🎬 Piratenfilm via Satellit – Technik, Anekdoten und Humor

Hinweis vorab: Der Empfang von Satellitensignalen unterliegt in jedem Land spezifischen gesetzlichen Regelungen. Wer sich mit „Piratenfilmen“ oder nicht lizenzierten Übertragungen beschĂ€ftigt, sollte sich bewusst sein, dass dies rechtliche Konsequenzen haben kann. Dieser Artikel dient ausschließlich der technischen und historischen Betrachtung – kein Freibrief fĂŒr nĂ€chtliche Abenteuer mit der Bundesnetzagentur im Nacken.

1. Was ist ein „Piratenfilm“ im Satellitenkontext?

Mit „Piratenfilm“ sind nicht etwa Hollywood-Blockbuster mit Augenklappe gemeint, sondern unlizenzierte oder temporĂ€re Übertragungen, die auf Satelliten-Transpondern auftauchen. Oft handelt es sich um Testsignale, versehentliche Feeds oder schlicht illegale Einspeisungen. FĂŒr den technisch Versierten sind sie wie Sternschnuppen: selten, flĂŒchtig und manchmal so absurd, dass man sich fragt, ob der Absender nicht heimlich in einer Kellerbar in Bukarest sitzt.

2. Technische Voraussetzungen

  • Empfangsanlage:
    • Klassische Parabolantenne ab 80 cm Durchmesser (fĂŒr Astra 19,2° Ost oder Hotbird 13° Ost meist ausreichend).
    • FĂŒr exotischere Positionen (z. B. 7° Ost, 42° Ost) sind 120 cm oder mehr empfehlenswert.
  • LNB: Universal-LNB mit LOF 9.750/10.600 MHz.
  • Receiver:
    • Moderne SDR-EmpfĂ€nger (z. B. Airspy, SDRplay) ermöglichen flexible Analyse.
    • Alte IRMAS-Receiver (legendĂ€r in DX-Kreisen) können noch immer genutzt werden, wenn man sie mit einem DiSEqC-Schalter verheiratet.
    • Auch Klassiker wie D-Box 2 oder frĂŒhe Technisat-Modelle sind fĂŒr Nostalgiker brauchbar.
  • Software: Blindscan-fĂ€hige Tools (z. B. CrazyScan) sind Pflicht, um flĂŒchtige Signale zu erwischen.

3. Typische Frequenzen und Zeiten

  • Astra 19,2° Ost: FrĂŒher tauchten auf 11.479 H, SR 22000, FEC 5/6 gelegentlich unverschlĂŒsselte Testfeeds auf.
  • Hotbird 13° Ost: BerĂŒchtigt fĂŒr „Wildfeeds“ auf 12.476 V, SR 27500.
  • TĂŒrksat 42° Ost: Immer wieder mal SportĂŒbertragungen oder Filme ohne Rechte, meist abends zwischen 22:00 und 02:00 Uhr.
  • Eutelsat 7° Ost: Klassischer Tummelplatz fĂŒr temporĂ€re Feeds, oft nur wenige Minuten sichtbar.

Die „Piratenfilme“ erscheinen meist nachts oder am Wochenende, wenn Kontrollinstanzen offenbar auch lieber Netflix schauen.

4. Anekdoten aus der Szene

  • In den 90ern berichteten DXer von einem „Piratenkino“ auf Hotbird, das stundenlang VHS-Kopien von Actionfilmen ausstrahlte – mit hörbarem Kassettenklackern beim Umspulen.
  • Ein anderes Mal lief auf einem Feed-Transponder ein Hochzeitsvideo aus Osteuropa – vermutlich ein Techniker, der versehentlich den falschen Encoder fĂŒtterte.
  • LegendĂ€r: Ein „Testbild“ auf Astra, das ĂŒber Stunden nur den Text „Don’t call us, we don’t care“ zeigte.

5. Brennende EmpfÀnger und schwarzer Humor

Wer mit alten Receivern experimentiert, kennt das Risiko: Netzteile, die nach 20 Jahren plötzlich Rauchzeichen geben. In der Szene heißt es: „Wenn der EmpfĂ€nger brennt, war das Signal wohl zu heiß.“ Und ja, manche Antennenbauer schwören darauf, dass eine 120er SchĂŒssel bei Sturm mehr Adrenalin liefert als jeder Piratenfilm – besonders, wenn sie vom Balkon segelt und den Nachbarn fast zum Statisten macht.

6. Fazit

Der Reiz des „Piratenfilms“ liegt weniger im Inhalt als in der Jagd: Frequenzen scannen, exotische Signale finden, und sich insgeheim fragen, ob man gerade den einzigen Blick auf ein illegales Satellitenexperiment erhascht. Technisch ist es ein Spielplatz fĂŒr Antennenbastler, rechtlich ein Minenfeld – und humoristisch ein Fest fĂŒr alle, die schwarzen Humor lieben.

Oder wie ein alter DXer sagte: „Piratenfilme auf Satellit sind wie Geister: Man glaubt nicht dran – bis sie plötzlich im Spektrum auftauchen.“

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – Wenn die Sonne dem Amateurfunk den Stecker zieht


☀ Einleitung: Wenn die Sonne schlechte Laune hat

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt ist einer dieser ionosphĂ€rischen Effekte, die Funkamateure gleichzeitig faszinieren und in den Wahnsinn treiben. Er tritt auf, wenn die Sonne spontan beschließt, einen Röntgen‑ oder UV‑Ausbruch Richtung Erde zu schicken – und die IonosphĂ€re darauf reagiert wie ein ĂŒberfordertes Callcenter: Sie bricht einfach zusammen.

Das Ergebnis:

  • Kurzwelle? Tot.
  • DX? Vergiss es.
  • CQ‑Rufe? Verhallen im Nichts.
  • Der OM? Schaut ratlos auf sein SWR‑Meter und gibt dem Tuner die Schuld.

🔍 Was ist der Mögel‑Dellinger‑Effekt – einfach erklĂ€rt?

Der Effekt beschreibt einen plötzlichen, massiven Ausfall der Kurzwellen‑Ausbreitung, ausgelöst durch intensive solare Röntgenstrahlung. Diese Strahlung trifft die D‑Schicht der IonosphĂ€re und sorgt dafĂŒr, dass sie:

  • extrem stark ionisiert wird,
  • dadurch viel mehr HF absorbiert,
  • und Kurzwellen schlicht verschluckt.

Man könnte sagen: Die D‑Schicht wird zum HF‑Schwarzen Loch.

In einfachen Worten

Die Sonne schickt einen Röntgenblitz → Die D‑Schicht wird ĂŒberaktiv → HF wird absorbiert → Kurzwelle stirbt → Funkamateur flucht.

📡 Wie Ă€ußert sich der Effekt im Amateurfunk?

1. Plötzlicher Zusammenbruch der Kurzwelle

Ein Moment vorher lĂ€uft noch ein entspanntes QSO auf 20 m – im nĂ€chsten Moment klingt es, als hĂ€tte jemand die Antenne aus dem Fenster geworfen.

2. Alle BĂ€nder unter 20 MHz sind betroffen

Besonders schlimm trifft es:

  • 40 m
  • 80 m
  • 160 m
  • und alle OMs, die gerade stolz ihre neue Drahtantenne testen wollten.

3. Der Effekt tritt ohne Vorwarnung auf

Er dauert typischerweise 10 Minuten bis 1 Stunde. Gerade lang genug, um den OM dazu zu bringen, dreimal den Tuner zu resetten und die Koax‑Stecker zu kontrollieren.

4. Lokale Störungen? Nein – global!

Der Effekt betrifft die sonnenbeschienene Seite der Erde. Wenn du also tagsĂŒber funken willst und die Sonne schlechte Laune hat, kannst du genauso gut versuchen, mit einer Taschenlampe die ISS anzublinken.

đŸ§Ș Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Das verschwundene 40‑m‑Band

Ein OM ruft CQ. Nichts passiert. Er ruft nochmal. Nichts. Er prĂŒft das SWR. Perfekt. Er ruft erneut. Immer noch nichts. Er flucht. Dann schaut er auf die SonnenaktivitĂ€t – und erkennt: Dellinger‑Effekt. Die Sonne hat ihn einfach ignoriert.

Beispiel 2: Der Contest‑Albtraum

Gerade im CQ‑WW‑Contest, 14:32 Uhr, perfektes Band – und plötzlich: Stille. Der OM denkt: „Das muss der Nachbar gewesen sein!“ Nein. Es war die Sonne. Und sie hat gewonnen.

Beispiel 3: Der portable SOTA‑Operator

Nach 2 Stunden Aufstieg, 12 kg AusrĂŒstung, perfekter Standort. Er ruft CQ. Nichts. Er ruft nochmal. Nichts. Er schaut auf die Sonne. Sie grinst.

🧭 Warum heißt es eigentlich Mögel‑Dellinger‑Effekt?

Der Effekt wurde zuerst von John Howard Dellinger beschrieben. Der deutsche Physiker Hans Mögel untersuchte ihn spÀter detailliert und ergÀnzte wichtige Erkenntnisse. Daher die Doppelbezeichnung.

Oder wie Funkamateure sagen wĂŒrden: „Zwei Leute haben herausgefunden, warum mein FunkgerĂ€t manchmal einfach nicht funktioniert.“

⚙ Technischer Hintergrund – ohne Formeln, versprochen

Die D‑Schicht

  • niedrigste Schicht der IonosphĂ€re
  • tagsĂŒber aktiv, nachts fast weg
  • absorbiert Kurzwellen, besonders unter 10 MHz

Was passiert beim Effekt?

  • Röntgenstrahlung trifft die D‑Schicht
  • Ionisation steigt extrem
  • Absorption steigt massiv
  • HF wird „gefressen“
  • Kurzwelle bricht zusammen

Warum nur tagsĂŒber?

Weil die D‑Schicht nachts schlĂ€ft. Im Gegensatz zu Funkamateuren, die um 3 Uhr morgens auf 160 m DX jagen.

🧹 Humor aus dem Shack

  • „Der Dellinger‑Effekt ist der einzige Contest, den die Sonne immer gewinnt.“
  • „Wenn die D‑Schicht ĂŒberreagiert, ist das wie ein OM mit zu viel Kaffee: alles absorbiert, nichts rausgelassen.“
  • „Der Effekt ist der Beweis, dass die Sonne Amateurfunk nicht mag.“
  • „Wenn plötzlich alle BĂ€nder tot sind, ist es entweder der Dellinger‑Effekt – oder du hast das Koax vergessen anzuschließen.“

🧭 Fazit: Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – der HF‑Vernichter

Der Effekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafĂŒr, wie empfindlich die Kurzwellenkommunikation auf solare Ereignisse reagiert. FĂŒr Funkamateure bedeutet er:

  • spontane Funkstille,
  • unerklĂ€rliche BandzusammenbrĂŒche,
  • und die Erkenntnis, dass selbst die beste Antenne gegen die Sonne keine Chance hat.

Doch keine Sorge: Der Effekt geht vorbei. Und danach ist die Kurzwelle wieder da – so lebendig wie die Diskussionen im OV ĂŒber „die beste Antenne“.

#MögelDellingerEffekt #DellingerEffekt #Kurzwelle #Amateurfunk #IonosphÀre #Funkstörungen #HFTechnik #Sonnensturm #RadiowavePropagation

Treffen am Samstag, den 07.02.2026, um 12:00 Uhr

Aufgepasst!
Es ist wieder Žmal soweit! Das nÀchste Treffen der IGAFU-Bonn findet am Samstag, den 07.02.2026, um 12:00 Uhr statt.

Auch wenn ihr jetzt denkt, ja das wissen wir doch, doppelt genĂ€ht hĂ€lt halt besser. Ich bin mir sicher, nachdem das letzte Treffen ausfiel, gibt es viel zu berichten und das eine und andere auch noch zu tun. Einen kleinen Snack können wir auch wieder einplanen. Teilt auf unserem Threema-Kanal ein paar Tage vorher mit, ob ihr kommen könnt. Sonst gilt, wer nicht kommt zur rechten Zeit 


Übrigens: Schon ÂŽmal gehört: „Latry App“ oder so?

Ich nicht! Nach unserem Treffen wisst ihr es!
Nur soviel: Es geht um den schnellen Weg ins fm-funknetz. Und um die praktische Einrichtung!

Latry ist eine mobile Anwendung fĂŒr Funkamateure, die eine Verbindung zum SvxReflector-Netzwerk herstellt, um ĂŒber das Internet per Tap-to-Talk zu kommunizieren. Sie ermöglicht als kleiner SvxLink-Client auf Android und iOS den Zugriff auf GesprĂ€chsgruppen, nutzt den Opus-Codec fĂŒr Audio-Streaming und ist ein nicht-offizielles Projekt fĂŒr Hobbyisten. 

Wenn ihr es noch nicht wisst! Wie gesagt, danach wisst ihr mehr. Eine Teilnahme am Treffen lohnt sich, wie immer!

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Fuchskreis‑Antenne vs. End‑Fed‑Antenne – ein technischer Vergleich mit bitterbösem Shack‑Humor


đŸŽ›ïž Einleitung: Zwei Antennen, ein Ziel – und viele Meinungen

Wenn es im Amateurfunk etwas gibt, das mehr religiöse ZĂŒge trĂ€gt als die Frage „Welche Endstufe ist die beste?“, dann ist es die Diskussion ĂŒber Fuchskreis‑Antennen und End‑Fed‑Antennen. Beide versprechen:

  • kompakte Bauform,
  • einfache Installation,
  • und die Möglichkeit, HF in die Welt zu schleudern, ohne dass der Nachbar sofort die Bundesnetzagentur ruft.

Doch die beiden Antennentypen funktionieren völlig unterschiedlich – und haben jeweils ihre ganz eigenen Macken, StĂ€rken und humoristischen Katastrophenpotenziale.

🌀 Die Fuchskreis‑Antenne – der HF‑Zauberkasten fĂŒr Puristen

Die Fuchskreis‑Antenne ist im Grunde ein resonanter Schwingkreis, der eine Drahtantenne speist. Sie besteht aus:

  • einer Spule,
  • einem Drehkondensator,
  • einem Koppeltransformator,
  • und einem Draht, der so lang ist, wie der Platz im Garten eben zulĂ€sst.

Wie funktioniert sie?

Der Fuchskreis stimmt sich auf die Resonanzfrequenz ab und koppelt HF in den Draht. Der Trick: Der Sender sieht eine saubere Impedanz, obwohl die Antenne selbst oft alles andere als sauber ist. Der Fuchskreis ist also eine Art HF‑Therapeut, der dem Sender sagt: „Alles ist gut, du bist 50 Ohm wert, du schaffst das.“

Typische Eigenschaften

  • Sehr effizient auf einem einzigen Band
  • Extrem empfindlich gegenĂŒber VerĂ€nderungen der Umgebung
  • Perfekt fĂŒr QRP und portable EinsĂ€tze
  • Weniger geeignet fĂŒr OMs, die beim Abstimmen zittrige HĂ€nde haben

Humor aus dem Shack

„Der Fuchskreis ist wie ein alter RöhrenverstĂ€rker: klingt toll, funktioniert super – aber wehe, du fasst ihn an.“

⚡ Die End‑Fed‑Antenne – die Allzweckwaffe fĂŒr Minimalisten

Die End‑Fed‑Antenne ist ein endgespeister Draht, der ĂŒber einen Impedanztransformator (meist 1:49 oder 1:64) an den Transceiver angepasst wird.

Wie funktioniert sie?

Der Transformator sorgt dafĂŒr, dass der Draht – der eigentlich eine Impedanz hat, die irgendwo zwischen „viel zu hoch“ und „astronomisch“ liegt – auf 50 Ohm gebracht wird. Der Draht selbst arbeitet als Halbwellenstrahler oder Vielfaches davon.

Typische Eigenschaften

  • Sehr breitbandig, wenn ein Tuner verwendet wird
  • Funktioniert auf vielen BĂ€ndern
  • Sehr beliebt bei OMs, die „einfach nur funken wollen“
  • Neigt dazu, HF in den Shack zurĂŒckzuschicken, wenn die Mantelwellensperre fehlt (was zu spontanen ComputerabstĂŒrzen, Katzenflucht und LED‑Flackern fĂŒhren kann)

Humor aus dem Shack

„Die End‑Fed ist wie ein Schweizer Taschenmesser: kann alles irgendwie – aber nichts perfekt.“

📊 Tabellarischer Vergleich: Fuchskreis vs. End‑Fed

Kriterium Fuchskreis‑Antenne End‑Fed‑Antenne
Effizienz Sehr hoch auf dem einen Resonanzband Gut, aber abhÀngig von Transformator & Mantelwellensperre
Breitbandigkeit Sehr gering – monoband Hoch – multibandfĂ€hig
BaumgrĂ¶ĂŸe / Platzbedarf Mittel – DrahtlĂ€nge abhĂ€ngig vom Band Gering bis mittel – sehr flexibel
Abstimmaufwand Hoch – Drehkondensator muss exakt eingestellt werden Niedrig – meist Plug‑and‑Play
StöranfÀlligkeit Gering Mittel bis hoch (HF im Shack möglich)
Ideal fĂŒr QRP, SOTA, Puristen Portable, Multiband, Einsteiger
NachbarschaftsvertrĂ€glichkeit Gut – wenig Mantelwellen Schwankend – abhĂ€ngig von Sperre & Aufbau
Humorfaktor „Warum dreht der OM schon wieder am Knopf?“ „Warum flackert der Fernseher vom Nachbarn?“

đŸ› ïž BauvorschlĂ€ge fĂŒr die ĂŒblichen AmateurfunkbĂ€nder

Fuchskreis‑Antenne – BauvorschlĂ€ge

40 m Band

  • DrahtlĂ€nge: ca. 20 m
  • Spule: 30–40 Windungen auf T80‑2 oder T130‑2
  • Drehkondensator: 50–200 pF
  • Perfekt fĂŒr: Wald, Wiese, Balkon, Gartenzaun

20 m Band

  • DrahtlĂ€nge: ca. 10 m
  • Spule: 20–25 Windungen
  • Sehr gut fĂŒr QRP‑Betrieb

10 m Band

  • DrahtlĂ€nge: ca. 5 m
  • Spule: 10–12 Windungen
  • Ideal fĂŒr portable EinsĂ€tze bei Sporadic‑E

End‑Fed‑Antenne – BauvorschlĂ€ge

Multiband 10/15/20/40 m

  • Transformator: 1:49 (FT240‑43 oder FT140‑43)
  • DrahtlĂ€nge: 20–21 m
  • Mantelwellensperre: unbedingt 5–7 Windungen RG‑58 auf FT240‑31
  • Funktioniert fast ĂŒberall – sogar zwischen zwei ApfelbĂ€umen

80/40/20/10 m

  • Transformator: 1:64
  • DrahtlĂ€nge: 40–41 m
  • Perfekt fĂŒr Gartenbesitzer, die sich nicht scheuen, den Draht „kreativ“ zu verlegen

QRP‑End‑Fed fĂŒr 20 m

  • Transformator: 1:49 auf FT82‑43
  • DrahtlĂ€nge: 10 m
  • Ideal fĂŒr SOTA, POTA, „Ich will nur kurz funken“-Momente

🧭 Fazit: Welche Antenne ist die richtige?

Die Antwort ist wie immer im Amateurfunk: „Es kommt darauf an.“

  • Wer maximale Effizienz auf einem Band will → Fuchskreis
  • Wer Multiband ohne viel Aufwand will → End‑Fed
  • Wer Spaß an HF‑Chaos hat → beide ausprobieren
  • Wer Nachbarn hat, die empfindlich reagieren → Fuchskreis bevorzugen
  • Wer gerne improvisiert → End‑Fed ĂŒber die Regenrinne werfen und CQ rufen

Am Ende gilt: Die beste Antenne ist die, die du aufbaust – nicht die, ĂŒber die du diskutierst.

#Fuchskreis #EndFed #Antenne #Amateurfunk #Kurzwelle #QRP #PortableAntenne #HFTechnik #Antennenvergleich #Funktechnik

Die Kosmische Hintergrundstrahlung – das Rauschen der Schöpfung


Einleitung: Das Àlteste Signal im Universum

Die Kosmische Hintergrundstrahlung (CMB, Cosmic Microwave Background) ist das Ă€lteste Echo, das wir kennen. Sie stammt aus einer Zeit, als das Universum gerade einmal 380.000 Jahre alt war – also ein schreiendes Baby im kosmischen Maßstab. Heute erreicht sie uns als schwaches Mikrowellenrauschen, das den gesamten Himmel gleichmĂ€ĂŸig durchdringt.

Mit schwarzem Humor gesagt: Die CMB ist der kosmische Tinnitus. Sie ist immer da, sie nervt, und du wirst sie nie los.

Was ist die CMB eigentlich?

  • Sie ist das NachglĂŒhen des Urknalls.
  • Damals kĂŒhlte das Universum so weit ab, dass Licht sich frei bewegen konnte. Seitdem reist dieses Licht durch den Kosmos – gedehnt, gestreckt und heute im Mikrowellenbereich angekommen.
  • Ihre Temperatur liegt bei etwa 2,7 Kelvin – also knapp ĂŒber dem absoluten Nullpunkt. Mit anderen Worten: Das Universum ist kalt, aber nicht tot.

Beispiele aus dem Alltag

Man könnte meinen, die CMB sei nur fĂŒr Astrophysiker interessant. Aber nein, sie steckt auch in deinem Alltag:

  • Alter Röhrenfernseher: Wer sich noch an das Schneegestöber zwischen den KanĂ€len erinnert – etwa 1 % dieses Rauschens stammt direkt von der kosmischen Hintergrundstrahlung. Ja, dein Fernseher hat das Universum empfangen, bevor Netflix es cool machte.
  • Mikrowelle: Die Strahlung liegt im Mikrowellenbereich. Zum GlĂŒck ist sie so schwach, dass sie dein Mittagessen nicht aufwĂ€rmt. Sonst wĂ€re die Lasagne schon heiß, bevor du sie in die Mikrowelle stellst – und das wĂ€re zwar praktisch, aber auch verdĂ€chtig.
  • Handyempfang: Dein Smartphone kĂ€mpft nicht nur mit BetonwĂ€nden und Funklöchern, sondern auch mit dem Grundrauschen des Universums. Wenn also wieder jemand behauptet, du hĂ€ttest „kein Netz“ – gib der Kosmischen Hintergrundstrahlung die Schuld.

Wie kann man die CMB messen?

Es gibt verschiedene Methoden, die CMB sichtbar zu machen:

  • Radioteleskope: Große Parabolantennen, wie sie in Effelsberg oder Arecibo (R.I.P.) standen, können die Hintergrundstrahlung direkt messen.
  • Satellitenmissionen: COBE, WMAP und Planck (ja, benannt nach dem Planck) haben die CMB kartiert und winzige Temperaturunterschiede sichtbar gemacht.
  • Amateur-Experimente: Mit einem alten Satellitenspiegel, einem empfindlichen LNB (Low Noise Block) und einem SDR-EmpfĂ€nger kann man tatsĂ€chlich das Rauschen der CMB nachweisen. Es ist schwach, aber es ist da – und es ist Ă€lter als jede Antenne, die du je gebaut hast.

Einfluss auf den Amateurfunk

Auch wenn Funkamateure selten direkt die CMB messen, sie ist immer im Hintergrund prÀsent:

  • Grundrauschen: Die CMB trĂ€gt zum unvermeidlichen Rauschpegel bei. Selbst wenn du alle irdischen Störquellen eliminierst, bleibt ein Rest – das Echo des Urknalls.
  • Empfindliche EmpfĂ€nger: Moderne SDRs und LNAs (Low Noise Amplifier) kommen so nah an die physikalischen Grenzen, dass die CMB tatsĂ€chlich eine Rolle spielt.
  • Satellitenkommunikation: Bei sehr hohen Frequenzen (z. B. im Ka-Band) ist die CMB Teil des Rauschhintergrunds, den man berĂŒcksichtigen muss.

Mit schwarzem Humor gesagt: Die CMB ist der Àlteste Funkamateur der Welt. Sie sendet seit 13,8 Milliarden Jahren, ohne Rufzeichen, ohne Lizenz, und niemand kann sie abschalten.

Fazit: Das ewige Rauschen

Die Kosmische Hintergrundstrahlung ist:

  • das Ă€lteste Signal, das wir empfangen können,
  • der Beweis fĂŒr den Urknall,
  • und das unvermeidliche Grundrauschen in jedem EmpfĂ€nger.

Sie ist die stille Erinnerung daran, dass wir alle in einem Universum leben, das schon lange vor uns „on air“ war.

Oder wie man im Shack sagen könnte: „CQ CQ CQ – hier spricht das Universum. Dauerbetrieb seit 13,8 Milliarden Jahren. Keine QSL-Karten.“

📡 FMT‑Hub im CB‑Funk – Technik, Regulierung und das große Spektrum‑Drama

Warum man im Wasserfall sofort sieht, wenn ein OM sein AmateurfunkgerĂ€t „nur mal kurz“ auf CB ausprobiert

🧭 1. Was ist eigentlich FMT‑Hub?

FMT‑Hub (Frequenzmodulations‑Hub) beschreibt die maximale Frequenzabweichung, die ein FM‑Signal im CB‑Funk erzeugen darf. In Deutschland ist das klar geregelt:

  • FM‑Hub im CB‑Funk: max. ±2 kHz
  • FM‑Hub im Amateurfunk (je nach Band/Modulation): oft ±2,5 kHz, ±5 kHz oder sogar ±7,5 kHz

Und genau hier beginnt das Spektakel.

🎭 Warum man im Spektrum sofort erkennt, wenn ein OM „nur mal kurz“ auf CB funkt

Weil ein AmateurfunkgerĂ€t, das auf CB „aus Versehen“ mit 5 kHz Hub sendet, im Wasserfall aussieht wie ein aufgeplatzter Farbeimer.

WĂ€hrend ein sauber eingestelltes CB‑FM‑Signal schlank und elegant wirkt, prĂ€sentiert sich der OM‑Hub wie:

CB-FM:      |----|  
OM-FM:   |--------------|

Man erkennt es sofort. Sogar schneller als ein OM erkennt, dass sein Mikrofonstecker nicht richtig drin ist.

Und natĂŒrlich kommt dann der Klassiker:

„Also mein GerĂ€t macht das schon immer so, das ist völlig normal!“

Nein, ist es nicht. Es ist einfach zu viel Hub. Und im CB‑Funk ist das so erlaubt wie ein 2‑kW‑LinearverstĂ€rker im Handschuhfach.

🔧 2. Multiformat‑CB‑GerĂ€te – die Schweizer Taschenmesser des 11‑Meter‑Bands

Moderne CB‑FunkgerĂ€te können heute mehr als nur AM und FM. Sie sind Multiformat‑GerĂ€te, also GerĂ€te, die mehrere Betriebsarten beherrschen:

  • AM
  • FM
  • SSB (USB/LSB)
  • teilweise digitale Modi (z. B. fĂŒr PMR‑Àhnliche Features, aber innerhalb der CB‑Regeln)

💡 Was macht sie besonders?

  • Sie passen sich verschiedenen europĂ€ischen LĂ€ndern an (verschiedene Kanalraster, Leistungen, Modulationsarten).
  • Sie bieten bessere Filter, saubere Modulation und flexible Betriebsarten.
  • Sie sind technisch oft hochwertiger als die alten „Kofferradios“ aus den 80ern.

Und natĂŒrlich sorgt das dafĂŒr, dass manche Ă€ltere OMs sofort skeptisch werden:

„Also frĂŒher hatten wir nur AM, und das hat gereicht!“

Ja, frĂŒher hatten wir auch Telefone mit WĂ€hlscheibe. War auch nicht besser.

đŸ“» 3. Warum auf der Triple‑Five (27.555 USB) mehr los ist als auf der Deutschen Welle

Die 27.555 MHz USB – liebevoll „Triple‑Five“ – ist die inoffizielle internationale DX‑Anruf‑ und Sammelfrequenz im 11‑Meter‑Bereich.

Und dort ist oft mehr Betrieb als auf manchem Kurzwellen-Afu Band:

  • Weltweiter DX‑Verkehr
  • Stationen aus allen Kontinenten
  • StĂ€ndige AktivitĂ€t bei guten Bedingungen
  • Ein Mix aus CB‑Funkern, Freebandern und gelegentlich verwirrten OMs

🎧 Warum so viel los ist

  1. Propagation: 27 MHz liegt perfekt im Bereich, wo Sporadic‑E, F‑Layer‑DX und Bodenwelle sich die Klinke in die Hand geben.
  2. USB‑Betrieb: Schmalbandiger, effizienter, weiter reichend.
  3. Internationaler Treffpunkt: Jeder weiß: Wenn irgendwo was geht, dann dort.
  4. Keine Musik, keine Nachrichten, keine Predigten Nur Funkverkehr. Und manchmal auch Funkverkehr, der klingt wie eine Predigt.

🏁 Fazit: CB‑Funk ist technisch spannender, als viele glauben

  • FMT‑Hub ist wichtig, weil zu viel Hub sofort auffĂ€llt – besonders, wenn ein OM sein AFU‑GerĂ€t „mal eben“ auf CB nutzt.
  • Multiformat‑GerĂ€te sind moderne Alleskönner, die CB‑Funk technisch auf ein neues Level heben.
  • Die Triple‑Five ist lebendiger als so mancher Rundfunksender – und definitiv unterhaltsamer.

Und das Beste:

CB‑Funk ist der einzige Bereich, in dem man mit 12 Watt Slegal weltweit gehört werden kann – vorausgesetzt, die Sonne hat gute Laune.

Die Korteweg–de-Vries-Gleichung: Wenn Wellen nicht mehr nett sind


Es gibt Wellen, die sich brav verhalten. Und dann gibt es die anderen – die EinzelgĂ€nger, die sich nicht auflösen, nicht zerstreuen, sondern einfach durchziehen. Willkommen in der Welt der Solitonen, mathematisch regiert von der Korteweg–de-Vries-Gleichung. Eine Gleichung, die so elegant ist, dass sie fast schon beleidigend wirkt – zumindest fĂŒr alle, die sie zu lösen versuchen.

Ursprung: Zwei NiederlÀnder und ein Wasserkanal

Ende des 19. Jahrhunderts beobachtete ein gewisser John Scott Russell eine seltsame Welle, die sich in einem Kanal ausbreitete – allein, stabil, unbeeindruckt von Reibung oder Zerfall. Zwei Mathematiker, Korteweg und de Vries, nahmen sich der Sache an und formulierten eine Gleichung, die dieses Verhalten beschrieb. Sie kombinierten zwei Effekte:

  • NichtlinearitĂ€t: Große Wellen verhalten sich anders als kleine.
  • Dispersion: Verschiedene WellenlĂ€ngen bewegen sich unterschiedlich schnell.

Das Ergebnis war eine Gleichung, die stabile Wellenformen erlaubt – Solitonen. Eine Art mathematischer Punk: gegen den Strom, aber mit Stil.

Anwendungen: Von Wasser bis Funk

Die KdV-Gleichung ist ein ChamĂ€leon. Sie taucht ĂŒberall dort auf, wo Wellen sich nicht linear benehmen – also fast ĂŒberall, wo es spannend wird:

  • Wasserwellen: Flache KanĂ€le, Gezeiten, Hafenphysik.
  • Plasmaphysik: Wellen in ionisierten Gasen, etwa in der IonosphĂ€re.
  • Optik: Lichtpulse in Glasfasern, die sich ĂŒber Kilometer nicht verformen.
  • Festkörperphysik: Gitterschwingungen, die sich wie Wellen verhalten.

Und ja, auch im Amateurfunk gibt es BerĂŒhrungspunkte – subtil, aber real.

Amateurfunk: Wenn die IonosphÀre mitrechnet

Funkamateure nutzen die IonosphĂ€re, um Signale ĂŒber den Globus zu schicken. Diese Schicht ist ein Plasma – und Plasmen sind berĂŒchtigt fĂŒr nichtlineare WellenphĂ€nomene. Die KdV-Gleichung hilft, solche Effekte zu verstehen:

  • Langstreckenverbindungen: Warum manche Signale stabil bleiben, andere zerfasern.
  • Digitale Betriebsarten: Wie sich Pulse ĂŒber große Distanzen verformen.
  • Nichtlineare Leitungen: In Experimenten mit Hochspannung oder Impulstechnik.

Die Gleichung selbst wird selten direkt gelöst – aber ihre Konsequenzen sind spĂŒrbar. Wenn dein FT8-Signal plötzlich aussieht wie ein Picasso, war vielleicht ein Soliton beteiligt.

Intuition: Warum die Welle nicht zerfÀllt

Stell dir eine Welle vor, die sich ausbreitet. Normalerweise wird sie flacher, breiter, verliert ihre Form. Aber wenn die NichtlinearitĂ€t die Dispersion genau ausgleicht, entsteht ein Gleichgewicht. Die Welle bleibt stabil – wie ein Jogger, der exakt die richtige Geschwindigkeit gefunden hat, um nicht zu stolpern.

Fazit: Die Gleichung, die keiner sieht – aber jeder spĂŒrt

Die Korteweg–de-Vries-Gleichung ist wie ein stiller Dirigent im Orchester der Wellenphysik. Sie regelt, wie sich bestimmte Wellen verhalten – ob im Wasser, im Plasma oder im Funkkanal. FĂŒr Funkamateure ist sie kein Werkzeug, sondern ein Hintergrundrauschen der Physik. Aber wer sie versteht, sieht mehr: Muster, StabilitĂ€t, und manchmal sogar Schönheit in der Chaoszone.

Und wenn du das nĂ€chste Mal ein Signal sendest, das sich ĂŒber Kontinente hinweg stabil hĂ€lt, denk daran: Vielleicht war da ein Soliton unterwegs – und die KdV-Gleichung hat ihm den Weg gezeigt.

📡 Beispiele aus der Funkpraxis

1. Langstreckenverbindungen ĂŒber die IonosphĂ€re

  • Die IonosphĂ€re ist ein dispersives Medium: verschiedene Frequenzen werden unterschiedlich stark gebrochen.
  • Bei hoher SonnenaktivitĂ€t oder schnellen Störungen können nichtlineare Effekte auftreten – etwa plötzliche Dichteschwankungen.
  • Das fĂŒhrt zu:
    • FrequenzabhĂ€ngiger Laufzeitverzerrung (Gruppenlaufzeit)
    • Signalverformung, besonders bei kurzen Pulsen
    • Mehrwegeausbreitung, die sich nicht linear ĂŒberlagert

âžĄïž Die KdV-Gleichung hilft, solche WellenphĂ€nomene in Plasmen zu modellieren – etwa die Bildung von stabilen Wellenpaketen, die sich ĂŒber große Distanzen halten.

2. Nichtlineare Übertragungsleitungen

  • In Experimenten mit Varaktoren (spannungsabhĂ€ngige KapazitĂ€ten) oder nichtlinearen InduktivitĂ€ten entstehen Leitungen, die sich nicht linear verhalten.
  • Impulse, die durch solche Leitungen laufen, können sich verformen oder stabilisieren – je nach Balance zwischen NichtlinearitĂ€t und Dispersion.
  • In der Praxis genutzt fĂŒr:
    • Impulsformung in Hochfrequenztechnik
    • Radartechnik und schnelle Pulssignale
    • EME (Earth-Moon-Earth)-Kommunikation mit extrem kurzen, hochenergetischen Signalen

âžĄïž Die KdV-Gleichung beschreibt genau solche ImpulsverlĂ€ufe – sie liefert Modelle fĂŒr stabile, nichtlineare Wellenpakete.

3. Digitale Betriebsarten mit schmaler Bandbreite

  • FT8, JT65, PSK31 und Ă€hnliche Betriebsarten nutzen extrem schmale Bandbreiten.
  • Bei langen Übertragungswegen (z. B. ĂŒber die IonosphĂ€re) kann die ModulationshĂŒllkurve durch dispersive Effekte verzerrt werden.
  • Besonders bei schnellen Modulationsformen (z. B. QAM, OFDM) in experimentellen Setups:
    • Nichtlineare Verzerrung durch VerstĂ€rker oder Leitung
    • Dispersion durch das Medium selbst

âžĄïž In der Theorie kann man die HĂŒllkurve solcher Signale mit Gleichungen beschreiben, die KdV-Ă€hnlich sind – sie zeigen, wie sich die Form des Signals ĂŒber Zeit verĂ€ndert.

4. Solitonartige Pulse in Glasfasern und Mikrowellen

  • In der optischen Kommunikation (z. B. bei HAM-Experimenten mit Laser oder Mikrowellen) entstehen bei bestimmten Bedingungen Solitonen.
  • Diese Pulse behalten ihre Form ĂŒber Kilometer – ideal fĂŒr stabile Übertragung.
  • Auch in Mikrowellen-Leitungen mit nichtlinearen Elementen können solche Pulse auftreten.

âžĄïž Die KdV-Gleichung liefert die mathematische Grundlage fĂŒr diese stabilen Pulse – sie sind das Paradebeispiel fĂŒr „Wellen mit Charakter“.

🔊 Modulationsformen und ihre Empfindlichkeit

Modulationsart Empfindlich fĂŒr NichtlinearitĂ€t Empfindlich fĂŒr Dispersion Bemerkung
AM (Amplitude Modulation) Hoch Mittel Verzerrt bei VerstÀrkersÀttigung
FM (Frequenz Modulation) Gering Hoch Frequenzverschiebung durch Dispersion
PSK (Phase Shift Keying) Mittel Hoch Phasenverzerrung bei Laufzeitunterschieden
QAM (Quadrature Amplitude Modulation) Hoch Hoch Besonders anfĂ€llig fĂŒr beide Effekte
OFDM (Orthogonal Frequency Division Multiplexing) Hoch Hoch Komplexe Korrekturmechanismen nötig
FT8 / JT65 Mittel Mittel Robust, aber bei extremen Bedingungen beeinflussbar

âžĄïž Je komplexer die Modulation, desto stĂ€rker wirken sich nichtlineare und dispersive Effekte aus – genau die Kombination, die die KdV-Gleichung beschreibt.

 

⏱ DCF77 auf KiwiSDR: Zeit hören, dekodieren


📡 Was ist DCF77 ĂŒberhaupt?

  • Sender: Mainflingen bei Frankfurt
  • Frequenz: 77,5 kHz (Langwelle)
  • Reichweite: Bis ~2000 km, wenn nicht gerade dein Nachbar mit Billig-LEDs die IonosphĂ€re grillt
  • Signal: Jede Sekunde ein Dip – 100 ms = „0“, 200 ms = „1“, die 60. Sekunde bleibt frei (die Zeit braucht eben auch mal Urlaub)

đŸ› ïž Schritt-fĂŒr-Schritt: Empfang auf KiwiSDR

  1. KiwiSDR öffnen
    • WĂ€hle einen EmpfĂ€nger in Deutschland oder NachbarlĂ€ndern.
    • Bonus: nachts ist das Signal oft sauberer, tagsĂŒber kĂ€mpfst du gegen das Brummen der Welt.
  2. Frequenz einstellen
    • Stelle exakt 77,5 kHz ein.
    • Modus: AM oder direkt die Timecode/DC77-Extension.
  3. Filter & Bandbreite
    • Bandbreite: 200–500 Hz.
    • AGC moderat, Noise-Blanker vorsichtig – sonst „heilt“ er die Dips weg.
  4. Decoder aktivieren
    • MenĂŒ „Extensions“ → Timecode/DC77 auswĂ€hlen.
    • Beobachte, wie die Bits einlaufen: Minuten, Stunden, Datum, Sommerzeit-Flag.
  5. Geduld haben
    • Mindestens 1–2 Minuten laufen lassen.
    • Nach 3 Minuten hast du eine stabile Anzeige – und die Gewissheit, dass du immer noch zu spĂ€t dran bist.

đŸ§Ș Brainstorming: Was Funkamateure mit DCF77 anstellen könnten

  • âČ PrĂ€zisions-Metronom Nutze die Sekunden-Dips als Taktgeber fĂŒr Messungen oder Synchronisation. Dein Oszilloskop wird so pedantisch wie ein Finanzbeamter.
  • 🌍 EMV-Landkarte Vergleiche verschiedene Kiwis in Europa, kartiere Störungen und SignalqualitĂ€t. Ergebnis: eine „Wetterkarte der Verzweiflung“.
  • đŸ•°ïž Club-Uhr der Schande Bau eine LED-Wand, die live DCF77 dekodiert und jedem Besucher gnadenlos anzeigt: „Du bist 12 Sekunden zu spĂ€t.“
  • 📡 Distributed Timing Synchronisiere mehrere SDRs mit DCF77 und vergleiche Jitter. Wer braucht schon GPS, wenn man die deutsche PĂŒnktlichkeit in Bits hat?
  • ⚡ Notfunk-Metronom Wenn alles zusammenbricht, bleibt DCF77 als Sekunden-Taktgeber. Ein apokalyptisches Metronom, das dich daran erinnert, dass die Welt zwar brennt, aber immerhin im Takt.
  • 🎓 Lehrprojekt Perfekt fĂŒr Workshops: Bits zĂ€hlen, ParitĂ€t prĂŒfen, Sommerzeit-Flag erklĂ€ren. PĂ€dagogisch wertvoll, emotional zerstörerisch.

☠ Schwarzer Humor am Rande

  • DCF77 ist so zuverlĂ€ssig, dass selbst dein Herzschrittmacher neidisch wĂ€re – und wenn er ausfĂ€llt, weißt du immerhin die exakte Todeszeit.
  • Sollte der Sender ausfallen, wĂŒrden Millionen Funkuhren kollektiv in die Anarchie stĂŒrzen. Stell dir vor: ein Land, in dem niemand mehr weiß, wann die Tagesschau beginnt.
  • Die Minute 60 bleibt leer – ein stilles Gedenken an all die Sekunden, die wir sinnlos im Wartezimmer verbracht haben.

✅ Fazit

Mit KiwiSDR und dem eingebauten Decoder ist der Empfang von DCF77 kinderleicht – und gleichzeitig ein Tor zu ernsthaften Amateurfunk-Experimenten. Ob als prĂ€ziser Taktgeber, als EMV-Detektiv oder als satirisches Kunstprojekt: das Zeitsignal ist mehr als nur ein „Radiowecker-Futter“.

Donnerstag, den 15.01.2026: Dieses Mal leider ohne Treffen

Manchmal kommt einfach das Leben dazwischen – und genau so ist es dieses Mal.
Unser regelmĂ€ĂŸiges Treffen am 15.01.2026  muss leider einmal ausfallen, da ein Großteil der Mitglieder der IGAFU aus ganz unterschiedlichen persönlichen GrĂŒnden aktuell verhindert ist.

Keine Sorge: Das ist keine Absage auf Dauer, sondern wirklich nur eine kleine Pause. Wir haben uns bewusst dafĂŒr entschieden, das Treffen nicht mit halber Besetzung durchzuziehen, sondern lieber beim nĂ€chsten Mal wieder in gewohnter Runde zusammenzukommen.

Wir freuen uns schon jetzt darauf, uns beim nÀchsten Termin wiederzusehen, auszutauschen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Der nÀchste Termin wird wie immer rechtzeitig bestÀtigt.

Bis dahin: Passt gut auf euch auf – und bis bald!

TCP vs. UDP – Zwei Protokolle, ein Universum voller MissverstĂ€ndnisse

Einleitung

Wenn man das Internet aufschrauben wĂŒrde (bitte nicht mit dem Schraubenzieher versuchen), wĂŒrde man tief im Inneren zwei alte Bekannte finden: TCP und UDP. Beide stammen aus den frĂŒhen Tagen des ARPANET in den 1970ern, als man noch mit Lochkarten flirtete und Router so groß wie KĂŒhlschrĂ€nke waren.

TCP und UDP sind wie zwei ungleiche BrĂŒder:

  • Der eine pedantisch, zuverlĂ€ssig, mit Checklisten und Quittungen (TCP).
  • Der andere chaotisch, schnell, freiheitsliebend – aber wehe, du erwartest PĂŒnktlichkeit oder VollstĂ€ndigkeit (UDP).

Und wie so oft im Leben gilt: Man braucht beide.

Historischer Abriss

  • TCP (Transmission Control Protocol) wurde entwickelt, um Daten zuverlĂ€ssig von A nach B zu bringen – egal, ob dazwischen ein paar Pakete verloren gehen. Es kĂŒmmert sich um Verbindungsaufbau, Fehlerkorrektur, Reihenfolge.
  • UDP (User Datagram Protocol) entstand als „leichtgewichtige“ Alternative: keine Verbindungsrituale, keine Quittungen, keine RĂŒcksicht auf Verluste. Einfach Daten rausfeuern und hoffen, dass sie ankommen.

Man könnte sagen: TCP ist der Buchhalter, UDP der Punkrocker.

Technische Unterschiede im Überblick

Merkmal TCP đŸ§Ÿ UDP 🎾
Verbindung Verbindungsorientiert (Handshake) Verbindungslos
ZuverlÀssigkeit Garantierte Zustellung, Reihenfolge, Fehlerkorrektur Keine Garantie, keine Reihenfolge
Geschwindigkeit Langsamer durch Overhead Schneller, minimaler Overhead
Typische Anwendungen Web (HTTP/HTTPS), E-Mail, DateiĂŒbertragung Streaming, VoIP, Online-Gaming, DNS
Humorvolle Analogie Einschreiben mit RĂŒckschein Flaschenpost im Sturm

Typische Einsatzgebiete

  • TCP: Webseiten, Online-Banking, Software-Downloads. Alles, wo „ein Byte fehlt“ nicht nur Ă€rgerlich, sondern potenziell teuer wĂ€re.
  • UDP: Livestreams, SprachĂŒbertragung, Gaming. Hier gilt: Lieber ein paar verlorene Pakete als eine Sekunde Verzögerung. Niemand will, dass der Fußballkommentar erst kommt, wenn das Tor schon gefallen ist.

Amateurfunk und die digitale Welt

Auch im Amateurfunk haben TCP und UDP lĂ€ngst Einzug gehalten – besonders dort, wo Funkamateure das Internet als RĂŒckgrat nutzen:

  • TCP findet man z. B. bei Remote-Rig-Steuerungen oder wenn ein SDR-Server (Software Defined Radio) ĂŒber das Netz erreichbar ist. Hier ist ZuverlĂ€ssigkeit entscheidend – niemand will, dass der VFO-Sprung mitten im QSO verschluckt wird.
  • UDP hingegen ist beliebt bei Echtzeit-Audio-Streams (z. B. Remote-Audio von der Station) oder bei Hamnet-Anwendungen. Wenn ein paar Sprachpakete verloren gehen, merkt man es kaum – aber Verzögerung wĂ€re tödlich fĂŒr den GesprĂ€chsfluss.

Man könnte sagen: Im Amateurfunk ist TCP der stille LogbuchfĂŒhrer, wĂ€hrend UDP der hektische Operator ist, der ins Mikro brĂŒllt: „Hört ihr mich noch?!“

Schwarzer Humor am Rande

  • TCP ist wie der ĂŒbervorsichtige Funkamateur, der nach jedem CQ-Ruf noch dreimal nachfragt: „War das lesbar? Bitte bestĂ€tigen! Over.“
  • UDP ist der Kollege, der einfach durch die Runde schreit, ohne zu warten, ob jemand zuhört – und dann beleidigt ist, wenn keiner antwortet.
  • Und wenn beide mal ausfallen? Nun ja, dann bleibt nur noch Rauchzeichen. Leider nicht im Frequenzplan der Bundesnetzagentur vorgesehen.

Fazit

TCP und UDP sind keine Konkurrenten, sondern Werkzeuge fĂŒr unterschiedliche Aufgaben. Wer sie versteht, kann entscheiden, wann ZuverlĂ€ssigkeit wichtiger ist als Geschwindigkeit – und umgekehrt.

Im Amateurfunk wie im Internet gilt: Manchmal braucht man den pedantischen Buchhalter, manchmal den Punkrocker. Und manchmal
 einfach nur Funkstille.

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