Treffen am Samstag, den 07.02.2026, um 12:00 Uhr

Aufgepasst!
Es ist wieder ´mal soweit! Das nächste Treffen der IGAFU-Bonn findet am Samstag, den 07.02.2026, um 12:00 Uhr statt.

Auch wenn ihr jetzt denkt, ja das wissen wir doch, doppelt genäht hält halt besser. Ich bin mir sicher, nachdem das letzte Treffen ausfiel, gibt es viel zu berichten und das eine und andere auch noch zu tun. Einen kleinen Snack können wir auch wieder einplanen. Teilt auf unserem Threema-Kanal ein paar Tage vorher mit, ob ihr kommen könnt. Sonst gilt, wer nicht kommt zur rechten Zeit …

Übrigens: Schon ´mal gehört: „Latry App“ oder so?

Ich nicht! Nach unserem Treffen wisst ihr es!
Nur soviel: Es geht um den schnellen Weg ins fm-funknetz. Und um die praktische Einrichtung!

Latry ist eine mobile Anwendung für Funkamateure, die eine Verbindung zum SvxReflector-Netzwerk herstellt, um über das Internet per Tap-to-Talk zu kommunizieren. Sie ermöglicht als kleiner SvxLink-Client auf Android und iOS den Zugriff auf Gesprächsgruppen, nutzt den Opus-Codec für Audio-Streaming und ist ein nicht-offizielles Projekt für Hobbyisten. 

Wenn ihr es noch nicht wisst! Wie gesagt, danach wisst ihr mehr. Eine Teilnahme am Treffen lohnt sich, wie immer!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

🎬 Piratenfilm via Satellit – Technik, Anekdoten und Humor

Hinweis vorab: Der Empfang von Satellitensignalen unterliegt in jedem Land spezifischen gesetzlichen Regelungen. Wer sich mit „Piratenfilmen“ oder nicht lizenzierten Übertragungen beschäftigt, sollte sich bewusst sein, dass dies rechtliche Konsequenzen haben kann. Dieser Artikel dient ausschließlich der technischen und historischen Betrachtung – kein Freibrief für nächtliche Abenteuer mit der Bundesnetzagentur im Nacken.

1. Was ist ein „Piratenfilm“ im Satellitenkontext?

Mit „Piratenfilm“ sind nicht etwa Hollywood-Blockbuster mit Augenklappe gemeint, sondern unlizenzierte oder temporäre Übertragungen, die auf Satelliten-Transpondern auftauchen. Oft handelt es sich um Testsignale, versehentliche Feeds oder schlicht illegale Einspeisungen. Für den technisch Versierten sind sie wie Sternschnuppen: selten, flüchtig und manchmal so absurd, dass man sich fragt, ob der Absender nicht heimlich in einer Kellerbar in Bukarest sitzt.

2. Technische Voraussetzungen

  • Empfangsanlage:
    • Klassische Parabolantenne ab 80 cm Durchmesser (für Astra 19,2° Ost oder Hotbird 13° Ost meist ausreichend).
    • Für exotischere Positionen (z. B. 7° Ost, 42° Ost) sind 120 cm oder mehr empfehlenswert.
  • LNB: Universal-LNB mit LOF 9.750/10.600 MHz.
  • Receiver:
    • Moderne SDR-Empfänger (z. B. Airspy, SDRplay) ermöglichen flexible Analyse.
    • Alte IRMAS-Receiver (legendär in DX-Kreisen) können noch immer genutzt werden, wenn man sie mit einem DiSEqC-Schalter verheiratet.
    • Auch Klassiker wie D-Box 2 oder frühe Technisat-Modelle sind für Nostalgiker brauchbar.
  • Software: Blindscan-fähige Tools (z. B. CrazyScan) sind Pflicht, um flüchtige Signale zu erwischen.

3. Typische Frequenzen und Zeiten

  • Astra 19,2° Ost: Früher tauchten auf 11.479 H, SR 22000, FEC 5/6 gelegentlich unverschlüsselte Testfeeds auf.
  • Hotbird 13° Ost: Berüchtigt für „Wildfeeds“ auf 12.476 V, SR 27500.
  • Türksat 42° Ost: Immer wieder mal Sportübertragungen oder Filme ohne Rechte, meist abends zwischen 22:00 und 02:00 Uhr.
  • Eutelsat 7° Ost: Klassischer Tummelplatz für temporäre Feeds, oft nur wenige Minuten sichtbar.

Die „Piratenfilme“ erscheinen meist nachts oder am Wochenende, wenn Kontrollinstanzen offenbar auch lieber Netflix schauen.

4. Anekdoten aus der Szene

  • In den 90ern berichteten DXer von einem „Piratenkino“ auf Hotbird, das stundenlang VHS-Kopien von Actionfilmen ausstrahlte – mit hörbarem Kassettenklackern beim Umspulen.
  • Ein anderes Mal lief auf einem Feed-Transponder ein Hochzeitsvideo aus Osteuropa – vermutlich ein Techniker, der versehentlich den falschen Encoder fütterte.
  • Legendär: Ein „Testbild“ auf Astra, das über Stunden nur den Text „Don’t call us, we don’t care“ zeigte.

5. Brennende Empfänger und schwarzer Humor

Wer mit alten Receivern experimentiert, kennt das Risiko: Netzteile, die nach 20 Jahren plötzlich Rauchzeichen geben. In der Szene heißt es: „Wenn der Empfänger brennt, war das Signal wohl zu heiß.“ Und ja, manche Antennenbauer schwören darauf, dass eine 120er Schüssel bei Sturm mehr Adrenalin liefert als jeder Piratenfilm – besonders, wenn sie vom Balkon segelt und den Nachbarn fast zum Statisten macht.

6. Fazit

Der Reiz des „Piratenfilms“ liegt weniger im Inhalt als in der Jagd: Frequenzen scannen, exotische Signale finden, und sich insgeheim fragen, ob man gerade den einzigen Blick auf ein illegales Satellitenexperiment erhascht. Technisch ist es ein Spielplatz für Antennenbastler, rechtlich ein Minenfeld – und humoristisch ein Fest für alle, die schwarzen Humor lieben.

Oder wie ein alter DXer sagte: „Piratenfilme auf Satellit sind wie Geister: Man glaubt nicht dran – bis sie plötzlich im Spektrum auftauchen.“

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – Wenn die Sonne dem Amateurfunk den Stecker zieht


☀️ Einleitung: Wenn die Sonne schlechte Laune hat

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt ist einer dieser ionosphärischen Effekte, die Funkamateure gleichzeitig faszinieren und in den Wahnsinn treiben. Er tritt auf, wenn die Sonne spontan beschließt, einen Röntgen‑ oder UV‑Ausbruch Richtung Erde zu schicken – und die Ionosphäre darauf reagiert wie ein überfordertes Callcenter: Sie bricht einfach zusammen.

Das Ergebnis:

  • Kurzwelle? Tot.
  • DX? Vergiss es.
  • CQ‑Rufe? Verhallen im Nichts.
  • Der OM? Schaut ratlos auf sein SWR‑Meter und gibt dem Tuner die Schuld.

🔍 Was ist der Mögel‑Dellinger‑Effekt – einfach erklärt?

Der Effekt beschreibt einen plötzlichen, massiven Ausfall der Kurzwellen‑Ausbreitung, ausgelöst durch intensive solare Röntgenstrahlung. Diese Strahlung trifft die D‑Schicht der Ionosphäre und sorgt dafür, dass sie:

  • extrem stark ionisiert wird,
  • dadurch viel mehr HF absorbiert,
  • und Kurzwellen schlicht verschluckt.

Man könnte sagen: Die D‑Schicht wird zum HF‑Schwarzen Loch.

In einfachen Worten

Die Sonne schickt einen Röntgenblitz → Die D‑Schicht wird überaktiv → HF wird absorbiert → Kurzwelle stirbt → Funkamateur flucht.

📡 Wie äußert sich der Effekt im Amateurfunk?

1. Plötzlicher Zusammenbruch der Kurzwelle

Ein Moment vorher läuft noch ein entspanntes QSO auf 20 m – im nächsten Moment klingt es, als hätte jemand die Antenne aus dem Fenster geworfen.

2. Alle Bänder unter 20 MHz sind betroffen

Besonders schlimm trifft es:

  • 40 m
  • 80 m
  • 160 m
  • und alle OMs, die gerade stolz ihre neue Drahtantenne testen wollten.

3. Der Effekt tritt ohne Vorwarnung auf

Er dauert typischerweise 10 Minuten bis 1 Stunde. Gerade lang genug, um den OM dazu zu bringen, dreimal den Tuner zu resetten und die Koax‑Stecker zu kontrollieren.

4. Lokale Störungen? Nein – global!

Der Effekt betrifft die sonnenbeschienene Seite der Erde. Wenn du also tagsüber funken willst und die Sonne schlechte Laune hat, kannst du genauso gut versuchen, mit einer Taschenlampe die ISS anzublinken.

🧪 Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Das verschwundene 40‑m‑Band

Ein OM ruft CQ. Nichts passiert. Er ruft nochmal. Nichts. Er prüft das SWR. Perfekt. Er ruft erneut. Immer noch nichts. Er flucht. Dann schaut er auf die Sonnenaktivität – und erkennt: Dellinger‑Effekt. Die Sonne hat ihn einfach ignoriert.

Beispiel 2: Der Contest‑Albtraum

Gerade im CQ‑WW‑Contest, 14:32 Uhr, perfektes Band – und plötzlich: Stille. Der OM denkt: „Das muss der Nachbar gewesen sein!“ Nein. Es war die Sonne. Und sie hat gewonnen.

Beispiel 3: Der portable SOTA‑Operator

Nach 2 Stunden Aufstieg, 12 kg Ausrüstung, perfekter Standort. Er ruft CQ. Nichts. Er ruft nochmal. Nichts. Er schaut auf die Sonne. Sie grinst.

🧭 Warum heißt es eigentlich Mögel‑Dellinger‑Effekt?

Der Effekt wurde zuerst von John Howard Dellinger beschrieben. Der deutsche Physiker Hans Mögel untersuchte ihn später detailliert und ergänzte wichtige Erkenntnisse. Daher die Doppelbezeichnung.

Oder wie Funkamateure sagen würden: „Zwei Leute haben herausgefunden, warum mein Funkgerät manchmal einfach nicht funktioniert.“

⚙️ Technischer Hintergrund – ohne Formeln, versprochen

Die D‑Schicht

  • niedrigste Schicht der Ionosphäre
  • tagsüber aktiv, nachts fast weg
  • absorbiert Kurzwellen, besonders unter 10 MHz

Was passiert beim Effekt?

  • Röntgenstrahlung trifft die D‑Schicht
  • Ionisation steigt extrem
  • Absorption steigt massiv
  • HF wird „gefressen“
  • Kurzwelle bricht zusammen

Warum nur tagsüber?

Weil die D‑Schicht nachts schläft. Im Gegensatz zu Funkamateuren, die um 3 Uhr morgens auf 160 m DX jagen.

🧨 Humor aus dem Shack

  • „Der Dellinger‑Effekt ist der einzige Contest, den die Sonne immer gewinnt.“
  • „Wenn die D‑Schicht überreagiert, ist das wie ein OM mit zu viel Kaffee: alles absorbiert, nichts rausgelassen.“
  • „Der Effekt ist der Beweis, dass die Sonne Amateurfunk nicht mag.“
  • „Wenn plötzlich alle Bänder tot sind, ist es entweder der Dellinger‑Effekt – oder du hast das Koax vergessen anzuschließen.“

🧭 Fazit: Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – der HF‑Vernichter

Der Effekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie empfindlich die Kurzwellenkommunikation auf solare Ereignisse reagiert. Für Funkamateure bedeutet er:

  • spontane Funkstille,
  • unerklärliche Bandzusammenbrüche,
  • und die Erkenntnis, dass selbst die beste Antenne gegen die Sonne keine Chance hat.

Doch keine Sorge: Der Effekt geht vorbei. Und danach ist die Kurzwelle wieder da – so lebendig wie die Diskussionen im OV über „die beste Antenne“.

#MögelDellingerEffekt #DellingerEffekt #Kurzwelle #Amateurfunk #Ionosphäre #Funkstörungen #HFTechnik #Sonnensturm #RadiowavePropagation

Fuchskreis‑Antenne vs. End‑Fed‑Antenne – ein technischer Vergleich mit bitterbösem Shack‑Humor


🎛️ Einleitung: Zwei Antennen, ein Ziel – und viele Meinungen

Wenn es im Amateurfunk etwas gibt, das mehr religiöse Züge trägt als die Frage „Welche Endstufe ist die beste?“, dann ist es die Diskussion über Fuchskreis‑Antennen und End‑Fed‑Antennen. Beide versprechen:

  • kompakte Bauform,
  • einfache Installation,
  • und die Möglichkeit, HF in die Welt zu schleudern, ohne dass der Nachbar sofort die Bundesnetzagentur ruft.

Doch die beiden Antennentypen funktionieren völlig unterschiedlich – und haben jeweils ihre ganz eigenen Macken, Stärken und humoristischen Katastrophenpotenziale.

🌀 Die Fuchskreis‑Antenne – der HF‑Zauberkasten für Puristen

Die Fuchskreis‑Antenne ist im Grunde ein resonanter Schwingkreis, der eine Drahtantenne speist. Sie besteht aus:

  • einer Spule,
  • einem Drehkondensator,
  • einem Koppeltransformator,
  • und einem Draht, der so lang ist, wie der Platz im Garten eben zulässt.

Wie funktioniert sie?

Der Fuchskreis stimmt sich auf die Resonanzfrequenz ab und koppelt HF in den Draht. Der Trick: Der Sender sieht eine saubere Impedanz, obwohl die Antenne selbst oft alles andere als sauber ist. Der Fuchskreis ist also eine Art HF‑Therapeut, der dem Sender sagt: „Alles ist gut, du bist 50 Ohm wert, du schaffst das.“

Typische Eigenschaften

  • Sehr effizient auf einem einzigen Band
  • Extrem empfindlich gegenüber Veränderungen der Umgebung
  • Perfekt für QRP und portable Einsätze
  • Weniger geeignet für OMs, die beim Abstimmen zittrige Hände haben

Humor aus dem Shack

„Der Fuchskreis ist wie ein alter Röhrenverstärker: klingt toll, funktioniert super – aber wehe, du fasst ihn an.“

Die End‑Fed‑Antenne – die Allzweckwaffe für Minimalisten

Die End‑Fed‑Antenne ist ein endgespeister Draht, der über einen Impedanztransformator (meist 1:49 oder 1:64) an den Transceiver angepasst wird.

Wie funktioniert sie?

Der Transformator sorgt dafür, dass der Draht – der eigentlich eine Impedanz hat, die irgendwo zwischen „viel zu hoch“ und „astronomisch“ liegt – auf 50 Ohm gebracht wird. Der Draht selbst arbeitet als Halbwellenstrahler oder Vielfaches davon.

Typische Eigenschaften

  • Sehr breitbandig, wenn ein Tuner verwendet wird
  • Funktioniert auf vielen Bändern
  • Sehr beliebt bei OMs, die „einfach nur funken wollen“
  • Neigt dazu, HF in den Shack zurückzuschicken, wenn die Mantelwellensperre fehlt (was zu spontanen Computerabstürzen, Katzenflucht und LED‑Flackern führen kann)

Humor aus dem Shack

„Die End‑Fed ist wie ein Schweizer Taschenmesser: kann alles irgendwie – aber nichts perfekt.“

📊 Tabellarischer Vergleich: Fuchskreis vs. End‑Fed

Kriterium Fuchskreis‑Antenne End‑Fed‑Antenne
Effizienz Sehr hoch auf dem einen Resonanzband Gut, aber abhängig von Transformator & Mantelwellensperre
Breitbandigkeit Sehr gering – monoband Hoch – multibandfähig
Baumgröße / Platzbedarf Mittel – Drahtlänge abhängig vom Band Gering bis mittel – sehr flexibel
Abstimmaufwand Hoch – Drehkondensator muss exakt eingestellt werden Niedrig – meist Plug‑and‑Play
Störanfälligkeit Gering Mittel bis hoch (HF im Shack möglich)
Ideal für QRP, SOTA, Puristen Portable, Multiband, Einsteiger
Nachbarschaftsverträglichkeit Gut – wenig Mantelwellen Schwankend – abhängig von Sperre & Aufbau
Humorfaktor „Warum dreht der OM schon wieder am Knopf?“ „Warum flackert der Fernseher vom Nachbarn?“

🛠️ Bauvorschläge für die üblichen Amateurfunkbänder

Fuchskreis‑Antenne – Bauvorschläge

40 m Band

  • Drahtlänge: ca. 20 m
  • Spule: 30–40 Windungen auf T80‑2 oder T130‑2
  • Drehkondensator: 50–200 pF
  • Perfekt für: Wald, Wiese, Balkon, Gartenzaun

20 m Band

  • Drahtlänge: ca. 10 m
  • Spule: 20–25 Windungen
  • Sehr gut für QRP‑Betrieb

10 m Band

  • Drahtlänge: ca. 5 m
  • Spule: 10–12 Windungen
  • Ideal für portable Einsätze bei Sporadic‑E

End‑Fed‑Antenne – Bauvorschläge

Multiband 10/15/20/40 m

  • Transformator: 1:49 (FT240‑43 oder FT140‑43)
  • Drahtlänge: 20–21 m
  • Mantelwellensperre: unbedingt 5–7 Windungen RG‑58 auf FT240‑31
  • Funktioniert fast überall – sogar zwischen zwei Apfelbäumen

80/40/20/10 m

  • Transformator: 1:64
  • Drahtlänge: 40–41 m
  • Perfekt für Gartenbesitzer, die sich nicht scheuen, den Draht „kreativ“ zu verlegen

QRP‑End‑Fed für 20 m

  • Transformator: 1:49 auf FT82‑43
  • Drahtlänge: 10 m
  • Ideal für SOTA, POTA, „Ich will nur kurz funken“-Momente

🧭 Fazit: Welche Antenne ist die richtige?

Die Antwort ist wie immer im Amateurfunk: „Es kommt darauf an.“

  • Wer maximale Effizienz auf einem Band will → Fuchskreis
  • Wer Multiband ohne viel Aufwand will → End‑Fed
  • Wer Spaß an HF‑Chaos hat → beide ausprobieren
  • Wer Nachbarn hat, die empfindlich reagieren → Fuchskreis bevorzugen
  • Wer gerne improvisiert → End‑Fed über die Regenrinne werfen und CQ rufen

Am Ende gilt: Die beste Antenne ist die, die du aufbaust – nicht die, über die du diskutierst.

#Fuchskreis #EndFed #Antenne #Amateurfunk #Kurzwelle #QRP #PortableAntenne #HFTechnik #Antennenvergleich #Funktechnik

Die Kosmische Hintergrundstrahlung – das Rauschen der Schöpfung


Einleitung: Das älteste Signal im Universum

Die Kosmische Hintergrundstrahlung (CMB, Cosmic Microwave Background) ist das älteste Echo, das wir kennen. Sie stammt aus einer Zeit, als das Universum gerade einmal 380.000 Jahre alt war – also ein schreiendes Baby im kosmischen Maßstab. Heute erreicht sie uns als schwaches Mikrowellenrauschen, das den gesamten Himmel gleichmäßig durchdringt.

Mit schwarzem Humor gesagt: Die CMB ist der kosmische Tinnitus. Sie ist immer da, sie nervt, und du wirst sie nie los.

Was ist die CMB eigentlich?

  • Sie ist das Nachglühen des Urknalls.
  • Damals kühlte das Universum so weit ab, dass Licht sich frei bewegen konnte. Seitdem reist dieses Licht durch den Kosmos – gedehnt, gestreckt und heute im Mikrowellenbereich angekommen.
  • Ihre Temperatur liegt bei etwa 2,7 Kelvin – also knapp über dem absoluten Nullpunkt. Mit anderen Worten: Das Universum ist kalt, aber nicht tot.

Beispiele aus dem Alltag

Man könnte meinen, die CMB sei nur für Astrophysiker interessant. Aber nein, sie steckt auch in deinem Alltag:

  • Alter Röhrenfernseher: Wer sich noch an das Schneegestöber zwischen den Kanälen erinnert – etwa 1 % dieses Rauschens stammt direkt von der kosmischen Hintergrundstrahlung. Ja, dein Fernseher hat das Universum empfangen, bevor Netflix es cool machte.
  • Mikrowelle: Die Strahlung liegt im Mikrowellenbereich. Zum Glück ist sie so schwach, dass sie dein Mittagessen nicht aufwärmt. Sonst wäre die Lasagne schon heiß, bevor du sie in die Mikrowelle stellst – und das wäre zwar praktisch, aber auch verdächtig.
  • Handyempfang: Dein Smartphone kämpft nicht nur mit Betonwänden und Funklöchern, sondern auch mit dem Grundrauschen des Universums. Wenn also wieder jemand behauptet, du hättest „kein Netz“ – gib der Kosmischen Hintergrundstrahlung die Schuld.

Wie kann man die CMB messen?

Es gibt verschiedene Methoden, die CMB sichtbar zu machen:

  • Radioteleskope: Große Parabolantennen, wie sie in Effelsberg oder Arecibo (R.I.P.) standen, können die Hintergrundstrahlung direkt messen.
  • Satellitenmissionen: COBE, WMAP und Planck (ja, benannt nach dem Planck) haben die CMB kartiert und winzige Temperaturunterschiede sichtbar gemacht.
  • Amateur-Experimente: Mit einem alten Satellitenspiegel, einem empfindlichen LNB (Low Noise Block) und einem SDR-Empfänger kann man tatsächlich das Rauschen der CMB nachweisen. Es ist schwach, aber es ist da – und es ist älter als jede Antenne, die du je gebaut hast.

Einfluss auf den Amateurfunk

Auch wenn Funkamateure selten direkt die CMB messen, sie ist immer im Hintergrund präsent:

  • Grundrauschen: Die CMB trägt zum unvermeidlichen Rauschpegel bei. Selbst wenn du alle irdischen Störquellen eliminierst, bleibt ein Rest – das Echo des Urknalls.
  • Empfindliche Empfänger: Moderne SDRs und LNAs (Low Noise Amplifier) kommen so nah an die physikalischen Grenzen, dass die CMB tatsächlich eine Rolle spielt.
  • Satellitenkommunikation: Bei sehr hohen Frequenzen (z. B. im Ka-Band) ist die CMB Teil des Rauschhintergrunds, den man berücksichtigen muss.

Mit schwarzem Humor gesagt: Die CMB ist der älteste Funkamateur der Welt. Sie sendet seit 13,8 Milliarden Jahren, ohne Rufzeichen, ohne Lizenz, und niemand kann sie abschalten.

Fazit: Das ewige Rauschen

Die Kosmische Hintergrundstrahlung ist:

  • das älteste Signal, das wir empfangen können,
  • der Beweis für den Urknall,
  • und das unvermeidliche Grundrauschen in jedem Empfänger.

Sie ist die stille Erinnerung daran, dass wir alle in einem Universum leben, das schon lange vor uns „on air“ war.

Oder wie man im Shack sagen könnte: „CQ CQ CQ – hier spricht das Universum. Dauerbetrieb seit 13,8 Milliarden Jahren. Keine QSL-Karten.“

📡 FMT‑Hub im CB‑Funk – Technik, Regulierung und das große Spektrum‑Drama

Warum man im Wasserfall sofort sieht, wenn ein OM sein Amateurfunkgerät „nur mal kurz“ auf CB ausprobiert

🧭 1. Was ist eigentlich FMT‑Hub?

FMT‑Hub (Frequenzmodulations‑Hub) beschreibt die maximale Frequenzabweichung, die ein FM‑Signal im CB‑Funk erzeugen darf. In Deutschland ist das klar geregelt:

  • FM‑Hub im CB‑Funk: max. ±2 kHz
  • FM‑Hub im Amateurfunk (je nach Band/Modulation): oft ±2,5 kHz, ±5 kHz oder sogar ±7,5 kHz

Und genau hier beginnt das Spektakel.

🎭 Warum man im Spektrum sofort erkennt, wenn ein OM „nur mal kurz“ auf CB funkt

Weil ein Amateurfunkgerät, das auf CB „aus Versehen“ mit 5 kHz Hub sendet, im Wasserfall aussieht wie ein aufgeplatzter Farbeimer.

Während ein sauber eingestelltes CB‑FM‑Signal schlank und elegant wirkt, präsentiert sich der OM‑Hub wie:

CB-FM:      |----|  
OM-FM:   |--------------|

Man erkennt es sofort. Sogar schneller als ein OM erkennt, dass sein Mikrofonstecker nicht richtig drin ist.

Und natürlich kommt dann der Klassiker:

„Also mein Gerät macht das schon immer so, das ist völlig normal!“

Nein, ist es nicht. Es ist einfach zu viel Hub. Und im CB‑Funk ist das so erlaubt wie ein 2‑kW‑Linearverstärker im Handschuhfach.

🔧 2. Multiformat‑CB‑Geräte – die Schweizer Taschenmesser des 11‑Meter‑Bands

Moderne CB‑Funkgeräte können heute mehr als nur AM und FM. Sie sind Multiformat‑Geräte, also Geräte, die mehrere Betriebsarten beherrschen:

  • AM
  • FM
  • SSB (USB/LSB)
  • teilweise digitale Modi (z. B. für PMR‑ähnliche Features, aber innerhalb der CB‑Regeln)

💡 Was macht sie besonders?

  • Sie passen sich verschiedenen europäischen Ländern an (verschiedene Kanalraster, Leistungen, Modulationsarten).
  • Sie bieten bessere Filter, saubere Modulation und flexible Betriebsarten.
  • Sie sind technisch oft hochwertiger als die alten „Kofferradios“ aus den 80ern.

Und natürlich sorgt das dafür, dass manche ältere OMs sofort skeptisch werden:

„Also früher hatten wir nur AM, und das hat gereicht!“

Ja, früher hatten wir auch Telefone mit Wählscheibe. War auch nicht besser.

📻 3. Warum auf der Triple‑Five (27.555 USB) mehr los ist als auf der Deutschen Welle

Die 27.555 MHz USB – liebevoll „Triple‑Five“ – ist die inoffizielle internationale DX‑Anruf‑ und Sammelfrequenz im 11‑Meter‑Bereich.

Und dort ist oft mehr Betrieb als auf manchem Kurzwellen-Afu Band:

  • Weltweiter DX‑Verkehr
  • Stationen aus allen Kontinenten
  • Ständige Aktivität bei guten Bedingungen
  • Ein Mix aus CB‑Funkern, Freebandern und gelegentlich verwirrten OMs

🎧 Warum so viel los ist

  1. Propagation: 27 MHz liegt perfekt im Bereich, wo Sporadic‑E, F‑Layer‑DX und Bodenwelle sich die Klinke in die Hand geben.
  2. USB‑Betrieb: Schmalbandiger, effizienter, weiter reichend.
  3. Internationaler Treffpunkt: Jeder weiß: Wenn irgendwo was geht, dann dort.
  4. Keine Musik, keine Nachrichten, keine Predigten Nur Funkverkehr. Und manchmal auch Funkverkehr, der klingt wie eine Predigt.

🏁 Fazit: CB‑Funk ist technisch spannender, als viele glauben

  • FMT‑Hub ist wichtig, weil zu viel Hub sofort auffällt – besonders, wenn ein OM sein AFU‑Gerät „mal eben“ auf CB nutzt.
  • Multiformat‑Geräte sind moderne Alleskönner, die CB‑Funk technisch auf ein neues Level heben.
  • Die Triple‑Five ist lebendiger als so mancher Rundfunksender – und definitiv unterhaltsamer.

Und das Beste:

CB‑Funk ist der einzige Bereich, in dem man mit 12 Watt Slegal weltweit gehört werden kann – vorausgesetzt, die Sonne hat gute Laune.

Die Korteweg–de-Vries-Gleichung: Wenn Wellen nicht mehr nett sind


Es gibt Wellen, die sich brav verhalten. Und dann gibt es die anderen – die Einzelgänger, die sich nicht auflösen, nicht zerstreuen, sondern einfach durchziehen. Willkommen in der Welt der Solitonen, mathematisch regiert von der Korteweg–de-Vries-Gleichung. Eine Gleichung, die so elegant ist, dass sie fast schon beleidigend wirkt – zumindest für alle, die sie zu lösen versuchen.

Ursprung: Zwei Niederländer und ein Wasserkanal

Ende des 19. Jahrhunderts beobachtete ein gewisser John Scott Russell eine seltsame Welle, die sich in einem Kanal ausbreitete – allein, stabil, unbeeindruckt von Reibung oder Zerfall. Zwei Mathematiker, Korteweg und de Vries, nahmen sich der Sache an und formulierten eine Gleichung, die dieses Verhalten beschrieb. Sie kombinierten zwei Effekte:

  • Nichtlinearität: Große Wellen verhalten sich anders als kleine.
  • Dispersion: Verschiedene Wellenlängen bewegen sich unterschiedlich schnell.

Das Ergebnis war eine Gleichung, die stabile Wellenformen erlaubt – Solitonen. Eine Art mathematischer Punk: gegen den Strom, aber mit Stil.

Anwendungen: Von Wasser bis Funk

Die KdV-Gleichung ist ein Chamäleon. Sie taucht überall dort auf, wo Wellen sich nicht linear benehmen – also fast überall, wo es spannend wird:

  • Wasserwellen: Flache Kanäle, Gezeiten, Hafenphysik.
  • Plasmaphysik: Wellen in ionisierten Gasen, etwa in der Ionosphäre.
  • Optik: Lichtpulse in Glasfasern, die sich über Kilometer nicht verformen.
  • Festkörperphysik: Gitterschwingungen, die sich wie Wellen verhalten.

Und ja, auch im Amateurfunk gibt es Berührungspunkte – subtil, aber real.

Amateurfunk: Wenn die Ionosphäre mitrechnet

Funkamateure nutzen die Ionosphäre, um Signale über den Globus zu schicken. Diese Schicht ist ein Plasma – und Plasmen sind berüchtigt für nichtlineare Wellenphänomene. Die KdV-Gleichung hilft, solche Effekte zu verstehen:

  • Langstreckenverbindungen: Warum manche Signale stabil bleiben, andere zerfasern.
  • Digitale Betriebsarten: Wie sich Pulse über große Distanzen verformen.
  • Nichtlineare Leitungen: In Experimenten mit Hochspannung oder Impulstechnik.

Die Gleichung selbst wird selten direkt gelöst – aber ihre Konsequenzen sind spürbar. Wenn dein FT8-Signal plötzlich aussieht wie ein Picasso, war vielleicht ein Soliton beteiligt.

Intuition: Warum die Welle nicht zerfällt

Stell dir eine Welle vor, die sich ausbreitet. Normalerweise wird sie flacher, breiter, verliert ihre Form. Aber wenn die Nichtlinearität die Dispersion genau ausgleicht, entsteht ein Gleichgewicht. Die Welle bleibt stabil – wie ein Jogger, der exakt die richtige Geschwindigkeit gefunden hat, um nicht zu stolpern.

Fazit: Die Gleichung, die keiner sieht – aber jeder spürt

Die Korteweg–de-Vries-Gleichung ist wie ein stiller Dirigent im Orchester der Wellenphysik. Sie regelt, wie sich bestimmte Wellen verhalten – ob im Wasser, im Plasma oder im Funkkanal. Für Funkamateure ist sie kein Werkzeug, sondern ein Hintergrundrauschen der Physik. Aber wer sie versteht, sieht mehr: Muster, Stabilität, und manchmal sogar Schönheit in der Chaoszone.

Und wenn du das nächste Mal ein Signal sendest, das sich über Kontinente hinweg stabil hält, denk daran: Vielleicht war da ein Soliton unterwegs – und die KdV-Gleichung hat ihm den Weg gezeigt.

📡 Beispiele aus der Funkpraxis

1. Langstreckenverbindungen über die Ionosphäre

  • Die Ionosphäre ist ein dispersives Medium: verschiedene Frequenzen werden unterschiedlich stark gebrochen.
  • Bei hoher Sonnenaktivität oder schnellen Störungen können nichtlineare Effekte auftreten – etwa plötzliche Dichteschwankungen.
  • Das führt zu:
    • Frequenzabhängiger Laufzeitverzerrung (Gruppenlaufzeit)
    • Signalverformung, besonders bei kurzen Pulsen
    • Mehrwegeausbreitung, die sich nicht linear überlagert

➡️ Die KdV-Gleichung hilft, solche Wellenphänomene in Plasmen zu modellieren – etwa die Bildung von stabilen Wellenpaketen, die sich über große Distanzen halten.

2. Nichtlineare Übertragungsleitungen

  • In Experimenten mit Varaktoren (spannungsabhängige Kapazitäten) oder nichtlinearen Induktivitäten entstehen Leitungen, die sich nicht linear verhalten.
  • Impulse, die durch solche Leitungen laufen, können sich verformen oder stabilisieren – je nach Balance zwischen Nichtlinearität und Dispersion.
  • In der Praxis genutzt für:
    • Impulsformung in Hochfrequenztechnik
    • Radartechnik und schnelle Pulssignale
    • EME (Earth-Moon-Earth)-Kommunikation mit extrem kurzen, hochenergetischen Signalen

➡️ Die KdV-Gleichung beschreibt genau solche Impulsverläufe – sie liefert Modelle für stabile, nichtlineare Wellenpakete.

3. Digitale Betriebsarten mit schmaler Bandbreite

  • FT8, JT65, PSK31 und ähnliche Betriebsarten nutzen extrem schmale Bandbreiten.
  • Bei langen Übertragungswegen (z. B. über die Ionosphäre) kann die Modulationshüllkurve durch dispersive Effekte verzerrt werden.
  • Besonders bei schnellen Modulationsformen (z. B. QAM, OFDM) in experimentellen Setups:
    • Nichtlineare Verzerrung durch Verstärker oder Leitung
    • Dispersion durch das Medium selbst

➡️ In der Theorie kann man die Hüllkurve solcher Signale mit Gleichungen beschreiben, die KdV-ähnlich sind – sie zeigen, wie sich die Form des Signals über Zeit verändert.

4. Solitonartige Pulse in Glasfasern und Mikrowellen

  • In der optischen Kommunikation (z. B. bei HAM-Experimenten mit Laser oder Mikrowellen) entstehen bei bestimmten Bedingungen Solitonen.
  • Diese Pulse behalten ihre Form über Kilometer – ideal für stabile Übertragung.
  • Auch in Mikrowellen-Leitungen mit nichtlinearen Elementen können solche Pulse auftreten.

➡️ Die KdV-Gleichung liefert die mathematische Grundlage für diese stabilen Pulse – sie sind das Paradebeispiel für „Wellen mit Charakter“.

🔊 Modulationsformen und ihre Empfindlichkeit

Modulationsart Empfindlich für Nichtlinearität Empfindlich für Dispersion Bemerkung
AM (Amplitude Modulation) Hoch Mittel Verzerrt bei Verstärkersättigung
FM (Frequenz Modulation) Gering Hoch Frequenzverschiebung durch Dispersion
PSK (Phase Shift Keying) Mittel Hoch Phasenverzerrung bei Laufzeitunterschieden
QAM (Quadrature Amplitude Modulation) Hoch Hoch Besonders anfällig für beide Effekte
OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) Hoch Hoch Komplexe Korrekturmechanismen nötig
FT8 / JT65 Mittel Mittel Robust, aber bei extremen Bedingungen beeinflussbar

➡️ Je komplexer die Modulation, desto stärker wirken sich nichtlineare und dispersive Effekte aus – genau die Kombination, die die KdV-Gleichung beschreibt.

 

⏱️ DCF77 auf KiwiSDR: Zeit hören, dekodieren


📡 Was ist DCF77 überhaupt?

  • Sender: Mainflingen bei Frankfurt
  • Frequenz: 77,5 kHz (Langwelle)
  • Reichweite: Bis ~2000 km, wenn nicht gerade dein Nachbar mit Billig-LEDs die Ionosphäre grillt
  • Signal: Jede Sekunde ein Dip – 100 ms = „0“, 200 ms = „1“, die 60. Sekunde bleibt frei (die Zeit braucht eben auch mal Urlaub)

🛠️ Schritt-für-Schritt: Empfang auf KiwiSDR

  1. KiwiSDR öffnen
    • Wähle einen Empfänger in Deutschland oder Nachbarländern.
    • Bonus: nachts ist das Signal oft sauberer, tagsüber kämpfst du gegen das Brummen der Welt.
  2. Frequenz einstellen
    • Stelle exakt 77,5 kHz ein.
    • Modus: AM oder direkt die Timecode/DC77-Extension.
  3. Filter & Bandbreite
    • Bandbreite: 200–500 Hz.
    • AGC moderat, Noise-Blanker vorsichtig – sonst „heilt“ er die Dips weg.
  4. Decoder aktivieren
    • Menü „Extensions“ → Timecode/DC77 auswählen.
    • Beobachte, wie die Bits einlaufen: Minuten, Stunden, Datum, Sommerzeit-Flag.
  5. Geduld haben
    • Mindestens 1–2 Minuten laufen lassen.
    • Nach 3 Minuten hast du eine stabile Anzeige – und die Gewissheit, dass du immer noch zu spät dran bist.

🧪 Brainstorming: Was Funkamateure mit DCF77 anstellen könnten

  • ⏲️ Präzisions-Metronom Nutze die Sekunden-Dips als Taktgeber für Messungen oder Synchronisation. Dein Oszilloskop wird so pedantisch wie ein Finanzbeamter.
  • 🌍 EMV-Landkarte Vergleiche verschiedene Kiwis in Europa, kartiere Störungen und Signalqualität. Ergebnis: eine „Wetterkarte der Verzweiflung“.
  • 🕰️ Club-Uhr der Schande Bau eine LED-Wand, die live DCF77 dekodiert und jedem Besucher gnadenlos anzeigt: „Du bist 12 Sekunden zu spät.“
  • 📡 Distributed Timing Synchronisiere mehrere SDRs mit DCF77 und vergleiche Jitter. Wer braucht schon GPS, wenn man die deutsche Pünktlichkeit in Bits hat?
  • ⚡ Notfunk-Metronom Wenn alles zusammenbricht, bleibt DCF77 als Sekunden-Taktgeber. Ein apokalyptisches Metronom, das dich daran erinnert, dass die Welt zwar brennt, aber immerhin im Takt.
  • 🎓 Lehrprojekt Perfekt für Workshops: Bits zählen, Parität prüfen, Sommerzeit-Flag erklären. Pädagogisch wertvoll, emotional zerstörerisch.

☠️ Schwarzer Humor am Rande

  • DCF77 ist so zuverlässig, dass selbst dein Herzschrittmacher neidisch wäre – und wenn er ausfällt, weißt du immerhin die exakte Todeszeit.
  • Sollte der Sender ausfallen, würden Millionen Funkuhren kollektiv in die Anarchie stürzen. Stell dir vor: ein Land, in dem niemand mehr weiß, wann die Tagesschau beginnt.
  • Die Minute 60 bleibt leer – ein stilles Gedenken an all die Sekunden, die wir sinnlos im Wartezimmer verbracht haben.

✅ Fazit

Mit KiwiSDR und dem eingebauten Decoder ist der Empfang von DCF77 kinderleicht – und gleichzeitig ein Tor zu ernsthaften Amateurfunk-Experimenten. Ob als präziser Taktgeber, als EMV-Detektiv oder als satirisches Kunstprojekt: das Zeitsignal ist mehr als nur ein „Radiowecker-Futter“.

Donnerstag, den 15.01.2026: Dieses Mal leider ohne Treffen

Manchmal kommt einfach das Leben dazwischen – und genau so ist es dieses Mal.
Unser regelmäßiges Treffen am 15.01.2026  muss leider einmal ausfallen, da ein Großteil der Mitglieder der IGAFU aus ganz unterschiedlichen persönlichen Gründen aktuell verhindert ist.

Keine Sorge: Das ist keine Absage auf Dauer, sondern wirklich nur eine kleine Pause. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, das Treffen nicht mit halber Besetzung durchzuziehen, sondern lieber beim nächsten Mal wieder in gewohnter Runde zusammenzukommen.

Wir freuen uns schon jetzt darauf, uns beim nächsten Termin wiederzusehen, auszutauschen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Der nächste Termin wird wie immer rechtzeitig bestätigt.

Bis dahin: Passt gut auf euch auf – und bis bald!

TCP vs. UDP – Zwei Protokolle, ein Universum voller Missverständnisse

Einleitung

Wenn man das Internet aufschrauben würde (bitte nicht mit dem Schraubenzieher versuchen), würde man tief im Inneren zwei alte Bekannte finden: TCP und UDP. Beide stammen aus den frühen Tagen des ARPANET in den 1970ern, als man noch mit Lochkarten flirtete und Router so groß wie Kühlschränke waren.

TCP und UDP sind wie zwei ungleiche Brüder:

  • Der eine pedantisch, zuverlässig, mit Checklisten und Quittungen (TCP).
  • Der andere chaotisch, schnell, freiheitsliebend – aber wehe, du erwartest Pünktlichkeit oder Vollständigkeit (UDP).

Und wie so oft im Leben gilt: Man braucht beide.

Historischer Abriss

  • TCP (Transmission Control Protocol) wurde entwickelt, um Daten zuverlässig von A nach B zu bringen – egal, ob dazwischen ein paar Pakete verloren gehen. Es kümmert sich um Verbindungsaufbau, Fehlerkorrektur, Reihenfolge.
  • UDP (User Datagram Protocol) entstand als „leichtgewichtige“ Alternative: keine Verbindungsrituale, keine Quittungen, keine Rücksicht auf Verluste. Einfach Daten rausfeuern und hoffen, dass sie ankommen.

Man könnte sagen: TCP ist der Buchhalter, UDP der Punkrocker.

Technische Unterschiede im Überblick

Merkmal TCP 🧾 UDP 🎸
Verbindung Verbindungsorientiert (Handshake) Verbindungslos
Zuverlässigkeit Garantierte Zustellung, Reihenfolge, Fehlerkorrektur Keine Garantie, keine Reihenfolge
Geschwindigkeit Langsamer durch Overhead Schneller, minimaler Overhead
Typische Anwendungen Web (HTTP/HTTPS), E-Mail, Dateiübertragung Streaming, VoIP, Online-Gaming, DNS
Humorvolle Analogie Einschreiben mit Rückschein Flaschenpost im Sturm

Typische Einsatzgebiete

  • TCP: Webseiten, Online-Banking, Software-Downloads. Alles, wo „ein Byte fehlt“ nicht nur ärgerlich, sondern potenziell teuer wäre.
  • UDP: Livestreams, Sprachübertragung, Gaming. Hier gilt: Lieber ein paar verlorene Pakete als eine Sekunde Verzögerung. Niemand will, dass der Fußballkommentar erst kommt, wenn das Tor schon gefallen ist.

Amateurfunk und die digitale Welt

Auch im Amateurfunk haben TCP und UDP längst Einzug gehalten – besonders dort, wo Funkamateure das Internet als Rückgrat nutzen:

  • TCP findet man z. B. bei Remote-Rig-Steuerungen oder wenn ein SDR-Server (Software Defined Radio) über das Netz erreichbar ist. Hier ist Zuverlässigkeit entscheidend – niemand will, dass der VFO-Sprung mitten im QSO verschluckt wird.
  • UDP hingegen ist beliebt bei Echtzeit-Audio-Streams (z. B. Remote-Audio von der Station) oder bei Hamnet-Anwendungen. Wenn ein paar Sprachpakete verloren gehen, merkt man es kaum – aber Verzögerung wäre tödlich für den Gesprächsfluss.

Man könnte sagen: Im Amateurfunk ist TCP der stille Logbuchführer, während UDP der hektische Operator ist, der ins Mikro brüllt: „Hört ihr mich noch?!“

Schwarzer Humor am Rande

  • TCP ist wie der übervorsichtige Funkamateur, der nach jedem CQ-Ruf noch dreimal nachfragt: „War das lesbar? Bitte bestätigen! Over.“
  • UDP ist der Kollege, der einfach durch die Runde schreit, ohne zu warten, ob jemand zuhört – und dann beleidigt ist, wenn keiner antwortet.
  • Und wenn beide mal ausfallen? Nun ja, dann bleibt nur noch Rauchzeichen. Leider nicht im Frequenzplan der Bundesnetzagentur vorgesehen.

Fazit

TCP und UDP sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben. Wer sie versteht, kann entscheiden, wann Zuverlässigkeit wichtiger ist als Geschwindigkeit – und umgekehrt.

Im Amateurfunk wie im Internet gilt: Manchmal braucht man den pedantischen Buchhalter, manchmal den Punkrocker. Und manchmal… einfach nur Funkstille.

Mehr laden