Der 2. Mai fällt aus! Diese Nachricht ist ein Fake!

Kein Fake ist, dass unser geplantes Treffen am 2. Mai ausfällt.

Der Grund liegt auf der Hand!

Freitag, der 1. Mai, ist bekanntermaßen ein Feiertag.

Der 2. Mai ist ein Samstag und den, so haben wir beschlossen, wollen wir mit unseren Familien zusammen begehen.

Am 9. Mai werden wir stattdessen im Shack in der Friesdorfer Straße 197 zu einem Arbeitstreffen zusammenkommen. Bis dahin, alles Gute!

(Kein Titel)

WSPR im Feldversuch – Antennen entzaubern, Mythen pulverisieren, Wahrheit messen

Willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen WSPR‑Reihe. Heute geht es ans Eingemachte: Wie du WSPR gezielt für Antennenvergleiche nutzt und wie du mit 200 mW und einem Stück Draht am Fensterrahmen Funkphysik betreibst, die manchen Hochleistungs‑Besserwisser spontan in die Tischkante beißen lässt.

Der Ton bleibt wie gewohnt freundlich‑schwarz, technisch präzise und gnadenlos ehrlich.

1. WSPR als Antennen‑Lügendetektor

Viele Antennen „gehen gut“. Zumindest laut Besitzer. WSPR ist das Werkzeug, das diesen Satz in zwei Kategorien teilt:

  • Messbar gut
  • Gefühlt gut (auch bekannt als: „Ich hab da mal Spanien gearbeitet… 1998… glaub ich…“)

WSPR liefert dir harte Daten, die du direkt vergleichen kannst.

1.1 Wie man Antennen fair vergleicht

Damit der Vergleich nicht zur Selbsttäuschung wird, brauchst du ein paar Grundregeln.

Regel 1: Gleiche Sendeleistung

Wenn du Antenne A mit 5 W und Antenne B mit 0,2 W testest, brauchst du dich über „komische Ergebnisse“ nicht wundern. WSPR ist ehrlich – du musst es auch sein.

Regel 2: Gleiche Zeitfenster

Ausbreitung ändert sich minütlich. Vergleiche also abwechselnd:

  • Minute 00: Antenne A
  • Minute 02: Antenne B
  • Minute 04: Antenne A
  • usw.

Regel 3: Gleiche Frequenz, gleiche Software, gleiche Einstellungen

Nur die Antenne darf variieren. Alles andere bleibt unangetastet.

Regel 4: Auswertung über viele Spots

Ein einzelner Spot ist eine Anekdote. 50 Spots sind eine Aussage. 500 Spots sind ein Urteil.

1.2 Was du aus den Daten herausliest

Parameter, die wirklich zählen:

  • Anzahl der Spots
  • Maximale Distanz
  • SNR‑Verteilung
  • Richtungsabhängigkeit
  • Zeitliche Stabilität

Typische Erkenntnisse:

  • Eine „schlechte“ Antenne kann überraschend weit kommen – aber selten oft.
  • Eine „gute“ Antenne liefert viele Spots, stabile SNR‑Werte und reproduzierbare Ergebnisse.
  • Vertikale Antennen zeigen oft bessere DX‑Reichweiten, horizontale oft bessere regionale Abdeckung.
  • Endgespeiste Drähte sind nicht „magisch“, aber sie funktionieren oft erstaunlich gut – und WSPR zeigt dir, wann und warum.

1.3 Der Besserwisser‑Moment

Wenn du deine Ergebnisse präsentierst, kommt garantiert jemand:

„Das kann gar nicht stimmen, meine Antenne ist viel besser!“

Dann zeigst du ihm die WSPR‑Karte. Er schaut drauf. Er schweigt. Du genießt.

2. Minimal‑Setup: 200 mW und ein Draht am Fensterrahmen

Jetzt wird’s praktisch – und ein bisschen frech.

Denn WSPR zeigt eindrucksvoll, dass du keine 1‑kW‑Endstufe brauchst, um die Welt zu erreichen. Du brauchst:

  • 200 mW (oder weniger)
  • Einen halbwegs stabilen Sender
  • Ein Stück Draht
  • Ein Fenster

Und schon betreibst du Funkphysik, die manchen OV‑Veteranen spontan nostalgisch werden lässt.

2.1 Warum 200 mW so gut funktionieren

WSPR ist darauf optimiert, Signale 20–30 dB unter dem Rauschen zu dekodieren. Das bedeutet:

  • 200 mW wirken wie 20 W in SSB
  • 20 mW wirken wie 2 W
  • 2 mW wirken wie 200 mW

Und ja: 0,1 mW kann noch weltweit dekodiert werden, wenn die Bedingungen stimmen.

2.2 Der Fensterrahmen‑Draht – unterschätzt, aber effektiv

Ein 2–5 m langer Draht am Fensterrahmen ist keine „richtige Antenne“. Aber er ist:

  • resonanzfrei genug, um nicht völlig taub zu sein
  • hoch genug, um nicht komplett im Nahfeld zu sterben
  • unauffällig
  • schnell gebaut
  • überraschend brauchbar

Typische Ergebnisse:

  • 40 m: Europa problemlos, DX möglich
  • 20 m: Weltweit, wenn die Bedingungen gut sind
  • 10 m: Überraschend viele Spots, wenn die Sonne mitspielt

2.3 Warum das funktioniert – ohne Formeln

WSPR nutzt:

  • extrem schmale Bandbreite
  • lange Integrationszeiten
  • robuste Fehlerkorrektur
  • präzise Frequenzanalyse

Dadurch wird selbst ein „schlechter“ Strahler zu einem brauchbaren Werkzeug. Nicht gut – aber brauchbar.

Und genau das reicht für WSPR.

3. Schritt‑für‑Schritt: Dein erster Minimal‑WSPR‑Test

3.1 Hardware

  • TRX oder WSPR‑Sender
  • 200 mW Ausgangsleistung
  • 3–5 m Draht
  • Fensterrahmen, Gardinenstange oder Balkon

3.2 Software

  • WSJT‑X
  • Uhr per NTP synchronisiert

3.3 Ablauf

  1. Draht befestigen
  2. TRX auf WSPR‑Frequenz einstellen
  3. Leistung auf 200 mW reduzieren
  4. 30–60 Minuten senden
  5. Spots auf wsprnet.org ansehen

3.4 Interpretation

  • Viele Spots → Draht funktioniert
  • Wenige Spots → Draht funktioniert, aber schlecht
  • Keine Spots → Draht hängt vielleicht im Blumentopf

4. Fazit: WSPR ist das Skalpell der Antennenanalyse

Mit WSPR kannst du:

  • Antennen objektiv vergleichen
  • Minimal‑Setups testen
  • Mythen entzaubern
  • Physik sichtbar machen
  • Besserwisser elegant zum Schweigen bringen

Und das alles mit ein paar Milliwatt und einem Stück Draht.

FT8 Versuch im Shack DL0DTM

Antenne scheint zu funktionieren?

Heinrich Hertz – Der Mann, der bewies, dass Maxwell recht hatte

Heinrich Hertz ist derjenige, der elektromagnetische Wellen nicht nur theoretisch verstand, sondern sie sichtbar machte – im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne ihn gäbe es keinen Amateurfunk, keine Nachrichtentechnik und keine Diskussionen darüber, ob 100 Watt Sendeleistung „noch QRP“ ist.

Leben und wissenschaftlicher Weg

Geboren 1857 in Hamburg, zeigte Hertz früh mathematische Begabung. Er studierte bei Hermann von Helmholtz und arbeitete später in Karlsruhe und Bonn. Seine Experimente zwischen 1886 und 1889 machten ihn weltberühmt: Er erzeugte und detektierte elektromagnetische Wellen – und bewies damit Maxwells Theorie.

Bedeutung für Amateurfunk und Nachrichtentechnik

Funkenstrecken und die Geburt der HF-Technik

Hertz baute Funkenstrecken, die Radiowellen erzeugten. Diese frühen Sender waren ineffizient, laut und gefährlich – also perfekt geeignet für Funkamateure, wenn sie heute noch erlaubt wären.

Resonanz und Antennentheorie

Hertz zeigte, dass:

  • Antennen resonante Strukturen sind
  • elektromagnetische Wellen sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten
  • Frequenz und Wellenlänge zusammenhängen

Ohne Hertz gäbe es keine Dipole, keine Yagis und keine Diskussionen darüber, ob ein Draht von 20,3 m Länge „genau richtig“ ist oder „eigentlich 20,1 m sein müsste“.

Messmethoden

Er entwickelte Methoden zur Messung von:

  • Wellenlängen
  • Reflexion
  • Polarisation

Damit legte er die Grundlage für moderne HF-Messtechnik.

Schwarzer Humor

Hertz sagte einmal: „Es ist völlig nutzlos.“ Er meinte damit seine Entdeckung der Radiowellen. Ironischerweise ist genau diese „nutzlose“ Entdeckung heute Grundlage für alles – von WLAN bis Amateurfunk. Ein schöner Beweis dafür, dass Forscher manchmal die schlechtesten Propheten sind.

Tabelle: Hertz’ Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
HF-Technik Nachweis elektromagnetischer Wellen Grundlage des Radios
Antennentheorie Resonanz, Dipole Basis moderner Antennen
Messtechnik Wellenlängenmessung Fundament der HF-Metrologie
Physik Bestätigung von Maxwell Revolution der Elektrodynamik

Einflusslinien

Beeinflusst von: Maxwell, Helmholtz Beeinflusste: Marconi, alle Funktechniker, moderne Kommunikationstechnik

Die Carolina Windom – die raffinierte Schwester der klassischen Windom

Ein kompakter Follow‑up‑Artikel mit kurzer Einordnung und tiefem technischen Fokus

1. Kurz erklärt: Das Prinzip der Windom-Antenne

Die klassische Windom-Antenne ist ein asymmetrisch gespeister Dipol, bei dem der Speisepunkt etwa bei 1/3 der Gesamtlänge liegt. Dadurch trifft man eine Impedanz, die auf mehreren Oberwellen brauchbar ist – und schon hat man eine Multiband-Antenne, ohne für jedes Band einen eigenen Draht in den Garten hängen zu müssen.

Ein Balun sorgt dafür, dass das unsymmetrische Koaxkabel und der halbwegs symmetrische Strahler sich nicht gegenseitig in die elektromagnetische Therapie schicken. Das Ergebnis: eine robuste, einfache und erstaunlich vielseitige Antenne.

Doch dann kam die Carolina Windom – und brachte eine neue Idee ins Spiel.

2. Die Carolina Windom – eine Windom mit eingebautem Trick

Die Carolina Windom ist keine völlig neue Antenne, sondern eine Weiterentwicklung, die einen entscheidenden Zusatz nutzt:

Sie zwingt ein Stück Koaxialkabel dazu, aktiv mitzustrahlen.

Das klingt nach Antennen-Voodoo, ist aber technisch sauber gelöst. Und genau das macht sie so interessant.

3. Der technische Kern: Was die Carolina Windom anders macht

3.1 Der „Radiator“ im Koax – das Herzstück der Konstruktion

Unterhalb des Baluns wird ein definiertes Stück Koax absichtlich zum Strahler gemacht. Das geschieht so:

  • Der Balun sitzt am Einspeisepunkt wie gewohnt.
  • Ein Stück Koax (typisch 2,5–6 m) hängt darunter – und strahlt vertikal.
  • Erst unterhalb dieses Koaxstücks sitzt eine Mantelwellensperre, die das Strahlen des restlichen Koaxkabels verhindert.

Damit entsteht eine kontrollierte vertikale Strahlungskomponente, die die klassische Windom nicht besitzt.

Warum ist das wichtig?

  • Vertikale Polarisation verbessert die Bodenwelle und das Nahfeld.
  • Die Mischung aus horizontaler und vertikaler Polarisation sorgt für ein breiteres, weniger richtungsabhängiges Abstrahlverhalten.
  • DX‑Signale profitieren von der zusätzlichen Komponente, besonders auf höheren Bändern.

Die Carolina Windom ist damit eine Art Hybridantenne, die zwei Strahlungsarten kombiniert.

3.2 Der Balun – meist ein 4:1 Current Balun

Die Carolina Windom verwendet typischerweise:

  • 4:1 Current Balun (manchmal 6:1 je nach Design)
  • Hohe Mantelwellendämpfung
  • Gute Isolation zwischen Koaxschirm und Strahler

Der Balun ist entscheidend, denn er bestimmt:

  • wie sauber die Antenne gespeist wird
  • wie stark Mantelwellen auftreten
  • wie stabil die Impedanz über mehrere Bänder bleibt

Ein schlechter Balun macht aus einer Carolina Windom schnell eine „Carolina Chaos“.

3.3 Die Mantelwellensperre – aber an ungewohnter Position

Bei der klassischen Windom sitzt die Sperre direkt am Balun.

Bei der Carolina Windom dagegen:

  • sitzt die Sperre mehrere Meter unterhalb des Baluns
  • trennt den „gewollten“ strahlenden Koaxabschnitt vom restlichen Koax
  • verhindert, dass der Shack zur ungewollten Sendeantenne wird

Diese Positionierung ist der Schlüssel zur vertikalen Komponente.

3.4 Das Strahlungsdiagramm – chaotisch, aber effektiv

Die Carolina Windom erzeugt:

  • horizontal polarisierte Abstrahlung durch die Drahtarme
  • vertikal polarisierte Abstrahlung durch das Koaxstück
  • mehrere Oberwellenmoden, die je nach Band unterschiedliche Muster erzeugen

Das Ergebnis ist kein perfektes, symmetrisches Diagramm – aber eines, das in der Praxis sehr gute Reichweiten liefert.

Viele Funkamateure berichten:

  • bessere DX‑Signale
  • stabilere Nahfeldabdeckung
  • weniger „tote Zonen“ im Diagramm

Kurz: Sie strahlt dahin, wo man es braucht – nicht dahin, wo es schön aussieht.

4. Typische Konstruktion einer Carolina Windom

Beispiel: Carolina Windom für 40 m Grundband

Gesamtlänge: ca. 20 m

  • Langer Schenkel: ~13,3 m
  • Kurzer Schenkel: ~6,7 m

Koax-Radiator:

  • 2,5–6 m Koax unterhalb des Baluns (je nach Design)

Mantelwellensperre:

  • 2,5–6 m unterhalb des Baluns
  • Ferrit-Ringkerne oder Klappferrite, hohe Impedanz

Speisung:

  • 4:1 Current Balun
  • Koax zum Shack

Aufhängung:

  • Horizontal oder Inverted‑V
  • Höhe: 8–12 m ideal

5. Warum viele Funkamateure die Carolina Windom bevorzugen

  • Breiter nutzbares Strahlungsdiagramm
  • Bessere Mischung aus NVIS und DX
  • Mehr Bänder nutzbar ohne Tuner
  • Sehr gute Performance auf 40 m, 20 m, 17 m, 15 m, 12 m, 10 m

Sie ist eine Antenne, die nicht nur „funktioniert“, sondern performt – und das ohne exotische Bauteile oder komplizierte Konstruktion.

6. Fazit – die Carolina Windom als logische Weiterentwicklung

Die Carolina Windom ist eine Windom 2.0:

  • gleiche Grundidee
  • aber mit einem cleveren Zusatz
  • der das Strahlungsverhalten deutlich verbessert

Sie ist ideal für Funkamateure, die:

  • Multibandbetrieb wollen
  • wenig Platz haben
  • aber maximale Reichweite suchen
  • und keine Angst vor einem Koaxkabel haben, das plötzlich „mitfunkt“

Kurz gesagt: Die Carolina Windom ist die Windom für alle, die mehr wollen als nur „es geht irgendwie“.

Arthur E. Kennelly – Der Mann, der die Ionosphäre mit Heaviside teilte

Arthur Edwin Kennelly ist einer der großen, stillen Architekten der Nachrichtentechnik. Ein Mann, der zwischen Labor, Hörsaal und Funkgeschichte pendelte und dabei half, die Grundlagen der Hochfrequenztechnik zu formen. Während Heaviside als exzentrischer Einzelgänger galt, war Kennelly der pragmatische Ingenieur, der Theorie und Praxis miteinander verschweißte – wie ein sauber verlöteter PL-Stecker.

🌩️ Vom Telegraphisten zum Harvard-Professor

Kennelly wurde 1861 in Indien geboren, wuchs in England auf und begann seine Karriere – wie viele Pioniere der Nachrichtentechnik – in der Telegraphie. Er arbeitete für die Eastern Telegraph Company, bevor er in die USA wechselte und dort mit Thomas Edison zusammenarbeitete. Diese Zeit prägte ihn: Er lernte, dass elektrische Systeme nicht nur mathematisch elegant, sondern auch robust, fehlertolerant und notfalls mit einem Schraubenzieher zu reparieren sein müssen.

Später wurde er Professor an der Harvard University und am MIT – eine seltene Doppelrolle, die zeigt, wie sehr seine Expertise gefragt war.

📡 Kennelly und der Amateurfunk: Ein stiller Held der Ionosphäre

Die Kennelly–Heaviside-Schicht

Kennelly formulierte 1902 unabhängig von Heaviside die Hypothese einer elektrisch leitfähigen Atmosphärenschicht, die Radiowellen reflektiert. Diese Schicht – heute als E-Schicht der Ionosphäre bekannt – ist der Grund, warum Funkamateure nachts auf 40 m plötzlich Stationen aus Übersee hören, obwohl sie tagsüber nur das Rauschen der Nachbarschaft empfangen.

Ohne Kennelly wäre DX-Betrieb vielleicht ein Mythos, den alte OMs am Lagerfeuer erzählen.

Praktische HF-Modelle

Kennelly arbeitete an mathematischen Modellen für:

  • Leitungsdämpfung
  • Impedanzverhalten
  • Skin-Effekt
  • Resonanzphänomene

Viele dieser Modelle sind heute Standardwerkzeug im Amateurfunk – auch wenn kaum jemand weiß, dass Kennelly sie entwickelt oder verfeinert hat.

⚙️ Kennellys Beitrag zur Nachrichtentechnik

Kennelly war ein Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis. Er übersetzte die oft abstrakten Formulierungen von Maxwell und Heaviside in Werkzeuge, die Ingenieure tatsächlich anwenden konnten.

Dazu gehören:

  • frühe Modelle der komplexen Impedanz
  • mathematische Beschreibung von Wechselstromsystemen
  • Arbeiten zur Netzwerkanalyse
  • Beiträge zur Standardisierung elektrischer Maßeinheiten

Er war einer der ersten, der die Bedeutung komplexer Zahlen in der Elektrotechnik systematisch erklärte – ein Konzept, das heute jeder Funkamateur spätestens beim Antennenabgleich verflucht und gleichzeitig bewundert.

🖤 Ein Hauch schwarzer Humor

Kennelly war weniger exzentrisch als Heaviside, aber er hatte einen trockenen Humor. Er soll einmal gesagt haben, dass die meisten Ingenieure „komplexe Zahlen für schwarze Magie halten, bis sie merken, dass reale Schaltungen sich noch schlimmer verhalten“.

Ein Satz, der jedem Funkamateur aus der Seele spricht, der jemals eine Antenne gebaut hat, die theoretisch resonant sein sollte – und dann im Realbetrieb SWR 5:1 zeigt.

📘 Tabelle: Kennellys wichtigste Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
Funkwellenausbreitung Kennelly–Heaviside-Schicht Grundlage des Kurzwellen-DX
Elektrotechnik Komplexe Impedanzmodelle Fundament moderner AC-Analyse
Nachrichtentechnik Leitungs- und Dämpfungsmodelle Basis für HF- und NF-Übertragung
Normierung Arbeiten zu elektrischen Einheiten Einfluss auf internationale Standards
Mathematik Anwendung komplexer Zahlen in der Elektrotechnik Vereinfachung von AC-Berechnungen

🧠 Einflusslinien

Wer Kennelly beeinflusste

  • James Clerk Maxwell – theoretische Grundlage
  • Oliver Heaviside – feldtheoretische und mathematische Inspiration
  • Thomas Edison – praktische Ingenieurskultur

Wen Kennelly beeinflusste

  • Hochfrequenzingenieure des 20. Jahrhunderts
  • Ionosphärenforscher
  • Amateurfunker weltweit
  • Netzwerkanalytiker und Elektrotechniker

Die Windom-Antenne – ein Klassiker des Amateurfunks, erklärt mit Technik, Geschichte.

Die Windom-Antenne ist so etwas wie der alte, leicht verschrobene Onkel des Amateurfunks: seit Jahrzehnten dabei, manchmal unterschätzt, gelegentlich belächelt, aber wenn’s drauf ankommt, liefert er zuverlässig ab. Und wie jeder gute Onkel hat auch die Windom eine Geschichte, ein paar Eigenheiten und eine gewisse Resistenz gegen moderne Trends – was sie in der Funkwelt erstaunlich sympathisch macht.

🌀 1. Ein kurzer Blick in die Geschichte

Die Windom-Antenne wurde in den 1920er-Jahren von Loren G. Windom (W8GZ) beschrieben. Damals, als Funkamateure noch mit Röhren experimentierten, die heißer wurden als die Herdplatte, und Antennen eher nach dem Motto „Hoffentlich fällt sie nicht runter“ gebaut wurden.

Windoms Idee war revolutionär: Eine unsymmetrisch gespeiste Dipolantenne, die über einen einzigen Speisepunkt mehrere Bänder abdecken kann. Das war zu einer Zeit, als Multibandbetrieb ungefähr so einfach war wie ein spontaner Mondflug.

⚙️ 2. Wie funktioniert eine Windom-Antenne – ohne Mathematik, aber mit Physik

Die klassische Windom ist im Grunde ein Dipol, der nicht in der Mitte, sondern seitlich versetzt gespeist wird – typischerweise bei etwa 1/3 der Gesamtlänge.

Warum das funktioniert:

  • An dieser Stelle liegt ein Impedanzpunkt, der für mehrere harmonische Frequenzen brauchbar ist.
  • Dadurch kann die Antenne auf mehreren Bändern resonant oder zumindest gut anpassbar sein.
  • Die Speisung erfolgt traditionell über Koaxkabel und einen Balun, der die unsymmetrische Leitung mit dem halbwegs symmetrischen Strahler verheiratet – eine Beziehung, die erstaunlich stabil ist, obwohl sie physikalisch gesehen eine Art Zwangsehe ist.

Die Physik dahinter ist elegant: Ein Dipol hat auf seinen Oberwellen ähnliche Stromverteilungen, und die versetzte Einspeisung trifft zufällig mehrere dieser Punkte so, dass ein brauchbarer Kompromiss entsteht. Kurz gesagt: Die Windom ist die Antenne für alle, die Multiband wollen, aber keine Lust auf Spaghetti aus Drähten haben.

📡 3. Wie effektiv ist die Windom?

Windom-Fans behaupten gern, sie sei die „eierlegende Wollmilchsau“. Das stimmt nicht ganz – aber sie ist erstaunlich vielseitig.

Stärken

  • Gute Effizienz auf mehreren Bändern
  • Einfache Konstruktion
  • Nur ein Speisepunkt
  • Funktioniert auch in beengten Gärten, in denen der Nachbar schon beim Gedanken an eine Antenne Schnappatmung bekommt

Schwächen

  • Nicht auf jedem Band perfekt resonant
  • Kann Mantelwellen erzeugen, wenn der Balun nicht ordentlich ist
  • Strahlungsdiagramm wird auf höheren Bändern chaotisch – aber wer im Amateurfunk erwartet, dass alles logisch bleibt,

Die Windom-Antenne – Technik, Geschichte und ein Hauch tiefschwarzer Amateurfunk‑Satire

Die Windom-Antenne ist ein Stück Funkgeschichte, das sich hartnäckiger hält als mancher Ortsverbandsschrank voller vergilbter QSL‑Karten. Sie ist technisch clever, erstaunlich vielseitig und gleichzeitig ein wunderbarer Spiegel für jene Funkamateure, die seit 40 Jahren dieselbe Antenne, denselben Transceiver und dieselbe Meinung benutzen. Zeit also für einen Blick auf Physik, Praxis und ein wenig humorvolle Selbstreflexion.

1. Historischer Hintergrund – als Funk noch nach Ozon roch

Die Windom-Antenne wurde 1929 von Loren G. Windom (W8GZ) beschrieben. Damals, als Sender noch glühten, Netzteile brummten und Antennen eher zufällig funktionierten, entdeckte Windom, dass ein seitlich gespeister Dipol mehrere Bänder bedienen kann, ohne dass man für jedes Band einen eigenen Draht in den Garten hängen muss.

Für damalige Verhältnisse war das revolutionär – und für heutige Funkamateure, die sich ungern von Bewährtem trennen, ist es ein beruhigendes Stück Tradition. Manche behaupten sogar, die Windom sei die letzte Antenne, die man wirklich braucht. Andere behaupten das Gleiche über ihren Röhren-Transceiver von 1963.

2. Funktionsprinzip – Physik ohne Formelsalat

Die Windom ist im Kern ein Dipol, der nicht in der Mitte, sondern asymmetrisch gespeist wird – typischerweise bei etwa 1/3 der Gesamtlänge.

Warum funktioniert das?

  • An dieser Stelle liegt eine Impedanz, die auf mehreren Oberwellen brauchbar ist.
  • Dadurch kann die Antenne mehrere Amateurfunkbänder bedienen.
  • Ein Balun sorgt dafür, dass das unsymmetrische Koaxkabel und der halbwegs symmetrische Strahler sich nicht gegenseitig in den Wahnsinn treiben.

Die Stromverteilung auf den Oberwellen ähnelt sich so weit, dass die Einspeiseposition mehrfach „passt“. Das ist kein Wunderwerk, sondern eher ein glücklicher physikalischer Zufall – aber einer, der seit fast 100 Jahren zuverlässig funktioniert.

3. Effektivität – was kann die Windom wirklich?

Die Windom ist keine Wunderantenne, aber sie ist ein sehr guter Kompromiss für Multibandbetrieb.

Typische Eignung

Band Bewertung
80 m brauchbar
40 m sehr gut
20 m sehr gut
15 m gut
10 m gut
6 m gelegentlich nutzbar

Stärken

  • Multibandfähig ohne Antennenwald
  • Einfache Konstruktion
  • Gute Effizienz
  • Funktioniert auch in kleinen Gärten

Schwächen

  • Nicht auf jedem Band perfekt resonant
  • Mantelwellengefahr ohne gute Sperre
  • Strahlungsdiagramm auf höheren Bändern: chaotisch, aber irgendwie charmant

Kurz gesagt: Die Windom ist wie ein erfahrener Funkamateur – nicht perfekt, aber erstaunlich leistungsfähig, wenn man sie richtig behandelt.

4. Bauanleitung – die Windom zum Selberbauen

Hier ein Beispiel für eine 40‑m‑Windom, die mehrere Bänder abdeckt.

Material

  • ca. 20 m Draht
  • 1:4 oder 1:6 Balun
  • Koaxkabel
  • Isolatoren
  • Mantelwellensperre
  • Befestigungsmaterial
  • Ein Baum, Mast oder die Geduld des Nachbarn

Längen

Gesamtlänge: 20 m

  • Langer Schenkel: 13,3 m
  • Kurzer Schenkel: 6,7 m

Aufbau

  1. Draht zuschneiden
  2. Balun montieren
  3. Drähte am Balun befestigen
  4. Antenne aufhängen (horizontal oder als Inverted‑V)
  5. Koax anschließen
  6. Mantelwellensperre setzen
  7. SWR prüfen
  8. Feinabgleich durch Kürzen oder Verlängern

Der Bau ist unkompliziert – was erklärt, warum die Windom so beliebt ist. Sie funktioniert, ohne dass man ein Ingenieursstudium oder eine Garage voller Messgeräte braucht.

5. Humor – Amateurfunk im Spiegel

Der Amateurfunk ist ein Hobby voller Leidenschaft, Technik und gelegentlicher Realitätsverweigerung. Die Windom-Antenne zeigt das wunderbar:

  • Sie ist alt, aber viele Funkamateure schwören, dass „früher alles besser war“.
  • Sie ist ein Kompromiss, aber manche behandeln sie wie die Krönung der Antennentechnik.
  • Sie funktioniert gut, aber nicht perfekt – genau wie die Diskussionen im Ortsverband.

Und wenn jemand behauptet, moderne Antennen seien überlegen, dann lächelt die Windom nur müde und denkt sich: „Ich war Multiband, bevor du überhaupt wusste, wie man ein Koaxkabel richtig herum anschließt.“

6. Fazit

Die Windom-Antenne ist ein technisch cleverer Klassiker, der Multibandbetrieb mit einfacher Konstruktion verbindet. Sie ist effizient, robust und ideal für Funkamateure, die eine unkomplizierte, vielseitige Lösung suchen.

Sie ist nicht perfekt – aber sie ist zuverlässig, traditionsreich und erstaunlich leistungsfähig. Und sie erinnert uns daran, dass Amateurfunk nicht nur aus Technik besteht, sondern auch aus Humor, Selbstironie und der Fähigkeit, über die eigenen Gewohnheiten zu schmunzeln.

Auf Schnäppchensuche?

Hallo zusammen,

die folgenden Funkflohmärkte stehen vor der Türe:

  • Sonntag, der 26.04.2026: 7. FUNK.TAG KASSEL 2026
  • Samstag, der 09.05.2026: 43. Bergheimer Amateurfunk-Flohmarkt
  • Freitag bis Sonntag, 26. – 28.06.2026: HAM RADIO Friedrichshafen

⚙️ Das Ohmsche Gesetz – technisch präzise, aber mit einem Augenzwinkern

Das Ohmsche Gesetz lautet:

U=R⋅I

Oder in der Sprache eines Lehrers mit strengem Seitenscheitel:

„Wenn du mehr Spannung gibst, fließt mehr Strom. Wenn du mehr Widerstand einbaust, fließt weniger. Und wenn du beides gleichzeitig machst, dann weiß der Strom auch nicht mehr, wo ihm der Kopf steht.“

Die drei Größen im Überblick

  • U – Spannung: Der „Druck“, der die Elektronen antreibt.
  • I – Strom: Die Menge an Elektronen, die pro Sekunde vorbeikommt.
  • R – Widerstand: Der Spielverderber, der sagt: „Langsam, Jungs!“

🧪 Wo begegnet uns das Ohmsche Gesetz im Alltag?

1. Der Wasserkocher

Mehr Spannung → mehr Strom → schneller heiß. Weniger Spannung → lauwarmer Tee → schlechte Laune.

2. Die Handy‑Ladung

Ein Ladekabel mit zu dünnem Querschnitt hat hohen Widerstand. Ergebnis: Das Handy lädt so langsam, dass man zwischendurch ein neues Handy kaufen könnte.

3. Die Weihnachtsbeleuchtung

Wenn ein Lämpchen durchbrennt, steigt der Widerstand. Ergebnis: Die ganze Kette geht aus – und der Amateurfunker behauptet, er könne das „mit einem Multimeter und einem Bier“ in fünf Minuten reparieren. Er braucht dann aber doch drei Stunden und zwei Bier.

4. Der menschliche Körper

Wasser + Mensch + Strom = sehr niedriger Widerstand. Ergebnis: Keine gute Idee. (Ohm hätte das vermutlich als Fußnote erwähnt.)

🧠 Wie man sich das Ohmsche Gesetz besser merken kann

1. Die „Wasserrohr‑Analogie“

  • Spannung = Wasserdruck
  • Strom = Wassermenge
  • Widerstand = Rohrdurchmesser

Je enger das Rohr, desto weniger Wasser kommt durch. Je mehr Druck, desto mehr fließt.

2. Die „Amateurfunk‑Analogie“

  • Spannung = der Funkamateur, der unbedingt reden will
  • Strom = die Menge an Worten, die tatsächlich rauskommen
  • Widerstand = der Rest des Stammtisches, der versucht, ihn zu bremsen

Wenn der Widerstand hoch ist, redet er weniger. Wenn der Widerstand niedrig ist, redet er ununterbrochen. Wenn die Spannung hoch ist, redet er trotz Widerstand.

3. Die „Pizza‑Analogie“

  • Spannung = Hunger
  • Strom = Anzahl der gegessenen Stücke
  • Widerstand = schlechtes Gewissen

Mehr Hunger → mehr Pizza. Mehr schlechtes Gewissen → weniger Pizza. Mehr Hunger und schlechtes Gewissen → Konflikt, der nur durch Nachtisch lösbar ist.

📡 Bezug zum Amateurfunk

Der typische Funkamateur kennt das Ohmsche Gesetz natürlich auswendig. Er erklärt es auch jedem – ob derjenige will oder nicht.

Beispielhafte Szene:

„Also Jungchen, dat Ohmsche Gesetz, dat is ganz einfach. Wenn du da 12 Volt draufgibst und der Widerstand 6 Ohm hat, dann fließen 2 Ampere. Dat weiß doch jeder! Ich hab dat schon gemessen, da warst du noch Quarz im Oszillator!“

Und dann zeigt er dir stolz einen selbstgebauten Dummy‑Load, der aussieht wie ein Heizlüfter aus dem Jahr 1952, aber angeblich „bis 500 Watt locker wegsteckt“. Tut er auch – allerdings in Form von Rauch.

🎯 Fazit

Das Ohmsche Gesetz ist simpel, aber fundamental. Es erklärt, warum Strom fließt, wie viel fließt und was passiert, wenn man Bauteile kombiniert. Es steckt in jedem Gerät, das wir benutzen – vom Toaster bis zum Funkgerät.

Und wer es einmal verstanden hat, kann nicht nur Schaltungen berechnen, sondern auch beim nächsten Amateurfunk‑Stammtisch souverän nicken, wenn der Oberstudienrat wieder erklärt, dass er das alles schon wusste, bevor Ohm überhaupt geboren wurde.

Treffen am 16.04.2026, 17:00 Uhr

Ja, ist denn schon wieder Donnerstag? 

Dann erinnern wir Dich an unser planmäßiges Treffen am kommenden Donnerstag, den 16.04.26, um 17:00 Uhr in der Friesdorfer Straße 197 (ganz oben, wo die Antennen wachsen!).

Du kommst doch?  Es wird – wie jedes Treffen – unterhaltsam und informativ.

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