Die T2LT Antenne, der heilige Gral im 11m-Band ;-)

Die T2LT‑Antenne hat seit 2024 in CB‑Funk‑Foren einen beinahe mythischen Ruf entwickelt: Manche nennen sie den „Gral der Drahtantennen“, andere schwören, sie sei die Wiedergeburt des Ärmel‑Dipols – und wieder andere behaupten, sie sei nur ein Stück Koax, das sich weigert, normal zu funktionieren. Zeit für eine technische, aber humorvolle Spurensuche. Tatort: Samstagabend, 20:15 Uhr, Kanal 16 USB.

🛰️ Ursprung und kleine Legende der T2LT

Die T2LT (Tuned Transmission Line Trap) ist keine neue Erfindung, sondern ein Konzept, das bereits in den 1980ern im Amateurfunk beschrieben wurde. Sie basiert auf einem Koaxkabel, dessen Mantel über eine definierte Länge als Strahler dient, während eine aufgewickelte Mantelwellensperre (der „Trap“) den Rest des Koax vom Strahler elektrisch trennt. Die Idee wurde unter anderem von DK8ZV und AA6AX beschrieben .

Warum also der Hype seit 2024? Weil CB‑Funker entdeckten, dass diese Antenne:

  • extrem einfach zu bauen ist,
  • erstaunlich gut funktioniert,
  • und sich hervorragend an GFK‑Masten betreiben lässt.

In Foren wurde sie plötzlich als „Wunderantenne“ gehandelt – und wie bei jedem Wunder gab es Gläubige, Skeptiker und die üblichen Funk‑Philosophen, die sich um die einzig wahre Wickelrichtung der Spule stritten.

📡 Physikalisches Funktionsprinzip

Die T2LT ist ein elektrisch mittengespeister Halbwellenstrahler, bei dem das Koaxkabel selbst die Antennenelemente bildet. Der obere Teil des Mantels strahlt, der untere Teil wird durch die Mantelwellensperre blockiert.

Wichtige physikalische Aspekte

  • Halbwellenresonanz: Der strahlende Teil des Koaxmantels ist etwa λ/2 lang und bildet einen vertikalen Dipolarm.
  • Parallelschwingkreis: Die aufgewickelte Spule wirkt als Sperrkreis, der Mantelwellen unterdrückt und den Strahler sauber vom Speisekabel trennt .
  • Saubere Stromverteilung: Durch die Sperrwirkung entsteht eine definierte Stromverteilung, die der Antenne ihre Effizienz verleiht.
  • Geringe Verluste: Keine Traps, keine Spulen im Strahler, keine Übergangswiderstände – nur Koax.

🧰 Aufbau und typische Dimensionen

Für das 11‑m‑Band (CB‑Funk) ist die T2LT besonders beliebt. Ein Beispiel:

  • Gesamtlänge ca. 5,3 m
  • Spule auf 5 cm Rohr gewickelt
  • Materialkosten ab 6 € (RG‑58 + Stecker)
  • Bandbreite ca. 1,2 MHz (SWR ≤ 2)

Für 2 m und 70 cm existieren ebenfalls Varianten, die mit RG‑174 gebaut werden können und sehr portabel sind .

🌀 Der Choke am Fußpunkt – Pflicht oder Kür?

Ein Koax‑Choke am Fußpunkt ist bei der T2LT nicht nur sinnvoll, sondern fast schon ein Ritterschlag. Mit ein paar „Windhunden“ (Windungen) Koax auf einem Ferrit oder Luftspulenkörper lässt sich:

  • HF im Shack reduzieren,
  • die Mantelwellensperre unterstützen,
  • die Abstrahlcharakteristik stabilisieren.

Viele kommerzielle Bausätze integrieren bereits eine Mantelwellensperre mit rund −24 dB Dämpfung .

⚙️ Vor- und Nachteile der T2LT

Vorteile

  • Sehr einfach zu bauen
  • Hohe Effizienz für eine portable Antenne
  • Keine Radials nötig
  • Geringes Gewicht, ideal für GFK‑Masten
  • Gute Bandbreite
  • Preiswert und robust

Nachteile

  • Funktioniert nur gut, wenn sie frei hängt
  • Abhängigkeit von der Qualität der Mantelwellensperre
  • Nicht optimal für NVIS‑Betrieb
  • Mechanisch empfindlicher als Alu‑Vertikalstrahler

📶 Anwendungen im Amateurfunk

Die T2LT ist nicht auf CB‑Funk beschränkt. Varianten existieren für:

  • 10 m (Halbwelle, sehr effizient)
  • 6 m (angepasste Längen)
  • 2 m / 70 cm (kompakte Koax‑Versionen)

Besonders im portablen Betrieb (SOTA, POTA, Fieldday) ist sie beliebt, weil sie:

  • leicht,
  • schnell aufgebaut,
  • und sehr unkritisch im Handling ist.

🎬 Tatort Kanal 16 USB – ein humorvoller Blick

Samstagabend, 20:15 Uhr. Während andere den Fernseher einschalten, schalten CB‑Funker auf Kanal 16 USB. Die T2LT hängt am 10‑m‑GFK‑Mast, der Wind pfeift, die Spule glänzt im Mondlicht. „CQ, CQ – hört mich jemand?“ Und plötzlich meldet sich Station XY aus 300 km Entfernung. Der Funker grinst. Die T2LT hat wieder zugeschlagen. Der Gral? Vielleicht nicht. Aber ein verdammt guter Ärmel‑Dipol.

🔭 Ausblick

Die T2LT wird auch in Zukunft eine Rolle spielen:

  • als Einsteigerantenne im Amateurfunk,
  • als portable Lösung für Outdoor‑Funker,
  • als Experimentierplattform für Koax‑basierte Antennen,
  • und als Running Gag in Foren, wenn wieder jemand fragt: „Welche Antenne ist die beste?“