achse: Anzahl der Spots
  • Zwei Farben: Antenne A vs. Antenne B

3.3 Zeitverlauf‑Diagramme

Ideal für:

  • Drift
  • Ausbreitungsänderungen
  • Antennenstabilität

Darstellung:

  • Liniendiagramm
  • X‑Achse: Zeit
  • Y‑Achse: SNR
  • Zwei Linien: Antenne A vs. Antenne B

3.4 Spot‑Dichte‑Diagramm

Ideal für:

  • „Wie oft wurde ich gehört?“
  • Vergleich der Gesamtperformance

Darstellung:

  • Kreisdiagramm oder Balken
  • Anzahl Spots pro Antenne

4. Fazit: WSPR macht aus Antennen‑Gefühl echte Wissenschaft

Mit diesem Leitfaden kannst du:

  • Antennen objektiv vergleichen
  • Minimal‑Setups testen
  • Messdaten grafisch darstellen
  • Mythen entzaubern
  • Besserwisser elegant in die Realität zurückholen

Carl August von Steinheil – Der Mann, der die Erde als Rückleiter entdeckte

Steinheil war ein deutscher Physiker und Erfinder, der die Telegraphie revolutionierte.

Bedeutung für Nachrichtentechnik und Amateurfunk

Erd-Rückleitung

Steinheil entdeckte, dass man die Erde als Rückleiter nutzen kann. Heute ist das Standard in:

  • Stromnetzen
  • Antennentechnik
  • Erdungssystemen

Jeder Funkamateur, der schon einmal eine schlechte Erdung hatte, weiß: Die Erde leitet — aber manchmal auch zu gut.

Frühe Telegraphie

Steinheil entwickelte:

  • den ersten brauchbaren Schreibtelegraphen
  • galvanische Messmethoden

Schwarzer Humor

Steinheil entdeckte die Erdleitung, weil ein Draht riss — ein klassischer Fall von „Fehler als Feature“.

Tabelle: Steinheils Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
Nachrichtentechnik Erd-Rückleitung Standard in Strom- und Funktechnik
Telegraphie Schreibtelegraph Frühe Kommunikation
Messtechnik Galvanische Verfahren Grundlagen der Elektrotechnik

Einflusslinien

Beeinflusst von: Ohm, Faraday Beeinflusste: Telegraphie, Energietechnik, Antennentechnik

27. Europatag der Amateurfunk Schulstationen

Am 5 .Mai 2026 findet der 27. Europatag der Amateurfunk Schulstationen statt.

Diese Aktivität geht vom „Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V.“   (AATiS) aus.

Wichtige Details zur Teilnahme:
  • Charakter: Ein reiner Aktivitätstag, kein Contest. Kurze Gespräche (QSOs) und Geduld mit Funk-Nachwuchs sind ausdrücklich erwünscht.
  • Bänder & Modi:
    • HF: Schwerpunkt auf 40m und 20m.
    • VHF/UHF: Betrieb über Relais, EchoLink und Digital Voice.
    • Satellit: Verbindungen über QO-100 sind eine eigene Teilnahmeklasse.

  • Teilnehmer: Neben Schul- und Hochschulstationen sind auch Ausbildungsstationen und Einzel-Funkamateure (OMs/YLs) zur Teilnahme eingeladen. 
Schon im Vorfeld hatten über 40 Stationen aus 8 Ländern ihre Teilnahme angekündigt. Für digitale Kontakte wurde zudem die Nutzung der DMR TG 92 (Europe) vorgeschlagen.

Samstagmittag, Langeweile und ein russischer Zahlensender auf 13 547 kHz

Ein satirischer  Bericht mit der nötigen Portion  Humor

Es war einer dieser Samstage, an denen selbst die Spülmaschine spannender klingt als das Fernsehprogramm. Also tat ich, was jeder halbwegs funktionierende Mensch mit zu viel Freizeit und einem Hang zu HF‑Masochismus tut: Ich scrollte durchs Kurzwellen‑Spektrum.

Und dann – zack13547 kHz. Mitten zwischen 13 und 14 MHz, wo normalerweise nur Sonnenflecken, tote Träger und die Träume gescheiterter DXer herumwabern, tauchte plötzlich etwas auf, das klang wie ein schlecht gelaunter Mathematiklehrer auf Valium: Ein Zahlensender.

Der erste Gedanke: „Ui, hier Mitten im Band“

Der zweite: „Was zur Hölle macht ein Zahlensender hier?“

Eine kurze Recherche – also 20 Sekunden Googeln, was in Funkerkreisen als „wissenschaftliche Tiefenanalyse“ gilt – ergab: Es handelt sich um einen bekannten russischen Zahlensender aus der  Föderation , Standort Orenburg.

Natürlich Orenburg. Wo sonst? Wenn Russland etwas sendet, dann bitte aus Regionen, die klingen wie der Endgegner eines osteuropäischen Rollenspiels.

Und wie typisch deutsch: Der Sender ist pünktlich. Nicht so pünktlich wie die Deutsche Bahn, sondern wirklich pünktlich.

Aber… auf Englisch?

Da wurde es seltsam. Russische Zahlensender sind normalerweise so russisch wie ein Lada mit drei Ersatzreifen im Kofferraum.

Doch hier: Englisch. Ein Englisch, das klang, als hätte jemand einem Samowar einen Sprachkurs gegeben.

Wen will man damit erreichen? Britische Agenten? Amerikanische? Oder einfach nur Funkamateure verwirren, die ohnehin schon glauben, dass jede USB‑Störung ein CIA‑Satellit ist.

Und dann kam der Moment, der alles toppte

Ich schaue auf die Userliste des Kiwi‑SDR. Und da sitzt er: Ein User aus dem 52. Staat der USA.

Ja, dem 52. Staat. Nicht 50. Nicht 51. Nein, 52. Ein Staat, der offiziell nicht existiert, aber offenbar genug Internet hat, um auf 13 547 kHz herumzulungern.

Und er sitzt genau auf derselben Frequenz wie ich.

(der 51st wurde mal besungen, wer weiß von wem?)

Der Widerspruch des Tages

Zahlensender funktionieren nach einem simplen Prinzip:

  • Der Empfänger sitzt irgendwo im Nirgendwo.
  • Er hat ein kleines chinesisches Kurzwellenradio, das nach Fischöl riecht.
  • Er hört die Zahlen.
  • Er entschlüsselt sie.
  • Niemand weiß, wer er ist.

Anonymität ist der ganze Sinn der Übung.

Doch dieser Kandidat aus dem 52. Staat? Der hört die Botschaft über einen Kiwi‑SDR, der:

  • Standort anzeigt
  • IP anzeigt
  • und wahrscheinlich auch noch verrät, was er gestern zum Frühstück hatte

Das ist ungefähr so geheim wie ein Spion, der im Trenchcoat „TOP SECRET“ auf dem Rücken stehen hat.

War es ein Fiebertraum? Oder Realität?

Vielleicht war es die Müdigkeit. Vielleicht die Langeweile. Vielleicht die Tatsache, dass Kurzwelle manchmal mehr halluzinogene Wirkung hat als ein schlecht gelüfteter Lötkeller.

Aber der Sender war da. Der User war da. Die Zahlen waren da.

Und irgendwo in Orenburg saß vermutlich ein Operator, der dachte: „Warum hört uns eigentlich dieser Typ aus dem 52. Staat zu? Und warum über einen Kiwi?“

Fazit

Der Zahlensender auf 13 547 kHz ist real. Der User aus dem 52. Staat ist real. Die Absurdität der Situation ist real.

Ob der Rest real war? Nun… das ist wie bei Amateurfunkern, die behaupten, sie hätten Neuseeland mit 5 Watt und einer Wäscheleine gearbeitet: Man glaubt es, weil es schön ist.

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