Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – Wenn die Sonne dem Amateurfunk den Stecker zieht


☀️ Einleitung: Wenn die Sonne schlechte Laune hat

Der Mögel‑Dellinger‑Effekt ist einer dieser ionosphärischen Effekte, die Funkamateure gleichzeitig faszinieren und in den Wahnsinn treiben. Er tritt auf, wenn die Sonne spontan beschließt, einen Röntgen‑ oder UV‑Ausbruch Richtung Erde zu schicken – und die Ionosphäre darauf reagiert wie ein überfordertes Callcenter: Sie bricht einfach zusammen.

Das Ergebnis:

  • Kurzwelle? Tot.
  • DX? Vergiss es.
  • CQ‑Rufe? Verhallen im Nichts.
  • Der OM? Schaut ratlos auf sein SWR‑Meter und gibt dem Tuner die Schuld.

🔍 Was ist der Mögel‑Dellinger‑Effekt – einfach erklärt?

Der Effekt beschreibt einen plötzlichen, massiven Ausfall der Kurzwellen‑Ausbreitung, ausgelöst durch intensive solare Röntgenstrahlung. Diese Strahlung trifft die D‑Schicht der Ionosphäre und sorgt dafür, dass sie:

  • extrem stark ionisiert wird,
  • dadurch viel mehr HF absorbiert,
  • und Kurzwellen schlicht verschluckt.

Man könnte sagen: Die D‑Schicht wird zum HF‑Schwarzen Loch.

In einfachen Worten

Die Sonne schickt einen Röntgenblitz → Die D‑Schicht wird überaktiv → HF wird absorbiert → Kurzwelle stirbt → Funkamateur flucht.

📡 Wie äußert sich der Effekt im Amateurfunk?

1. Plötzlicher Zusammenbruch der Kurzwelle

Ein Moment vorher läuft noch ein entspanntes QSO auf 20 m – im nächsten Moment klingt es, als hätte jemand die Antenne aus dem Fenster geworfen.

2. Alle Bänder unter 20 MHz sind betroffen

Besonders schlimm trifft es:

  • 40 m
  • 80 m
  • 160 m
  • und alle OMs, die gerade stolz ihre neue Drahtantenne testen wollten.

3. Der Effekt tritt ohne Vorwarnung auf

Er dauert typischerweise 10 Minuten bis 1 Stunde. Gerade lang genug, um den OM dazu zu bringen, dreimal den Tuner zu resetten und die Koax‑Stecker zu kontrollieren.

4. Lokale Störungen? Nein – global!

Der Effekt betrifft die sonnenbeschienene Seite der Erde. Wenn du also tagsüber funken willst und die Sonne schlechte Laune hat, kannst du genauso gut versuchen, mit einer Taschenlampe die ISS anzublinken.

🧪 Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Das verschwundene 40‑m‑Band

Ein OM ruft CQ. Nichts passiert. Er ruft nochmal. Nichts. Er prüft das SWR. Perfekt. Er ruft erneut. Immer noch nichts. Er flucht. Dann schaut er auf die Sonnenaktivität – und erkennt: Dellinger‑Effekt. Die Sonne hat ihn einfach ignoriert.

Beispiel 2: Der Contest‑Albtraum

Gerade im CQ‑WW‑Contest, 14:32 Uhr, perfektes Band – und plötzlich: Stille. Der OM denkt: „Das muss der Nachbar gewesen sein!“ Nein. Es war die Sonne. Und sie hat gewonnen.

Beispiel 3: Der portable SOTA‑Operator

Nach 2 Stunden Aufstieg, 12 kg Ausrüstung, perfekter Standort. Er ruft CQ. Nichts. Er ruft nochmal. Nichts. Er schaut auf die Sonne. Sie grinst.

🧭 Warum heißt es eigentlich Mögel‑Dellinger‑Effekt?

Der Effekt wurde zuerst von John Howard Dellinger beschrieben. Der deutsche Physiker Hans Mögel untersuchte ihn später detailliert und ergänzte wichtige Erkenntnisse. Daher die Doppelbezeichnung.

Oder wie Funkamateure sagen würden: „Zwei Leute haben herausgefunden, warum mein Funkgerät manchmal einfach nicht funktioniert.“

⚙️ Technischer Hintergrund – ohne Formeln, versprochen

Die D‑Schicht

  • niedrigste Schicht der Ionosphäre
  • tagsüber aktiv, nachts fast weg
  • absorbiert Kurzwellen, besonders unter 10 MHz

Was passiert beim Effekt?

  • Röntgenstrahlung trifft die D‑Schicht
  • Ionisation steigt extrem
  • Absorption steigt massiv
  • HF wird „gefressen“
  • Kurzwelle bricht zusammen

Warum nur tagsüber?

Weil die D‑Schicht nachts schläft. Im Gegensatz zu Funkamateuren, die um 3 Uhr morgens auf 160 m DX jagen.

🧨 Humor aus dem Shack

  • „Der Dellinger‑Effekt ist der einzige Contest, den die Sonne immer gewinnt.“
  • „Wenn die D‑Schicht überreagiert, ist das wie ein OM mit zu viel Kaffee: alles absorbiert, nichts rausgelassen.“
  • „Der Effekt ist der Beweis, dass die Sonne Amateurfunk nicht mag.“
  • „Wenn plötzlich alle Bänder tot sind, ist es entweder der Dellinger‑Effekt – oder du hast das Koax vergessen anzuschließen.“

🧭 Fazit: Der Mögel‑Dellinger‑Effekt – der HF‑Vernichter

Der Effekt ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie empfindlich die Kurzwellenkommunikation auf solare Ereignisse reagiert. Für Funkamateure bedeutet er:

  • spontane Funkstille,
  • unerklärliche Bandzusammenbrüche,
  • und die Erkenntnis, dass selbst die beste Antenne gegen die Sonne keine Chance hat.

Doch keine Sorge: Der Effekt geht vorbei. Und danach ist die Kurzwelle wieder da – so lebendig wie die Diskussionen im OV über „die beste Antenne“.

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