⚡ Impedanz vs. Ohmscher Widerstand – wenn der Strom nicht nur geradeaus läuft

Es gibt Begriffe, die im Amateurfunk wie heilige Kühe behandelt werden. „Impedanz“ gehört dazu. Wer sie mit „ach, das ist doch einfach Widerstand“ abtut, darf sich sicher sein, beim nächsten OV-Abend von mindestens drei älteren Herren mit erhobenem Zeigefinger korrigiert zu werden.

Doch was steckt wirklich dahinter – und warum ist es mehr als nur ein Zahlenspiel mit Ohm?

🧮 Der ohmsche Widerstand – der brave Buchhalter

  • Definition: Verhältnis von Spannung zu Strom, R=U/I.
  • Eigenschaften: Frequenzunabhängig, linear, berechenbar.
  • Beispiel: Ein 50‑Ohm‑Widerstand bleibt bei 1 Hz genauso 50 Ohm wie bei 1 GHz.
  • Humor-Notiz: Der ohmsche Widerstand ist wie der Vereinsbuchhalter – langweilig, aber zuverlässig. Er macht keine Faxen, er macht einfach seinen Job. Naja nicht im jedem Verband ist er zuverlässig.

🎭 Die Impedanz – der Schauspieler unter den Größen

  • Definition: Verallgemeinerung des Widerstands für Wechselstrom, Z=R+jX.
  • Eigenschaften:
    • R (Realteil): der „ehrliche“ Widerstand.
    • X (Imaginärteil): die Launen von Spulen und Kondensatoren.
  • Frequenzabhängig: Eine Antenne, die bei 7 MHz brav 50 Ohm hat, kann bei 14 MHz plötzlich 200 Ohm + j150 werden.
  • Humor-Notiz: Impedanz ist wie ein alter Funkfreund nach drei Kölsch – mal charmant, mal unberechenbar, und garantiert nicht linear. Nicht wahr Nils.

📡 Praxisbeispiele aus dem Funkalltag

  • Koaxkabel: 50 Ohm Nennimpedanz – aber wehe, man knickt es oder verlängert es mit dem „legendären“ 75‑Ohm‑Fernsehkabel aus dem Keller. Dann wundert man sich, warum die Endstufe plötzlich heißer wird als der Grill beim Fieldday.
  • Antennen:
    • Dipol resonant: nahe 50 Ohm, brav wie ein Dackel an der Leine.
    • Dipol außerhalb Resonanz: Impedanz springt wie ein Terrier im Kaninchenbau.
  • Messgeräte: Ein VNA (Vektorieller Netzwerkanalysator) zeigt die Impedanz als hübsche Spirale im Smith-Diagramm. Für viele ältere OMs sieht das Diagramm allerdings eher aus wie ein missglückter Bierdeckel-Kringel.

🖼️ Grafische Vorstellung

Code
Ohmscher Widerstand:  -----
Impedanz:             ~~~~~ (mal hoch, mal runter)

Oder anders gesagt: Widerstand ist die gerade Landstraße, Impedanz die Serpentinen im Schwarzwald.

🧓 Spiegel für die „ich wusste es immer schon besser“

Natürlich gibt es sie: die „Alles-ist-ohmsch“-Fraktion. Sie erklären mit ernster Miene, dass ihre Antenne „genau 50 Ohm“ habe – egal bei welcher Frequenz. Die Realität: Antennen sind launisch, Kabel sind nicht perfekt, und die Impedanz ist ein dynamischer Tanzpartner. Wer das ignoriert, betreibt eher Religion als Technik.

🚙 Und was heißt das für den Alltag?

  • Anpassung: Ohne Impedanzanpassung (z. B. mit einem Tuner) geht Leistung verloren.
  • SWR: Steht für „Stehwellenverhältnis“ – oder, wie manche sagen, „Senioren-Wut-Risiko“, wenn es über 2 steigt.
  • Praxis: Wer versteht, dass Impedanz mehr ist als Widerstand, spart sich verbrannte Endstufen und endlose Stammtischdiskussionen.

🎯 Fazit

  • Ohmscher Widerstand: Einfach, linear, berechenbar.
  • Impedanz: Komplex, frequenzabhängig, realitätsnah.
  • Humor: Wer beides verwechselt, darf sich beim nächsten OV-Abend auf eine kostenlose Vorlesung freuen – inklusive Zeigestock und erhobenem Zeigefinger.

Oder, um es mit schwarzem Humor zu sagen: Der ohmsche Widerstand ist der Grabstein – die Impedanz das Leben davor.

Fizeau, Foucault und die Jagd nach der Lichtgeschwindigkeit

Wie zwei Experimente die Zeit vermessen – und warum manche OMs trotzdem behaupten, sie hätten das schon immer gewusst

Die Lichtgeschwindigkeit ist eine dieser Größen, die uns heute selbstverständlich erscheint. c ist eben 299.792.458 m/s – Punkt. Doch bevor diese Zahl in Stein gemeißelt wurde, mussten Menschen mit erstaunlicher Kreativität, Mut und einer gewissen Bereitschaft, sich von rotierenden Zahnrädern ins Gesicht schlagen zu lassen, herausfinden, wie schnell Licht eigentlich ist.

Zwei Namen stehen dabei besonders im Rampenlicht: Hippolyte Fizeau und Léon Foucault. Beide Franzosen, beide experimentierfreudig, beide mit einer bemerkenswerten Fähigkeit, Apparaturen zu bauen, die heute jeder Funkamateur sofort nachbauen würde – und anschließend behauptet, er hätte es besser gemacht.

1. Fizeau: Der Mann, der Licht durch ein Zahnrad jagte

Fizeaus Experiment von 1849 war so genial wie gefährlich. Die Idee:

  • Man schickt Licht durch ein schnell rotierendes Zahnrad.
  • Das Licht fliegt zu einem Spiegel mehrere Kilometer entfernt.
  • Es kommt zurück – und trifft wieder auf das Zahnrad.
  • Je nachdem, wie schnell das Rad rotiert, wird das Licht entweder durchgelassen oder blockiert.

Das Ganze ist im Prinzip wie ein QSO über 80 m mit einem OM, der ständig die PTT drückt: Mal kommt etwas durch, mal nicht, und irgendwann weiß man, wie schnell er redet.

Ein einfaches Beispiel

Stell dir vor, du stehst an einer Fußgängerampel. Die Ampel schaltet so schnell zwischen Rot und Grün, dass du nur dann rüberkommst, wenn du exakt im richtigen Moment losläufst. Wenn du misst, wie schnell die Ampel blinkt und wie weit die Straße ist, kannst du ausrechnen, wie schnell du rennen musst. Fizeau hat das Gleiche gemacht – nur mit Licht, einem Zahnrad und der realistischen Chance, dass ihm das Ding um die Ohren fliegt.

Was Fizeau herausfand

Er kam auf etwa 313.000 km/s. Für damalige Verhältnisse war das beeindruckend präzise. Für manche ältere Funkamateure ist das natürlich „viel zu ungenau“, denn sie haben schließlich schon 1968 mit einem selbstgebauten Röhrenoszillator „ganz genau“ gemessen, dass Licht ungefähr so schnell ist wie ein guter CW-Operator auf Kaffee.

2. Foucault: Der Mann mit dem rotierenden Spiegel

Foucault dachte sich: „Zahnräder sind schön, aber was, wenn wir das Ganze eleganter machen?“ Also ersetzte er das Zahnrad durch einen rotierenden Spiegel. Das Licht wird:

  1. auf den rotierenden Spiegel geschickt,
  2. reflektiert,
  3. zu einem festen Spiegel weitergeleitet,
  4. zurückgeworfen,
  5. und trifft wieder auf den rotierenden Spiegel – der sich inzwischen ein kleines Stück weitergedreht hat.

Dadurch verschiebt sich der Lichtpunkt minimal. Aus dieser Verschiebung kann man die Lichtgeschwindigkeit berechnen.

Ein einfaches Beispiel

Stell dir vor, du wirfst einen Ball gegen eine Wand, während du dich auf einem Bürostuhl drehst. Wenn du dich schnell genug drehst, kommt der Ball nicht zu dir zurück, sondern trifft deinen Kollegen am Nachbartisch – was dir eine gute Erklärung dafür liefert, warum Foucaults Methode zwar präzise, aber nicht ungefährlich war.

Foucaults Ergebnis

Er kam auf etwa 298.000 km/s – deutlich näher am heutigen Wert als Fizeau. Natürlich wird auch das von manchen OMs kommentiert mit: „Also ich hab das damals mit ’nem Spiegel aus ’nem alten SABA-Fernseher gemacht, und mein Wert war viel genauer.“

3. Was die beiden Experimente über Zeit verraten

Beide Methoden haben etwas gemeinsam: Sie verwandeln Zeit in Raum.

  • Fizeau misst, wie weit sich ein Zahnrad in der Zeit dreht, die Licht für Hin- und Rückweg braucht.
  • Foucault misst, wie weit sich ein Spiegel dreht, während das Licht unterwegs ist.

Das ist im Grunde die gleiche Idee wie bei einem Funkamateur, der behauptet, sein SWR-Meter sei „absolut genau“, weil er es seit 40 Jahren nicht mehr angerührt hat. Auch hier wird Zeit in eine Art räumliche Verschiebung übersetzt – nur dass die Verschiebung meistens im Kopf stattfindet.

4. Warum das alles heute noch relevant ist

Die Experimente von Fizeau und Foucault sind die Grundlage für:

  • moderne Lasermessungen,
  • Entfernungsmessung per LIDAR,
  • optische Uhren,
  • GPS-Synchronisation,
  • und die Erkenntnis, dass Licht nicht einfach „unendlich schnell“ ist, wie manche OMs immer noch behaupten, wenn sie erklären, warum ihr 2‑m‑Signal „sofort“ in Koblenz ankommt.

5. Fazit: Zwei Experimente, ein Ziel – und viel Mut

Fizeau und Foucault haben gezeigt, dass man mit cleveren Ideen und rotierenden Teilen die Natur austricksen kann. Sie haben die Lichtgeschwindigkeit nicht nur gemessen, sondern auch bewiesen, dass Zeit und Licht untrennbar miteinander verbunden sind.

Und sie haben uns etwas Wichtiges gelehrt: Manchmal muss man Dinge einfach ausprobieren – auch wenn ein älterer Funkamateur daneben steht und sagt: „Also ich hätte das ganz anders gemacht.“

Treffen am 19.02.2026

Hallo liebe Funkfreunde!

Am kommenden Donnerstag, den 19.02.2026, steht ab 17:00 Uhr unser planmäßiges Treffen an.  Bitte frühstückt morgens gut.

🍗🥩🌭 🫖☕

 

Wir müssen zwei Racks hochtragen, die sind nicht besonders schwer, aber unhandlich und Ihr kennt ja das obere enge Treppenhaus!

Rechts die bildliche Darstellung des Problems. Die Ähnlichkeit oder Übereinstimmung mit lebenden Personen wäre rein zufällig!

Cubical Quad Antennen – Ein tiefschwarzer Blick auf eine der elegantesten Drahtschleifen der Funkgeschichte

Willkommen zu einem Artikel, der technisch anspruchsvoll, optisch sauber strukturiert und humoristisch so schwarz ist, dass selbst ein Event Horizon neidisch würde. Lehnen Sie sich zurück, schnallen Sie die HF‑Sicherheitsgurte an – wir steigen ein in die Welt der Cubical Quad Antennen.

🌀 1. Die Geburt der Cubical Quad – oder: Wenn Blitze Ingenieure erziehen

Die Cubical Quad entstand nicht aus Langeweile, sondern aus purem Überlebensinstinkt. In den 1940ern kämpfte die HCJB‑Radiostation in Ecuador mit einem Problem: Ihre Yagi‑Antennen wurden regelmäßig von Blitzen gegrillt. Die Ingenieure dachten sich:

„Wenn der Blitz schon alles trifft, was gerade ist – machen wir es eben rund.“

So entstand die erste Quad, eine geschlossene Schleife aus Draht, die nicht nur weniger Blitzschäden verursachte, sondern auch bessere HF‑Eigenschaften zeigte. Ein klassischer Fall von: „Wir wollten nur nicht sterben, und plötzlich war die Antenne besser.“

🔧 2. Wie funktioniert eine Cubical Quad – ohne dass wir Mathematik missbrauchen

Die Cubical Quad ist im Kern eine geschlossene Schleifenantenne, meist quadratisch, manchmal rechteckig, selten rund (weil Funkamateure gerne basteln, aber nicht gerne perfekte Kreise biegen).

Warum funktioniert sie so gut?

  • Die Schleife erzeugt ein stabileres Strahlungsfeld als ein offener Dipol.
  • Sie hat 2–3 dB mehr Gewinn als ein vergleichbarer Dipol.
  • Sie strahlt flacher ab, ideal für DX.
  • Sie ist leiser – nicht im Sinne von „schüchtern“, sondern im Sinne von weniger atmosphärischem Rauschen.

Und das Beste:

Die Quad ist wie ein guter Kaffee: Sie funktioniert immer – egal ob sie perfekt gebaut wurde oder eher „künstlerisch interpretiert“.

🏭 3. Kommerzieller Einsatz – wo Quads Geld verdienen

Cubical Quads sind nicht nur Amateurspielzeug. Sie finden sich u. a. in:

  • Kurzwellen‑Rundfunkstationen (weil sie robust, effizient und relativ günstig sind)
  • Militärischen HF‑Systemen (wenn man eine Antenne braucht, die nicht sofort beleidigt ist, wenn das Wetter schlecht wird)
  • Kommunikationssystemen in tropischen Regionen (wo Blitze häufiger einschlagen als Funkamateure Kaffee trinken)

📡 4. Anwendungen im Amateurfunk – wo Quads glänzen

Funkamateure lieben Quads, weil sie:

  • hohen Gewinn liefern
  • gute Richtwirkung haben
  • weniger Störungen aufnehmen
  • leicht zu bauen sind
  • auch auf kleinen Grundstücken funktionieren

Typische Einsatzbereiche:

Frequenzbereich Warum die Quad hier beliebt ist
10–20 m Hervorragender DX‑Gewinn, flacher Abstrahlwinkel
6 m Sehr gute Richtwirkung, kompakte Bauform
2 m Für EME, Contesting und Richtfunk
11 m (CB) Weil CB‑Funker gerne übertreiben – und Quads das mitmachen

💪 5. Wo die Cubical Quad ihre Stärken ausspielt

  • DX‑Betrieb Flacher Abstrahlwinkel = weiter, weiter, weiter.
  • Rauscharmut Ideal für Standorte mit viel QRM.
  • Hoher Gewinn bei kompakter Größe Eine 2‑Element‑Quad schlägt oft eine 3‑Element‑Yagi.
  • Wetterfestigkeit Wenn richtig gebaut, überlebt sie fast alles – außer vielleicht den Nachbarn mit der Motorsäge.

⚖️ 6. Vergleich: Quad vs. andere Antennenformen

Tabellarischer Vergleich

Antennentyp Vorteile Nachteile
Cubical Quad Hoher Gewinn, leise, flacher Abstrahlwinkel, kompakt Mechanisch anspruchsvoll, Windlast, braucht Boom
Rundstrahler (Vertical) 360° Abstrahlung, einfach, günstig Wenig Gewinn, viel Rauschen, braucht gute Erde
Saginaw Gute Richtwirkung, historisch interessant Mechanisch komplex, selten genutzt
Rhombus Extrem hoher Gewinn, sehr effizient Riesiger Platzbedarf, kaum privat nutzbar
Delta Loop Einfacher als Quad, gute Effizienz Weniger Gewinn als Quad, größerer Footprint
Symmetrischer Drahtdipol Einfach, zuverlässig, breitbandig Keine Richtwirkung, höherer Abstrahlwinkel
Unsymmetrischer Draht (Endfed) Schnell aufgebaut, flexibel Hohe Mantelwellengefahr, ungleichmäßige Abstrahlung
Buddipole Portabel, modular, vielseitig Kompromissantenne, begrenzter Gewinn

🎯 7. Fazit – Die Quad ist die Diva, die liefert

Die Cubical Quad ist wie eine Mischung aus Schweizer Taschenmesser und Operndiva:

  • Sie verlangt etwas Aufmerksamkeit beim Bau.
  • Sie sieht beeindruckend aus.
  • Und wenn sie läuft, dann läuft sie richtig.

Wer DX liebt, wenig Platz hat oder einfach eine Antenne möchte, die nicht bei jedem Gewitter in Flammen aufgeht, findet in der Quad eine treue Begleiterin.

⚡ Transiente Überspannungen – Wenn Spannung plötzlich zu viel wird


🧭 Historischer Hintergrund: Von Blitzen und Blödsinn

Die Geschichte der transienten Überspannungen beginnt mit einem Naturphänomen, das schon die alten Römer für göttliche Launen hielten: Blitze. Doch erst mit der Elektrifizierung im 19. Jahrhundert wurde klar: Diese himmlischen Stromstöße sind nicht nur spektakulär, sondern auch technisch verheerend.

  • 1880er Jahre: Erste Berichte über Telegraphenanlagen, die nach Gewittern „plötzlich sehr ruhig“ waren – weil sie schlichtweg durchgebrannt waren.
  • 20. Jahrhundert: Mit dem Aufkommen von Funktechnik, Rundfunk und später Computern wurde klar: Nicht nur direkte Blitzeinschläge, sondern auch Schaltvorgänge, elektromagnetische Impulse und Induktionsphänomene können gefährliche Spannungsspitzen erzeugen.

📚 Was sind transiente Überspannungen?

Transiente Überspannungen sind kurzzeitige, plötzliche Spannungsspitzen, die weit über die normale Betriebsspannung hinausgehen. Sie dauern oft nur Mikrosekunden – aber das reicht, um Bauteile zu grillen wie ein Steak auf dem Funkgrill.

🔍 Ursachen:

  • Direkte oder nahegelegene Blitzeinschläge
  • Schaltvorgänge in Stromnetzen
  • Induktive Kopplung durch benachbarte Leitungen
  • Elektrostatische Entladungen (ESD)
  • HF-Einstrahlung durch starke Sender

🧪 Beispiele aus der Praxis

🏠 Haustechnik

  • Überspannung durch Blitzeinschlag → defekte Router, Fernseher, Waschmaschinen
  • Schaltvorgänge im Netz → flackernde LED-Beleuchtung

🏭 Industrie

  • Maschinensteuerungen reagieren auf Spannungsspitzen mit Fehlfunktionen oder Totalausfall
  • SPS-Systeme sind besonders empfindlich

📡 Amateurfunk

  • Antennen wirken wie Blitzableiter mit Sendelust
  • Koaxkabel leiten Spannungsspitzen direkt ins Shack
  • Transceiver verabschieden sich mit einem leisen „Puff“
  • Und der OM (Old Man) sagt: „Das war früher nicht so – da hat man noch mit Röhren gearbeitet!“

📡 Transiente Überspannungen im Amateurfunk

🎯 Typische Szenarien:

  • Blitzschlag in die Antenne → Spannungsspitze über Koaxleitung
  • HF-Einstrahlung in Steuerleitungen
  • Schaltvorgänge im Stromnetz → induktive Kopplung in Netzteilen

🧓 Schwarzer Humor:

Im Funkclub wird gern diskutiert, ob man „früher nicht einfach den Stecker gezogen hat“. Heute zieht man eher den Stecker – nachdem das Funkgerät schon gegrillt wurde. Und der alte OM erklärt, dass sein Röhrengerät das alles überlebt hätte – was stimmt, weil es nicht angeschlossen war.

🔍 Wie erkennt man transiente Überspannungen?

🧪 Symptome:

  • Plötzlicher Ausfall von Geräten
  • Verbrannte Bauteile
  • Sicherungen, die „ohne Grund“ fliegen
  • Messwerte, die sich plötzlich ändern
  • HF-Störungen oder Aussetzer

🧰 Messmittel:

  • Oszilloskop mit Speicherfunktion → Zeigt Spannungsspitzen im Mikrosekundenbereich
  • Transientenrekorder → Speziell für Netzanalysen
  • HF-Leistungsmesser → Zeigt plötzliche Einbrüche oder Peaks
  • EMV-Tester → Misst elektromagnetische Störgrößen

🛡️ Was kann man dagegen tun?

✔️ 1. Überspannungsschutzgeräte (SPD)

  • Ableiter für Netzspannung
  • Koax-Ableiter für Antennenleitungen
  • Blitzschutz nach VDE 0855

✔️ 2. Antennenerdung

  • Direkter Potentialausgleich
  • Blitzstrom wird abgeleitet, nicht ins Shack geführt

✔️ 3. Trennung bei Gewitter

  • Antenne abklemmen
  • Netzstecker ziehen
  • Funker ins Kellerloch schicken (optional)

✔️ 4. HF-Filter & Ferrite

  • Verhindern Einkopplung in Steuerleitungen
  • Reduzieren Mantelwellen

✔️ 5. Solide Erdung

  • Alle Geräte auf gleichem Potential
  • Keine „fliegenden Masseverbindungen“ wie im Bastelkeller von OM Horst

🧓 Funkclub-Folklore: Der OM und die Überspannung

  • „Ich hab noch nie einen Blitz gesehen, der meine Antenne getroffen hat.“ → Ja, weil du bei Gewitter den Fernseher schaust.
  • „Mein Röhrengerät hat das überlebt.“ → Weil es seit 1983 nicht mehr eingeschaltet wurde.
  • „Ich hab da so einen Eigenbau-Ableiter mit Bierdeckel und Kupferdraht.“ → Und der funktioniert genauso gut wie ein Regenschirm gegen Meteoriten.

📎 Fazit

Transiente Überspannungen sind kein Mythos, sondern reale Bedrohungen – besonders im Amateurfunk. Mit etwas Sachverstand, guter Erdung und dem Mut, auch mal neue Technik statt Nostalgie zu verwenden, lässt sich viel Schaden vermeiden.

Und wenn der OM wieder sagt: „Früher war alles besser“, dann antworte ruhig: „Früher war auch die Spannung stabil – weil niemand gesendet hat.“

🎙️ Piratenfunk auf Militärsatelliten – Technik, Anekdoten und schwarzer Humor

⚠️ Disclaimer: Der Empfang und insbesondere das Senden über militärische Satelliten ist in nahezu allen Ländern strengstens verboten und kann schwerwiegende rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dieser Artikel dient ausschließlich der technischen und historischen Betrachtung von dokumentierten Phänomenen. Wer hier auf dumme Ideen kommt, darf sich schon mal auf eine sehr persönliche Einladung der Militärpolizei freuen – und die servieren keinen Kaffee.

1. Was ist „Piratenfunk“ auf Militärsatelliten?

Unter Piratenfunk versteht man unautorisierte Sprachübertragungen über militärische UHF-Satelliten. Diese Relais, eigentlich für Flottenkommunikation, taktische Einheiten oder NATO-Partner gedacht, sind teilweise ungeschützt und reagieren schlicht auf jedes Signal im richtigen Frequenzbereich. Besonders in Südamerika (Brasilien ist berüchtigt) haben Hobbyfunker diese „Weltraumsprechstellen“ zweckentfremdet – vom Plausch über Fußball bis hin zu Liebesdramen in FM-Modulation.

2. Typische Frequenzbereiche

Die relevanten Satelliten (z. B. FltSatCom, UFO, Skynet, ComSatBw) arbeiten im UHF-P-Band:

  • 243–270 MHz (Downlink/Uplink)
  • 292–318 MHz (weitere Kanäle)

Beobachter berichten, dass 255,550 MHz oder 260,475 MHz immer wieder von Piraten belegt wurden. Dort hört man dann weniger militärische Kommandos, sondern eher portugiesische Familiengespräche – mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie ein NATO-Briefing, nur mit mehr Flüchen.

3. Technische Voraussetzungen

  • Antenne:
    • Eine Kreuz-Yagi oder Helixantenne mit 10–15 dB Gewinn, auf den geostationären Satelliten ausgerichtet.
    • Alternativ: modifizierte Amateurfunkantennen für 2m/70cm, angepasst auf 250 MHz.
  • Empfänger:
    • Breitband-Scanner oder SDR (z. B. Airspy, SDRplay, HackRF).
    • Muss schmalbandiges FM (NFM) im Bereich 240–320 MHz beherrschen.
  • Vorverstärker: Ein Low-Noise Amplifier (LNA) nahe der Antenne verbessert schwache Signale.
  • Tracking: Da viele Satelliten geostationär sind, reicht eine feste Ausrichtung. Für HEO/LEO-Satelliten (z. B. russische Meridian) ist Rotorsteuerung nötig.

4. Bekannte Aussendungen und Inhalte

  • Brasilianische Piraten: Fußballübertragungen, Familiengespräche, teils sogar Predigten.
  • Kuriose Fälle:
    • Einmal wurde ein ganzer Karaoke-Abend über einen US-Navy-Satelliten übertragen.
    • In den 2000ern hörte man auf 255 MHz eine Gruppe, die sich über „zu teure Bierpreise in São Paulo“ beschwerte – vermutlich die subversivste Nutzung eines Milliardenprojekts.
  • Militärische Reaktionen: 2009 wurden in Brasilien 39 Personen wegen solcher Aktivitäten verhaftet. Das zeigt: Die Betreiber hören sehr wohl mit – und lachen vermutlich nicht.

5. Schwarzer Humor am Rande

  • Funkamateure sagen: „Wer auf Militärsatelliten sendet, spielt russisches Roulette – nur dass die Trommel diesmal ein globales Abhörnetz ist.“
  • Ein alter DXer meinte: „Die Brasilianer nutzen US-Satelliten wie wir früher CB-Funk – nur dass bei ihnen der Nachbar plötzlich ein Admiral sein könnte.“
  • Und das wohl schwärzeste Bonmot: „Wenn du auf 255 MHz plauderst, hörst du vielleicht die Welt – aber die Welt hört garantiert auch dich.“

📡 Typische Frequenzbereiche

Frequenz (MHz) Nutzung / Beobachtung Modulation Bemerkung
243–270 UHF-Satcom Down-/Uplink NFM (schmalband FM) Klassischer Bereich, in Brasilien oft von „Piraten“ belegt
255,550 Häufig dokumentierte Piratenfrequenz NFM Fußball, Smalltalk, Predigten – alles außer Militär
260,475 Ebenfalls mehrfach beobachtet NFM Familiendramen und Karaoke statt Kommandos
292–318 Erweiterte Kanäle NFM Weniger frequentiert, aber technisch nutzbar

⚰️ Fazit mit schwarzem Augenzwinkern

Piratenfunk auf Militärsatelliten ist technisch faszinierend, rechtlich brandgefährlich und inhaltlich oft banaler als jede CB-Funkrunde. Wer zuhört, bekommt Alltagsdramen aus 36.000 km Höhe – wer sendet, bekommt Besuch.

Oder wie ein alter DXer sagte: „Manche Leute spielen mit Feuer – andere mit Militärsatelliten. Der Unterschied: Beim Feuer kommt die Feuerwehr, beim Satelliten die Marines.“

Oder wie man in der Szene sagt: „Satellitenpiraten sind die einzigen, die mit einem Handfunkgerät die NATO nervös machen können – und das ist schon fast Kunst.“

Der Skin‑Effekt – Warum Hochfrequenz lieber an der Oberfläche bleibt


🎛️ Einleitung: Wenn Strom plötzlich oberflächlich wird

Der Skin‑Effekt beschreibt ein physikalisches Phänomen, bei dem Wechselstrom – insbesondere bei hohen Frequenzen – nicht mehr gleichmäßig durch den gesamten Leiter fließt, sondern sich zunehmend auf dessen Oberfläche zurückzieht. Je höher die Frequenz, desto dünner wird diese „Stromschicht“.

Oder anders gesagt: HF-Strom ist wie ein britischer Aristokrat – je höher die gesellschaftliche Frequenz, desto weniger mischt er sich mit dem einfachen Volk im Inneren des Leiters.

🧭 Historischer Hintergrund: Von Maxwell bis heute

Der Skin‑Effekt wurde im 19. Jahrhundert im Zuge der Erforschung elektromagnetischer Felder entdeckt. Wesentliche Beiträge kamen von:

  • James Clerk Maxwell, dessen Gleichungen erstmals mathematisch beschrieben, wie elektrische und magnetische Felder miteinander interagieren.
  • Lord Kelvin, der erkannte, dass Wechselstrom sich bei steigender Frequenz anders verhält als Gleichstrom.
  • Oliver Heaviside, der die Theorie weiterentwickelte und für die praktische Anwendung in der Telegraphie nutzbar machte.

Damals war das Thema hochrelevant, weil lange Telegraphenleitungen plötzlich unerwartete Verluste zeigten. Heute betrifft es Funkamateure, HF‑Techniker, Energietechniker und jeden, der sich fragt, warum Koaxkabel nicht einfach aus massivem Stahl bestehen.

Was passiert technisch beim Skin‑Effekt?

Ohne Formeln, aber mit Klarheit:

  • Wechselstrom erzeugt ein sich ständig änderndes Magnetfeld.
  • Dieses Magnetfeld erzeugt wiederum Wirbelströme im Leiterinneren.
  • Diese Wirbelströme verdrängen den eigentlichen Nutzstrom nach außen.
  • Ergebnis: Der effektive Querschnitt des Leiters schrumpft mit steigender Frequenz.

Das führt zu:

  • Höherem Widerstand
  • Höheren Verlusten
  • Erwärmung
  • Und gelegentlich zu hitzigen Diskussionen im Amateurfunkverein, wenn jemand behauptet, dass „Kupferlackdraht bei 2 m Band völlig ausreicht“.

📡 Beispiele aus der Praxis

1. Hochfrequenztechnik

  • Koaxialkabel
  • Antennen
  • HF‑Spulen
  • Leiterbahnen auf Platinen

2. Energietechnik

  • Stromschienen in Umspannwerken
  • Hochstromleitungen mit Wechselstrom

3. Audio & Elektrotechnik

  • Bei Audiofrequenzen kaum relevant
  • Bei Schaltnetzteilen (kHz‑Bereich) bereits deutlich spürbar

4. Amateurfunk

Hier wird’s spannend – und manchmal komisch:

  • HF fließt außen auf dem Koaxschirm → Mantelwellen lassen grüßen
  • Antennendrähte müssen nicht massiv sein
  • Litze bringt Vorteile
  • Silberbeschichtung ist nicht nur „für die Optik“, sondern reduziert Verluste

🛰️ Skin‑Effekt im Amateurfunk: Worauf sollte man achten?

✔️ 1. Kabelwahl

  • Bei hohen Frequenzen (VHF/UHF) sind hochwertige Koaxkabel entscheidend.
  • Billigkabel aus dem Baumarkt funktionieren – aber nur, wenn man sie nicht benutzt.

✔️ 2. Antennenbau

  • Litze statt Massivdraht
  • Möglichst glatte Oberflächen
  • Silber oder verzinntes Kupfer kann sinnvoll sein

✔️ 3. Spulen & Induktivitäten

  • HF‑Spulen sollten aus HF‑Litze oder Rohrmaterial bestehen
  • Massiver Kupferdraht ist bei hohen Frequenzen ineffizient

✔️ 4. Verbindungen & Stecker

  • Korrosion erhöht den Oberflächenwiderstand → mehr Verluste
  • Regelmäßige Kontrolle lohnt sich

🔍 Wie erkennt man den Skin‑Effekt in der Praxis?

Natürlich sieht man ihn nicht direkt – außer man hat ein Elektronenmikroskop und zu viel Freizeit. Aber man kann ihn indirekt feststellen:

🧪 Typische Symptome

  • Unerwartete HF‑Verluste
  • Erwärmung von Leitern
  • Schlechter Wirkungsgrad von Antennen
  • Hohe Dämpfung bei Koaxkabeln
  • Verzerrte HF‑Signale

🧰 Messmittel, die helfen

  • VNA (Vector Network Analyzer) Misst Impedanzen, Verluste, SWR – der Skin‑Effekt zeigt sich in steigenden Verlusten bei höheren Frequenzen.
  • Oszilloskop mit HF‑Tastkopf Zeigt Signalverformungen und Dämpfung.
  • LCR‑Meter Misst Induktivität und Widerstand bei verschiedenen Frequenzen.
  • Thermografiekamera Zeigt Erwärmung durch erhöhte Oberflächenverluste.
  • HF‑Leistungsmesser Wenn am Ende der Leitung weniger ankommt als am Anfang – und nein, es liegt nicht immer am „schlechten Wetter“.

🛠️ Abhilfe: Was kann man tun?

✔️ 1. HF‑Litze verwenden

Viele dünne Einzeldrähte → mehr Oberfläche → weniger Verluste.

✔️ 2. Versilberte Leiter

Silber hat den geringsten HF‑Oberflächenwiderstand aller Metalle.

✔️ 3. Dickere Leiter

Mehr Oberfläche bedeutet weniger Skin‑Effekt‑Verluste.

✔️ 4. Hohlleiter oder Rohre

Bei sehr hohen Frequenzen fließt der Strom ohnehin nur außen – warum also Material verschwenden?

✔️ 5. Gute Stecker & saubere Kontakte

Korrosion wirkt wie ein HF‑Schwamm.

   ┌───────────────────────────────┐
   │   Skin-Effekt bei HF-Strömen  │
   └───────────────────────────────┘
          ↓ Stromverteilung
   ┌───────────────────────────────┐
   │   ●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●●    │  Niedrige Frequenz
   └───────────────────────────────┘

   ┌───────────────────────────────┐
   │   ○○○○○○○○○○○○○○○○○○○○○○○○    │  Hohe Frequenz
   └───────────────────────────────┘
   (● = Strom im ganzen Leiter, ○ = Strom nur außen)
   Antennendraht:
   ────────────────●───────────────
   HF fließt hier → ○○○○○○○○○○○○○○
   Koaxkabel:
   ┌───────────────┐
   │  Innenleiter   │  ← HF innen
   └───────────────┘
   ┌───────────────┐
   │   Schirm       │  ← HF außen
   └───────────────┘

😂 Humor zum Abschluss

Der Skin‑Effekt ist wie ein typischer Funkamateur auf dem Vereinsabend:

  • Er redet viel über Oberflächen.
  • Er meidet das Innere.
  • Und je höher die Frequenz, desto dünner wird seine Geduld, wenn jemand etwas falsch erklärt.

Und natürlich gibt es immer diesen einen OM, der behauptet, er habe den Skin‑Effekt persönlich erfunden – „damals, als wir noch Röhren hatten und Männer echte Antennen bauten“.

Und wer hat den Fehler in der Grafik oben gefunden?

🎬 Piratenfilm via Satellit – Technik, Anekdoten und Humor

Hinweis vorab: Der Empfang von Satellitensignalen unterliegt in jedem Land spezifischen gesetzlichen Regelungen. Wer sich mit „Piratenfilmen“ oder nicht lizenzierten Übertragungen beschäftigt, sollte sich bewusst sein, dass dies rechtliche Konsequenzen haben kann. Dieser Artikel dient ausschließlich der technischen und historischen Betrachtung – kein Freibrief für nächtliche Abenteuer mit der Bundesnetzagentur im Nacken.

1. Was ist ein „Piratenfilm“ im Satellitenkontext?

Mit „Piratenfilm“ sind nicht etwa Hollywood-Blockbuster mit Augenklappe gemeint, sondern unlizenzierte oder temporäre Übertragungen, die auf Satelliten-Transpondern auftauchen. Oft handelt es sich um Testsignale, versehentliche Feeds oder schlicht illegale Einspeisungen. Für den technisch Versierten sind sie wie Sternschnuppen: selten, flüchtig und manchmal so absurd, dass man sich fragt, ob der Absender nicht heimlich in einer Kellerbar in Bukarest sitzt.

2. Technische Voraussetzungen

  • Empfangsanlage:
    • Klassische Parabolantenne ab 80 cm Durchmesser (für Astra 19,2° Ost oder Hotbird 13° Ost meist ausreichend).
    • Für exotischere Positionen (z. B. 7° Ost, 42° Ost) sind 120 cm oder mehr empfehlenswert.
  • LNB: Universal-LNB mit LOF 9.750/10.600 MHz.
  • Receiver:
    • Moderne SDR-Empfänger (z. B. Airspy, SDRplay) ermöglichen flexible Analyse.
    • Alte IRMAS-Receiver (legendär in DX-Kreisen) können noch immer genutzt werden, wenn man sie mit einem DiSEqC-Schalter verheiratet.
    • Auch Klassiker wie D-Box 2 oder frühe Technisat-Modelle sind für Nostalgiker brauchbar.
  • Software: Blindscan-fähige Tools (z. B. CrazyScan) sind Pflicht, um flüchtige Signale zu erwischen.

3. Typische Frequenzen und Zeiten

  • Astra 19,2° Ost: Früher tauchten auf 11.479 H, SR 22000, FEC 5/6 gelegentlich unverschlüsselte Testfeeds auf.
  • Hotbird 13° Ost: Berüchtigt für „Wildfeeds“ auf 12.476 V, SR 27500.
  • Türksat 42° Ost: Immer wieder mal Sportübertragungen oder Filme ohne Rechte, meist abends zwischen 22:00 und 02:00 Uhr.
  • Eutelsat 7° Ost: Klassischer Tummelplatz für temporäre Feeds, oft nur wenige Minuten sichtbar.

Die „Piratenfilme“ erscheinen meist nachts oder am Wochenende, wenn Kontrollinstanzen offenbar auch lieber Netflix schauen.

4. Anekdoten aus der Szene

  • In den 90ern berichteten DXer von einem „Piratenkino“ auf Hotbird, das stundenlang VHS-Kopien von Actionfilmen ausstrahlte – mit hörbarem Kassettenklackern beim Umspulen.
  • Ein anderes Mal lief auf einem Feed-Transponder ein Hochzeitsvideo aus Osteuropa – vermutlich ein Techniker, der versehentlich den falschen Encoder fütterte.
  • Legendär: Ein „Testbild“ auf Astra, das über Stunden nur den Text „Don’t call us, we don’t care“ zeigte.

5. Brennende Empfänger und schwarzer Humor

Wer mit alten Receivern experimentiert, kennt das Risiko: Netzteile, die nach 20 Jahren plötzlich Rauchzeichen geben. In der Szene heißt es: „Wenn der Empfänger brennt, war das Signal wohl zu heiß.“ Und ja, manche Antennenbauer schwören darauf, dass eine 120er Schüssel bei Sturm mehr Adrenalin liefert als jeder Piratenfilm – besonders, wenn sie vom Balkon segelt und den Nachbarn fast zum Statisten macht.

6. Fazit

Der Reiz des „Piratenfilms“ liegt weniger im Inhalt als in der Jagd: Frequenzen scannen, exotische Signale finden, und sich insgeheim fragen, ob man gerade den einzigen Blick auf ein illegales Satellitenexperiment erhascht. Technisch ist es ein Spielplatz für Antennenbastler, rechtlich ein Minenfeld – und humoristisch ein Fest für alle, die schwarzen Humor lieben.

Oder wie ein alter DXer sagte: „Piratenfilme auf Satellit sind wie Geister: Man glaubt nicht dran – bis sie plötzlich im Spektrum auftauchen.“

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – Wenn die Sonne dem Amateurfunk den Stecker zieht


☀️ Einleitung: Wenn die Sonne schlechte Laune hat

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt ist einer dieser ionosphärischen Effekte, die Funkamateure gleichzeitig faszinieren und in den Wahnsinn treiben. Er tritt auf, wenn die Sonne spontan beschließt, einen Röntgen‑ oder UV‑Ausbruch Richtung Erde zu schicken – und die Ionosphäre darauf reagiert wie ein überfordertes Callcenter: Sie bricht einfach zusammen.

Das Ergebnis:

  • Kurzwelle? Tot.
  • DX? Vergiss es.
  • CQ‑Rufe? Verhallen im Nichts.
  • Der OM? Schaut ratlos auf sein SWR‑Meter und gibt dem Tuner die Schuld.

🔍 Was ist der Mögel‑Dellinger‑Effekt – einfach erklärt?

Der Effekt beschreibt einen plötzlichen, massiven Ausfall der Kurzwellen‑Ausbreitung, ausgelöst durch intensive solare Röntgenstrahlung. Diese Strahlung trifft die D‑Schicht der Ionosphäre und sorgt dafür, dass sie:

  • extrem stark ionisiert wird,
  • dadurch viel mehr HF absorbiert,
  • und Kurzwellen schlicht verschluckt.

Man könnte sagen: Die D‑Schicht wird zum HF‑Schwarzen Loch.

In einfachen Worten

Die Sonne schickt einen Röntgenblitz → Die D‑Schicht wird überaktiv → HF wird absorbiert → Kurzwelle stirbt → Funkamateur flucht.

📡 Wie äußert sich der Effekt im Amateurfunk?

1. Plötzlicher Zusammenbruch der Kurzwelle

Ein Moment vorher läuft noch ein entspanntes QSO auf 20 m – im nächsten Moment klingt es, als hätte jemand die Antenne aus dem Fenster geworfen.

2. Alle Bänder unter 20 MHz sind betroffen

Besonders schlimm trifft es:

  • 40 m
  • 80 m
  • 160 m
  • und alle OMs, die gerade stolz ihre neue Drahtantenne testen wollten.

3. Der Effekt tritt ohne Vorwarnung auf

Er dauert typischerweise 10 Minuten bis 1 Stunde. Gerade lang genug, um den OM dazu zu bringen, dreimal den Tuner zu resetten und die Koax‑Stecker zu kontrollieren.

4. Lokale Störungen? Nein – global!

Der Effekt betrifft die sonnenbeschienene Seite der Erde. Wenn du also tagsüber funken willst und die Sonne schlechte Laune hat, kannst du genauso gut versuchen, mit einer Taschenlampe die ISS anzublinken.

🧪 Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Das verschwundene 40‑m‑Band

Ein OM ruft CQ. Nichts passiert. Er ruft nochmal. Nichts. Er prüft das SWR. Perfekt. Er ruft erneut. Immer noch nichts. Er flucht. Dann schaut er auf die Sonnenaktivität – und erkennt: Dellinger‑Effekt. Die Sonne hat ihn einfach ignoriert.

Beispiel 2: Der Contest‑Albtraum

Gerade im CQ‑WW‑Contest, 14:32 Uhr, perfektes Band – und plötzlich: Stille. Der OM denkt: „Das muss der Nachbar gewesen sein!“ Nein. Es war die Sonne. Und sie hat gewonnen.

Beispiel 3: Der portable SOTA‑Operator

Nach 2 Stunden Aufstieg, 12 kg Ausrüstung, perfekter Standort. Er ruft CQ. Nichts. Er ruft nochmal. Nichts. Er schaut auf die Sonne. Sie grinst.

🧭 Warum heißt es eigentlich Mögel‑Dellinger‑Effekt?

Der Effekt wurde zuerst von John Howard Dellinger beschrieben. Der deutsche Physiker Hans Mögel untersuchte ihn später detailliert und ergänzte wichtige Erkenntnisse. Daher die Doppelbezeichnung.

Oder wie Funkamateure sagen würden: „Zwei Leute haben herausgefunden, warum mein Funkgerät manchmal einfach nicht funktioniert.“

⚙️ Technischer Hintergrund – ohne Formeln, versprochen

Die D‑Schicht

  • niedrigste Schicht der Ionosphäre
  • tagsüber aktiv, nachts fast weg
  • absorbiert Kurzwellen, besonders unter 10 MHz

Was passiert beim Effekt?

  • Röntgenstrahlung trifft die D‑Schicht
  • Ionisation steigt extrem
  • Absorption steigt massiv
  • HF wird „gefressen“
  • Kurzwelle bricht zusammen

Warum nur tagsüber?

Weil die D‑Schicht nachts schläft. Im Gegensatz zu Funkamateuren, die um 3 Uhr morgens auf 160 m DX jagen.

🧨 Humor aus dem Shack

  • „Der Dellinger‑Effekt ist der einzige Contest, den die Sonne immer gewinnt.“
  • „Wenn die D‑Schicht überreagiert, ist das wie ein OM mit zu viel Kaffee: alles absorbiert, nichts rausgelassen.“
  • „Der Effekt ist der Beweis, dass die Sonne Amateurfunk nicht mag.“
  • „Wenn plötzlich alle Bänder tot sind, ist es entweder der Dellinger‑Effekt – oder du hast das Koax vergessen anzuschließen.“

🧭 Fazit: Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – der HF‑Vernichter

Der Effekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie empfindlich die Kurzwellenkommunikation auf solare Ereignisse reagiert. Für Funkamateure bedeutet er:

  • spontane Funkstille,
  • unerklärliche Bandzusammenbrüche,
  • und die Erkenntnis, dass selbst die beste Antenne gegen die Sonne keine Chance hat.

Doch keine Sorge: Der Effekt geht vorbei. Und danach ist die Kurzwelle wieder da – so lebendig wie die Diskussionen im OV über „die beste Antenne“.

#MögelDellingerEffekt #DellingerEffekt #Kurzwelle #Amateurfunk #Ionosphäre #Funkstörungen #HFTechnik #Sonnensturm #RadiowavePropagation

Treffen am Samstag, den 07.02.2026, um 12:00 Uhr

Aufgepasst!
Es ist wieder ´mal soweit! Das nächste Treffen der IGAFU-Bonn findet am Samstag, den 07.02.2026, um 12:00 Uhr statt.

Auch wenn ihr jetzt denkt, ja das wissen wir doch, doppelt genäht hält halt besser. Ich bin mir sicher, nachdem das letzte Treffen ausfiel, gibt es viel zu berichten und das eine und andere auch noch zu tun. Einen kleinen Snack können wir auch wieder einplanen. Teilt auf unserem Threema-Kanal ein paar Tage vorher mit, ob ihr kommen könnt. Sonst gilt, wer nicht kommt zur rechten Zeit …

Übrigens: Schon ´mal gehört: „Latry App“ oder so?

Ich nicht! Nach unserem Treffen wisst ihr es!
Nur soviel: Es geht um den schnellen Weg ins fm-funknetz. Und um die praktische Einrichtung!

Latry ist eine mobile Anwendung für Funkamateure, die eine Verbindung zum SvxReflector-Netzwerk herstellt, um über das Internet per Tap-to-Talk zu kommunizieren. Sie ermöglicht als kleiner SvxLink-Client auf Android und iOS den Zugriff auf Gesprächsgruppen, nutzt den Opus-Codec für Audio-Streaming und ist ein nicht-offizielles Projekt für Hobbyisten. 

Wenn ihr es noch nicht wisst! Wie gesagt, danach wisst ihr mehr. Eine Teilnahme am Treffen lohnt sich, wie immer!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

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