WSPR‑Meisterklasse: Der ultimative Leitfaden für systematische Antennenmessungen

…plus ein Minimal‑Setup‑Baukasten und Ideen für grafische Auswertungen

Du willst Antennen nicht mehr „gefühlt“ vergleichen, sondern wissenschaftlich sauber, reproduzierbar und mit gnadenlos ehrlichen Daten. Perfekt – WSPR ist dafür das präziseste Werkzeug, das der Amateurfunk je hervorgebracht hat.

Dieser Artikel liefert dir:

  1. Einen vollständigen Leitfaden für systematische Antennenmessungen
  2. Ein WSPR‑Minimal‑Setup‑Baukastenprojekt
  3. Ein Konzept für grafische Darstellung deiner Messergebnisse

Alles in einem Paket, technisch humorvoll und garantiert frei von „Ich hab da mal Spanien gearbeitet“-Anekdoten.

1. Systematischer Leitfaden für Antennenmessungen mit WSPR

1.1 Zielsetzung definieren

Bevor du misst, musst du wissen, was du misst. Typische Ziele:

  • Welche Antenne liefert mehr Spots?
  • Welche Antenne liefert bessere SNR‑Werte?
  • Welche Antenne hat bessere DX‑Performance?
  • Welche Antenne ist richtungsabhängig?
  • Wie wirkt sich Höhe, Bodenleitfähigkeit, Aufbauort aus?

Wenn du das nicht definierst, misst du nur „irgendwas“ – und das ist die Lieblingsdisziplin der Hobby‑Alleswisser.

1.2 Testaufbau – sauber, reproduzierbar, fair

Hardware‑Konstanz

  • Gleicher TRX
  • Gleiche Leistung
  • Gleiche Software
  • Gleiche Frequenz
  • Gleiche Umgebung

Nur die Antenne darf variieren. Alles andere bleibt unangetastet – sonst ist der Test wertlos.

Antenne A vs. Antenne B – der Wechselmodus

Der Goldstandard:

  • Minute 00: Antenne A
  • Minute 02: Antenne B
  • Minute 04: Antenne A
  • usw.

Warum? Weil die Ausbreitung sich minütlich ändert. Wer Antenne A morgens und Antenne B abends testet, misst nicht Antennen – sondern die Ionosphäre.

1.3 Messdauer

Für statistisch brauchbare Ergebnisse:

  • Mindestens 1 Stunde pro Band
  • Besser 3–6 Stunden
  • Ideal: 24 Stunden

Je länger, desto weniger Ausreißer.

1.4 Auswertung – die relevanten Parameter

1. Anzahl der Spots

Mehr Spots = bessere Wahrscheinlichkeit, dass die Antenne „gesehen“ wird.

2. SNR‑Verteilung

Nicht nur der beste Wert zählt – sondern die Streuung. Eine gute Antenne liefert:

  • viele Spots
  • stabile SNR‑Werte
  • wenig Ausreißer

3. Maximale Distanz

DX‑Tauglichkeit. Aber Vorsicht: Ein einzelner 10 000‑km‑Spot ist kein Beweis für eine gute Antenne – nur für gute Bedingungen.

4. Richtungsanalyse

Mit genügend Spots erkennst du:

  • Hauptstrahlrichtungen
  • tote Winkel
  • Bodenreflexions‑Effekte

5. Zeitliche Stabilität

Eine gute Antenne liefert über Stunden hinweg konsistente Ergebnisse.

1.5 Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

Fehler Wirkung Lösung
Unterschiedliche Leistung Test wertlos Leistung fixieren
Unterschiedliche Uhrzeit Ionosphäre verfälscht Wechselmodus
TRX driftet SNR sinkt Frequenz stabilisieren
Antenne schlecht angepasst Spots brechen ein SWR prüfen
„Gefühlte“ Interpretation Selbsttäuschung Statistik nutzen

2. WSPR‑Minimal‑Setup‑Baukastenprojekt

Für 200 mW, Fensterrahmen‑Draht und maximale Erkenntnisse

Dieses Projekt ist perfekt für:

  • Portabelbetrieb
  • Antennenexperimente
  • QRP‑Puristen
  • Leute, die gern beweisen, dass 200 mW mehr können als manche 100‑W‑Station

2.1 Komponentenliste

Sender

  • TRX mit WSPR‑Modus oder
  • dedizierter WSPR‑Sender (z. B. QRP‑Labs)

Antenne

  • 3–5 m Draht
  • Fensterrahmen, Gardinenstange oder Balkon
  • Optional: Ferritkern + einfacher Unun

Stromversorgung

  • Powerbank
  • USB‑Netzteil
  • Solarpanel (für 24/7‑Betrieb)

Zeitbasis

  • NTP‑Synchronisation oder
  • GPS‑Modul

2.2 Aufbau

  1. Draht am Fensterrahmen befestigen
  2. TRX auf WSPR‑Frequenz einstellen
  3. Leistung auf 200 mW reduzieren
  4. Software starten
  5. 30–60 Minuten senden
  6. Spots auf wsprnet.org auswerten

2.3 Typische Ergebnisse

  • 40 m: Europa + gelegentlich DX
  • 20 m: Weltweit, wenn die Sonne gut gelaunt ist
  • 10 m: Überraschend viele Spots bei hoher Sonnenaktivität

Und das alles mit einem Draht, der aussieht wie ein vergessener Weihnachtsbaumschmuck.

3. Grafische Darstellung deiner Messergebnisse

Weil Daten erst durch Visualisierung richtig Spaß machen

Hier ein Konzept, wie du deine WSPR‑Messungen visuell aufbereitest.

3.1 Kartenvisualisierung

Ideal für:

  • Reichweitenvergleich
  • Richtungsanalyse
  • Tageszeit‑Effekte

Darstellung:

  • Weltkarte
  • Spots farbcodiert nach SNR
  • Linien proportional zur Distanz

3.2 SNR‑Histogramme

Ideal für:

  • Vergleich zweier Antennen
  • Stabilitätsanalyse

Darstellung:

  • Balkendiagramm
  • X‑Achse: SNR‑Werte
  • Y‑Achse: Anzahl der Spots
  • Zwei Farben: Antenne A vs. Antenne B

3.3 Zeitverlauf‑Diagramme

Ideal für:

  • Drift
  • Ausbreitungsänderungen
  • Antennenstabilität

Darstellung:

  • Liniendiagramm
  • X‑Achse: Zeit
  • Y‑Achse: SNR
  • Zwei Linien: Antenne A vs. Antenne B

3.4 Spot‑Dichte‑Diagramm

Ideal für:

  • „Wie oft wurde ich gehört?“
  • Vergleich der Gesamtperformance

Darstellung:

  • Kreisdiagramm oder Balken
  • Anzahl Spots pro Antenne

4. Fazit: WSPR macht aus Antennen‑Gefühl echte Wissenschaft

Mit diesem Leitfaden kannst du:

  • Antennen objektiv vergleichen
  • Minimal‑Setups testen
  • Messdaten grafisch darstellen
  • Mythen entzaubern
  • Besserwisser elegant in die Realität zurückholen

Carl August von Steinheil – Der Mann, der die Erde als Rückleiter entdeckte

Steinheil war ein deutscher Physiker und Erfinder, der die Telegraphie revolutionierte.

Bedeutung für Nachrichtentechnik und Amateurfunk

Erd-Rückleitung

Steinheil entdeckte, dass man die Erde als Rückleiter nutzen kann. Heute ist das Standard in:

  • Stromnetzen
  • Antennentechnik
  • Erdungssystemen

Jeder Funkamateur, der schon einmal eine schlechte Erdung hatte, weiß: Die Erde leitet — aber manchmal auch zu gut.

Frühe Telegraphie

Steinheil entwickelte:

  • den ersten brauchbaren Schreibtelegraphen
  • galvanische Messmethoden

Schwarzer Humor

Steinheil entdeckte die Erdleitung, weil ein Draht riss — ein klassischer Fall von „Fehler als Feature“.

Tabelle: Steinheils Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
Nachrichtentechnik Erd-Rückleitung Standard in Strom- und Funktechnik
Telegraphie Schreibtelegraph Frühe Kommunikation
Messtechnik Galvanische Verfahren Grundlagen der Elektrotechnik

Einflusslinien

Beeinflusst von: Ohm, Faraday Beeinflusste: Telegraphie, Energietechnik, Antennentechnik

27. Europatag der Amateurfunk Schulstationen

Am 5 .Mai 2026 findet der 27. Europatag der Amateurfunk Schulstationen statt.

Diese Aktivität geht vom „Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V.“   (AATiS) aus.

Wichtige Details zur Teilnahme:
  • Charakter: Ein reiner Aktivitätstag, kein Contest. Kurze Gespräche (QSOs) und Geduld mit Funk-Nachwuchs sind ausdrücklich erwünscht.
  • Bänder & Modi:
    • HF: Schwerpunkt auf 40m und 20m.
    • VHF/UHF: Betrieb über Relais, EchoLink und Digital Voice.
    • Satellit: Verbindungen über QO-100 sind eine eigene Teilnahmeklasse.

  • Teilnehmer: Neben Schul- und Hochschulstationen sind auch Ausbildungsstationen und Einzel-Funkamateure (OMs/YLs) zur Teilnahme eingeladen. 
Schon im Vorfeld hatten über 40 Stationen aus 8 Ländern ihre Teilnahme angekündigt. Für digitale Kontakte wurde zudem die Nutzung der DMR TG 92 (Europe) vorgeschlagen.

Samstagmittag, Langeweile und ein russischer Zahlensender auf 13 547 kHz

Ein satirischer  Bericht mit der nötigen Portion  Humor

Es war einer dieser Samstage, an denen selbst die Spülmaschine spannender klingt als das Fernsehprogramm. Also tat ich, was jeder halbwegs funktionierende Mensch mit zu viel Freizeit und einem Hang zu HF‑Masochismus tut: Ich scrollte durchs Kurzwellen‑Spektrum.

Und dann – zack13547 kHz. Mitten zwischen 13 und 14 MHz, wo normalerweise nur Sonnenflecken, tote Träger und die Träume gescheiterter DXer herumwabern, tauchte plötzlich etwas auf, das klang wie ein schlecht gelaunter Mathematiklehrer auf Valium: Ein Zahlensender.

Der erste Gedanke: „Ui, hier Mitten im Band“

Der zweite: „Was zur Hölle macht ein Zahlensender hier?“

Eine kurze Recherche – also 20 Sekunden Googeln, was in Funkerkreisen als „wissenschaftliche Tiefenanalyse“ gilt – ergab: Es handelt sich um einen bekannten russischen Zahlensender aus der  Föderation , Standort Orenburg.

Natürlich Orenburg. Wo sonst? Wenn Russland etwas sendet, dann bitte aus Regionen, die klingen wie der Endgegner eines osteuropäischen Rollenspiels.

Und wie typisch deutsch: Der Sender ist pünktlich. Nicht so pünktlich wie die Deutsche Bahn, sondern wirklich pünktlich.

Aber… auf Englisch?

Da wurde es seltsam. Russische Zahlensender sind normalerweise so russisch wie ein Lada mit drei Ersatzreifen im Kofferraum.

Doch hier: Englisch. Ein Englisch, das klang, als hätte jemand einem Samowar einen Sprachkurs gegeben.

Wen will man damit erreichen? Britische Agenten? Amerikanische? Oder einfach nur Funkamateure verwirren, die ohnehin schon glauben, dass jede USB‑Störung ein CIA‑Satellit ist.

Und dann kam der Moment, der alles toppte

Ich schaue auf die Userliste des Kiwi‑SDR. Und da sitzt er: Ein User aus dem 52. Staat der USA.

Ja, dem 52. Staat. Nicht 50. Nicht 51. Nein, 52. Ein Staat, der offiziell nicht existiert, aber offenbar genug Internet hat, um auf 13 547 kHz herumzulungern.

Und er sitzt genau auf derselben Frequenz wie ich.

(der 51st wurde mal besungen, wer weiß von wem?)

Der Widerspruch des Tages

Zahlensender funktionieren nach einem simplen Prinzip:

  • Der Empfänger sitzt irgendwo im Nirgendwo.
  • Er hat ein kleines chinesisches Kurzwellenradio, das nach Fischöl riecht.
  • Er hört die Zahlen.
  • Er entschlüsselt sie.
  • Niemand weiß, wer er ist.

Anonymität ist der ganze Sinn der Übung.

Doch dieser Kandidat aus dem 52. Staat? Der hört die Botschaft über einen Kiwi‑SDR, der:

  • Standort anzeigt
  • IP anzeigt
  • und wahrscheinlich auch noch verrät, was er gestern zum Frühstück hatte

Das ist ungefähr so geheim wie ein Spion, der im Trenchcoat „TOP SECRET“ auf dem Rücken stehen hat.

War es ein Fiebertraum? Oder Realität?

Vielleicht war es die Müdigkeit. Vielleicht die Langeweile. Vielleicht die Tatsache, dass Kurzwelle manchmal mehr halluzinogene Wirkung hat als ein schlecht gelüfteter Lötkeller.

Aber der Sender war da. Der User war da. Die Zahlen waren da.

Und irgendwo in Orenburg saß vermutlich ein Operator, der dachte: „Warum hört uns eigentlich dieser Typ aus dem 52. Staat zu? Und warum über einen Kiwi?“

Fazit

Der Zahlensender auf 13 547 kHz ist real. Der User aus dem 52. Staat ist real. Die Absurdität der Situation ist real.

Ob der Rest real war? Nun… das ist wie bei Amateurfunkern, die behaupten, sie hätten Neuseeland mit 5 Watt und einer Wäscheleine gearbeitet: Man glaubt es, weil es schön ist.

WSPR im Feldversuch – Antennen entzaubern, Mythen pulverisieren, Wahrheit messen

Willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen WSPR‑Reihe. Heute geht es ans Eingemachte: Wie du WSPR gezielt für Antennenvergleiche nutzt und wie du mit 200 mW und einem Stück Draht am Fensterrahmen Funkphysik betreibst, die manchen Hochleistungs‑Besserwisser spontan in die Tischkante beißen lässt.

Der Ton bleibt wie gewohnt freundlich‑schwarz, technisch präzise und gnadenlos ehrlich.

1. WSPR als Antennen‑Lügendetektor

Viele Antennen „gehen gut“. Zumindest laut Besitzer. WSPR ist das Werkzeug, das diesen Satz in zwei Kategorien teilt:

  • Messbar gut
  • Gefühlt gut (auch bekannt als: „Ich hab da mal Spanien gearbeitet… 1998… glaub ich…“)

WSPR liefert dir harte Daten, die du direkt vergleichen kannst.

1.1 Wie man Antennen fair vergleicht

Damit der Vergleich nicht zur Selbsttäuschung wird, brauchst du ein paar Grundregeln.

Regel 1: Gleiche Sendeleistung

Wenn du Antenne A mit 5 W und Antenne B mit 0,2 W testest, brauchst du dich über „komische Ergebnisse“ nicht wundern. WSPR ist ehrlich – du musst es auch sein.

Regel 2: Gleiche Zeitfenster

Ausbreitung ändert sich minütlich. Vergleiche also abwechselnd:

  • Minute 00: Antenne A
  • Minute 02: Antenne B
  • Minute 04: Antenne A
  • usw.

Regel 3: Gleiche Frequenz, gleiche Software, gleiche Einstellungen

Nur die Antenne darf variieren. Alles andere bleibt unangetastet.

Regel 4: Auswertung über viele Spots

Ein einzelner Spot ist eine Anekdote. 50 Spots sind eine Aussage. 500 Spots sind ein Urteil.

1.2 Was du aus den Daten herausliest

Parameter, die wirklich zählen:

  • Anzahl der Spots
  • Maximale Distanz
  • SNR‑Verteilung
  • Richtungsabhängigkeit
  • Zeitliche Stabilität

Typische Erkenntnisse:

  • Eine „schlechte“ Antenne kann überraschend weit kommen – aber selten oft.
  • Eine „gute“ Antenne liefert viele Spots, stabile SNR‑Werte und reproduzierbare Ergebnisse.
  • Vertikale Antennen zeigen oft bessere DX‑Reichweiten, horizontale oft bessere regionale Abdeckung.
  • Endgespeiste Drähte sind nicht „magisch“, aber sie funktionieren oft erstaunlich gut – und WSPR zeigt dir, wann und warum.

1.3 Der Besserwisser‑Moment

Wenn du deine Ergebnisse präsentierst, kommt garantiert jemand:

„Das kann gar nicht stimmen, meine Antenne ist viel besser!“

Dann zeigst du ihm die WSPR‑Karte. Er schaut drauf. Er schweigt. Du genießt.

2. Minimal‑Setup: 200 mW und ein Draht am Fensterrahmen

Jetzt wird’s praktisch – und ein bisschen frech.

Denn WSPR zeigt eindrucksvoll, dass du keine 1‑kW‑Endstufe brauchst, um die Welt zu erreichen. Du brauchst:

  • 200 mW (oder weniger)
  • Einen halbwegs stabilen Sender
  • Ein Stück Draht
  • Ein Fenster

Und schon betreibst du Funkphysik, die manchen OV‑Veteranen spontan nostalgisch werden lässt.

2.1 Warum 200 mW so gut funktionieren

WSPR ist darauf optimiert, Signale 20–30 dB unter dem Rauschen zu dekodieren. Das bedeutet:

  • 200 mW wirken wie 20 W in SSB
  • 20 mW wirken wie 2 W
  • 2 mW wirken wie 200 mW

Und ja: 0,1 mW kann noch weltweit dekodiert werden, wenn die Bedingungen stimmen.

2.2 Der Fensterrahmen‑Draht – unterschätzt, aber effektiv

Ein 2–5 m langer Draht am Fensterrahmen ist keine „richtige Antenne“. Aber er ist:

  • resonanzfrei genug, um nicht völlig taub zu sein
  • hoch genug, um nicht komplett im Nahfeld zu sterben
  • unauffällig
  • schnell gebaut
  • überraschend brauchbar

Typische Ergebnisse:

  • 40 m: Europa problemlos, DX möglich
  • 20 m: Weltweit, wenn die Bedingungen gut sind
  • 10 m: Überraschend viele Spots, wenn die Sonne mitspielt

2.3 Warum das funktioniert – ohne Formeln

WSPR nutzt:

  • extrem schmale Bandbreite
  • lange Integrationszeiten
  • robuste Fehlerkorrektur
  • präzise Frequenzanalyse

Dadurch wird selbst ein „schlechter“ Strahler zu einem brauchbaren Werkzeug. Nicht gut – aber brauchbar.

Und genau das reicht für WSPR.

3. Schritt‑für‑Schritt: Dein erster Minimal‑WSPR‑Test

3.1 Hardware

  • TRX oder WSPR‑Sender
  • 200 mW Ausgangsleistung
  • 3–5 m Draht
  • Fensterrahmen, Gardinenstange oder Balkon

3.2 Software

  • WSJT‑X
  • Uhr per NTP synchronisiert

3.3 Ablauf

  1. Draht befestigen
  2. TRX auf WSPR‑Frequenz einstellen
  3. Leistung auf 200 mW reduzieren
  4. 30–60 Minuten senden
  5. Spots auf wsprnet.org ansehen

3.4 Interpretation

  • Viele Spots → Draht funktioniert
  • Wenige Spots → Draht funktioniert, aber schlecht
  • Keine Spots → Draht hängt vielleicht im Blumentopf

4. Fazit: WSPR ist das Skalpell der Antennenanalyse

Mit WSPR kannst du:

  • Antennen objektiv vergleichen
  • Minimal‑Setups testen
  • Mythen entzaubern
  • Physik sichtbar machen
  • Besserwisser elegant zum Schweigen bringen

Und das alles mit ein paar Milliwatt und einem Stück Draht.

FT8 Versuch im Shack DL0DTM

Antenne scheint zu funktionieren?

Heinrich Hertz – Der Mann, der bewies, dass Maxwell recht hatte

Heinrich Hertz ist derjenige, der elektromagnetische Wellen nicht nur theoretisch verstand, sondern sie sichtbar machte – im wahrsten Sinne des Wortes. Ohne ihn gäbe es keinen Amateurfunk, keine Nachrichtentechnik und keine Diskussionen darüber, ob 100 Watt Sendeleistung „noch QRP“ ist.

Leben und wissenschaftlicher Weg

Geboren 1857 in Hamburg, zeigte Hertz früh mathematische Begabung. Er studierte bei Hermann von Helmholtz und arbeitete später in Karlsruhe und Bonn. Seine Experimente zwischen 1886 und 1889 machten ihn weltberühmt: Er erzeugte und detektierte elektromagnetische Wellen – und bewies damit Maxwells Theorie.

Bedeutung für Amateurfunk und Nachrichtentechnik

Funkenstrecken und die Geburt der HF-Technik

Hertz baute Funkenstrecken, die Radiowellen erzeugten. Diese frühen Sender waren ineffizient, laut und gefährlich – also perfekt geeignet für Funkamateure, wenn sie heute noch erlaubt wären.

Resonanz und Antennentheorie

Hertz zeigte, dass:

  • Antennen resonante Strukturen sind
  • elektromagnetische Wellen sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten
  • Frequenz und Wellenlänge zusammenhängen

Ohne Hertz gäbe es keine Dipole, keine Yagis und keine Diskussionen darüber, ob ein Draht von 20,3 m Länge „genau richtig“ ist oder „eigentlich 20,1 m sein müsste“.

Messmethoden

Er entwickelte Methoden zur Messung von:

  • Wellenlängen
  • Reflexion
  • Polarisation

Damit legte er die Grundlage für moderne HF-Messtechnik.

Schwarzer Humor

Hertz sagte einmal: „Es ist völlig nutzlos.“ Er meinte damit seine Entdeckung der Radiowellen. Ironischerweise ist genau diese „nutzlose“ Entdeckung heute Grundlage für alles – von WLAN bis Amateurfunk. Ein schöner Beweis dafür, dass Forscher manchmal die schlechtesten Propheten sind.

Tabelle: Hertz’ Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
HF-Technik Nachweis elektromagnetischer Wellen Grundlage des Radios
Antennentheorie Resonanz, Dipole Basis moderner Antennen
Messtechnik Wellenlängenmessung Fundament der HF-Metrologie
Physik Bestätigung von Maxwell Revolution der Elektrodynamik

Einflusslinien

Beeinflusst von: Maxwell, Helmholtz Beeinflusste: Marconi, alle Funktechniker, moderne Kommunikationstechnik

Die Carolina Windom – die raffinierte Schwester der klassischen Windom

Ein kompakter Follow‑up‑Artikel mit kurzer Einordnung und tiefem technischen Fokus

1. Kurz erklärt: Das Prinzip der Windom-Antenne

Die klassische Windom-Antenne ist ein asymmetrisch gespeister Dipol, bei dem der Speisepunkt etwa bei 1/3 der Gesamtlänge liegt. Dadurch trifft man eine Impedanz, die auf mehreren Oberwellen brauchbar ist – und schon hat man eine Multiband-Antenne, ohne für jedes Band einen eigenen Draht in den Garten hängen zu müssen.

Ein Balun sorgt dafür, dass das unsymmetrische Koaxkabel und der halbwegs symmetrische Strahler sich nicht gegenseitig in die elektromagnetische Therapie schicken. Das Ergebnis: eine robuste, einfache und erstaunlich vielseitige Antenne.

Doch dann kam die Carolina Windom – und brachte eine neue Idee ins Spiel.

2. Die Carolina Windom – eine Windom mit eingebautem Trick

Die Carolina Windom ist keine völlig neue Antenne, sondern eine Weiterentwicklung, die einen entscheidenden Zusatz nutzt:

Sie zwingt ein Stück Koaxialkabel dazu, aktiv mitzustrahlen.

Das klingt nach Antennen-Voodoo, ist aber technisch sauber gelöst. Und genau das macht sie so interessant.

3. Der technische Kern: Was die Carolina Windom anders macht

3.1 Der „Radiator“ im Koax – das Herzstück der Konstruktion

Unterhalb des Baluns wird ein definiertes Stück Koax absichtlich zum Strahler gemacht. Das geschieht so:

  • Der Balun sitzt am Einspeisepunkt wie gewohnt.
  • Ein Stück Koax (typisch 2,5–6 m) hängt darunter – und strahlt vertikal.
  • Erst unterhalb dieses Koaxstücks sitzt eine Mantelwellensperre, die das Strahlen des restlichen Koaxkabels verhindert.

Damit entsteht eine kontrollierte vertikale Strahlungskomponente, die die klassische Windom nicht besitzt.

Warum ist das wichtig?

  • Vertikale Polarisation verbessert die Bodenwelle und das Nahfeld.
  • Die Mischung aus horizontaler und vertikaler Polarisation sorgt für ein breiteres, weniger richtungsabhängiges Abstrahlverhalten.
  • DX‑Signale profitieren von der zusätzlichen Komponente, besonders auf höheren Bändern.

Die Carolina Windom ist damit eine Art Hybridantenne, die zwei Strahlungsarten kombiniert.

3.2 Der Balun – meist ein 4:1 Current Balun

Die Carolina Windom verwendet typischerweise:

  • 4:1 Current Balun (manchmal 6:1 je nach Design)
  • Hohe Mantelwellendämpfung
  • Gute Isolation zwischen Koaxschirm und Strahler

Der Balun ist entscheidend, denn er bestimmt:

  • wie sauber die Antenne gespeist wird
  • wie stark Mantelwellen auftreten
  • wie stabil die Impedanz über mehrere Bänder bleibt

Ein schlechter Balun macht aus einer Carolina Windom schnell eine „Carolina Chaos“.

3.3 Die Mantelwellensperre – aber an ungewohnter Position

Bei der klassischen Windom sitzt die Sperre direkt am Balun.

Bei der Carolina Windom dagegen:

  • sitzt die Sperre mehrere Meter unterhalb des Baluns
  • trennt den „gewollten“ strahlenden Koaxabschnitt vom restlichen Koax
  • verhindert, dass der Shack zur ungewollten Sendeantenne wird

Diese Positionierung ist der Schlüssel zur vertikalen Komponente.

3.4 Das Strahlungsdiagramm – chaotisch, aber effektiv

Die Carolina Windom erzeugt:

  • horizontal polarisierte Abstrahlung durch die Drahtarme
  • vertikal polarisierte Abstrahlung durch das Koaxstück
  • mehrere Oberwellenmoden, die je nach Band unterschiedliche Muster erzeugen

Das Ergebnis ist kein perfektes, symmetrisches Diagramm – aber eines, das in der Praxis sehr gute Reichweiten liefert.

Viele Funkamateure berichten:

  • bessere DX‑Signale
  • stabilere Nahfeldabdeckung
  • weniger „tote Zonen“ im Diagramm

Kurz: Sie strahlt dahin, wo man es braucht – nicht dahin, wo es schön aussieht.

4. Typische Konstruktion einer Carolina Windom

Beispiel: Carolina Windom für 40 m Grundband

Gesamtlänge: ca. 20 m

  • Langer Schenkel: ~13,3 m
  • Kurzer Schenkel: ~6,7 m

Koax-Radiator:

  • 2,5–6 m Koax unterhalb des Baluns (je nach Design)

Mantelwellensperre:

  • 2,5–6 m unterhalb des Baluns
  • Ferrit-Ringkerne oder Klappferrite, hohe Impedanz

Speisung:

  • 4:1 Current Balun
  • Koax zum Shack

Aufhängung:

  • Horizontal oder Inverted‑V
  • Höhe: 8–12 m ideal

5. Warum viele Funkamateure die Carolina Windom bevorzugen

  • Breiter nutzbares Strahlungsdiagramm
  • Bessere Mischung aus NVIS und DX
  • Mehr Bänder nutzbar ohne Tuner
  • Sehr gute Performance auf 40 m, 20 m, 17 m, 15 m, 12 m, 10 m

Sie ist eine Antenne, die nicht nur „funktioniert“, sondern performt – und das ohne exotische Bauteile oder komplizierte Konstruktion.

6. Fazit – die Carolina Windom als logische Weiterentwicklung

Die Carolina Windom ist eine Windom 2.0:

  • gleiche Grundidee
  • aber mit einem cleveren Zusatz
  • der das Strahlungsverhalten deutlich verbessert

Sie ist ideal für Funkamateure, die:

  • Multibandbetrieb wollen
  • wenig Platz haben
  • aber maximale Reichweite suchen
  • und keine Angst vor einem Koaxkabel haben, das plötzlich „mitfunkt“

Kurz gesagt: Die Carolina Windom ist die Windom für alle, die mehr wollen als nur „es geht irgendwie“.

Der 2. Mai fällt aus! Diese Nachricht ist ein Fake!

Kein Fake ist, dass unser geplantes Treffen am 2. Mai ausfällt.

Der Grund liegt auf der Hand!

Freitag, der 1. Mai, ist bekanntermaßen ein Feiertag.

Der 2. Mai ist ein Samstag und den, so haben wir beschlossen, wollen wir mit unseren Familien zusammen begehen.

Am 9. Mai werden wir stattdessen im Shack in der Friesdorfer Straße 197 zu einem Arbeitstreffen zusammenkommen. Bis dahin, alles Gute!

Arthur E. Kennelly – Der Mann, der die Ionosphäre mit Heaviside teilte

Arthur Edwin Kennelly ist einer der großen, stillen Architekten der Nachrichtentechnik. Ein Mann, der zwischen Labor, Hörsaal und Funkgeschichte pendelte und dabei half, die Grundlagen der Hochfrequenztechnik zu formen. Während Heaviside als exzentrischer Einzelgänger galt, war Kennelly der pragmatische Ingenieur, der Theorie und Praxis miteinander verschweißte – wie ein sauber verlöteter PL-Stecker.

🌩️ Vom Telegraphisten zum Harvard-Professor

Kennelly wurde 1861 in Indien geboren, wuchs in England auf und begann seine Karriere – wie viele Pioniere der Nachrichtentechnik – in der Telegraphie. Er arbeitete für die Eastern Telegraph Company, bevor er in die USA wechselte und dort mit Thomas Edison zusammenarbeitete. Diese Zeit prägte ihn: Er lernte, dass elektrische Systeme nicht nur mathematisch elegant, sondern auch robust, fehlertolerant und notfalls mit einem Schraubenzieher zu reparieren sein müssen.

Später wurde er Professor an der Harvard University und am MIT – eine seltene Doppelrolle, die zeigt, wie sehr seine Expertise gefragt war.

📡 Kennelly und der Amateurfunk: Ein stiller Held der Ionosphäre

Die Kennelly–Heaviside-Schicht

Kennelly formulierte 1902 unabhängig von Heaviside die Hypothese einer elektrisch leitfähigen Atmosphärenschicht, die Radiowellen reflektiert. Diese Schicht – heute als E-Schicht der Ionosphäre bekannt – ist der Grund, warum Funkamateure nachts auf 40 m plötzlich Stationen aus Übersee hören, obwohl sie tagsüber nur das Rauschen der Nachbarschaft empfangen.

Ohne Kennelly wäre DX-Betrieb vielleicht ein Mythos, den alte OMs am Lagerfeuer erzählen.

Praktische HF-Modelle

Kennelly arbeitete an mathematischen Modellen für:

  • Leitungsdämpfung
  • Impedanzverhalten
  • Skin-Effekt
  • Resonanzphänomene

Viele dieser Modelle sind heute Standardwerkzeug im Amateurfunk – auch wenn kaum jemand weiß, dass Kennelly sie entwickelt oder verfeinert hat.

⚙️ Kennellys Beitrag zur Nachrichtentechnik

Kennelly war ein Brückenbauer zwischen Theorie und Praxis. Er übersetzte die oft abstrakten Formulierungen von Maxwell und Heaviside in Werkzeuge, die Ingenieure tatsächlich anwenden konnten.

Dazu gehören:

  • frühe Modelle der komplexen Impedanz
  • mathematische Beschreibung von Wechselstromsystemen
  • Arbeiten zur Netzwerkanalyse
  • Beiträge zur Standardisierung elektrischer Maßeinheiten

Er war einer der ersten, der die Bedeutung komplexer Zahlen in der Elektrotechnik systematisch erklärte – ein Konzept, das heute jeder Funkamateur spätestens beim Antennenabgleich verflucht und gleichzeitig bewundert.

🖤 Ein Hauch schwarzer Humor

Kennelly war weniger exzentrisch als Heaviside, aber er hatte einen trockenen Humor. Er soll einmal gesagt haben, dass die meisten Ingenieure „komplexe Zahlen für schwarze Magie halten, bis sie merken, dass reale Schaltungen sich noch schlimmer verhalten“.

Ein Satz, der jedem Funkamateur aus der Seele spricht, der jemals eine Antenne gebaut hat, die theoretisch resonant sein sollte – und dann im Realbetrieb SWR 5:1 zeigt.

📘 Tabelle: Kennellys wichtigste Beiträge

Bereich Beitrag Bedeutung
Funkwellenausbreitung Kennelly–Heaviside-Schicht Grundlage des Kurzwellen-DX
Elektrotechnik Komplexe Impedanzmodelle Fundament moderner AC-Analyse
Nachrichtentechnik Leitungs- und Dämpfungsmodelle Basis für HF- und NF-Übertragung
Normierung Arbeiten zu elektrischen Einheiten Einfluss auf internationale Standards
Mathematik Anwendung komplexer Zahlen in der Elektrotechnik Vereinfachung von AC-Berechnungen

🧠 Einflusslinien

Wer Kennelly beeinflusste

  • James Clerk Maxwell – theoretische Grundlage
  • Oliver Heaviside – feldtheoretische und mathematische Inspiration
  • Thomas Edison – praktische Ingenieurskultur

Wen Kennelly beeinflusste

  • Hochfrequenzingenieure des 20. Jahrhunderts
  • Ionosphärenforscher
  • Amateurfunker weltweit
  • Netzwerkanalytiker und Elektrotechniker

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