🎯 DX-Herbst-Challenge 2025:

🎯 DX-Herbst-Challenge 2025: Und, schon alle TrophĂ€en gejagt oder nur die Hoffnung verloren?

Der Äther war nie gnadenloser. Zehn seltene Mittelwellenstationen, jede mit ihrer eigenen Persönlichkeit – von britischem Smooth-Talk bis zu saudischem Sendebomber. Die IG AFU Bonn hat euch mit der DX-Herbst-Challenge 2025 auf eine Reise geschickt, bei der selbst eure Ferritantenne irgendwann um Gnade winselt.

Aber jetzt mal ehrlich:

  • Habt ihr euch schon durch die Frequenzhölle gekĂ€mpft?
  • Ist euer Logbuch ein stolzes Manifest oder eher ein Trauerprotokoll?
  • Und wie oft habt ihr nachts geflĂŒstert: „Saudi-Arabien, bitte… nur einmal…“?

💀 FĂŒr alle, die noch dabei sind: Keine Sorge, der Herbst ist lang – und die Dunkelheit euer Freund. FĂŒr alle, die schon durch sind: GlĂŒckwunsch, ihr seid offiziell Funk-Sadisten mit Hang zur Selbstgeißelung.

Lasst uns wissen:

  • Welche Station war euer Endgegner?
  • Welche hat euch ĂŒberrascht – positiv oder wie ein nasser Lappen ins Gesicht?
  • Und wer hat die Extra-Mission mit drei Kontinenten geschafft, ohne dabei den Verstand zu verlieren?

Kommentiert, teilt eure Logs, oder schickt einfach ein Bild eures zerfetzten Notizbuchs. Wir feiern euch – oder lachen mit euch. Je nach SignalstĂ€rke.

đŸ•łïž Der Äther ist dunkel und voller Schrecken. Aber hey, wenigstens rauscht er schön.

Quelle:

„CQ CQ Embassy“ – Diplomatische Kommunikation ĂŒber Funk


Diplomatie lebt von Worten – und manchmal davon, dass diese Worte möglichst niemand außer dem EmpfĂ€nger hört. Bevor Glasfaser, verschlĂŒsselte IP-Telefonie und Satellitenlinks den Äther eroberten, war Funk jahrzehntelang das RĂŒckgrat der internationalen Kommunikation zwischen Botschaften, Konsulaten und Heimatregierungen.

📡 Technische Grundlagen

Diplomatische Funkkommunikation war (und ist) eine Mischung aus Hochfrequenztechnik, Kryptografie und Geduld:

  • Frequenzbereiche:
    • Kurzwelle (HF): 3–30 MHz, ideal fĂŒr weltweite Reichweite dank IonosphĂ€ren-Reflexion.
    • VHF/UHF: 30 MHz–3 GHz, fĂŒr regionale Verbindungen oder Richtfunkstrecken zwischen Botschaft und Außenposten.
    • SatellitenbĂ€nder (ab den 1970ern): L-, C- und Ku-Band fĂŒr sichere Sprach- und DatenkanĂ€le.
  • Modulationsarten:
    • AM und SSB fĂŒr SprachĂŒbertragung.
    • FSK und PSK fĂŒr Telex- und DatenĂŒbertragung.
    • SpĂ€ter digitale Betriebsarten mit integrierter VerschlĂŒsselung.
  • VerschlĂŒsselung:
    • FrĂŒher: mechanische Chiffriermaschinen (z. B. SIGABA, spĂ€ter elektronische Systeme).
    • Heute: AES- oder One-Time-Pad-basierte Systeme, oft in Hardware implementiert.

📜 Historische Beispiele

  1. Moskau – Washington Hotline (1963)
    • Entstanden nach der Kubakrise, um MissverstĂ€ndnisse zu vermeiden.
    • Anfangs Telex ĂŒber Kabel, aber als Backup: Kurzwellenfunk mit verschlĂŒsselten Textnachrichten.
    • Frequenzen im Bereich 10–15 MHz, um Tag/Nacht-Bedingungen zu kompensieren.
  2. Botschaftsfunk im Kalten Krieg
    • Westliche Botschaften in Ostblockstaaten betrieben oft unscheinbare Dachantennen.
    • Über diese liefen verschlĂŒsselte Kurzwellen-Telexe nach London, Washington oder Bonn.
    • Die Gegenstelle war oft ein unscheinbares RegierungsgebĂ€ude mit einer beeindruckenden Antennenfarm.
  3. „Numbers Stations“
    • Mysteriöse Kurzwellensender, die Zahlenkolonnen in monotoner Stimme ausstrahlten.
    • Offiziell nie bestĂ€tigt, aber weithin als Kommunikationsmittel fĂŒr Agenten und diplomatische Dienste angesehen.
    • Frequenzen: oft im 5–12 MHz-Bereich, um global empfangbar zu sein.

☠ Schwarzer Humor im Äther

Diplomatischer Funk war oft so geheim, dass er auf Frequenzen lief, die jeder Funkamateur mit einem 50-Euro-EmpfĂ€nger hören konnte – nur eben nicht verstehen. Manche Botschaften sendeten so regelmĂ€ĂŸig, dass man die Uhr danach stellen konnte. FĂŒr Funkbegeisterte war das wie eine tĂ€gliche Radiosendung mit dem Titel: „Was wohl heute wieder verschlĂŒsselt wird?“

Und wenn mal ein Techniker vergaß, die VerschlĂŒsselung einzuschalten, hörte man statt kryptischer Töne plötzlich:

„Hier ist die Botschaft. Der Kaffee ist alle. Bitte dringend Nachschub.“

🔼 Findet das heute noch statt?

Ja – aber diskreter und technischer.

  • Kurzwelle wird weiterhin als Backup genutzt, weil sie unabhĂ€ngig von Satelliten und Kabelnetzen funktioniert.
  • Satellitenkommunikation ist Standard, oft mehrfach redundant und stark verschlĂŒsselt.
  • Richtfunk zwischen Botschaften und Residenzen ist in manchen LĂ€ndern noch aktiv.

Der Unterschied: Heute sind die Signale meist digital, breitbandig und so verschlĂŒsselt, dass selbst ein Quantencomputer ins Schwitzen kĂ€me – zumindest fĂŒr die nĂ€chsten paar Jahrzehnte.

 

Follow up: Schaltplan eines HF‑Phasenschiebers fĂŒr Kurzwellenempfang

Ein kompakter, variabler Phasenschieber mit passiver Summierung ist fĂŒr den Kurzwellen‑Empfang gut machbar. Unten findest du einen detaillierten Schaltplan (ASCII), konkrete Bauteilwerte, Wickeldaten und einen praxistauglichen Abgleich. Außerdem beantworte ich, ob ein Phase Shifter mit nur einer Antenne sinnvoll ist.

Geht ein Phase Shifter mit nur einer Antenne?

  • Kurzantwort: FĂŒr besseren Empfang im Sinne von SNR‑Gewinn brauchst du zwei Sensoren im Raum (zwei Antennen, oder Hauptantenne plus Noise‑Probe). Mit nur einer Antenne kann ein passiver Phasenschieber die Signal‑Rausch‑Relation nicht verbessern; er Ă€ndert nur die Phase, nicht die rĂ€umliche SelektivitĂ€t.
  • Sinnvolle Ausnahme: Eine kleine, ungerichtete „Noise‑Probe“ als zweiter Eingang (kurzer Stab/Loop nahe der Störquelle) + Phasenschieber + Summierer. Damit lĂ€sst sich lokales QRM auslöschen, wĂ€hrend das Nutzsignal aus der Hauptantenne erhalten bleibt.

Schaltung und Funktionsprinzip

  • Zweck: Variable Phasenverschiebung (0–180° plus 180°‑Umpolung) und variable Amplitude auf dem zweiten Kanal, danach passive Summierung beider KanĂ€le in 50 Ω.
  • Frequenzbereich: 3–30 MHz (empfangsseitig). Durch Umschalten von L kann man den Phasenbereich pro Band komfortabel abdecken.
  • Kernidee: Ein verstellbares LC‑Phasen­glied im zweiten Pfad erzeugt frequenzabhĂ€ngige Phase; ein Umschalter gibt optional 180° dazu. Summierung ĂŒber einen einfachen 2×51 Ω‑Resistiv‑Mischer (ca. 6 dB Verlust, fĂŒr RX unkritisch).

Hinweis: FĂŒr TX ist diese Schaltung nicht gedacht. Vor dem Sender unbedingt hart trennen oder per RX‑Only‑Port anbinden.

Schaltplan ASCII

Code
                 ┌────────────────────────────────────────────────────┐
 ANT1 ──┬───┬───â–ș│ T1  1:1                                          │
        │   │    │ (FT37-43, 10 Wdg bifilar)                        │
        │   └─────────────┐                                         │
        │                 │  Sek: a ──────────────┐                  │
        │                 └───────────────────────┮───â–ș 51Ω ──┐      │
        │                                             (R1)    │      │
        │                                                     ├── SUM ──â–ș 51Ω (R3) ─â–ș ESD â–ș RX
 ANT2 ──┮───┬───â–ș T2 1:1                                      │
            │      (FT37-43, 10 Wdg bifilar)                 │
            │                                                │
            │  Sek: a ──────┬───────────────┬────────────┐  │
            │               │               │            │  │
            │            [S1 A/B]       ATTENUATOR       │  │
            │           180° invert     (L-Pad grob)     │  │
            │          DPDT: Sek a/b     220Ω ─┬─ 1k P  │  │
            │          vertauschen             │        │  │
            │                                   └─ 220Ω ┘  │
            │                                                │
            │                   PHASE NETWORK                │
            │                    (LC variabel)               │
            │        ┌───────────── Lx ─────────────┐       │
            │        │                               │       │
            └────────┮─────◄───o/ o───â–ș──── Cvar ────┮──â–ș 51Ω (R2) ─┘
                         S2 (Band)           10–500 pF
                         Lx: 10”H / 3.3”H / 1”H      Trimmer 5–50 pF parallel

SUM ──â–ș 51Ω (R3) ──â–ș Clamp: 2× Schottky (BAT54S) antiparallel gegen GND ──â–ș RX 50Ω

Masse sternförmig, alle Trafos primĂ€r/sekundĂ€r isolieren, BNC/PL‑Buchsen an MetallgehĂ€use.
  • Rolle T1/T2: Breitband‑Isolation, stabile Symmetrie und einfache 180°‑Umpolung ĂŒber S1 (SekundĂ€rleitungen tauschen).
  • Attenuator: Grobe Pegelanpassung des zweiten Kanals, damit das Null (oder Maximum) sauber einrastet.
  • Phase‑Netzwerk: Serielles L, variabler C nach Masse. Mit S2 werden L‑Bereiche umgeschaltet; Cvar „dreht“ die Phase bei gegebener Frequenz.
  • Summierer: R1 und R2 bilden einen simplen Resistiv‑Mischer in den 50 Ω‑Eingang (R3). Gesamtverlust ~6 dB, akzeptabel fĂŒr RX.

StĂŒckliste und Wickeldaten

  • Trafos (T1, T2): FT37‑43, bifilar 10 Windungen, 1:1.
  • WiderstĂ€nde: R1, R2, R3 je 51 Ω, 0,25 W, HF‑geeignet (Metallfilm).
  • Attenuator: 2× 220 Ω (Metallfilm 0,25 W), 1 kΩ Drahtpoti (oder 500 Ω), Knopf mit Skala.
  • InduktivitĂ€ten Lx (S2):
    • 10 ”H (1,8–5 MHz), 3,3 ”H (5–14 MHz), 1 ”H (14–30 MHz).
    • Luftspule auf 6 mm Wickelkörper; Draht 0,6–0,8 mm CuL. Richtwerte: 10 ”H ≈ 30 Wdg, 3,3 ”H ≈ 17 Wdg, 1 ”H ≈ 10 Wdg (feinabgleichen).
  • Kondensatoren: Cvar 10–500 pF (Luft‑Drehko), Trimmer 5–50 pF parallel zu Cvar (Feinbereich), NP0/C0G fĂŒr Festwerte.
  • Dioden (ESD): BAT54S (antiparallel zum RX‑Eingang).
  • Schalter: S1 DPDT fĂŒr 180°‑Umpolung, S2 3‑Stufen Drehschalter fĂŒr Lx.
  • Buchsen/GehĂ€use: BNC oder PL, MetallgehĂ€use, sternförmige MassefĂŒhrung, kurze RG‑174/RG‑316 Jumper.

Abgleich und Betrieb

  1. Vorbereitung:
    • Antennen: Hauptantenne an ANT1. Zweite Antenne an ANT2 (z. B. Noise‑Probe: 30–50 cm Stab/kleiner Loop in StörnĂ€he, ĂŒber 1:1‑Trafo auf 50 Ω).
    • Bandwahl: S2 auf passenden Lx‑Bereich stellen.
  2. Grobeinstellung:
    • Pegel: Mit dem Attenuator den ANT2‑Pegel ungefĂ€hr an ANT1 anpassen (S‑Meter oder akustisch).
    • 180°‑Test: S1 umlegen; die Störung sollte sich hörbar verĂ€ndern. Die Stellung mit tiefster Störung merken.
  3. Phasenabgleich:
    • Cvar langsam drehen, bis die Störung ein Minimum erreicht.
    • Feinabgleich: Trimmer leicht nachfĂŒhren, dann Attenuator minimal korrigieren, erneut Cvar fein drehen. Wiederhole 1–2‑mal.
  4. Hinweise:
    • ZielgrĂ¶ĂŸe: Auf konstantem StörtrĂ€ger oder breitbandigem QRM abgleichen, nicht auf das Nutzsignal.
    • Bandwechsel: Bei Frequenzwechsel Lx (S2) und Cvar anpassen.
    • Schutz: Nicht im TX‑Zweig betreiben. Bei TRX Betrieb unbedingt RX‑Only‑Port oder Relais‑Bypass nutzen.

Faustformel: Die Phasenlage eines LC‑Glieds hĂ€ngt ĂŒber die Reaktanzen XL=2πfL und XC=12πfC ab. Durch Variieren von C „rotierst“ du den Vektor im Summenpunkt; mit L wĂ€hlst du die komfortable Stellmitte pro Band.

Varianten und Ein‑Antennen‑Optionen

  • Noise‑Probe als zweite „Antenne“:
    • Aufbau: 30–50 cm Stab oder 10–20 cm Durchmesser‑Loop, 1:1‑Trafo (FT37‑43, 10 Wdg bifilar), 6–10 dB DĂ€mpfung (R‑Pad) zur Entkoppelung.
    • Platzierung: Nah an der Störquelle, weg von der Hauptantenne.
    • Wirkung: Lokales QRM wird ĂŒber Phase+Pegel genullt, das weitrĂ€umige Nutzsignal bleibt.
  • Breitbandigeres Phasing:
    • Mehrstufig: Zwei LC‑Sektionen in Serie erhöhen Stellreserve ĂŒber ein grĂ¶ĂŸeres Band.
    • Hybrid‑Koppler: Ein 90°‑Hybrid mit Vektor‑Mischung liefert elegantere Kurven, ist im KW‑Bereich aber mechanisch aufwendiger.
  • Nur eine Antenne:
    • Grenze: Ein passiver Phasenschieber allein verbessert das SNR nicht. FĂŒr echte Richtwirkung/Null‑Steuerung sind zwei rĂ€umlich getrennte Sensoren nötig.

Band‑Empfehlungen fĂŒr Lx und Cvar

KW‑Band Lx Schalter Cvar Startwert Hinweis
80 m (3,5–3,8 MHz) 10 ”H 300–400 pF Trimmer mittig
40 m (7,0–7,2 MHz) 3,3 ”H 150–250 pF Feintrimmer anpassen
20–10 m (14–30 MHz) 1 ”H 30–120 pF Eher kleiner C‑Bereich

Tipp: Wenn das Nullen „spitz“ wird, leicht Pegel (Attenuator) nachfĂŒhren, dann Phase nachstellen. Pegel und Phase arbeiten als Team.

Treffen am 18.09.2025

An alle Funkfreunde der Interessengruppe, die nicht anwesend sein konnten:

Bei sonnigem Wetter wurde das Dach inspiziert und beschlossen, den abgestorbenen Bewuchs zu beseitigen. Weiterhin wurde der Kiwi II fĂŒr KW im LAN konfiguriert und an der endgespeisten KW-Antenne testweise angeschlossen. Die geplanten Messungen an dieser Antenne wurde verschoben. Klaus und Rolf erledigten noch Installations-Arbeiten. Weiterhin bestand noch ausreichend Zeit zum gegenseitigen Meinungsaustausch.

Das 70cm-Relais DB0DTM ist noch nicht in Betrieb, da die Zulassungsurkunde nach dem Umzug vom Landgrabenweg noch nicht vorliegt.

Verlorene Stimmen im Äther – Verlassene Funkanlagen in Deutschlands Lost Places


Es gibt Orte in Deutschland, an denen die Zeit nicht einfach stehen geblieben ist – sie hat sich in den Kabeln verheddert, in den Antennen verrostet und in den Oszillatoren festgefressen. Verlassene Funkanlagen sind stille Monumente einer Ära, in der Kommunikation noch aus Röhren, Relais und Rauschen bestand – und nicht aus Glasfaser, Cloud und Katzenvideos.

📡 Technische Anatomie einer toten Stimme

Eine typische Funkstation der 1950er bis 1980er Jahre bestand aus:

  • Sendeeinheit: Röhrensender mit Leistungen zwischen 1 kW und 10 kW, oft wasser- oder zwangsbelĂŒftet.
  • Empfangseinheit: Superhet-EmpfĂ€nger mit hoher SelektivitĂ€t, oft mit quarzstabilisierten Zwischenfrequenzen.
  • Antennensystem: Von simplen Dipolen bis zu gigantischen Kurzwellen-LogPer-Antennen oder Rhombusfeldern.
  • Frequenzbereiche:
    • Kurzwelle (HF): 3–30 MHz – fĂŒr internationale Kommunikation, z. B. 6,215 MHz oder 14,275 MHz.
    • UKW (VHF): 30–300 MHz – militĂ€rische und zivile Richtfunkstrecken.
    • UHF: 300 MHz–3 GHz – Radar, Richtfunk, Abhörtechnik.

Heute sind diese Frequenzen oft leer – oder von Funkamateuren besetzt, die sich fragen, warum ihr Signal plötzlich von einem rostigen Mast in der Pampa reflektiert wird.

🏚 Historische Einsatzgebiete

  1. MilitÀrische Horchposten
    • Kalter Krieg, NATO und Warschauer Pakt – beide Seiten hatten ihre Lauscher im Äther.
    • Beispiele: Ehemalige Abhörstationen der „Field Station Berlin“ oder der Bundeswehr in der Rhön.
    • Zweck: Funkverkehr des Gegners mitschneiden, entschlĂŒsseln, Kaffee trinken.
  2. Richtfunkknoten der Bundespost
    • Vor Glasfaser: Richtfunkketten ĂŒber ganz Deutschland.
    • Frequenzen: 7 GHz, 13 GHz, 23 GHz.
    • Heute: Taubenschlag mit bester Aussicht.
  3. Seefunk- und Flugfunkstationen
    • KĂŒstenfunkstellen wie Norddeich Radio (bis 1998 aktiv).
    • Frequenzen: 500 kHz (Morsenotruf), 2,182 MHz (UKW-Seefunk), 121,5 MHz (Flugnotruf).

☠ Schwarzer Humor aus dem Äther

Die Ironie: Diese Anlagen wurden gebaut, um im Ernstfall den Untergang der Zivilisation zu ĂŒberleben. Heute ĂŒberleben sie nur noch als Fotokulisse fĂŒr Urbexer – und als rostige Mahnmale dafĂŒr, dass Technik schneller veraltet als der Inhalt einer Diskette.

Manche Sender waren so stark, dass sie GlĂŒhbirnen in der NĂ€he zum Leuchten brachten – heute bringen sie höchstens den GeigerzĂ€hler zum Klicken, wenn man Pech hat.

Und wĂ€hrend frĂŒher streng geheime Nachrichten ĂŒber diese Frequenzen liefen, hört man heute dort nur noch atmosphĂ€risches Rauschen – oder den Funkamateur „Klaus aus Wuppertal“, der ĂŒber seine neue Endstufe schwĂ€rmt.

Morgiges Treffen

Hallo Funkfreunde!

Denkt daran, wir wollen uns morgen, den 18.09.2025,  um 17:00 Uhr im Shack in der Friesdorferstraße treffen. Es stehen noch kleinere Arbeiten an. Außerdem besteht die Möglichkeit des Austauschs ĂŒber interessante Themen.

🎯 Phase Shifter im Amateurfunk – Besserer Kurzwellenempfang durch gezielte Phasenverschiebung


📡 Einleitung

Im Kurzwellen-Amateurfunk ist der Empfang oft durch Störungen, QRM (man-made noise) oder Mehrwegeausbreitung beeintrĂ€chtigt. Ein Phase Shifter – auf Deutsch Phasenschieber – kann helfen, das Nutzsignal zu verstĂ€rken und Störungen zu unterdrĂŒcken, indem er die Signale zweier Antennen gezielt in der Phase verschiebt und kombiniert. Das Ergebnis: klarerer Empfang, weniger Rauschen, bessere Lesbarkeit schwacher Stationen.

🔬 Die Physik dahinter – einfach erklĂ€rt

Radiowellen sind elektromagnetische Schwingungen. Treffen sie auf zwei rĂ€umlich getrennte Antennen, kommen sie dort oft mit unterschiedlicher Phase an – das heißt, die Wellenberge und -tĂ€ler sind leicht verschoben.

  • Wenn zwei Signale in Phase sind (Wellenberg trifft auf Wellenberg), addieren sie sich → das Signal wird stĂ€rker.
  • Wenn sie gegenphasig sind (Wellenberg trifft auf Wellental), löschen sie sich teilweise oder ganz aus.

Ein Phase Shifter verĂ€ndert gezielt die Phase eines Signals, bevor es mit einem anderen kombiniert wird. So kann man z. B. ein Störsignal, das aus einer bestimmten Richtung kommt, durch destruktive Interferenz abschwĂ€chen, wĂ€hrend das Nutzsignal aus einer anderen Richtung verstĂ€rkt wird.

⚙ Warum verbessert sich der Empfang?

  • Richtwirkung: Durch die Phasenverschiebung entsteht eine virtuelle Richtantenne aus zwei einfachen Antennen.
  • StörunterdrĂŒckung: Störungen aus einer bestimmten Richtung können gezielt ausgelöscht werden.
  • SignalverstĂ€rkung: Nutzsignale aus der gewĂŒnschten Richtung addieren sich konstruktiv.

Das Prinzip Ă€hnelt dem Beamforming moderner Antennensysteme – nur eben analog und mit diskreten Bauteilen.

🛠 Technische Umsetzung

Ein einfacher Phase Shifter fĂŒr den Kurzwellenbereich (z. B. 3–30 MHz) kann mit passiven RC- oder LC-Gliedernrealisiert werden. FĂŒr prĂ€zisere und verlustĂ€rmere Ergebnisse nutzt man oft Breitband-Transformatoren und variabel einstellbare Kondensatoren.

Grundprinzip:

  1. Zwei Antennen empfangen das Signal.
  2. Eine Empfangsleitung wird durch den Phase Shifter gefĂŒhrt, der die Phase um 0–180° verstellbar macht.
  3. Signalkombination in einem Summationspunkt (z. B. ĂŒber einen Hybrid-Koppler oder einfachen Widerstands-Mischer).
  4. Weiterleitung an den EmpfÀnger.

📐 Einfaches Blockschaltbild

Code
   Antenne 1 ───────────────┐
                            │
                            ├──â–ș Summierer ──â–ș EmpfĂ€nger
   Antenne 2 ─â–ș Phase Shifter│
                            │

🔧 Bauanleitung – Beispiel mit diskreten Bauteilen

Ziel: Variabler Phasenschieber fĂŒr 3–30 MHz, ca. 0–180° Phasenverschiebung.

Benötigte Bauteile:

  • 2 × Breitband-Übertrager (z. B. auf FT37-43 Ferritkern, 1:1)
  • 1 × Drehkondensator (10–500 pF)
  • 1 × Festkondensator (100 pF, NP0)
  • 1 × Potentiometer (500 Ω, Draht)
  • 2 × WiderstĂ€nde (z. B. 51 Ω, 0,25 W)
  • Koaxbuchsen (BNC oder PL)
  • GehĂ€use aus Metall (Abschirmung)
  • Kurze Koaxleitungen (RG-174 oder RG-58)

Schaltungsprinzip:

  1. Eingang vom zweiten Antennensignal geht in den ersten Übertrager.
  2. Zwischenstufe: RC-Netzwerk mit Drehkondensator und Potentiometer erzeugt die variable Phasenverschiebung.
  3. Ausgang ĂŒber zweiten Übertrager zum Summationspunkt.
  4. Summation mit dem Signal der ersten Antenne ĂŒber WiderstĂ€nde oder Hybrid-Koppler.

🔍 Abgleich:

  1. Beide Antennen parallel an den EmpfĂ€nger anschließen.
  2. Phase Shifter in Mittelstellung bringen.
  3. Auf ein starkes Störsignal abstimmen.
  4. Drehkondensator und Potentiometer so einstellen, dass das Störsignal minimal wird.
  5. Nutzsignal prĂŒfen – oft wird es gleichzeitig stĂ€rker.

💡 Praxistipps:

  • Antennen sollten Ă€hnliche Empfangscharakteristik haben.
  • Abstand zwischen den Antennen: 1/8 bis 1/4 WellenlĂ€nge der Betriebsfrequenz.
  • MetallgehĂ€use verwenden, um Einstreuungen zu vermeiden.
  • FĂŒr prĂ€ziseren Betrieb kann man mehrstufige Allpass-Filter einsetzen.

📜 Fazit

Ein Phase Shifter ist ein vergleichsweise einfaches, aber sehr wirksames Werkzeug im Amateurfunk. Mit wenigen diskreten Bauteilen lĂ€sst sich die EmpfangsqualitĂ€t auf Kurzwelle deutlich verbessern – besonders in schwierigen Störumgebungen. Er ist ein schönes Selbstbauprojekt, das sowohl die HF-Technik als auch das VerstĂ€ndnis fĂŒr Wellenausbreitung vertieft.

đŸ›°ïž UVB‑76 – Der Buzzer meldet sich zurĂŒck Codes, Chaos und ein kalter Schauer im Äther

🎯 Einleitung

Es gibt Konstanten im Leben: ☀ Die Sonne geht auf 📄 SteuererklĂ€rungen nerven 📡 Und irgendwo in den Weiten des russischen Kurzwellenfunks summt ein alter Sender unermĂŒdlich vor sich hin.

UVB‑76, liebevoll „The Buzzer“ genannt, hat sich erneut gemeldet – und diesmal nicht nur mit seinem ĂŒblichen Bzzzt
 Bzzzt
, sondern mit einer kryptischen Botschaft, die selbst James Bond nervös am Martini nippen lassen wĂŒrde.

📡 Die neue Botschaft

„NZHTI
 HOTEL
 38, 965, 78, 58, 88, 37.“

Anfang September durchbrach eine MĂ€nnerstimme das monotone Summen und buchstabierte diese Codewörter, gefolgt von einer Zahlenreihe. FĂŒr den Laien klingt das wie Lottozahlen aus der Hölle – fĂŒr Verschwörungstheoretiker ist es wahlweise der StartschlĂŒssel fĂŒr nukleare U‑Boote oder die Einladung zu einem sehr exklusiven, sehr tödlichen Betriebsausflug.

đŸ•”ïž Theorien, die niemand beruhigen

💡 Theorie 📝 Beschreibung 😬 Beruhigungsfaktor
Agenten-Koordinaten Geheime Einsatzorte fĂŒr Spione im Ausland. đŸŸ„ 0%
„Dead Hand“-System Automatischer Atomschlag bei Angriff – die Apokalypse auf Autopilot. đŸŸ„ 0%
MilitĂ€rische TestĂŒbertragung Die langweiligste, aber wahrscheinlichste ErklĂ€rung. 🟹 50%

đŸ–€ Der Humor der RealitĂ€t

Man könnte meinen, ein Sender, der seit den 70ern ununterbrochen summt, sei harmlos – wie ein alter KĂŒhlschrank im Keller. Nur dass dieser KĂŒhlschrank jederzeit beschließen könnte, Lust auf Weltuntergang zu haben. Und das Beste: Niemand weiß, wer den Stecker ziehen könnte. Vielleicht nicht mal die, die ihn einst eingesteckt haben.

⏳ Warum das Timing brisant ist

Die jĂŒngste AktivitĂ€t fĂ€llt in eine Phase, in der die Spannungen zwischen Russland und dem Westen ohnehin auf Anschlag stehen. Ob das Zufall ist oder ein gezieltes „Wir hören euch zu – und wir haben Knöpfe“ – das Internet wird sich darĂŒber noch wochenlang die Köpfe einschlagen.

💬 Fazit

UVB‑76 bleibt das akustische Äquivalent zu einem ungeladenen Revolver auf dem Tisch – man weiß nicht, ob er jemals benutzt wird, aber allein seine Anwesenheit sorgt dafĂŒr, dass niemand entspannt sitzt.

📌 Fun Fact: Der Buzzer sendet seit den spĂ€ten 1970ern – und hat in dieser Zeit nur wenige, kurze Unterbrechungen gehabt. Manche Funkamateure hören ihn seit Jahrzehnten wie andere Leute das Radio beim FrĂŒhstĂŒck.

Polarlichter – Wenn die Sonne uns Postkarten aus der Hölle schickt


🌌 Einleitung

Polarlichter – diese tanzenden, farbigen Schleier am Himmel – wirken wie ein Geschenk der Natur. TatsĂ€chlich sind sie eher eine höfliche Warnung: „Hallo, ich bin der Sonnenwind, und ich könnte auch deine Stromversorgung grillen.“ Aber keine Sorge – meistens bleibt es bei der Lightshow.

⚙ Die Physik hinter dem Spektakel

Polarlichter (Aurora Borealis im Norden, Aurora Australis im SĂŒden) entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne – hauptsĂ€chlich Elektronen und Protonen – mit der ErdatmosphĂ€re kollidieren.

Der Ablauf in Kurzform:

  1. Sonnenwind: Die Sonne schleudert bei Eruptionen und koronalen MassenauswĂŒrfen (CMEs) Teilchen ins All – mit Geschwindigkeiten bis zu 1.000 km/s.
  2. Magnetfeld-Interaktion: Das Erdmagnetfeld lenkt diese Teilchen zu den Polen, wo es wie ein kosmischer Trichter wirkt.
  3. AtmosphĂ€ren-Kollision: In Höhen von 80–250 km treffen die Teilchen auf Sauerstoff- und Stickstoffatome.
  4. Lichtemission: Die Atome werden angeregt und geben beim RĂŒckfall in den Grundzustand Licht ab – grĂŒn (~120 km, Sauerstoff), rot (~250 km, Sauerstoff), violett/blau (Stickstoff).

Fun Fact : WĂŒrde das Magnetfeld ausfallen, hĂ€tten wir nicht nur Polarlichter in den Tropen – wir hĂ€tten auch ein globales Barbecue.

📜 Historische Sichtungen – Von Omen und Orakeln

  • 580 v. Chr.: Im Buch Ezechiel wird ein „loderndes Feuer“ am Himmel beschrieben – möglicherweise ein Polarlicht.
  • 1580, Augsburg: Ein Flugblatt berichtet von einem „erschröcklichen Wunderzeichen“. Damals dachte man, es kĂŒndige Krieg oder Seuchen an.
  • Nordische Mythen: In der islĂ€ndischen Edda galten Polarlichter als Spiegelungen der WalkĂŒrenrĂŒstungen.
  • Wissenschaftliche Wende: Erst im 18. Jahrhundert vermutete Edmond Halley (ja, der mit dem Kometen) den Zusammenhang mit dem Erdmagnetfeld – ironischerweise, ohne je selbst ein Polarlicht gesehen zu haben.

đŸ‡©đŸ‡Ș Polarlichter in Deutschland – Geht das ĂŒberhaupt?

Ja – aber selten. In Deutschland sieht man Polarlichter meist nur bei starken geomagnetischen StĂŒrmen, wenn das Polarlichtoval weit nach SĂŒden reicht.

Beste Chancen:

  • Jahreszeit: Herbst und Winter (September–MĂ€rz) – lange NĂ€chte, klare Luft.
  • Tageszeit: Zwischen 22:00 und 02:00 Uhr.
  • Ort: Möglichst weit im Norden (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) und fernab von Lichtverschmutzung.

🔭 Herausforderungen bei der Beobachtung

  1. Lichtverschmutzung: StĂ€dte sind der natĂŒrliche Feind des PolarlichtjĂ€gers.
  2. Wetter: Wolken sind gnadenlos – sie verdecken selbst die stĂ€rksten Displays.
  3. Kurzfristigkeit: Polarlichter können innerhalb von Minuten erscheinen und verschwinden.
  4. Vorhersage: Selbst mit moderner Weltraumwetterprognose bleibt ein Restrisiko, dass man nur frierend im Dunkeln steht.

đŸ› ïž Konkrete Tipps fĂŒr PolarlichtjĂ€ger

  • Vorhersagen checken: Seiten wie das oder Apps wie „Aurora Alerts“ nutzen.
  • Dunkle Orte aufsuchen: Nationalparks, KĂŒstenregionen oder Mittelgebirge.
  • Kamera bereithalten: Stativ, Weitwinkelobjektiv, lange Belichtungszeit (5–20 Sekunden).
  • Kleidung: Mehrlagig – Polarlichter wĂ€rmen nicht, egal wie schön sie sind.
  • Geduld: Wer Polarlichter sehen will, muss warten können – und frieren wollen.

đŸ§© Fazit

Polarlichter sind das perfekte Beispiel dafĂŒr, wie etwas Wunderschönes aus einem potenziell zerstörerischen Prozess entstehen kann. Sie sind ein Tanz aus Physik, Geschichte und Mythos – und in Deutschland ein seltener, aber umso wertvollerer Anblick.

Oder, um es mit Humor zu sagen: Sie sind der schönste Beweis, dass selbst tödliche Strahlung manchmal einfach nur hĂŒbsch aussehen will.

Die Rhombusantenne – das Biest unter den Drahtantennen


Ein technischer Leitfaden mit einem Augenzwinkern ins Abgrundtiefe

📡 Einleitung

Die Rhombusantenne ist so etwas wie der Dinosaurier unter den Richtantennen: groß, majestĂ€tisch, beeindruckend – und in freier Wildbahn selten anzutreffen, weil sie schlichtweg viel Platz frisst. Wer sie baut, sendet nicht nur Signale, sondern auch eine klare Botschaft an die Nachbarschaft: „Ich habe entweder sehr viel Land oder sehr tolerante Mitmenschen.“

Trotzdem – oder gerade deswegen – ist sie fĂŒr den ambitionierten Funkamateur ein faszinierendes Projekt. Ihre physikalischen Eigenschaften machen sie zu einer der effizientesten Drahtantennen ĂŒberhaupt, wenn man ihr den nötigen Raum gönnt.

⚙ Physik der Rhombusantenne

Die Rhombusantenne ist im Kern eine lange, in Rautenform gespannte Drahtantenne, die als Traveling-Wave-Antenne arbeitet. Das bedeutet:

  • Das Signal lĂ€uft entlang des Drahtes und wird am Ende in einen Abschlusswiderstand geschickt, um Reflexionen zu vermeiden.
  • Durch die Geometrie und LĂ€nge entsteht eine gerichtete Abstrahlung mit hohem Gewinn in Vorzugsrichtung.
  • Die Öffnungswinkel der Raute bestimmen den Strahlungswinkel und damit die Richtwirkung.

Wichtige Parameter:

  • LĂ€nge: Mehrere WellenlĂ€ngen auf der Betriebsfrequenz (typisch 4–8 λ).
  • Öffnungswinkel: Meist zwischen 60° und 80° fĂŒr optimalen Gewinn.
  • Abschlusswiderstand: Angepasst an die Wellenimpedanz (typisch 600–800 Ω).

Physikalischer Charme:

  • Durch die kontinuierliche WellenfĂŒhrung entstehen kaum stehende Wellen – das Ding ist breitbandig wie ein Rockkonzert ohne LĂ€rmschutz.
  • Der Gewinn steigt mit der LĂ€nge – theoretisch unbegrenzt, praktisch begrenzt durch GrundstĂŒcksgrenzen und ScheidungsanwĂ€lte.

✅ Vorteile

  • Hoher Gewinn (bis zu 15 dBi und mehr bei großen LĂ€ngen).
  • Breitbandigkeit – deckt mehrere AmateurfunkbĂ€nder ohne Umbau ab.
  • Geringe Nebenzipfel – sehr saubere Richtcharakteristik.
  • Robustheit – keine beweglichen Teile, wetterfest.

⚠ Nachteile (oder: Warum nicht jeder eine hat)

  • Platzbedarf: FĂŒr 20 m-Band schon >100 m LĂ€nge, fĂŒr 80 m-Band reden wir von GrundstĂŒcken, die eher in Texas als in Mitteleuropa liegen.
  • Materialaufwand: Viel Draht, viele Masten, viel Seil – und ein Abschlusswiderstand, der Leistung in WĂ€rme verwandelt (ja, das tut weh).
  • Optische Wirkung: Sieht aus wie ein UFO-Landeplatz – was zu GesprĂ€chen mit neugierigen Behörden fĂŒhren kann.

📊 Einsatz auf verschiedenen BĂ€ndern

Band Realisierbarkeit Bemerkung
10 m – 20 m Sehr gut Gewinn und Richtwirkung hervorragend, Platzbedarf noch machbar.
30 m – 40 m Grenzwertig GrundstĂŒck muss groß sein, aber technisch lohnend.
80 m – 160 m Praktisch unmöglich Nur fĂŒr Landbesitzer mit eigenem Wald oder stillgelegtem Flugplatz.

🛠 Tipps fĂŒr den Nachbau

  1. Planung ist alles – Antennensimulation (z. B. mit 4NEC2) spart Frust.
  2. Höhe zĂ€hlt – mindestens λ/2 ĂŒber Grund fĂŒr optimale Abstrahlung.
  3. Abschlusswiderstand – HochlastwiderstĂ€nde (z. B. 600 Ω, 200 W) in wetterfester Box.
  4. Speisung – Symmetrische Speisung ĂŒber Balun (z. B. 9:1) oder direkt mit passender Leitung.
  5. Mechanik – Masten aus GFK oder Holz, Draht aus Kupferlitze oder Edelstahl.
  6. Testen – Erst mit niedriger Leistung prĂŒfen, bevor man den Endstufen-Overkill zĂŒndet.

📜 Historischer Exkurs

Die Rhombusantenne wurde in den 1930er-Jahren von Harold H. Beverage und Kollegen entwickelt – ursprĂŒnglich fĂŒr Kurzwellen-Richtfunkstrecken ĂŒber Kontinente hinweg.

  • Einsatz bei MilitĂ€r und Rundfunkdiensten wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs.
  • Beliebt bei Kurzwellen-Übersee-Richtfunkstationen bis in die 1970er.
  • Heute fast nur noch im Amateurfunk oder bei Nostalgikern im Einsatz – eine Art „Steam-Punk“-Antenne fĂŒr Funker.

đŸ–€ Schwarzer Humor zum Schluss

Eine Rhombusantenne ist wie ein Oldtimer mit 12 Zylindern: Sie ist groß, laut (im ĂŒbertragenen Sinne) und völlig unvernĂŒnftig – aber wenn sie lĂ€uft, dann lĂ€uft sie mit Stil. Und wenn der Nachbar fragt, ob das Ding gefĂ€hrlich ist, kannst du sagen: „Nur, wenn Sie zufĂ€llig ein ionosphĂ€risches Reflexionszentrum sind.“

💡 Fazit

Wer den Platz hat, sollte sich trauen. Eine Rhombusantenne ist kein Alltagsprojekt, sondern ein Statement. Sie ist technisch faszinierend, historisch bedeutsam und liefert Funkerlebnisse, die man mit einem simplen Dipol nie erreicht.

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