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Fuchskreis‑Antenne vs. End‑Fed‑Antenne – ein technischer Vergleich mit bitterbösem Shack‑Humor


Einleitung: Zwei Antennen, ein Ziel – und viele Meinungen

Wenn es im Amateurfunk etwas gibt, das mehr religiöse Züge trägt als die Frage „Welche Endstufe ist die beste?“, dann ist es die Diskussion über Fuchskreis‑Antennen und End‑Fed‑Antennen. Beide versprechen:

  • kompakte Bauform,
  • einfache Installation,
  • und die Möglichkeit, HF in die Welt zu schleudern, ohne dass der Nachbar sofort die Bundesnetzagentur ruft.

Doch die beiden Antennentypen funktionieren völlig unterschiedlich – und haben jeweils ihre ganz eigenen Macken, Stärken und humoristischen Katastrophenpotenziale.

Die Fuchskreis‑Antenne – der HF‑Zauberkasten für Puristen

Die Fuchskreis‑Antenne ist im Grunde ein resonanter Schwingkreis, der eine Drahtantenne speist. Sie besteht aus:

  • einer Spule,
  • einem Drehkondensator,
  • einem Koppeltransformator,
  • und einem Draht, der so lang ist, wie der Platz im Garten eben zulässt.

Wie funktioniert sie?

Der Fuchskreis stimmt sich auf die Resonanzfrequenz ab und koppelt HF in den Draht. Der Trick: Der Sender sieht eine saubere Impedanz, obwohl die Antenne selbst oft alles andere als sauber ist. Der Fuchskreis ist also eine Art HF‑Therapeut, der dem Sender sagt: „Alles ist gut, du bist 50 Ohm wert, du schaffst das.“

Typische Eigenschaften

  • Sehr effizient auf einem einzigen Band
  • Extrem empfindlich gegenüber Veränderungen der Umgebung
  • Perfekt für QRP und portable Einsätze
  • Weniger geeignet für OMs, die beim Abstimmen zittrige Hände haben

Humor aus dem Shack

„Der Fuchskreis ist wie ein alter Röhrenverstärker: klingt toll, funktioniert super – aber wehe, du fasst ihn an.“

Die End‑Fed‑Antenne – die Allzweckwaffe für Minimalisten

Die End‑Fed‑Antenne ist ein endgespeister Draht, der über einen Impedanztransformator (meist 1:49 oder 1:64) an den Transceiver angepasst wird.

Wie funktioniert sie?

Der Transformator sorgt dafür, dass der Draht – der eigentlich eine Impedanz hat, die irgendwo zwischen „viel zu hoch“ und „astronomisch“ liegt – auf 50 Ohm gebracht wird. Der Draht selbst arbeitet als Halbwellenstrahler oder Vielfaches davon.

Typische Eigenschaften

  • Sehr breitbandig, wenn ein Tuner verwendet wird
  • Funktioniert auf vielen Bändern
  • Sehr beliebt bei OMs, die „einfach nur funken wollen“
  • Neigt dazu, HF in den Shack zurückzuschicken, wenn die Mantelwellensperre fehlt (was zu spontanen Computerabstürzen, Katzenflucht und LED‑Flackern führen kann)

Humor aus dem Shack

„Die End‑Fed ist wie ein Schweizer Taschenmesser: kann alles irgendwie – aber nichts perfekt.“

Tabellarischer Vergleich: Fuchskreis vs. End‑Fed

Kriterium Fuchskreis‑Antenne End‑Fed‑Antenne
Effizienz Sehr hoch auf dem einen Resonanzband Gut, aber abhängig von Transformator & Mantelwellensperre
Breitbandigkeit Sehr gering – monoband Hoch – multibandfähig
Baumgröße / Platzbedarf Mittel – Drahtlänge abhängig vom Band Gering bis mittel – sehr flexibel
Abstimmaufwand Hoch – Drehkondensator muss exakt eingestellt werden Niedrig – meist Plug‑and‑Play
Störanfälligkeit Gering Mittel bis hoch (HF im Shack möglich)
Ideal für QRP, SOTA, Puristen Portable, Multiband, Einsteiger
Nachbarschaftsverträglichkeit Gut – wenig Mantelwellen Schwankend – abhängig von Sperre & Aufbau
Humorfaktor „Warum dreht der OM schon wieder am Knopf?“ „Warum flackert der Fernseher vom Nachbarn?“

Bauvorschläge für die üblichen Amateurfunkbänder

Fuchskreis‑Antenne – Bauvorschläge

40 m Band

  • Drahtlänge: ca. 20 m
  • Spule: 30–40 Windungen auf T80‑2 oder T130‑2
  • Drehkondensator: 50–200 pF
  • Perfekt für: Wald, Wiese, Balkon, Gartenzaun

20 m Band

  • Drahtlänge: ca. 10 m
  • Spule: 20–25 Windungen
  • Sehr gut für QRP‑Betrieb

10 m Band

  • Drahtlänge: ca. 5 m
  • Spule: 10–12 Windungen
  • Ideal für portable Einsätze bei Sporadic‑E

End‑Fed‑Antenne – Bauvorschläge

Multiband 10/15/20/40 m

  • Transformator: 1:49 (FT240‑43 oder FT140‑43)
  • Drahtlänge: 20–21 m
  • Mantelwellensperre: unbedingt 5–7 Windungen RG‑58 auf FT240‑31
  • Funktioniert fast überall – sogar zwischen zwei Apfelbäumen

80/40/20/10 m

  • Transformator: 1:64
  • Drahtlänge: 40–41 m
  • Perfekt für Gartenbesitzer, die sich nicht scheuen, den Draht „kreativ“ zu verlegen

QRP‑End‑Fed für 20 m

  • Transformator: 1:49 auf FT82‑43
  • Drahtlänge: 10 m
  • Ideal für SOTA, POTA, „Ich will nur kurz funken“-Momente

Fazit: Welche Antenne ist die richtige?

Die Antwort ist wie immer im Amateurfunk: „Es kommt darauf an.“

  • Wer maximale Effizienz auf einem Band will → Fuchskreis
  • Wer Multiband ohne viel Aufwand will → End‑Fed
  • Wer Spaß an HF‑Chaos hat → beide ausprobieren
  • Wer Nachbarn hat, die empfindlich reagieren → Fuchskreis bevorzugen
  • Wer gerne improvisiert → End‑Fed über die Regenrinne werfen und CQ rufen

Am Ende gilt: Die beste Antenne ist die, die du aufbaust – nicht die, über die du diskutierst.

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