Hallo Funkfreunde!
Denkt daran, wir wollen uns morgen, den 18.09.2025, um 17:00 Uhr im Shack in der Friesdorferstraße treffen. Es stehen noch kleinere Arbeiten an. Außerdem besteht die Möglichkeit des Austauschs über interessante Themen.
Sep. 17
Hallo Funkfreunde!
Denkt daran, wir wollen uns morgen, den 18.09.2025, um 17:00 Uhr im Shack in der Friesdorferstraße treffen. Es stehen noch kleinere Arbeiten an. Außerdem besteht die Möglichkeit des Austauschs über interessante Themen.
Sep. 16

Im Kurzwellen-Amateurfunk ist der Empfang oft durch Störungen, QRM (man-made noise) oder Mehrwegeausbreitung beeinträchtigt. Ein Phase Shifter – auf Deutsch Phasenschieber – kann helfen, das Nutzsignal zu verstärken und Störungen zu unterdrücken, indem er die Signale zweier Antennen gezielt in der Phase verschiebt und kombiniert. Das Ergebnis: klarerer Empfang, weniger Rauschen, bessere Lesbarkeit schwacher Stationen.
Radiowellen sind elektromagnetische Schwingungen. Treffen sie auf zwei räumlich getrennte Antennen, kommen sie dort oft mit unterschiedlicher Phase an – das heißt, die Wellenberge und -täler sind leicht verschoben.
Ein Phase Shifter verändert gezielt die Phase eines Signals, bevor es mit einem anderen kombiniert wird. So kann man z. B. ein Störsignal, das aus einer bestimmten Richtung kommt, durch destruktive Interferenz abschwächen, während das Nutzsignal aus einer anderen Richtung verstärkt wird.
Das Prinzip ähnelt dem Beamforming moderner Antennensysteme – nur eben analog und mit diskreten Bauteilen.
Ein einfacher Phase Shifter für den Kurzwellenbereich (z. B. 3–30 MHz) kann mit passiven RC- oder LC-Gliedernrealisiert werden. Für präzisere und verlustärmere Ergebnisse nutzt man oft Breitband-Transformatoren und variabel einstellbare Kondensatoren.
Antenne 1 ───────────────┐
│
├──► Summierer ──► Empfänger
Antenne 2 ─► Phase Shifter│
│
Ziel: Variabler Phasenschieber für 3–30 MHz, ca. 0–180° Phasenverschiebung.
Ein Phase Shifter ist ein vergleichsweise einfaches, aber sehr wirksames Werkzeug im Amateurfunk. Mit wenigen diskreten Bauteilen lässt sich die Empfangsqualität auf Kurzwelle deutlich verbessern – besonders in schwierigen Störumgebungen. Er ist ein schönes Selbstbauprojekt, das sowohl die HF-Technik als auch das Verständnis für Wellenausbreitung vertieft.
Sep. 14

Es gibt Konstanten im Leben: ☀️ Die Sonne geht auf 📄 Steuererklärungen nerven 📡 Und irgendwo in den Weiten des russischen Kurzwellenfunks summt ein alter Sender unermüdlich vor sich hin.
UVB‑76, liebevoll „The Buzzer“ genannt, hat sich erneut gemeldet – und diesmal nicht nur mit seinem üblichen Bzzzt… Bzzzt…, sondern mit einer kryptischen Botschaft, die selbst James Bond nervös am Martini nippen lassen würde.
„NZHTI… HOTEL… 38, 965, 78, 58, 88, 37.“
Anfang September durchbrach eine Männerstimme das monotone Summen und buchstabierte diese Codewörter, gefolgt von einer Zahlenreihe. Für den Laien klingt das wie Lottozahlen aus der Hölle – für Verschwörungstheoretiker ist es wahlweise der Startschlüssel für nukleare U‑Boote oder die Einladung zu einem sehr exklusiven, sehr tödlichen Betriebsausflug.
| 💡 Theorie | 📝 Beschreibung | 😬 Beruhigungsfaktor |
|---|---|---|
| Agenten-Koordinaten | Geheime Einsatzorte für Spione im Ausland. | 🟥 0% |
| „Dead Hand“-System | Automatischer Atomschlag bei Angriff – die Apokalypse auf Autopilot. | 🟥 0% |
| Militärische Testübertragung | Die langweiligste, aber wahrscheinlichste Erklärung. | 🟨 50% |
Man könnte meinen, ein Sender, der seit den 70ern ununterbrochen summt, sei harmlos – wie ein alter Kühlschrank im Keller. Nur dass dieser Kühlschrank jederzeit beschließen könnte, Lust auf Weltuntergang zu haben. Und das Beste: Niemand weiß, wer den Stecker ziehen könnte. Vielleicht nicht mal die, die ihn einst eingesteckt haben.
Die jüngste Aktivität fällt in eine Phase, in der die Spannungen zwischen Russland und dem Westen ohnehin auf Anschlag stehen. Ob das Zufall ist oder ein gezieltes „Wir hören euch zu – und wir haben Knöpfe“ – das Internet wird sich darüber noch wochenlang die Köpfe einschlagen.
UVB‑76 bleibt das akustische Äquivalent zu einem ungeladenen Revolver auf dem Tisch – man weiß nicht, ob er jemals benutzt wird, aber allein seine Anwesenheit sorgt dafür, dass niemand entspannt sitzt.
📌 Fun Fact: Der Buzzer sendet seit den späten 1970ern – und hat in dieser Zeit nur wenige, kurze Unterbrechungen gehabt. Manche Funkamateure hören ihn seit Jahrzehnten wie andere Leute das Radio beim Frühstück.

Sep. 10

Polarlichter – diese tanzenden, farbigen Schleier am Himmel – wirken wie ein Geschenk der Natur. Tatsächlich sind sie eher eine höfliche Warnung: „Hallo, ich bin der Sonnenwind, und ich könnte auch deine Stromversorgung grillen.“ Aber keine Sorge – meistens bleibt es bei der Lightshow.
Polarlichter (Aurora Borealis im Norden, Aurora Australis im Süden) entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne – hauptsächlich Elektronen und Protonen – mit der Erdatmosphäre kollidieren.
Der Ablauf in Kurzform:
Fun Fact : Würde das Magnetfeld ausfallen, hätten wir nicht nur Polarlichter in den Tropen – wir hätten auch ein globales Barbecue.
Ja – aber selten. In Deutschland sieht man Polarlichter meist nur bei starken geomagnetischen Stürmen, wenn das Polarlichtoval weit nach Süden reicht.
Beste Chancen:
Polarlichter sind das perfekte Beispiel dafür, wie etwas Wunderschönes aus einem potenziell zerstörerischen Prozess entstehen kann. Sie sind ein Tanz aus Physik, Geschichte und Mythos – und in Deutschland ein seltener, aber umso wertvollerer Anblick.
Oder, um es mit Humor zu sagen: Sie sind der schönste Beweis, dass selbst tödliche Strahlung manchmal einfach nur hübsch aussehen will.
Sep. 10

Ein technischer Leitfaden mit einem Augenzwinkern ins Abgrundtiefe
Die Rhombusantenne ist so etwas wie der Dinosaurier unter den Richtantennen: groß, majestätisch, beeindruckend – und in freier Wildbahn selten anzutreffen, weil sie schlichtweg viel Platz frisst. Wer sie baut, sendet nicht nur Signale, sondern auch eine klare Botschaft an die Nachbarschaft: „Ich habe entweder sehr viel Land oder sehr tolerante Mitmenschen.“
Trotzdem – oder gerade deswegen – ist sie für den ambitionierten Funkamateur ein faszinierendes Projekt. Ihre physikalischen Eigenschaften machen sie zu einer der effizientesten Drahtantennen überhaupt, wenn man ihr den nötigen Raum gönnt.
Die Rhombusantenne ist im Kern eine lange, in Rautenform gespannte Drahtantenne, die als Traveling-Wave-Antenne arbeitet. Das bedeutet:
Wichtige Parameter:
Physikalischer Charme:
| Band | Realisierbarkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| 10 m – 20 m | Sehr gut | Gewinn und Richtwirkung hervorragend, Platzbedarf noch machbar. |
| 30 m – 40 m | Grenzwertig | Grundstück muss groß sein, aber technisch lohnend. |
| 80 m – 160 m | Praktisch unmöglich | Nur für Landbesitzer mit eigenem Wald oder stillgelegtem Flugplatz. |
Die Rhombusantenne wurde in den 1930er-Jahren von Harold H. Beverage und Kollegen entwickelt – ursprünglich für Kurzwellen-Richtfunkstrecken über Kontinente hinweg.
Eine Rhombusantenne ist wie ein Oldtimer mit 12 Zylindern: Sie ist groß, laut (im übertragenen Sinne) und völlig unvernünftig – aber wenn sie läuft, dann läuft sie mit Stil. Und wenn der Nachbar fragt, ob das Ding gefährlich ist, kannst du sagen: „Nur, wenn Sie zufällig ein ionosphärisches Reflexionszentrum sind.“
Wer den Platz hat, sollte sich trauen. Eine Rhombusantenne ist kein Alltagsprojekt, sondern ein Statement. Sie ist technisch faszinierend, historisch bedeutsam und liefert Funkerlebnisse, die man mit einem simplen Dipol nie erreicht.
Sep. 07

| # | Frequenz (kHz) | Station / Land | Beste Zeit (MESZ) | Schwierigkeit | Jägerhinweis |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 531 | Algérie Chaîne 1 (DZ) | 05:00–07:00 | 🟠 Mittel | Morgendämmerung bringt Nordafrika ins Spiel – Ferritantenne Richtung Süden drehen |
| 2 | 603 | Smooth Radio (UK) | 06:00–07:30 | 🔴 Schwer | Briten auf MW sind stark, aber hier oft von Spanien überlagert |
| 3 | 693 | BBC Radio 5 Live (UK) | 21:00–23:00 | 🟢 Leicht | Klassiker, aber Fading kann IDs verschlucken |
| 4 | 828 | Radio 5 (NL, regional) | 20:00–22:00 | 🟠 Mittel | Nur bei guter Nordausbreitung stabil |
| 5 | 999 | COPE Madrid (ESP) | 19:00–21:00 | 🟢 Leicht | Früher Abend, oft klarer Spanier |
| 6 | 1089 | TalkSport (UK) | 21:00–00:00 | 🟢 Leicht | Starker UK-Sender, aber Fading bringt Überraschungsgäste |
| 7 | 1107 | RNE5 (ESP) / AFN Kaiserslautern (DE) | 20:00–23:00 | 🟠 Mittel | AFN tagsüber stark, nachts vom Süden „angefressen“ |
| 8 | 1143 | AFN Vilseck (DE) / Italien | 22:00–01:00 | 🟠 Mittel | Militärfunk trifft Italo-Pop – wer gewinnt? |
| 9 | 1485 | Lokalsender Erlangen (DE) / Spanien | 20:30–23:00 | 🔴 Schwer | Kleinsender, nur bei ruhigem Band |
| 10 | 1521 | Saudi Arabia BSKSA Duba | 22:00–02:00 | 🔴 Schwer | Starker Auslandsbomber, aber nur bei sehr guter Ausbreitung |
💡 Extra-Mission: Wer alle 10 Stationen loggt, kann versuchen, mindestens 3 verschiedene Kontinente auf MW im Herbst zu empfangen – Europa, Afrika und Asien sind realistisch.

Sep. 06
Ab dem 07.05.2024 hat unsere Interessengruppe IGAFU die oberste Etage am Standort Friesdorfer Straße 197 „erobert“. Es gab viel zu tun, um diesen Status zu erreichen, der mit der jetzigen Raumaufteilung, der Möblierung, der Installation eines Niederspannungsnetzes, der HF-Verkabelung und der Errichtung diverser Antennen nachgekommen wurde.
Heute, am 06.09.2025, wurde diesem Meilenstein und der durchgeführten Arbeiten gedacht und so kamen 10 Funkfreunde zusammen, um bei leckerem Essen und Getränken stolz das Erreichte zu feiern.
Es war ein Ereignis, das nicht nur die Gemeinschaft stärkte, sondern auch die Leidenschaft für das gemeinsame Hobby in den Mittelpunkt stellte. Es war deutlich zu spüren, wie sehr die Funkfreunde diese neue Basis schätzten – ein Ort, der nicht nur für technische Experimente, sondern auch für Freundschaften und Zusammenhalt steht.
Die Mitglieder der IGAFU blicken voller Zuversicht in die Zukunft – bereit, neue Projekte anzugehen, neue Freundschaften zu knüpfen und die Welt des Funks weiterhin mit Leidenschaft zu erkunden. Die funktechnische Ausrüstung ist jetzt verfügbar und wird in Zukunft Zug um Zug ergänzt werden.
Sep. 04

Der Begriff „Graveyard-Channels“ stammt aus den USA und bezeichnet Mittelwellenfrequenzen, auf denen viele kleine Sender mit geringer Leistung (meist 250–1000 Watt) denselben Kanal teilen. Tagsüber ist das kein Problem – die Reichweite ist begrenzt, und jeder Sender bedient nur seine Region. Doch nachts wird es spannend: Die Ionosphäre reflektiert Mittelwellen-Signale über weite Strecken (Skywave-Effekt), und plötzlich hört man nicht nur den Ortssender um die Ecke, sondern ein chaotisches Stimmengewirr aus halb Europa.
Das klingt wie ein Radiogeistertreffen – daher der Name „Graveyard“. Statt Grabsteinen gibt’s hier Frequenzmarker, und statt Stille ein wildes Durcheinander aus Musikfetzen, Nachrichten und Werbeslogans in allen Sprachen.
In Deutschland selbst sind die klassischen US-Graveyard-Kanäle (1230, 1240, 1340, 1400, 1450, 1490 kHz) nicht belegt – aber es gibt europäische Pendants, auf denen nachts reger Verkehr herrscht:
| Frequenz (kHz) | Typische Sender / Besonderheiten | Bemerkung |
|---|---|---|
| 801 | Ehem. BR-Frequenz, heute Museums- und Eventsender (Cham, Wertingen) | Nachts oft Spanien, UK, Rumänien |
| 828 | Früher NDR Info Spezial, heute oft Niederlande oder Italien | Starke Nacht-Interferenz |
| 999 | Spanien, UK, Saudi-Arabien | Klassiker für DXer |
| 1089 | TalkSport UK, plus Osteuropa | Sehr stark bei guter Ausbreitung |
| 1107 | AFN Kaiserslautern, plus Spanien und Italien | Militärfunk trifft Mittelmeer |
| 1143 | AFN Vilseck, plus Osteuropa | Überraschend weitreichend |
| 1485 | Lokalsender wie JOE in Erlangen, plus Mittelmeerraum | Kleinsender mit DX-Potenzial |
Wer nachts auf einem Graveyard-Channel lauscht, erlebt oft folgendes: Man hört eine klare Station, freut sich schon auf die ID – und zack, mitten im Satz bricht sie ab, ersetzt durch eine völlig andere Sprache. Das ist wie ein Speed-Dating, bei dem man nie erfährt, wie der Name des Gegenübers war.
| t Bodenwelle | |||
| 19:00–21:00 | 1107 | AFN Kaiserslautern (DEU), RNE5 (ESP), Italien | Militärfunk trifft südeuropäische Plauderei |
| 20:00–22:00 | 1485 | Lokalsender DE (Erlangen), Italien, Spanien | Kleinsender – ideal zum „ID-Puzzeln“ |
| 20:30–23:00 | 801 | SER España, BBC Scotland, Rumänien | Abends oft „Signal-Karussell“ |
| 21:00–00:00 | 1089 | TalkSport UK, Osteuropa | Starke UK-Dominanz, aber Fading bringt Überraschungen |
| 21:30–01:00 | 828 | Niederlande (regional), Italien | Gute Chance auf seltene Lokalprogramme |
| 22:00–02:00 | 1143 | AFN Vilseck, Spanien, Italien | AFN oft stabil, aber nachts von Süden „angefressen“ |
| 23:00–03:00 | 999 / 1107 / 1485 | „Graveyard-Mix“ | Jetzt wird’s chaotisch – perfektes Zeitfenster für Audio-Mitschnitte |
| 00:00–04:00 | 909, 1053, 1215 | BBC, Absolute Radio, Spanien | Britische Powerhouses, aber auch schwache Osteuropäer möglich |
| Vor Sonnenaufgang (ca. 05:00–07:00) | 531, 603, 693 | Algerien, Spanien, UK | Morgendämmerung bringt oft Nordafrika ins Spiel |
Graveyard-Channels sind das wilde Nachtleben der Mittelwelle – chaotisch, unberechenbar, aber voller Überraschungen. Für Broadcaster sind sie eine günstige Spielwiese, für DXer ein akustischer Abenteuerspielplatz. Wer sich darauf einlässt, sollte gute Ohren, Geduld und eine Portion Humor mitbringen – denn im Radiograveyard gilt: Die Geister, die ich rief, senden weiter…
Aug. 31

Der Herbst ist für den Kurzwellenhörer das, was die Brunftzeit für den Jäger ist: Die Bedingungen sind besser, die Beute vielfältiger – und manchmal schreit etwas im Unterholz, das man lieber nicht identifizieren möchte. Die Nächte werden länger, die Dämpfung geringer, und die Ionosphäre verhält sich wie ein alter Seemann: launisch, aber voller Geschichten.
| Frequenz (kHz) | Station / Land | Beste Zeit (MESZ) | Ampel | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 3995 | HCJB Deutschland | 06:30–08:00 | 🟢 | Stabil, ideal für Einsteiger |
| 6005 | Shortwaveservice (DE) | 10:00–12:00 | 🟢 | Sauberer Bodenwellenempfang |
| 6070 | Channel 292 (DE) | 09:00–20:00 | 🟢 | Viel deutschsprachiges Programm |
| 6085 | Radio Mi Amigo (B) | 07:00–17:00 | 🟠 | Tagsüber gut, abends schwankend |
| 9700 | Radio Rumänien Int. | 18:00–20:00 | 🟠 | Starke Signale, aber Fading möglich |
| 11805 | Radio Joystick (D) | 10:00–11:00 (So) | 🔴 | Kurzfenster, präzises Timing nötig |
| 15350 | Stimme der Türkei | 12:00–13:00 | 🔴 | Nur bei guter Ausbreitung |
Legende: 🟢 = Einfach mit tragbarem Weltempfänger 🟠 = Bessere Antenne empfohlen 🔴 = Anspruchsvoll, SDR + Richtantenne ratsam
Herbstzeit ist auch Piratenzeit. Wenn der Nebel über den Feldern hängt, tauchen sie auf:
Piraten haben keine Sendepläne. Sie senden, wenn sie Lust haben – und hören auf, wenn der Nachbar klingelt.
Kurzwellenhören im Herbst ist wie ein Tanz mit einer launischen Partnerin: mal himmlisch, mal tritt sie dir auf die Füße. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt – mit exotischen Stimmen, Musik aus fernen Ländern und dem Nervenkitzel, einen Piraten zu erwischen, bevor er wieder im Rauschen verschwindet.
Aug. 28
Es gibt diesen leisen Moment, wenn der Wind im Draht singt und ein fernes Rufzeichen genau richtig einschwingt. Symmetrische Drahtantennen sind pures Handwerk: zwei Enden, viel Himmel und die Kunst, Strom gleichmäßig fließen zu lassen. Hier bekommst du das große Ganze – ohne Formeln, mit klaren Grafiken, praktischen Bauplänen und ehrlichen Tipps.
Eine symmetrische Drahtantenne verteilt Strom und Spannung spiegelbildlich auf zwei Schenkel. Die Energie wandert vom Speisepunkt in beide Richtungen, wird entlang des Drahtes „gestaut“ und strahlt ins Freie ab. Je nach Länge und Höhe verschiebt sich der Abstrahlwinkel: tiefer für weite Verbindungen, höher für den Nahbereich.

Wichtig ist die Balance: Wenn beide Seiten gleich „gefüttert“ werden, bleibt die HF dort, wo sie hingehört – auf der Antenne. Unausgeglichene Einspeisung führt zu HF im Shack, merkwürdigen Mustern und unnötigen Verlusten. Darum lieben viele Funkamateure symmetrische Leitungen oder gute Strombaluns.

| Einspeisung | Was es ist | Vorteile | Nachteile | Wofür geeignet |
|---|---|---|---|---|
| Symmetrische Leitung + symmetrischer Tuner | Hühnerleiter direkt an einen echten symmetrischen Koppler | Sehr geringe Verluste, beste Balance, breitbandig | Tuner/Hardware aufwendiger, saubere Führung der Leitung nötig | Stationäre Setups, All‑Band‑Betrieb |
| Symmetrische Leitung + 1:1 Strombalun am Tuner | Hühnerleiter bis Balun am Shack, danach Tuner (unsym) | Flexibel, gute Balance bei richtigem Balun | Balun muss HF‑fest sein, hohe Spannungen möglich | Praktisch im Shack, Doublet-Betrieb |
| Koax + 1:1 Strombalun am Speisepunkt | Dipol mit Koax, Balun direkt an der Antenne | Einfach, robust, wenig HF im Shack | Bei Nicht‑Resonanz steigen Verluste | Resonante Dipole/Fan‑Dipole |
| Hybrid (G5RV/ZS6BKW) | Leitungsstück als „Anpasser“, dann Koax | Multiband ohne Voll‑Tuner (teilweise) | Nicht alle Bänder top, Koaxverluste bei starkem Fehlanpass | Portabel und platzsparend |
| T2FD mit Balun | Gefalteter Dipol mit Widerstand und Balun | Sehr breitbandig, unkritische Anpassung | Geringere Effizienz, braucht Länge | Monitoring, SWL, unkomplizierte SSB/Databetriebe |
Tipp: Ein guter 1:1‑Strombalun (Ferrit Mix 31/43, mehrere Kerne, dicht gewickelt) ist oft der Gamechanger gegen Mantelwellen.
Baupläne für klassische Kurzwellenbänder
Resonanter Dipol (ein Band)
- Einsatz: Wenn du auf einem Band maximal effizient arbeiten willst.
- Material:
- Draht: PVC‑isolierte Litze 1.5–2.5 mm² (z. B. Kupfer, schwarz/UV‑fest).
- Speisung: Koax (RG‑58/213) + 1:1‑Strombalun am Speisepunkt.
- Mechanik: 2 Isolatoren, UV‑Leine, Kabelbinder, selbstverschweißendes Band, Kabelschuh/Crimp.
- Startlängen (pro Schenkel, vor dem Feintunen):
- 80 m: ca. 19.8 m
- 40 m: ca. 9.95 m
- 20 m: ca. 4.99 m
- 15 m: ca. 3.32 m
- 10 m: ca. 2.49 m
- Aufbau:
- Höhe: So hoch wie möglich, Enden ≥ 2.5 m über Grund.
- Feintrimmen: In kleinen Schritten kürzen, SWR an Ziel‑Frequenz beobachten.
- Tipp: Inverted‑V spart Platz, Apex so hoch wie möglich.
Fan‑Dipol (mehrere Bänder resonant)
- Einsatz: 80/40/20/15/10 m ohne Tuner.
- Material:
- Draht: 5 Paar Schenkel nach obigen Startlängen.
- Speisung: Ein gemeinsamer 1:1‑Strombalun, Koax zum Shack.
- Distanzhalter: Kleine Abstandshalter/Isolatoren, damit Drähte sich nicht berühren.
- Aufbau:
- Fächerförmig am gleichen Speisepunkt. Längste Schenkel unten, kürzere darüber.
- Abgleich: Von unten nach oben (80 → 10 m). Kürzen beeinflusst höhere Bänder weniger.
- Pro‑Tipp: Ein paar Grad Spreizung zwischen den Paaren reduziert Kopplung und macht das Tuning entspannter.
Doublet 2×16.2 m (80–10 m mit Tuner)
- Einsatz: Ein Draht für viele Bänder, sehr effizient mit symmetrischer Leitung.
- Material:
- Draht: 2×16.2 m.
- Leitung: 450‑Ω‑„Window Line“ oder 300‑Ω‑Hühnerleiter, 12–20 m bis zum Shack.
- Anpassung: 1:1‑Strombalun am Shack, danach Tuner (oder echter symmetrischer Tuner direkt).
- Aufbau:
- Führung: Hühnerleiter freihängen, Abstand zu Metall ≥ 10 cm, keine langen Parallelführungen an Regenrinnen.
- Höhe: 8–12 m ideal, Inverted‑V funktioniert gut.
- Warum 16.2 m: Praxiserprobt, meidet kritisch ungünstige Längen, die auf mehreren Bändern extreme Impedanzen erzeugen.
Rechteck‑Loop für 40–10 m (Perimeter ~20–22 m)
- Einsatz: Leise im Empfang, gute Allround‑Performance auf höheren Bändern.
- Material:
- Draht: ca. 20–22 m, geschlossen zum Rechteck oder Dreieck.
- Speisung: Hühnerleiter am oberen Eck, 1:1‑Balun am Shack, Tuner dahinter.
- Mechanik: 4 Ecken mit Isolatoren, umlaufende UV‑Leine.
- Aufbau:
- Form: Rechteck mit längerer horizontaler Oberkante, so hoch wie möglich.
- Richtwirkung: Leicht bevorzugt senkrecht zur Oberkante; für DX hilft Höhe.
ZS6BKW (kompakter Multiband‑Klassiker)
- Einsatz: 80/40/20/17/12/10 m mit brauchbarer Anpassung.
- Material grob:
- Draht: ca. 2×13.75 m.
- Leitungsstück: ca. 11.8 m 300‑Ω oder 450‑Ω Fensterleitung (je nach Variante).
- Weiterführung: Koax ins Shack, optional zusätzlicher Tuner für Feinschliff.
- Aufbau:
- Balun: 1:1‑Strombalun an der Übergangsstelle zur Koax empfohlen.
- Realität: Nicht jedes Band perfekt; dort mit Tuner nachhelfen.
T2FD (breitbandig und unkompliziert)
- Einsatz: Von 80 bis 10 m „einstecken und funken“, wenn Effizienz zweitrangig ist.
- Material:
- Draht: Gesamtlänge etwa 27–30 m, gefaltete Bauform mit Abstandshaltern.
- Abschluss: Widerstand 390–560 Ω (HF‑fest, >10 W, je nach TX‑Leistung höher).
- Balun: 4:1‑Strombalun, Koax zum Shack.
- Aufbau:
- Schräge Montage hilft, Wasser ablaufen zu lassen, Abstandshalter alle 1–1.5 m.
- Vorteil: Kaum Nachstimmen, gut für Monitoring und wechselnde Betriebsarten.
Welcher Draht wo glänzt
- Kleiner Garten/Balkon: Inverted‑V oder Loop.
- Warum: Geringere Spannweite, freundliches Nahfeld, oft leiser im Empfang.
- Station mit Bäumen und Platz: Doublet 2×16.2 m oder Fan‑Dipol.
- Warum: Viel Bandabdeckung bei hoher Effizienz.
- Portabel/Field‑Day: ZS6BKW oder kurzer Fan‑Dipol.
- Warum: Schneller Aufbau, reproduzierbare Ergebnisse.
- Störverseuchtes Umfeld: Loop.
- Warum: Subjektiv oft weniger QRN, angenehmer Klang.
- „Einstecken und los“: T2FD.
- Warum: Breitbandig, wenig Tuning‑Stress.
Einkaufsliste (allgemein)
- Draht: PVC‑isolierte Kupferlitze 1.5–2.5 mm², dunkel/UV‑fest.
- Leitung: 450‑Ω Fensterleitung oder 300‑Ω Hühnerleiter (für symmetrische Speisung).
- Balun: 1:1‑Strombalun (Mix 31/43, mehrfache Kerne), für T2FD 4:1.
- Koax: RG‑213/RG‑8X je nach Länge/Leistung.
- Isolatoren & Leinen: Keramik/Kunststoff, UV‑feste Polyester/Kevlar‑Schnur.
- Wetterschutz: Schrumpfschlauch, selbstverschweißendes Band, Dichtmasse für Steckverbinder.
- Tuner: Symmetrischer Koppler oder guter Shack‑Tuner hinter 1:1‑Balun.