Der Unterschied zwischen einem Funkamateur, einem Amateurfunker und dem legendĂ€ren SteckdosenâAmateur ist ungefĂ€hr so fein wie der Unterschied zwischen einem Chirurgen, einem Metzger und jemandem, der behauptet, er könne âauch mal eben schnellâ operieren, weil er schon mal Greyâs Anatomy gesehen hat. Und doch lohnt es sich, diese drei Spezies prĂ€zise â und mit einem tiefschwarzen Augenzwinkern â auseinanderzuhalten.
đ Funkamateur â der lizenzierte Homo Electromagneticus
Der Funkamateur ist ein geprĂŒfter, regulierter und staatlich anerkannter Betreiber einer Funkstelle. Er hat eine PrĂŒfung abgelegt, die aus drei Teilen besteht:
- Technik (Ohm, Kirchhoff, Maxwell â die ganze ElektrowundertĂŒte)
- Betriebstechnik (wie man funkt, ohne Chaos zu verursachen)
- Recht (was man darf, was man nicht darf, und warum man beides trotzdem wissen sollte)
Die rechtliche Grundlage in Deutschland findet sich im Amateurfunkgesetz (AFuG). Darin steht unter anderem:
âDer Amateurfunkdienst ist ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander zu experimentellen und technischâwissenschaftlichen Studien betrieben wird.â (§ 2 Abs. 2 AFuG)
Und weiter:
âFunkamateur ist, wer eine gĂŒltige AmateurfunkprĂŒfung bestanden hat.â (§ 2 Abs. 3 AFuG)
Kurz gesagt: Der Funkamateur darf funken, weil er weiĂ, was er tut. (Und weil der Staat es ihm nach einer PrĂŒfung erlaubt hat.)
đ§ą Amateurfunker â der gutmeinende, aber unprĂ€zise Volksmund
Der Amateurfunker ist kein offizieller Begriff. Er ist das, was entsteht, wenn Menschen sagen:
âAch, du machst da was mit Funk? Dann bist du soân Amateurfunker!â
Der Funkamateur lĂ€chelt dann höflich, aber innerlich stirbt etwas in ihm. Denn âAmateurfunkerâ klingt wie:
- âHobbyâChirurgâ
- âFreizeitâElektrikerâ
- âTeilzeitâRaketenwissenschaftlerâ
Es ist nicht falsch â aber es ist auch nicht richtig. Ein Amateurfunker kann ein Funkamateur sein, aber der Begriff ist so unscharf wie ein schlecht abgestimmter EmpfĂ€nger.
đ Der SteckdosenâAmateur â die dunkle Seite der Macht
Der SteckdosenâAmateur ist eine ganz eigene Spezies. Er hat:
- keinen Schein
- keine Ahnung
- aber jede Menge Selbstvertrauen
Er erkennt sich daran, dass er SĂ€tze sagt wie:
- âIch brauch keine PrĂŒfung, ich hab das im GefĂŒhl.â
- âIch hab da mal âne Endstufe gebaut, die macht locker 2 kW.â
- âErdung? Ach was, das geht schon so.â
- âIch hab meinen Dipol an die Heizung geklemmt, lĂ€uft super!â
Der SteckdosenâAmateur ist der natĂŒrliche Feind jedes Funkamateurs. Er ist der Grund, warum es Gesetze gibt. Er ist der Grund, warum Sicherungen fliegen. Er ist der Grund, warum Nachbarn plötzlich kein WLAN mehr haben.
Und er ist der Grund, warum der Gesetzgeber in § 3 AFuG schreibt:
âDer Amateurfunkdienst darf nur betrieben werden, wenn eine gĂŒltige Zulassung vorliegt.â (§ 3 Abs. 1 AFuG)
Mit anderen Worten: SteckdosenâAmateure sollen bitte die Finger von allem lassen, was mehr als zwei DrĂ€hte hat.
đĄ Technisch prĂ€zise Unterschiede im Ăberblick
| Kategorie |
Funkamateur |
Amateurfunker |
SteckdosenâAmateur |
| Rechtlicher Status |
Staatlich geprĂŒft |
Volksmund |
Illegal |
| Wissen |
Fundiert |
Variabel |
GefÀhrlich |
| GerÀte |
Zugelassen |
Unterschiedlich |
âHab ich selbst gelötetâ |
| Wirkung auf die Umwelt |
Ordnung |
Verwirrung |
Stromausfall |
| VerhÀltnis zu Gesetzen |
Kennt sie |
Hat davon gehört |
âGesetze sind nur Empfehlungenâ |
đ§ Wie man sich den Unterschied leicht merken kann
- Funkamateur: Hat eine PrĂŒfung. Darf funken. WeiĂ, was er tut.
- Amateurfunker: Wird so genannt, wenn Leute nicht wissen, dass es âFunkamateurâ heiĂt.
- SteckdosenâAmateur: Sollte man nicht in die NĂ€he von Strom, Funk oder Werkzeug lassen.
Eine einfache EselsbrĂŒcke:
âDer Funkamateur funkt, der Amateurfunker funkt vielleicht â der SteckdosenâAmateur funkt nie, aber verursacht trotzdem Störungen.â
đŻ Fazit
Der Funkamateur ist der lizenzierte, technisch versierte und gesetzlich abgesicherte Betreiber einer Funkstelle. Der Amateurfunker ist ein freundlicher, aber unprĂ€ziser Begriff. Der SteckdosenâAmateur hingegen ist der Grund, warum Sicherungen existieren, warum Nachbarn misstrauisch werden und warum der Gesetzgeber manchmal Kopfschmerzen hat.