Einleitung
Wenn man das Internet aufschrauben würde (bitte nicht mit dem Schraubenzieher versuchen), würde man tief im Inneren zwei alte Bekannte finden: TCP und UDP. Beide stammen aus den frühen Tagen des ARPANET in den 1970ern, als man noch mit Lochkarten flirtete und Router so groß wie Kühlschränke waren.
TCP und UDP sind wie zwei ungleiche Brüder:
- Der eine pedantisch, zuverlässig, mit Checklisten und Quittungen (TCP).
- Der andere chaotisch, schnell, freiheitsliebend – aber wehe, du erwartest Pünktlichkeit oder Vollständigkeit (UDP).
Und wie so oft im Leben gilt: Man braucht beide.
Historischer Abriss
- TCP (Transmission Control Protocol) wurde entwickelt, um Daten zuverlässig von A nach B zu bringen – egal, ob dazwischen ein paar Pakete verloren gehen. Es kümmert sich um Verbindungsaufbau, Fehlerkorrektur, Reihenfolge.
- UDP (User Datagram Protocol) entstand als „leichtgewichtige“ Alternative: keine Verbindungsrituale, keine Quittungen, keine Rücksicht auf Verluste. Einfach Daten rausfeuern und hoffen, dass sie ankommen.
Man könnte sagen: TCP ist der Buchhalter, UDP der Punkrocker.

Technische Unterschiede im Überblick
| Merkmal | TCP 🧾 | UDP 🎸 |
|---|---|---|
| Verbindung | Verbindungsorientiert (Handshake) | Verbindungslos |
| Zuverlässigkeit | Garantierte Zustellung, Reihenfolge, Fehlerkorrektur | Keine Garantie, keine Reihenfolge |
| Geschwindigkeit | Langsamer durch Overhead | Schneller, minimaler Overhead |
| Typische Anwendungen | Web (HTTP/HTTPS), E-Mail, Dateiübertragung | Streaming, VoIP, Online-Gaming, DNS |
| Humorvolle Analogie | Einschreiben mit Rückschein | Flaschenpost im Sturm |
Typische Einsatzgebiete
- TCP: Webseiten, Online-Banking, Software-Downloads. Alles, wo „ein Byte fehlt“ nicht nur ärgerlich, sondern potenziell teuer wäre.
- UDP: Livestreams, Sprachübertragung, Gaming. Hier gilt: Lieber ein paar verlorene Pakete als eine Sekunde Verzögerung. Niemand will, dass der Fußballkommentar erst kommt, wenn das Tor schon gefallen ist.
Amateurfunk und die digitale Welt
Auch im Amateurfunk haben TCP und UDP längst Einzug gehalten – besonders dort, wo Funkamateure das Internet als Rückgrat nutzen:
- TCP findet man z. B. bei Remote-Rig-Steuerungen oder wenn ein SDR-Server (Software Defined Radio) über das Netz erreichbar ist. Hier ist Zuverlässigkeit entscheidend – niemand will, dass der VFO-Sprung mitten im QSO verschluckt wird.
- UDP hingegen ist beliebt bei Echtzeit-Audio-Streams (z. B. Remote-Audio von der Station) oder bei Hamnet-Anwendungen. Wenn ein paar Sprachpakete verloren gehen, merkt man es kaum – aber Verzögerung wäre tödlich für den Gesprächsfluss.
Man könnte sagen: Im Amateurfunk ist TCP der stille Logbuchführer, während UDP der hektische Operator ist, der ins Mikro brüllt: „Hört ihr mich noch?!“
Schwarzer Humor am Rande
- TCP ist wie der übervorsichtige Funkamateur, der nach jedem CQ-Ruf noch dreimal nachfragt: „War das lesbar? Bitte bestätigen! Over.“
- UDP ist der Kollege, der einfach durch die Runde schreit, ohne zu warten, ob jemand zuhört – und dann beleidigt ist, wenn keiner antwortet.
- Und wenn beide mal ausfallen? Nun ja, dann bleibt nur noch Rauchzeichen. Leider nicht im Frequenzplan der Bundesnetzagentur vorgesehen.
Fazit
TCP und UDP sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge für unterschiedliche Aufgaben. Wer sie versteht, kann entscheiden, wann Zuverlässigkeit wichtiger ist als Geschwindigkeit – und umgekehrt.
Im Amateurfunk wie im Internet gilt: Manchmal braucht man den pedantischen Buchhalter, manchmal den Punkrocker. Und manchmal… einfach nur Funkstille.
















