🌐 Bandbreite als begrenzende Ressource – und warum die Rauschleistungsdichte unser Schicksal besiegelt


Ein technisch anspruchsvoller, unterhaltsamer und leicht schwarzhumoriger Blick auf die Grundlagen der Nachrichtentechnik – von den AnfĂ€ngen bis zum Amateurfunk.

đŸ•°ïž 1. Ein kurzer historischer RĂŒckblick: Als Bandbreite noch ein Mythos war

In den frĂŒhen Tagen der Funktechnik war Bandbreite wie ein Goldschatz, den niemand verstand, aber jeder verschwendete. Die ersten Funkpioniere sendeten Signale, die so breit waren, dass man sie heute als „Spektralverschmutzung“ bezeichnen wĂŒrde.

Dann kamen Nyquist und Shannon – die beiden MĂ€nner, die der Nachrichtentechnik sagten:

„Ordnung muss sein. Und Bandbreite ist nicht unendlich. Also benehmt euch.“

Damit begann die Ära der strukturierten Kommunikation.

📡 2. Bandbreite – die Autobahn der Information

Stell dir Bandbreite wie eine Autobahn vor:

  • Mehr Spuren → mehr Daten
  • Mehr Spuren → mehr Stau durch Rauschen
  • Mehr Spuren → mehr Ärger mit der Regulierungsbehörde

🔍 Warum Bandbreite begrenzt ist:

  • Physik: Antennen und Filter haben natĂŒrliche Grenzen.
  • Regulierung: Frequenzen werden zugeteilt wie knappe ParkplĂ€tze.
  • Praxis: Breite Signale stören andere – und niemand mag den Spektrum‑Rowdy.

Moderne Systeme wie 5G, WLAN, Glasfaser oder Satelliteninternet kÀmpfen alle mit derselben Frage:

Wie viel Information passt durch diesen Kanal, bevor die Naturgesetze uns auslachen?

🔊 3. Rauschleistungsdichte – der unsichtbare Gegenspieler

Rauschen ist der natĂŒrliche Feind jeder Übertragung. Es ist wie ein schlecht gelaunter Mitbewohner: immer da, immer laut, nie eingeladen.

📌 Was ist Rauschleistungsdichte?

  • Sie beschreibt, wie viel Rauschenergie pro Hertz Bandbreite existiert.
  • Je grĂ¶ĂŸer die Bandbreite, desto mehr Rauschen sammelt man ein.
  • Mehr Bandbreite bedeutet also nicht automatisch bessere Übertragung – manchmal nur mehr Chaos.

Shannon hat das mathematisch bewiesen. Ingenieure zitieren ihn bis heute – und verfluchen ihn gleichzeitig.

⚙ 4. Moderne Nachrichtentechnik: Ein Balanceakt

Heute nutzen wir:

  • OFDM, um Bandbreite in kleine HĂ€ppchen zu zerlegen
  • MIMO, um mehrere Datenströme gleichzeitig zu ĂŒbertragen
  • Fehlerkorrekturcodes, um das Rauschen auszutricksen
  • Adaptive Modulation, um sich dem Kanal anzupassen

Doch egal wie modern die Technik wird – Bandbreite und Rauschen bleiben die Naturgesetze, die alles bestimmen.

💡 Merksatz:

Die Nachrichtentechnik ist ein Tanz zwischen dem Wunsch nach mehr Datenrate und den Grenzen der Physik.

đŸ“» 5. Amateurfunk: Das lebende Labor der Nachrichtentechnik

Amateurfunker sind die letzten echten Abenteurer der Funkwelt. Sie arbeiten mit:

  • begrenzter Bandbreite
  • begrenzter Sendeleistung
  • viel Rauschen
  • und noch mehr KreativitĂ€t

Beispiele:

  • CW (Morse): ultranarrow, kommt durch, wenn alles andere stirbt
  • SSB: effizienter als AM, aber anspruchsvoll
  • FT8: so schmalbandig, dass es fast schon Zen ist
  • QRP‑Betrieb: „Wie weit komme ich mit 5 Watt und Hoffnung?“

Amateurfunk zeigt, wie man mit wenig Bandbreite und viel Rauschen trotzdem die Welt erreicht.

đŸ–€ 6. Schwarzer Humor am Rande

  • Bandbreite ist wie Lebenszeit: Man merkt erst, wie wertvoll sie ist, wenn sie weg ist.
  • Rauschen ist wie BĂŒrokratie: Es wĂ€chst proportional zu allem, was man tut.
  • Shannon ist der Mathematiker, der dir sagt, wie schnell du fahren darfst – und du weißt, dass er recht hat, selbst wenn du ihn dafĂŒr hasst.

🎯 7. Fazit: Die ewige Balance

Bandbreite und Rauschleistungsdichte sind die beiden KrĂ€fte, die die Nachrichtentechnik formen – damals wie heute. Wer sie versteht, versteht das Fundament moderner Kommunikation. Wer sie ignoriert, wird vom Rauschen verschluckt.

Radioaktive Strahlung als Kommunikationsmedium – Mythos, Physik

Die Idee klingt wie aus einem Science-Fiction-Roman, den jemand unter Einfluss von zu viel Kaffee und zu wenig Schlaf geschrieben hat: Kann man mit radioaktiver Strahlung Nachrichten ĂŒbertragen? Gibt es so etwas wie radioaktive Funkwellen? Und wenn ja – warum hat noch kein Funkamateur versucht, damit seinen Nachbarn auf 80 m zu ĂŒbertönen?

â˜ąïž 1. Was ist radioaktive Strahlung – und was nicht?

Radioaktive Strahlung ist keine elektromagnetische Welle, sondern besteht aus Teilchen oder hochenergetischer EM-Strahlung, die nicht kohÀrent, nicht moduliert und nicht steuerbar ist:

  • Alpha-Strahlung: Heliumkerne, Reichweite gering, Kommunikationsreichweite noch geringer.
  • Beta-Strahlung: Elektronen/Positronen, etwas weiter, aber immer noch kein brauchbarer TrĂ€ger fĂŒr Morsezeichen.
  • Gamma-Strahlung: Elektromagnetisch, ja – aber extrem hochfrequent, unmodulierbar und entsteht zufĂ€llig beim Zerfall.

Gamma-Strahlung ist zwar technisch eine EM-Welle, aber sie ist kein Funk. Sie ist eher wie ein schlecht gelaunter Laserpointer, der zufÀllig in alle Richtungen feuert und dabei alles ionisiert, was ihm zu nahe kommt.

Kurz: Radioaktive Strahlung ist ein miserabler Kommunikationskanal. Sie ist ungerichtet, unzuverlÀssig, zufÀllig und tötet den EmpfÀnger schneller, als er die Nachricht dekodieren könnte.

â˜ąïž 2. Historischer Überblick: Wer hat’s versucht?

2.1 FrĂŒhe Experimente (1900–1930)

In der FrĂŒhzeit der Kernphysik gab es tatsĂ€chlich Überlegungen, ob man die IntensitĂ€t radioaktiver Quellen messen und als Signal nutzen könnte. Das Problem: Die Zerfallsrate folgt dem Poisson-Prozess – also reinem Zufall. Modulation? Fehlanzeige.

Einige Forscher versuchten, die Ionisationskammer als Detektor fĂŒr schwache Signale zu nutzen. Das funktionierte – aber nur, um Strahlung zu messen, nicht um sie zu erzeugen.

2.2 Kalter Krieg: „Nuclear Communication“

Im Kalten Krieg wurde alles untersucht, was irgendwie nach „geheim“ klang. Dazu gehörte auch die Idee, ob man mit Neutronenstrahlung durch Fels oder Wasser kommunizieren könnte.

Ergebnis:

  • Ja, Neutronen durchdringen Materie.
  • Nein, man kann sie nicht modulieren.
  • Und ja, der EmpfĂ€nger stirbt trotzdem.

2.3 Moderne Forschung: Neutrino-Kommunikation

Neutrinos sind die „Ghost Particles“ des Universums. Man kann sie theoretisch zur Kommunikation nutzen – und es wurde 2012 tatsĂ€chlich demonstriert.

Aber:

  • Man braucht einen Teilchenbeschleuniger als Sender.
  • Und einen kilometergroßen Detektor als EmpfĂ€nger.
  • Datenrate: 0,1 Bit pro Sekunde.
  • Energieverbrauch: genug, um ein kleines Land zu heizen.

FĂŒr den Amateurfunker bedeutet das: Selbst wenn du die Endstufe auf 1 Terawatt hochdrehst – es reicht nicht.

â˜ąïž 3. Warum radioaktive Strahlung keine Funkwellen ersetzt

3.1 Keine Modulation

Funk lebt von Modulation: AM, FM, SSB, QAM, OFDM, PSK – alles basiert auf kontrollierten Schwingungen. Radioaktiver Zerfall ist dagegen so kontrollierbar wie ein Fieldday mit 30 Funkamateuren und nur einer Grillwurst.

3.2 Keine gerichtete Abstrahlung

Eine Antenne bĂŒndelt EM-Wellen. Radioaktive Quellen strahlen isotrop – also in alle Richtungen. Das ist fĂŒr Kommunikation schlecht, fĂŒr Krebsentstehung hervorragend.

3.3 Keine Frequenzkontrolle

Funkwellen haben definierte Frequenzen. Radioaktive Strahlung hat Energieniveaus, die zufĂ€llig entstehen. Das ist, als wĂŒrde man versuchen, CW zu geben, wĂ€hrend jemand anders zufĂ€llig auf der Taste herumhĂ€mmert.

â˜ąïž 4. Praktische Beispiele – wo Strahlung doch      kommuniziert

4.1 GeigerzĂ€hler als „EmpfĂ€nger“

Ein GeigerzĂ€hler klickt, wenn Strahlung eintrifft. Man könnte theoretisch Morsezeichen „klicken“ lassen, indem man eine Quelle abschirmt und freigibt.

Das wĂ€re dann die weltweit erste Kommunikation, bei der der EmpfĂ€nger nach 30 Minuten eine BleischĂŒrze braucht.

4.2 Radon als „NachrichtentrĂ€ger“

Radon diffundiert durch den Boden. Man könnte theoretisch Informationen durch kontrollierte Radonfreisetzung ĂŒbertragen.

Datenrate: 1 Bit pro Tag. EmpfÀnger: ein Lungenarzt.

4.3 Strahlungsbasierte Sensorik

In der Industrie nutzt man radioaktive Quellen zur FĂŒllstandsmessung oder MaterialprĂŒfung. Das ist Kommunikation – aber nur zwischen Maschine und MessgerĂ€t, nicht zwischen Menschen.

â˜ąïž 5. Warum Funkamateure das Thema lieben wĂŒrden

Weil es:

  • exotisch klingt
  • gefĂ€hrlich wirkt
  • garantiert niemand sonst macht
  • und man damit auf jedem OV-Abend glĂ€nzen könnte

Man stelle sich vor:

„Ich arbeite jetzt auf dem neuen Band: 0,0000000000000001 nm. Meine Antenne ist ein StĂŒck Uran. SWR ist egal – der Dipol glĂŒht sowieso.“

Oder der Klassiker:

„Ich habe QRP gemacht – 1 ”Curie Output. Der EmpfĂ€nger hat’s nicht ĂŒberlebt, aber das Signal war sauber.“

â˜ąïž 6. Fazit

Radioaktive Strahlung ist faszinierend, gefĂ€hrlich und physikalisch hochkomplex – aber als Kommunikationsmedium völlig ungeeignet. Sie ist unmodulierbar, ungerichtet, zufĂ€llig und tödlich. Kurz: Der schlechteste FunktrĂ€ger der Welt.

Wenn Funkamateure wirklich damit arbeiten könnten, gÀbe es lÀngst ein neues Contest-Format:

„CQ CQ CQ – hier ist DL0ATOM, bitte nur kurze DurchgĂ€nge, mein Dosimeter piept schon wieder.“

Warum Modulation unverzichtbar ist – und warum jede Kommunikation ohne sie im Chaos endet

Ein technischer Deep‑Dive mit historischem Kontext, Praxisbeispielen.

1. Kommunikation ohne Modulation – ein  Universum voller Stille

Modulation ist so selbstverstĂ€ndlich, dass viele erst merken, wie wichtig sie ist, wenn man sie weglĂ€sst. Stell dir vor, du hast einen perfekten Sender, der ein wunderschönes, sauberes, sinusförmiges TrĂ€gersignal abstrahlt – stabil, prĂ€zise, elegant.

Nur sagt er nichts.

Ein unmodulierter TrÀger ist wie ein Funkamateur, der auf dem OV-Abend sitzt, schweigend in sein Bier starrt und hofft, dass jemand seine Gedanken telepathisch dekodiert. Ohne Modulation passiert nichts. Gar nichts. Null Information.

 

2. Was Modulation eigentlich tut – die Kurzfassung fĂŒr technisch Versierte

Modulation ist der Prozess, bei dem Information (Sprache, Daten, Musik, Telemetrie, das verzweifelte CQ eines Contesters) auf einen TrÀger aufgebracht wird.

Sie erfĂŒllt drei fundamentale Aufgaben:

2.1 Sie macht Information transportierbar

Niederfrequente Signale (Sprache, Audio, Sensorwerte) können nicht weit reisen. Ein Mikrofon liefert vielleicht 3 kHz – das reicht nicht einmal bis zur nĂ€chsten Wand, geschweige denn um die halbe Welt.

Modulation hebt diese Information auf eine hochfrequente Welle, die sich ausbreiten kann.

2.2 Sie trennt verschiedene KommunikationskanÀle

Ohne Modulation wĂŒrden alle Sender auf derselben Frequenz brĂŒllen. Das wĂ€re wie ein Fieldday, bei dem 40 Leute gleichzeitig CQ rufen – nur ohne die Illusion, dass irgendjemand antwortet.

2.3 Sie ermöglicht effiziente Nutzung des Spektrums

Ob AM, FM, SSB, QAM, OFDM oder PSK – Modulation bestimmt, wie viel Information pro Hertz ĂŒbertragen werden kann. Ohne sie wĂ€re das gesamte Funkspektrum ein einziger, unstrukturierter Brei.

3. Ein kurzer historischer Abriss – wie die Menschheit lernte, ihre TrĂ€ger zu quĂ€len

3.1 Die FrĂŒhzeit: „Spark Gap“ – Modulation durch Chaos

Die ersten Funksender erzeugten breitbandige Funken. Das war technisch gesehen eine Art Zufallsmodulation, die alles störte, was nicht bei drei auf dem Baum war.

Funkamateure wĂŒrden heute sagen:

„Klingt wie mein Nachbar auf 80 m.“

3.2 AM – die erste echte Modulation

Amplitude Modulation war der Durchbruch: Man konnte Sprache ĂŒbertragen, ohne dass der EmpfĂ€nger starb oder das halbe Spektrum verbrannt wurde.

3.3 FM – weniger Rauschen, mehr Bandbreite

FM brachte bessere QualitĂ€t, aber auch den ersten Streit darĂŒber, ob man wirklich so viel Bandbreite braucht. Der Streit dauert bis heute an, besonders in Amateurfunkforen, wo Bandbreite ungefĂ€hr so heilig ist wie die letzte Grillwurst beim Fieldday.

3.4 Digitale Modulation – Bits statt BauchgefĂŒhl

Mit QAM, PSK und OFDM wurde Modulation zur Wissenschaft. Heute kann man Gigabit-Datenraten ĂŒbertragen – und trotzdem schafft es mancher Funkamateur nicht, eine einfache APRS‑Position korrekt zu senden.

4. Praxisbeispiele – wo Modulation den Unterschied macht

4.1 Mobilfunk

Ohne Modulation gĂ€be es keine Smartphones. Stell dir vor, du wĂŒrdest versuchen, ein TikTok‑Video ĂŒber einen unmodulierten TrĂ€ger zu streamen. Das Ergebnis wĂ€re ein schwarzer Bildschirm – also exakt das, was manche Amateurfunker beim Einschalten ihres SDRs sehen.

4.2 Satellitenkommunikation

Satelliten nutzen komplexe Modulationsverfahren, um mit minimaler Leistung maximale Daten zu ĂŒbertragen. Ohne Modulation wĂ€re ein Satellit nur ein teurer, funkelnder Punkt am Himmel – also quasi ein QRP‑Sender im Orbit.

4.3 Amateurfunk

Ob CW, SSB, FM, FT8 oder JS8Call – alles basiert auf Modulation. FT8 ist dabei besonders beliebt, weil es endlich ermöglicht, QSOs zu fĂŒhren, ohne mit Menschen reden zu mĂŒssen.

5. Warum Modulation im Amateurfunk besonders wichtig ist

Weil sonst jeder Funkamateur nur einen einzigen Knopf hĂ€tte: „TrĂ€ger ein/aus“. Und seien wir ehrlich: Einige wĂŒrden selbst damit noch ĂŒberfordert sein.

Modulation ist das, was aus einem FunkgerĂ€t ein Kommunikationswerkzeug macht – und nicht nur einen teuren HeizlĂŒfter mit Antennenanschluss.

5.1 Ohne Modulation gÀbe es keine Betriebsarten

Keine CW‑Puristen, die behaupten, dass „echte MĂ€nner nur mit der Handtaste arbeiten“. Keine SSB‑Runden, in denen fĂŒnf Leute gleichzeitig reden und keiner zuhört. Keine FM‑Relais, auf denen sich zwei OMs ĂŒber die richtige LĂ€nge eines Koaxkabels streiten. Keine digitalen Betriebsarten, die es ermöglichen, mit 5 W um die Welt zu kommen – und trotzdem niemanden zu beeindrucken.

5.2 Ohne Modulation gÀbe es keine Störungen

Das wĂ€re zwar schön, aber unrealistisch. Funkamateure wĂŒrden garantiert Wege finden, selbst einen unmodulierten TrĂ€ger zu ĂŒbersteuern.

6. Fazit – Modulation ist das Herz jeder Kommunikation

Modulation ist nicht optional. Sie ist die Grundlage jeder Form von InformationsĂŒbertragung – vom ersten Funken bis zum modernen Glasfaser‑Backbone.

Ohne Modulation gÀbe es:

  • keine Sprache ĂŒber Funk
  • keine DatenĂŒbertragung
  • keine Satelliten
  • keine Mobilfunknetze
  • keine Amateurfunk‑Betriebsarten
  • und keine Möglichkeit, dass ein OM auf 80 m erklĂ€rt, warum frĂŒher alles besser war

Kurz: Ohne Modulation wĂ€re die Welt still – und der Amateurfunk noch stiller.

Und das wÀre vermutlich das erste Mal in der Geschichte, dass sich alle Funkamateure einig wÀren.

Update: Ein neuer Akteur im Äther: Der Sender auf 7910 kHz USB jetzt auf 7842 kHz USB

Nach dem Störsender auf 7910 kHz USB auftraten, hat der Zahlensender auf 7842 kHz USB gewechselt. Ursprung und Inhalte nach wie vor nicht gesichert. Zu vollen Stunde starten die Aussendungen.

📡 Parseval-Theorem: Energieerhaltung fĂŒr Frequenz-Fetischisten


Oder: Warum dein Signal im Frequenzbereich genauso fett ist wie im Zeitbereich – und warum das selbst dein Großonkel mit RöhrenverstĂ€rker verstehen sollte.

🧠 Was ist das Parseval-Theorem?

Das Parseval-Theorem ist die Nachrichtentechnik-Version von „Du bekommst nichts geschenkt“. Es sagt: Die Energie eines Signals bleibt gleich – egal ob du es im Zeitbereich oder im Frequenzbereich betrachtest.

„Was du im Oszilloskop siehst, siehst du auch im Spektrumanalysator – nur anders angeordnet.“

Mathematisch ausgedrĂŒckt (keine Sorge, wir bleiben zahm):

  • Energie im Zeitbereich = Energie im Frequenzbereich

Das ist keine Magie, sondern Fourier-Logik. Und ja, es gilt auch fĂŒr deine verrauschten 80-Meter-Morse-Signale.

đŸ•°ïž Entstehung: Ein Franzose, ein Mathematiker und ein Hauch Genie

Marc-Antoine Parseval, ein französischer Mathematiker des 18. Jahrhunderts, hatte die glorreiche Idee, dass man Reihenentwicklungen nicht nur zum Rechnen, sondern auch zum Denken nutzen kann. Er war seiner Zeit weit voraus – was bedeutet, dass ihn damals niemand verstand. Heute ist sein Theorem ein Grundpfeiler der Signalverarbeitung.

„Ein Mann, der Energieerhaltung mathematisch formuliert hat – und trotzdem nie ein FunkgerĂ€t besessen hat. Tragisch.“

⚙ Praxisbeispiele: Wo Parseval wirklich rockt

🎧 Audioverarbeitung

  • Beim Equalizing von Musik wird Energie im Frequenzbereich manipuliert.
  • Parseval garantiert, dass du nicht versehentlich die Gesamtenergie ruinierst – außer du bist DJ auf TikTok.

đŸ“¶ Funktechnik

  • Beim Design von Filtern (z. B. Bandpass) muss man wissen, wie viel Energie man durchlĂ€sst.
  • Parseval hilft, die Balance zu halten – wie ein britischer Butler mit Taschenrechner.

đŸ›°ïž Kommunikationstechnik

  • In OFDM-Systemen (z. B. WLAN, LTE) wird das Signal in viele kleine FrequenzhĂ€ppchen zerlegt.
  • Parseval stellt sicher, dass die Energie nicht verloren geht – nur verteilt wie Butter auf Toast.

đŸ“» Amateurfunk: Parseval im Hobbylabor

Amateurfunker sind die letzten echten Fourier-Ritter. Sie hantieren mit:

  • Morsezeichen (CW), die im Frequenzbereich messerscharf sind
  • SSB-Signalen, die Energie effizient bĂŒndeln
  • digitalen Betriebsarten wie FT8, wo Parseval fast schon meditativ wirkt

„Wenn dein Signal im Zeitbereich aussieht wie ein betrunkener Regenwurm, aber im Frequenzbereich wie ein Laserstrahl – dann war Parseval am Werk.“

🧓 Die ewig Gestrigen: Röhren, Rauch und Reaktanz

Es gibt sie noch: Die Funkamateure, die Parseval fĂŒr einen französischen Wein halten. Sie glauben, dass Energie nur durch Röhren fließt und dass Spektrumanalysatoren Teufelswerk sind.

„Ich vertraue nur dem Zeigerinstrument, das ich 1963 selbst kalibriert habe – mit einem Taschenmesser und einem Gebet.“

FĂŒr sie ist Parseval ein Fremdwort – aber ihre Signale gehorchen ihm trotzdem. Denn Physik ist gnadenlos gerecht – auch gegenĂŒber Nostalgikern.

🔧 Optimierung: Was Parseval uns lehrt

  • Filterdesign: Energie gezielt verteilen, nicht verschwenden
  • Modulationsverfahren: Energieeffizient ĂŒbertragen, ohne unnötige Bandbreite
  • Leistungsberechnung: Verstehen, wo die Energie wirklich sitzt – nicht nur wo sie blinkt

„Wer Parseval versteht, optimiert nicht nur sein Signal – sondern auch seinen Stromverbrauch. Und das ist sexy.“

đŸ–€ Humor zum Schluss

  • Parseval ist wie ein Steuerberater: Er sagt dir, dass du nichts verloren hast – aber du fĂŒhlst dich trotzdem Ă€rmer.
  • Wer Parseval ignoriert, baut FunkgerĂ€te wie ein Toastbrot – warm, aber nutzlos.
  • Die Energie bleibt erhalten – außer du lĂ€sst dein Koaxkabel im Regen liegen. Dann ist sie weg. FĂŒr immer.

🎯 Fazit: Parseval ist kein Zauber – sondern Werkzeug

Das Parseval-Theorem ist kein akademischer Schnickschnack, sondern ein praktisches Werkzeug fĂŒr jeden, der mit Signalen arbeitet. Ob du nun 5G entwickelst oder mit 5 Watt um die Welt funken willst – Parseval ist dein stiller Begleiter.

đŸ›°ïž Ein neuer Akteur im Äther: Der Sender auf 7910 kHz USB

Ein neuer mysteriöser Zahlensender auf 7910 kHz USB sorgt seit Anfang 2026 fĂŒr Aufmerksamkeit in der Kurzwellen‑Szene. Die folgenden Informationen fassen den aktuellen Wissensstand zusammen und ordnen die Beobachtungen in den grĂ¶ĂŸeren Kontext der weltweiten Zahlensender‑AktivitĂ€ten ein.

Seit Anfang 2026 melden europĂ€ische Kurzwellenhörer regelmĂ€ĂŸig ungewöhnliche Übertragungen auf 7910 kHz USB. Die Signale bestehen aus klar gesprochenen Zahlenfolgen, die in festen Blöcken wiederholt werden. Die Struktur entspricht exakt dem klassischen Muster sogenannter One‑Way‑Voice‑Links – einseitiger, verschlĂŒsselter NachrichtenĂŒbermittlung, wie sie seit Jahrzehnten von Geheimdiensten genutzt wird.

Besonders auffĂ€llig ist die sprachliche FĂ€rbung der Durchsagen: Viele Hörer berichten von einer Farsi‑Àhnlichen Aussprache, was frĂŒh zu Spekulationen ĂŒber einen möglichen iranischen Ursprung fĂŒhrte.

🌍 Herkunft und technische Merkmale

Mehrere unabhĂ€ngige Logs aus Mitteleuropa und Osteuropa zeigen ĂŒbereinstimmende Merkmale:

  • Modulation: USB
  • Frequenz: 7910 kHz
  • Inhalt: Zahlenblöcke, teils wiederholt, teils in Sequenzen
  • Sprache: mutmaßlich Farsi oder farsi‑akzentuiertes Englisch
  • SignalstĂ€rke: stabil, deutet auf mittlere bis hohe Sendeleistung (geschĂ€tzt bis 10 kW)
  • Zeitliche Muster: unregelmĂ€ĂŸig, aber meist abends europĂ€ischer Zeit

Die Kombination aus Sprache, Sendeleistung und Frequenzbereich passt zu bekannten iranischen KurzwellenaktivitÀten. Eine offizielle BestÀtigung existiert jedoch nicht.

đŸ•”ïž Wer steckt dahinter?

Zahlensender sind traditionell anonym – das ist Teil ihres Zwecks. Dennoch lassen sich aus Mustern und technischen Details RĂŒckschlĂŒsse ziehen.

Wahrscheinliche Betreiberhypothesen

  • Iranische Dienste: Die Farsi‑Anmutung und die technische Signatur passen zu frĂŒheren iranischen Kurzwellenoperationen.
  • Fremde Dienste, die Farsi nutzen: Geheimdienste nutzen gelegentlich fremde Sprachen, um Herkunft zu verschleiern. Das ist möglich, aber derzeit nicht belegt.
  • Neue private oder militĂ€rische Station: Weniger wahrscheinlich, da Struktur und Inhalt klar in Richtung klassischer Zahlensender weisen.

Bislang gibt es keine eindeutigen Beweise, doch die Mehrheit der Beobachter ordnet den Sender vorsichtig dem iranischen Umfeld zu.

📡 Bedeutung im Kontext der Zahlensender

Zahlensender sind ein Relikt des Kalten Krieges – und gleichzeitig ein Werkzeug, das nie veraltet ist. Sie bieten:

  • AnonymitĂ€t: Herkunft kaum nachweisbar
  • Sicherheit: Einwegkommunikation ist nicht abhörbar im Sinne von RĂŒckverfolgung
  • Robustheit: Kurzwelle funktioniert weltweit, unabhĂ€ngig von Internet oder Satelliten

Der Sender auf 7910 kHz fĂŒgt sich nahtlos in dieses Muster ein und zeigt, dass klassische Funkmethoden weiterhin aktiv genutzt werden.

🔎 Fazit

Der Zahlensender auf 7910 kHz USB ist ein neuer, bislang nicht offiziell identifizierter Akteur, dessen Merkmale stark auf einen iranischen Ursprung hindeuten. Die Übertragungen folgen dem typischen Muster verschlĂŒsselter Agentenkommunikation und werden seit Anfang 2026 regelmĂ€ĂŸig beobachtet. Trotz vieler Indizien bleibt der Betreiber anonym – wie es bei Zahlensendern ĂŒblich ist.

Einladung zum Treffen am 7. MĂ€rz 2026

Liebe Funkfreunde,

hiermit laden wir herzlich zum planmĂ€ĂŸigen Treffen der Interessengruppe fĂŒr Amateurfunk Bonn
(IGAFU-Bonn) ein.

📅 Datum: Samstag, 7. MĂ€rz 2026,
🕒 Uhrzeit: 12:00 Uhr,
📍 Ort: Clubraum der Interessengruppe in der Friesdorfer Straße 197, 53175 Bonn.

Geplant sind:

  • Antennen- und sonstige Arbeiten,
  • ein gemeinsamer Austausch zu aktuellen Themen rund um den Amateurfunk, um technische Entwicklungen sowie eigene Projekte,
  • Neben fachlichen GesprĂ€chen soll auch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen.

Interessierte sind – wie immer – herzlich willkommen. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!

Viele GrĂŒĂŸe
Helmut DB6NX

Athens Radar und horizontale Radarsysteme im Kurzwellenbereich

Ein technischer Überblick.

Horizontale Radarsysteme im Kurzwellenbereich – hĂ€ufig als Over‑the‑Horizon Radar (OTHR) bezeichnet – nutzen die IonosphĂ€re als reflektierende Schicht, um Ziele weit jenseits der Sichtlinie zu erfassen. Unter dem in Monitoring‑Kreisen verbreiteten Begriff Athens Radar werden bestimmte breitbandige, horizontale Radarsignaturen zusammengefasst, die im Wasserfall eines SDR‑EmpfĂ€ngers als markante, durchgehende oder sweepende BĂ€nder sichtbar werden. Diese Systeme arbeiten im HF‑Spektrum (3–30 MHz) und sind aufgrund ihrer Reichweite und Betriebsweise sowohl technisch anspruchsvoll als auch fĂŒr Funkbeobachter gut erkennbar.

Funktionsprinzip horizontaler Radarsysteme

OTHR‑Systeme senden breitbandige, meist frequenzmodulierte oder gepulste Signale in einem flachen Winkel zur IonosphĂ€re. Die Wellen werden dort gebrochen oder reflektiert und erreichen weit entfernte Gebiete. Von dort gestreute RĂŒcksignale gelangen ĂŒber denselben oder einen alternativen IonosphĂ€renpfad zum EmpfĂ€nger.

Wesentliche technische Merkmale:

  • IonosphĂ€rische Reflexion: Die nutzbare Frequenz hĂ€ngt von Tageszeit, SonnenaktivitĂ€t und IonosphĂ€renschichten ab.
  • Breitbandige Signale: Chirps, Pulsfolgen oder modulierte Sweep‑Signale erzeugen hohe Reichweite und robuste Zielerkennung.
  • Charakteristische Darstellung: Im SDR‑Wasserfall erscheinen OTHR‑Signale als breite horizontale BĂ€nder oder als schrĂ€g verlaufende Sweeps, oft ĂŒber mehrere zehn bis hundert Kilohertz.

Vorteile und Nachteile der Technik

Vorteile

  • Große Reichweite: Erfassung von Zielen in Entfernungen von mehreren Tausend Kilometern.
  • FlĂ€chenĂŒberwachung: Ideal fĂŒr maritime RĂ€ume, Luftkorridore oder großflĂ€chige FrĂŒhwarnsysteme.
  • UnabhĂ€ngigkeit von Wetter und Sicht: Radarsysteme funktionieren bei Tag, Nacht und schlechten Sichtbedingungen.

Nachteile

  • AbhĂ€ngigkeit von der IonosphĂ€re: Störungen durch SonnenaktivitĂ€t, geomagnetische Ereignisse oder Tag‑Nacht‑ÜbergĂ€nge.
  • Begrenzte Auflösung: Geringere PrĂ€zision im Vergleich zu hochfrequenten Radaren.
  • Spektrale Belastung: OTHR‑Systeme können große HF‑Bereiche belegen und andere Dienste stören.

Einordnung der HFGCS‑Frequenzen und EAM‑Übertragungen

Die folgenden Informationen stammen aus Monitoring‑Beobachtungen und betreffen das USAF High Frequency Global Communications System (HFGCS). Diese Daten wurden ĂŒbersetzt, bewertet und in den technischen Kontext eingeordnet.

Relevante Frequenzen (USB‑Modulation)

  • 11,175 MHz – primĂ€re EAM/SKYKING‑Frequenz am Tag
  • 4,724 MHz – primĂ€re Nachtfrequenz
  • Weitere HFGCS‑KanĂ€le: 4,274 MHz, 8,992 MHz (hĂ€ufig nach Einbruch der Dunkelheit), 15,016 MHz

Charakter der Übertragungen

  • Nicht verschlĂŒsselt, aber codiert: Die Durchsagen bestehen aus gesprochenen alphanumerischen Codes wie „Romeo, Charlie, Bravo, November“. Ohne Kenntnis der internen SchlĂŒssel sind sie nicht interpretierbar.
  • Simulcast‑Betrieb: EAMs werden gleichzeitig auf mehreren Frequenzen ausgestrahlt.
  • Verkehrsaufkommen: Ein Anstieg der AktivitĂ€t wird in der Monitoring‑Szene oft als Hinweis auf besondere Lagen interpretiert. Diese EinschĂ€tzung ist jedoch unsicher, da viele EAMs Routine‑ oder Übungsverkehr darstellen.

Bewertung im technischen Kontext

HFGCS‑Signale sind Kommunikationssignale, keine Radarsysteme. Sie liegen jedoch im gleichen Frequenzbereich wie OTHR‑Systeme. FĂŒr SDR‑Beobachter ist daher die Unterscheidung wichtig:

  • HFGCS: schmalbandig, USB‑Sprache, feste Frequenzen
  • OTHR: breitbandig, puls- oder sweep‑moduliert, variable Frequenzen

Diese Differenzierung ist entscheidend, um Radarsignaturen korrekt zu identifizieren.

Sichtbarmachung von Athens Radar mit einem KiwiSDR

Ein KiwiSDR eignet sich hervorragend, um horizontale Radarsysteme im HF‑Spektrum sichtbar zu machen. Die folgenden Schritte beschreiben ein praxisorientiertes Vorgehen.

Schritt‑fĂŒr‑Schritt‑Anleitung

  1. KiwiSDR auswĂ€hlen Einen EmpfĂ€nger mit guter HF‑Umgebung wĂ€hlen, idealerweise in Europa oder Regionen mit bekannter OTHR‑AktivitĂ€t.
  2. Wasserfall konfigurieren
    • Bandbreite auf 100–500 kHz einstellen
    • Kontrast und VerstĂ€rkung so anpassen, dass auch schwache breitbandige Signale sichtbar werden
    • Scrollgeschwindigkeit eher langsam wĂ€hlen
  3. Frequenzbereiche systematisch scannen
    • TagsĂŒber: 9–20 MHz
    • Nachts: 4–9 MHz
    • In Blöcken beobachten, z. B. 4–6 MHz, 6–8 MHz, 8–12 MHz usw.
  4. OTHR‑Signaturen erkennen
    • Breite horizontale BĂ€nder
    • Wiederkehrende Pulsstrukturen
    • SchrĂ€g verlaufende Sweeps ĂŒber mehrere kHz bis 100 kHz
  5. Abgrenzung zu HFGCS‑Signalen
    • HFGCS: schmale vertikale Linien mit Sprachmodulation
    • OTHR: breite, strukturierte Muster ohne Sprachanteile
  6. Dokumentation
    • Screenshots, Zeit, Frequenz, Standort
    • Vergleich ĂŒber mehrere Tage zur Erkennung von AktivitĂ€tsmustern

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Der Empfang von Rundfunksendungen ist grundsĂ€tzlich erlaubt. FĂŒr andere Funkdienste gelten jedoch EinschrĂ€nkungen.

Wesentliche Punkte:

  • Nichtöffentliche Kommunikation (z. B. militĂ€rische Funkdienste) darf nicht gezielt abgehört, aufgezeichnet  werden.
  • Spektralbeobachtung ohne inhaltliche Auswertung ist in der Regel unkritisch.
  • Inhalte nichtöffentlicher Dienste zu entschlĂŒsseln, zu interpretieren oder zu verbreiten kann gegen Telekommunikations- und Strafrecht verstoßen.

Diese Zusammenfassung ersetzt keine Rechtsberatung, zeigt aber die grundlegenden Grenzen fĂŒr Hobby‑Monitoring in Deutschland.

Maxwellsche Gleichungen und ihre Bedeutung fĂŒr die Nachrichtentechnik

đŸŽ›ïž Einleitung: Warum Maxwell der heimliche Vater aller Funkamateure ist

Wenn es einen Menschen gibt, der unfreiwillig dafĂŒr verantwortlich ist, dass weltweit Keller, Dachböden und Gartenschuppen mit Drahtverhau, Koaxkabeln und mysteriösen „Baluns“ gefĂŒllt sind, dann ist es James Clerk Maxwell. Er wollte eigentlich nur die Naturgesetze ordnen – und hat dabei versehentlich die Grundlage geschaffen, dass heute jeder OM mit einer 12‑Meter‑Angelrute und 100 Watt HF das Weltgeschehen beeinflussen kann.

Die Maxwellschen Gleichungen sind das Fundament der gesamten Nachrichtentechnik:

  • Ohne sie gĂ€be es keine Antennen,
  • keine elektromagnetischen Wellen,
  • keine SDR‑EmpfĂ€nger,
  • und vor allem keine hitzigen Diskussionen darĂŒber, ob ein Dipol „besser“ ist als eine EndFed.

⚡ Die vier Maxwellschen Gleichungen – in menschlicher Sprache

Wir verzichten auf Formeln, denn die stehen ohnehin in jedem Lehrbuch und werden dort genauso wenig verstanden wie im Shack.

1. Elektrische Felder entstehen durch Ladungen

Oder wie der Funkamateur sagt: „Warum kriege ich eine gewischt, wenn ich das Koax anfasse?“

2. Magnetische Felder entstehen durch Ströme

Das erklĂ€rt, warum HF‑Kabel manchmal wie beleidigte Kobras reagieren, wenn man sie falsch verlegt.

3. Ein verÀnderliches elektrisches Feld erzeugt ein magnetisches Feld

Das ist der Moment, in dem aus langweiligem Gleichstrom plötzlich Funk wird.

4. Ein verÀnderliches magnetisches Feld erzeugt ein elektrisches Feld

Und das ist der Grund, warum dein Nachbar plötzlich „komische GerĂ€usche im Fernseher“ hört, wenn du CQ rufst.

Zusammen ergeben diese vier Regeln das, was wir heute als elektromagnetische Wellen kennen – also genau das, was die Nachrichtentechnik ĂŒberhaupt erst möglich macht.

📡 Warum die Maxwellschen Gleichungen die Nachrichtentechnik erst ermöglichen

1. Antennen funktionieren nur wegen Maxwell

Eine Antenne ist im Grunde nichts anderes als ein StĂŒck Metall, das Maxwell dazu zwingt, seine Gleichungen in die RealitĂ€t umzusetzen. Wenn Strom und Spannung im Takt schwingen, entsteht eine Welle – und die macht sich dann auf den Weg um die Welt, bis sie irgendwo in einem EmpfĂ€nger landet oder in einem Baum, einer Regenwolke oder dem Nachbarns Garagentor.

2. Modulation ist angewandte Elektrodynamik

Ob AM, FM, QAM oder das, was moderne SDR‑Software „experimentell“ nennt – alles basiert darauf, dass elektrische und magnetische Felder sich gegenseitig beeinflussen. Maxwell hĂ€tte vermutlich gelacht, wenn er gewusst hĂ€tte, dass man seine Theorie einmal nutzen wĂŒrde, um Katzenvideos ĂŒber WLAN zu ĂŒbertragen.

3. Wellenausbreitung ist Maxwell in Aktion

Ob Bodenwelle, Raumwelle, Troposcatter oder „Ich schwöre, das war ein Sporadic‑E‑Opening!“ – alles folgt den gleichen Grundgesetzen. Die AtmosphĂ€re ist dabei weniger ein Medium als vielmehr ein chaotischer Spielplatz, in dem Maxwell und Murphy gemeinsam Domino spielen.

đŸ› ïž Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Der klassische 2‑Meter‑Repeater

Ein Repeater ist im Grunde ein GerĂ€t, das Maxwells Gleichungen so gut verstanden hat, dass es sie 24/7 ausnutzt – und gleichzeitig so schlecht, dass es bei jedem Gewitter beleidigt schweigt.

Beispiel 2: WLAN im Altbau

Elektromagnetische Wellen breiten sich frei aus – außer in deutschen Altbauten, wo Maxwell offenbar Urlaub macht und die Wellen lieber im Treppenhaus reflektieren, als ins Arbeitszimmer zu gehen.

Beispiel 3: Der Funkamateur mit der Drahtantenne im Apfelbaum

Maxwell sagt: „Eine Antenne sendet, wenn Strom fließt und Felder schwingen.“ Der Funkamateur sagt: „Wenn’s funktioniert, ist es keine Fehlkonstruktion.“

🧹 Humor aus dem Shack

  • „Maxwell hat die Gleichungen erfunden, Funkamateure die Ausreden.“
  • „Die Naturgesetze sind unverĂ€nderlich – außer man hat einen Tuner.“
  • „HF findet immer einen Weg. Meistens den falschen.“
  • „Maxwell erklĂ€rt, warum Funk funktioniert. Der Nachbar erklĂ€rt, warum er dagegen ist.“

🧭 Fazit: Maxwell ist ĂŒberall

Die Maxwellschen Gleichungen sind nicht nur ein theoretisches Konstrukt, sondern das Fundament der gesamten modernen Kommunikation – von Kurzwelle bis 5G, von Richtfunk bis Bluetooth, von Amateurfunk bis Deep‑Space‑Kommunikation.

Ohne Maxwell gĂ€be es keine Nachrichtentechnik. Und ohne Nachrichtentechnik mĂŒssten Funkamateure wieder Brieftauben zĂŒchten – was vermutlich zu noch mehr Störungen fĂŒhren wĂŒrde.

#Maxwell #Elektromagnetismus #Nachrichtentechnik #Funktechnik #Amateurfunk #EMF #Elektrodynamik #HF‑Technik #Antenne #Wellen

⚡ Impedanz vs. Ohmscher Widerstand – wenn der Strom nicht nur geradeaus lĂ€uft

Es gibt Begriffe, die im Amateurfunk wie heilige KĂŒhe behandelt werden. „Impedanz“ gehört dazu. Wer sie mit „ach, das ist doch einfach Widerstand“ abtut, darf sich sicher sein, beim nĂ€chsten OV-Abend von mindestens drei Ă€lteren Herren mit erhobenem Zeigefinger korrigiert zu werden.

Doch was steckt wirklich dahinter – und warum ist es mehr als nur ein Zahlenspiel mit Ohm?

🧼 Der ohmsche Widerstand – der brave Buchhalter

  • Definition: VerhĂ€ltnis von Spannung zu Strom, R=U/I.
  • Eigenschaften: FrequenzunabhĂ€ngig, linear, berechenbar.
  • Beispiel: Ein 50‑Ohm‑Widerstand bleibt bei 1 Hz genauso 50 Ohm wie bei 1 GHz.
  • Humor-Notiz: Der ohmsche Widerstand ist wie der Vereinsbuchhalter – langweilig, aber zuverlĂ€ssig. Er macht keine Faxen, er macht einfach seinen Job. Naja nicht im jedem Verband ist er zuverlĂ€ssig.

🎭 Die Impedanz – der Schauspieler unter den GrĂ¶ĂŸen

  • Definition: Verallgemeinerung des Widerstands fĂŒr Wechselstrom, Z=R+jX.
  • Eigenschaften:
    • R (Realteil): der „ehrliche“ Widerstand.
    • X (ImaginĂ€rteil): die Launen von Spulen und Kondensatoren.
  • FrequenzabhĂ€ngig: Eine Antenne, die bei 7 MHz brav 50 Ohm hat, kann bei 14 MHz plötzlich 200 Ohm + j150 werden.
  • Humor-Notiz: Impedanz ist wie ein alter Funkfreund nach drei Kölsch – mal charmant, mal unberechenbar, und garantiert nicht linear. Nicht wahr Nils.

📡 Praxisbeispiele aus dem Funkalltag

  • Koaxkabel: 50 Ohm Nennimpedanz – aber wehe, man knickt es oder verlĂ€ngert es mit dem „legendĂ€ren“ 75‑Ohm‑Fernsehkabel aus dem Keller. Dann wundert man sich, warum die Endstufe plötzlich heißer wird als der Grill beim Fieldday.
  • Antennen:
    • Dipol resonant: nahe 50 Ohm, brav wie ein Dackel an der Leine.
    • Dipol außerhalb Resonanz: Impedanz springt wie ein Terrier im Kaninchenbau.
  • MessgerĂ€te: Ein VNA (Vektorieller Netzwerkanalysator) zeigt die Impedanz als hĂŒbsche Spirale im Smith-Diagramm. FĂŒr viele Ă€ltere OMs sieht das Diagramm allerdings eher aus wie ein missglĂŒckter Bierdeckel-Kringel.

đŸ–Œïž Grafische Vorstellung

Code
Ohmscher Widerstand:  -----
Impedanz:             ~~~~~ (mal hoch, mal runter)

Oder anders gesagt: Widerstand ist die gerade Landstraße, Impedanz die Serpentinen im Schwarzwald.

🧓 Spiegel fĂŒr die „ich wusste es immer schon besser“

NatĂŒrlich gibt es sie: die „Alles-ist-ohmsch“-Fraktion. Sie erklĂ€ren mit ernster Miene, dass ihre Antenne „genau 50 Ohm“ habe – egal bei welcher Frequenz. Die RealitĂ€t: Antennen sind launisch, Kabel sind nicht perfekt, und die Impedanz ist ein dynamischer Tanzpartner. Wer das ignoriert, betreibt eher Religion als Technik.

🚙 Und was heißt das fĂŒr den Alltag?

  • Anpassung: Ohne Impedanzanpassung (z. B. mit einem Tuner) geht Leistung verloren.
  • SWR: Steht fĂŒr „StehwellenverhĂ€ltnis“ – oder, wie manche sagen, „Senioren-Wut-Risiko“, wenn es ĂŒber 2 steigt.
  • Praxis: Wer versteht, dass Impedanz mehr ist als Widerstand, spart sich verbrannte Endstufen und endlose Stammtischdiskussionen.

🎯 Fazit

  • Ohmscher Widerstand: Einfach, linear, berechenbar.
  • Impedanz: Komplex, frequenzabhĂ€ngig, realitĂ€tsnah.
  • Humor: Wer beides verwechselt, darf sich beim nĂ€chsten OV-Abend auf eine kostenlose Vorlesung freuen – inklusive Zeigestock und erhobenem Zeigefinger.

Oder, um es mit schwarzem Humor zu sagen: Der ohmsche Widerstand ist der Grabstein – die Impedanz das Leben davor.

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